Geschichte und kulturelle Bedeutung
Ursprünge: Von der Nutzung zum städtischen Wahrzeichen
Die Gasometer wurden gebaut, um Wien mit städtischem Gas zu versorgen, wodurch das Monopol privater Anbieter gebrochen und die Energie für die Einwohner erschwinglicher wurde (Wikipedia). Jede der zylindrischen Strukturen – etwa 70 Meter hoch und 60 Meter im Durchmesser – konnte 90.000 Kubikmeter Stadtgas, das aus Kohle gewonnen wurde, speichern, welches für Beleuchtung, Heizung und Kochen verwendet wurde. Ihre robusten Ziegel-Fassaden und Kuppeldächer spiegelten die architektonischen Empfindungen des späten 19. Jahrhunderts wider (Architectuul).
Obsoleszenz und Schutz
Fortschritte in der Energietechnologie führten Wien zwischen 1969 und 1978 zur Umstellung von Kohlegas auf Erdgas. Bis 1984 wurden die Gasometer stillgelegt und ihre Eis delle abgebaut, wodurch die ikonischen Ziegelschalen übrig blieben (TwistedSifter). Im Bewusstsein ihres historischen Wertes stellte die Stadt sie 1981 unter Denkmalschutz und wies sie 1986 offiziell als Denkmäler aus (WikiArquitectura).
Verfall, Schutz und Neuerrichtung
Adaptive Nachnutzung: Eine Vision für die Zukunft
Angesichts der drohenden Abbruchgefahr rief Wien 1995 einen internationalen Wettbewerb aus, um die Gasometer neu zu gestalten. Vier weltbekannte Architekten – Jean Nouvel, Coop Himmelb(l)au, Manfred Wehdorn und Wilhelm Holzbauer – wurden ausgewählt, die Transformation zwischen 1999 und 2001 zu leiten (TwistedSifter; WikiArquitectura).
Schlüsselprinzipien der Neugestaltung waren:
- Erhaltung historischer Fassaden Die unverwechselbaren Ziegelaußenfassaden und architektonischen Details wurden sorgfältig restauriert.
- Strukturelle Verstärkung Moderne Ingenieurtechnik stabilisierte die Schalen für neue Nutzungen.
- Zeitgenössische Innengestaltung Jeder Architekt entwarf ein einzigartiges Interieur, das Wohn-, Geschäfts- und Kulturräume integrierte.
Das Ergebnis war eine Investition von 150 Millionen Euro, die neue Standards für nachhaltige Stadterneuerung setzte (Wikipedia).
Architektonische Umgestaltung und Merkmale
Einzigartige Designs innerhalb eines einheitlichen Komplexes
Jeder Gasometer erhielt von seinem Architekten eine eigene Identität:
- Gasometer A (Jean Nouvel) Verfügt über ein markantes Metall-„Spinnennetz“-Dach und segmentierte Wohnungen, die einen hellen, offenen Platz bilden (vienna.net).
- Gasometer B (Coop Himmelb(l)au) Beherbergt die dynamische Veranstaltungsstätte Planet.tt Bank Austria Halle und einen gewagten, gebogenen Turm (evendo.com).
- Gasometer C (Manfred Wehdorn) Integriert umweltfreundliche Innengärten und Wohnanlagenhöfe.
- Gasometer D (Wilhelm Holzbauer) Konzentriert sich auf gemeinschaftliches Wohnen und Annehmlichkeiten.
Die vier sind durch Skybridges und ein Einkaufszentrum auf Bodenniveau miteinander verbunden, was einen lebendigen urbanen Mikrokosmos fördert (thespaces.com).
Urbane Integration
Heute umfasst der Gasometer-Komplex:
- Über 600 Wohnungen und ein Studentenwohnheim.
- Ein Einkaufszentrum mit rund 70 Geschäften und gastronomischen Betrieben.
- Büroflächen und das österreichische Staatsarchiv.
- Eine Konzerthalle mit 4.200 Plätzen.
- Ein Multiplex-Kino und diverse Kulturstätten.
Rund 1.200 Einwohner nennen die Gasometer ihr Zuhause, was sie zu einem Vorbild für adaptive Nachnutzung macht (evendo.com).
Besucherinformationen
Öffnungszeiten und Eintritt
- Einkaufszentrum Montag–Samstag, 9:00–20:00 Uhr; sonn- und feiertags geschlossen (wien.info).
- Veranstaltungshalle und Kino Geöffnet gemäß Spielplan – bitte spezifische Angaben prüfen.
- Öffentliche Bereiche Höfe und Gemeinschaftsbereiche sind ganzjährig zugänglich.
Der Eintritt zum Einkaufszentrum und zu den öffentlichen Bereichen ist kostenlos; für Veranstaltungsorte sind Tickets erforderlich.
Tickets und Führungen
- Konzerte/Veranstaltungen Ticketpreise variieren je nach Veranstaltung; Kauf über offizielle Gasometer-Website, Songkick oder Bandsintown.
- Geführte Touren Buche im Voraus für ausführliche historische und architektonische Führungen, verfügbar in mehreren Sprachen.
Barrierefreiheit
Der gesamte Komplex ist rollstuhlgerecht zugänglich, mit Aufzügen, Rampen und barrierefreien Toiletten (audiala.com). Parkhäuser bieten Stellplätze für Menschen mit Behinderungen.
Anreise
- Öffentliche Verkehrsmittel Nimm die U-Bahn-Linie U3 bis zur Station „Gasometer“ – nur acht Minuten vom Stadtzentrum entfernt.
- Nachtbus N75 für nächtliche Anreise.
- Anfahrt mit dem Auto Über die A23 Südosttangente, Ausfahrt St. Marx; Parkhäuser vorhanden (vienna-wien.net).
Veranstaltungen und kulturelles Leben
Konzerte und Live-Events
Die Gasometer-Veranstaltungshalle ist eine der führenden Konzertsäle Wiens und beherbergt Künstler wie The Cat Empire, Ziggy Alberts, Counting Crows und Monetochka in den Jahren 2025–2026 (Bandsintown; Songkick). Das flexible Design der Halle ermöglicht Konzerte, Festivals und Firmenveranstaltungen.
Gemeinschaft und Jugendkultur
Ein Studentenwohnheim, Proberäume und Kreativstudios unterstützen eine lebendige Gemeinschaft. Das Einkaufszentrum und der Food-Court machen die Gasometer zu einem beliebten Treffpunkt für Einheimische und Besucher (wien.info).
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
- Wiener Zentralfriedhof Einer der größten Friedhöfe Europas, in unmittelbarer Nähe und leicht erreichbar.
- Wiener Prater Das berühmte Riesenrad und Grünflächen Wiens.
- Schloss Belvedere und Heeresgeschichtliches Museum Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.
- Parks im Bezirk Simmering Grünflächen und lokale Wiener Gaststätten.
Praktische Reisetipps
- Plane voraus Prüfe Veranstaltungskalender und buche Tickets frühzeitig, besonders für Konzerte (festivalsunited.com).
- Bequeme Kleidung Plane, zwischen den Veranstaltungsorten zu gehen; trage bequeme Schuhe.
- Gastronomie Genieße vielfältige Optionen im Einkaufszentrum oder in nahegelegenen Restaurants (theviennablog.com).
- Fotografie Der Kontrast zwischen historischen Außenansichten und modernen Innenräumen bietet beeindruckende Fotomotive.
- Respektiere die Bewohner Die Gasometer sind auch eine lebendige Gemeinschaft – bitte nimm Rücksicht auf die Wohnbereiche.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F: Wie sind die Öffnungszeiten der Gasometer Wien? A: Das Einkaufszentrum ist Montag–Samstag, 9:00–20:00 Uhr geöffnet. Die Öffnungszeiten der Veranstaltungsorte variieren.
F: Benötige ich Tickets, um die Gasometer zu besuchen? A: Nein, der Eintritt zu den öffentlichen Bereichen ist frei. Für Veranstaltungsorte und Konzerte sind Tickets erforderlich.
F: Sind geführte Touren verfügbar? A: Ja, sie sind im Voraus buchbar und in mehreren Sprachen verfügbar.
F: Sind die Gasometer für Menschen mit Behinderungen zugänglich? A: Ja, der gesamte Komplex ist rollstuhlgerecht, mit Aufzügen, Rampen und angepassten Einrichtungen.
F: Wie komme ich von Wien-Zentrum zu den Gasometern? A: Nimm die U-Bahn-Linie U3 bis zur Station „Gasometer“.
F: Was ist die beste Besuchszeit? A: Der Komplex ist ganzjährig geöffnet. Der Sommer bietet mehr Veranstaltungen; Wochentage sind ruhiger.