Das Wiener Ziegelmuseum
Das Wiener Ziegelmuseum im 14. Wiener Gemeindebezirk widmet sich der Geschichte der Ziegelherstellung und ihrer Rolle bei der Entwicklung der Stadt. Es ist überwiegend im Bezirksmuseum Penzing untergebracht und beherbergt mehr als 13.000 Artefakte: historische Ziegel und Dachziegel, Ofenmodelle, Herstellungsgeräte, Architekturpläne, Fotografien und Archivmaterialien. Viele Ziegel tragen sogenannte „Ziegelzeichen“, also Stempel, die Hinweise auf ihre Herkunft und Produktionsgeschichte geben.
Das Museum ist außerdem ein Forschungszentrum. Es dokumentiert Österreichs Ziegelöfen und ihre sozioökonomische Bedeutung und arbeitet dafür mit akademischen Institutionen zusammen.
Geschichte
Das Wiener Ziegelmuseum wurde am 20. Januar 1978 als Spezialabteilung des Bezirksmuseums Penzing gegründet. Anton Schirmböck hatte die Gründung angeregt und dafür seine private Sammlung mit mehr als 1.000 Ziegeln, Architekturplänen und historischen Dokumenten gestiftet. Im August 1980 zog das Museum an seine heutige Adresse in der Penzinger Straße 59. Der Umzug verbesserte den Zugang für Besucher und die Zusammenarbeit mit dem Bezirksmuseum.
Die Ziegelherstellung war für Wiens Wachstum besonders im 19. Jahrhundert wichtig. Nach dem Abbau der Stadtbefestigungen und während des Baubooms entlang der Ringstraße wurden große Wahrzeichen wie die Wiener Staatsoper und das Rathaus aus lokal produzierten Ziegeln errichtet, die zu dekorativen Zwecken oft mit Stein verkleidet wurden.
Die Sammlung zeigt, wie Ziegel als Grundlage für die repräsentativen Bauten des Wiener Historismus dienten. Diese architektonische Bewegung des 19. Jahrhunderts griff historische Stile wieder auf, um ikonische Gebäude entlang der Ringstraße zu schaffen. Das Museum beleuchtet auch die Arbeit der Ziegelmacher, darunter vieler Migranten und Arbeiter, und verbindet Architekturgeschichte mit persönlichen Geschichten und Archivfotografien.
Sammlung und Ausstellungen
Die Sammlung umfasst Ziegel aus der römischen und mittelalterlichen Zeit bis hin zu modernen industriellen Typen. Zu sehen sind unter anderem:
- Historische Ziegel und Keramik aus römischen, mittelalterlichen und industriellen Epochen, darunter Ziegel aus den frühesten Befestigungsanlagen Wiens.
- Mauerziegel von der antiken babylonischen bis zur modernen Zeit.
- Festungsziegel des Linienwalls, die in historischen Stadtverteidigungsanlagen verwendet wurden.
- Dachziegel, Ofenkacheln und Mosaikplatten, die funktionale und dekorative Entwicklungen veranschaulichen.
- Ofenmodelle und Werkzeuge, die den technischen Wandel der Ziegelherstellung zeigen.
- Ziegelzeichen, deren Markierungen Hinweise auf die Geschichte und Herkunft der Ziegel geben.
Thematische Ausstellungen behandeln die Geschichte und Technik der Ziegelherstellung. Interaktive Exponate und detaillierte Erläuterungen ergänzen die Präsentation. Der kompakte Museumsaufbau und die Beleuchtung heben die Texturen und Markierungen der Ziegel und Keramiken hervor.
Das Museum veröffentlicht außerdem die Forschungsreihe „Schriftenreihe Wiener Ziegelmuseum“. Seine Archive und Kartierungsprojekte sind für Fachleute und die Öffentlichkeit von Interesse. Zu den Kooperationen zählt die Zusammenarbeit mit dem Institut für Angewandte Geologie der BOKU.
Besuch planen
- Adresse Penzinger Straße 59, 1140 Wien, Österreich, im Bezirksmuseum Penzing.
- Öffnungszeiten Als übliche Öffnungszeiten werden der 1. und 3. Sonntag im Monat von 10:00 bis 12:00 Uhr genannt. Zusätzlich werden Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr angegeben. Die Öffnungszeiten können variieren; prüfe sie vor dem Besuch auf der offiziellen Website.
- Eintritt Kostenlos; Spenden sind willkommen.
- Führungen Nach vorheriger Vereinbarung, insbesondere für Gruppen und Bildungsbesuche.
- Barrierefreiheit Das Museum befindet sich in einem historischen Gebäude und ist teilweise barrierefrei. Erkundige dich vorab beim Museum nach den Möglichkeiten und besonderen Anforderungen.
- Sprachen Die meisten Ausstellungsmaterialien sind auf Deutsch. Englischsprachiges Personal und übersetzte Materialien können verfügbar sein.
- Einrichtungen und Hausregeln Es gibt grundlegende Toiletten, aber kein Café vor Ort. Die Atmosphäre ist ruhig; Rauchen ist nicht gestattet.
- Fotografie Fotografieren ist im Allgemeinen für den persönlichen Gebrauch erlaubt. Blitz und Stative sind nicht gestattet; bei Archivmaterialien können weitere Einschränkungen gelten.
Weiterführende Informationen:
- Wien Geschichte Wiki
- Austria-Forum
- Bezirksmuseum Penzing
- Wien Tourismus
- Vivent.at
- WGM Wien
- Visiting Vienna: Historicism
- The Vienna Blog
Tipps für den Besuch
Prüfe vorab die aktuellen Öffnungszeiten und vereinbare bei Bedarf eine Führung. Eine Übersetzungs-App kann hilfreich sein, wenn du die deutschen Ausstellungstexte nicht liest. Beachte die Museumsrichtlinien und gehe sorgfältig mit den Artefakten um. Für weitere Informationen zu Öffnungszeiten, Eintritt und Sonderveranstaltungen kannst du auch die offiziellen Museums-Websites und Ressourcen wie die Audiala-App nutzen.
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Der Museumsbesuch lässt sich mit nahegelegenen Zielen in Penzing verbinden:
- Schloss Schönbrunn, Wiens kaiserliches Wahrzeichen.
- Technisches Museum Wien, insbesondere für Interessierte an Technik- und Industriegeschichte.
- Lokale Cafés und Märkte, auf denen du die Wiener Küche erleben kannst.
Das Museum ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Parkplätze sind begrenzt; Straßenbahnen und Busse werden empfohlen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Sind Tickets erforderlich?
Nein. Der Eintritt ist kostenlos; Spenden sind willkommen.
Wann ist das Museum geöffnet?
Die genannten Öffnungszeiten sind der 1. und 3. Sonntag im Monat von 10:00 bis 12:00 Uhr sowie Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr. Da die Zeiten variieren können, solltest du sie vor dem Besuch prüfen.
Ist das Museum barrierefrei?
Es ist teilweise barrierefrei. Für konkrete Anforderungen wende dich vorab an das Museum.
Sind Führungen verfügbar?
Ja, nach Vereinbarung.
Darf man fotografieren?
Fotografieren ist im Allgemeinen für den persönlichen Gebrauch erlaubt. Blitz und Stative sind nicht gestattet; für Archivmaterialien können Einschränkungen gelten.