Historischer Überblick
Mittelalterliche Ursprünge und Verlegungen
Die Geschichte des Dornbacher Friedhofs beginnt im 13. Jahrhundert mit seinem ersten Begräbnisplatz neben der Pfarrkirche am Rupertusplatz, im Einklang mit der europäischen Tradition der Kirchhofgräber. Diese Anordnung bestand bis ins späte 18. Jahrhundert, als die Reformen Kaiser Josephs II. aus Gründen der öffentlichen Gesundheit zur Schließung vieler städtischer Friedhöfe führten. Der Dornbacher Kirchhof wurde aufgrund der kleinen Pfarrgemeinde vorerst nicht betroffen, aber 1814 endgültig geschlossen (GeschichteWiki Wien ).
Ein neuer Friedhof wurde in „Untere Wieden“ (heute Braungasse/Oberwiedenstraße) angelegt und diente der Gemeinde bis zu seiner Schließung im Jahr 1883 aufgrund städtischer Expansion und hygienischer Bedenken (Planet Vienna). Die Gebeine wurden respektvoll auf den heutigen Standort in der Alszeile 28 verlegt, der auf einem Hang namens Alsegg liegt.
Moderne Gründung und Erweiterungen
Der heutige Dornbacher Friedhof wurde 1883 eröffnet und für alle Konfessionen konzipiert, zu einer Zeit, in der viele Friedhöfe noch konfessionell getrennt waren. Sein inklusiver Ethos reflektierte die fortschreitende Urbanisierung der Stadt und das Bekenntnis zur Vielfalt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg vergrößerten mehrere Erweiterungen die Fläche des Friedhofs auf 44.047 Quadratmeter, mit neuen Grabgruppen und aktualisierter Infrastruktur. Die Aufbahrungshalle, die zwischen 1966 und 1968 von Architekt Erich Boltenstern erbaut wurde, zeichnet sich durch ein Mosaikglasfenster und eine Apsismalerei von Hermann Bauch aus, die modernistische Kunst mit dem historischen Charakter des Friedhofs verbinden (Wikipedia; Planet Vienna).
Aufbau und bemerkenswerte Merkmale
Der Dornbacher Friedhof weist einen traditionellen Rasteraufbau mit rund 4.778 Gräbern auf. Seine von Bäumen gesäumten Alleen, gepflegten Anlagen und vielfältigen Grabmäler – von Jugendstil bis zu zeitgenössischen Designs – schaffen eine parkähnliche Atmosphäre. Der Friedhof wird von der Alszeile und dem Grünbeckweg begrenzt und liegt nahe dem Hernalser Friedhof, wodurch er eine bedeutende Grünzone im städtischen Gefüge Wiens darstellt (Wikipedia).
Namhafte Bestattungen und Gedenkstätten
Der Friedhof ist die letzte Ruhestätte mehrerer prominenter Wiener Persönlichkeiten und Familien, darunter:
- Familie Meinl Kaffeeproduzenten, die zur Wirtschaftsgeschichte Wiens beitrugen.
- Familie Demel Berühmte kaiserliche Konditoren.
- Anna Sacher Bekannte Hotelierin.
- Carl Braun Ritter von Fernwald Bedeutender Arzt.
Es gibt auch 20 Ehrengräber für Personen, die bedeutende Beiträge zu Wien oder Österreich geleistet haben (Wikipedia; Planet Vienna).
Darüber hinaus umfasst der Friedhof jüdische Gräber mit hebräischen Inschriften und Symbolen sowie Gedenkstätten für Holocaust-Opfer und Kriegsopfer, was die vielfältige Geschichte und Tragödien Wiens widerspiegelt.
Künstlerisches und architektonisches Erbe
Der Dornbacher Friedhof zeichnet sich durch seine künstlerischen Grabsteine und Bestattungsarchitektur aus. Besucher finden:
- Jugendstil-Motive Fließende Linien, florale Muster und stilisierte Schriftzüge.
- Neugotische und klassische Elemente Kapellen, Mausoleen und Statuen.
- Aufbahrungshalle Mit einem markanten Mosaik von Hermann Bauch.
Diese Merkmale unterstreichen die Verbindung von Kunst, Gedenken und kultureller Identität in Wiener Friedhöfen (Planet Vienna).
Besuchsinformationen
Öffnungszeiten, Tickets und Zugänglichkeit
- Öffnungszeiten Im Allgemeinen täglich von 7:00 Uhr bis Sonnenuntergang geöffnet (ca. 17:00 Uhr im Winter, bis 20:00 Uhr im Sommer). Aktuelle Öffnungszeiten auf Stadtwebsites bestätigen, insbesondere an Feiertagen (Offizieller Wien Reiseführer).
- Eintritt Kostenlos – keine Tickets erforderlich.
- Zugänglichkeit Die meisten Hauptwege sind flach und asphaltiert, aber einige Bereiche können unebenes Gelände aufweisen. Rollstuhlfahrer sollten dies entsprechend einplanen und können sich für Details an die Verwaltung wenden.
Anreise
- Öffentliche Verkehrsmittel Erreichbar mit der Straßenbahnlinie 43 („Dornbacher Friedhof“) und den Buslinien 44A und 10A. Radwege sind ebenfalls vorhanden (Wiener Verkehrsinformation).
- Karten Am Eingang oder online erhältlich (Vienna Tourist Guide).
Führungen und Sonderveranstaltungen
- Führungen Werden gelegentlich von lokalen Kultur- oder Geschichtsvereinen organisiert, insbesondere um Allerheiligen. Diese bieten Einblicke in die Geschichte, Kunst und bedeutenden Persönlichkeiten des Friedhofs.
- Sonderveranstaltungen Gedenkfeiern und Bildungsveranstaltungen finden periodisch statt.
Besucherverhalten und Tipps
- Ruhe bewahren und Begräbnisse oder Trauernde respektieren.
- Angemessene Kleidung wird empfohlen.
- Persönliche Fotografie ist gestattet, aber bitte von Zeremonien oder Trauernden ohne Zustimmung absehen.
- Blumen und Kerzen können in nahegelegenen Geschäften gekauft werden.
- Es ist üblich, andere Besucher höflich mit „Guten Tag“ zu begrüßen.
- Lege kleine Steine auf jüdische Gräber als Zeichen des Respekts.
Nahegelegene Attraktionen
Kombiniere deinen Besuch mit anderen historischen oder kulturellen Stätten:
- Hernalser Friedhof Angrenzender Friedhof mit eigener bedeutender Geschichte.
- Wienerwald Für Spaziergänge in der Natur.
- Heurigen In den nahegelegenen Weinbergen von Nussdorf oder Grinzing.
- Ottakringer Brauerei und historische Kirchen Im Bezirk Hernals.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F: Gibt es Eintrittsgebühren? A: Nein, der Eintritt ist für alle Besucher kostenlos.
F: Was sind die Öffnungszeiten? A: Täglich von 7:00 Uhr bis Sonnenuntergang geöffnet (saisonal unterschiedlich).
F: Sind Führungen verfügbar? A: Ja, gelegentlich, besonders während Gedenkzeiten. Lokale Verzeichnisse oder Besucherzentren prüfen.
F: Ist der Friedhof rollstuhlgerecht? A: Die meisten Hauptwege sind zugänglich; ältere Abschnitte sind möglicherweise uneben.
F: Darf ich Fotos machen? A: Persönliche Fotografie ist gestattet, aber bitte diskret und respektvoll.