Historischer Hintergrund
Ursprünge und frühe Nutzung
Das EKH wurde 1931 vom tschechischen Bildungsverein Komenský erbaut und diente als Schule für tschechische und slowakische Kinder im Wien der Zwischenkriegszeit. Das Stahlbetongebäude beherbergte auch das „Wieland-Theater“ mit Platz für bis zu 300 Personen und spiegelte die lebendige multikulturelle Atmosphäre der damaligen Zeit wider. (meinbezirk.at)
Nachkriegszeit und KPÖ-Besitz
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude 1945 an die Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ) übergeben. Über Jahrzehnte blieb es im Besitz der KPÖ, obwohl seine Nutzung bis Ende der 1980er Jahre abnahm. (geschichtewiki.wien.gv.at)
Die Besetzung 1990 und die Autonome Szene
Am 23. Juni 1990 besetzte ein Bündnis linker Aktivisten, darunter Mitglieder der kurdisch-türkischen ATIGF, das damals leerstehende Gebäude. Sie etablierten es als selbstverwaltetes, antifaschistisches soziales Zentrum und benannten es nach Ernst Kirchweger – einem Kommunisten und Holocaust-Überlebenden, der 1965 bei einer antifaschistischen Demonstration getötet wurde. Das EKH entwickelte sich schnell zu einem wichtigen Zentrum für Migranten, Flüchtlinge und Aktivisten, das Konzerte, politische Diskussionen und Unterstützungsinitiativen veranstaltete. (en.wikipedia.org; redglobe.de; anarchismus.at)
Legalisierung und politische Kämpfe
1991 sicherten sich die Aktivisten eine symbolische Mietvereinbarung mit der KPÖ, die es dem EKH ermöglichte, offen zu operieren, jedoch mit einer unsicheren rechtlichen Stellung. Im Jahr 2004 wurde das Gebäude an eine Firma mit umstrittenen Verbindungen verkauft, was zu weitreichenden Protesten führte. Nach anhaltendem Aktivismus erwarb die Stadt Wien das EKH im Jahr 2007, und bis 2008 legalisierten Nutzungsverträge offiziell seine Rolle als autonomes Zentrum. (geschichtewiki.wien.gv.at; besetzungsarchiv.org)
Das Erbe von Ernst Kirchweger
Ernst Kirchweger (1898–1965) war ein lebenslanger Antifaschist, der NS-Konzentrationslager überlebte. Sein Tod während einer Demonstration gegen rechtsextreme Einflüsse markierte die erste politische Todesopfer Österreichs in der Nachkriegszeit und wird in ganz Wien gewürdigt – am bemerkenswertesten im EKH, das sein Erbe des Widerstands und der sozialen Gerechtigkeit fortführt. (redglobe.de)
Besuch des Ernst-Kirchweger-Hauses: Praktische Informationen
Lage und Anfahrt
- Adresse Wielandgasse 2-4, 1100 Wien (Bezirk Favoriten)
- Öffentliche Verkehrsmittel
- U-Bahn: Linie U1, Stationen Keplerplatz oder Reumannplatz (5–10 Minuten Fußweg)
- Auch Straßenbahn- und Buslinien bedienen das Gebiet.
- Fahrradabstellplätze in der Nähe vorhanden.
- Parken Begrenzt; Kurzparkzonen gelten. Öffentliche Verkehrsmittel werden empfohlen.
- Für aktuelle Verkehrsinformationen siehe die Website der Wiener Linien.
Öffnungszeiten
Das EKH ist kein traditionelles Museum und hat keine festen Öffnungszeiten. Der Zugang ist in der Regel während öffentlicher Veranstaltungen (Konzerte, Workshops, Treffen, Ausstellungen) möglich, die auf der offiziellen Website des EKH und in den sozialen Medien angekündigt werden. Plane deinen Besuch entsprechend den geplanten Veranstaltungen.
Tickets und Gebühren
- Eintritt Die meisten Veranstaltungen sind kostenlos oder auf Spendenbasis; einige haben möglicherweise eine geringe Gebühr.
- Kein allgemeiner Eintritt oder reguläres Ticket außerhalb der Veranstaltungszeiten.
- Prüfe die Veranstaltungslisten für spezifische Ticketdetails.
Barrierefreiheit
- Das historische Gebäude ist teilweise barrierefrei; einige Bereiche können für Besucher mit eingeschränkter Mobilität schwierig sein.
- Kontaktiere im Voraus die Veranstalter oder die Kontaktstelle des EKH, um deine Bedürfnisse bezüglich der Barrierefreiheit zu besprechen.
Einrichtungen und Annehmlichkeiten
- Veranstaltungsräume Hallen für Konzerte, Workshops und Meetings
- Café/Bar Freiwilligenbetrieben während der Veranstaltungen, bietet erschwingliche Speisen und Getränke (oft vegan/vegetarisch)
- Infoshop/Bibliothek Literatur zu Aktivismus, Politik und Kultur
- Toiletten Während der Veranstaltungen verfügbar
Besucheretikette
Das EKH ist ein lebendiger, selbstverwalteter Gemeinschaftsraum, der auf Antifaschismus, Antirassismus und soziale Gerechtigkeit gründet. Besucher werden gebeten:
- Privatsphäre respektieren Immer um Erlaubnis bitten, bevor Personen oder Innenräume fotografiert werden.
- Rücksicht auf Lärm nehmen Wien hat strenge Lärmschutzregeln, besonders nach 22 Uhr. (The Invisible Tourist)
- Respektvoll teilnehmen Anweisungen während der Veranstaltungen befolgen; angemessen interagieren.
- Sprache Deutsch ist die Hauptsprache, aber Englisch ist bei internationalen Veranstaltungen üblich. Einige deutsche Sätze zu kennen, wird geschätzt. (The Vienna Blog)
- Kleidung Legere und respektvolle Kleidung; keine formelle Kleiderordnung.
Veranstaltungen, Aktivitäten und Gemeinschaftsengagement
Das EKH veranstaltet eine breite Palette von Aktivitäten:
- Konzerte/Aufführungen Punk, elektronische Musik, Hip-Hop und alternative Genres
- Workshops/Seminare Über Aktivismus, Kunst, DIY-Fähigkeiten und Gemeinschaftsorganisation
- Filmvorführungen & Diskussionen Independent-Filme und politische Foren
- Märkte/Festivals Flohmärkte, Kunstausstellungen und Gemeindefeiern
Veranstaltungen werden regelmäßig auf dem EKH-Veranstaltungskalender aktualisiert. Manche erfordern eine Registrierung; die meisten heißen spontane Besucher willkommen. Spenden unterstützen die Arbeit des Zentrums.
Das EKH ist auch ein Zentrum für Migranten- und Flüchtlingsorganisationen, queere Kollektive und marginalisierte Gemeinschaften und fördert den interkulturellen Dialog und die Solidarität.
Nahegelegene Attraktionen
Der Bezirk Favoriten ist multikulturell und bietet:
- Viktor-Adler-Markt Lebhafter lokaler Markt
- Reumannplatz Vielfältige Restaurants und Geschäfte
- Gürtel Nachtleben Alternative Bars und Clubs, die mit der Straßenbahn gut erreichbar sind
- Zentrum Wiens Die U1 verbindet direkt mit dem Stephansdom, dem Schloss Belvedere und dem MuseumsQuartier (Nomadic Matt).
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F: Hat das EKH reguläre Öffnungszeiten? A: Nein, das EKH ist nur während öffentlicher Veranstaltungen geöffnet. Überprüfe vor deinem Besuch den Veranstaltungskalender.
F: Gibt es Eintrittspreise oder sind Tickets erforderlich? A: Die meisten Veranstaltungen sind kostenlos oder auf Spendenbasis; einige haben eine geringe Gebühr. Kein allgemeines Ticket.
F: Ist das EKH für Besucher mit Behinderungen zugänglich? A: Das Gebäude ist teilweise zugänglich; kontaktiere die Organisatoren zwecks Details.
F: Darf ich im EKH fotografieren? A: Nur mit Erlaubnis – frage immer zuerst, besonders wenn du Personen fotografierst.
F: Gibt es geführte Touren? A: Keine regulären Touren, aber einige Veranstaltungen können Vorträge oder Präsentationen beinhalten.
Besuchertipps
- Plane deinen Besuch rund um die geplanten Veranstaltungen.
- Bringe Bargeld für Spenden und Einkäufe mit; viele Orte sind nur bargeldlos (The Vienna Blog).
- Kleide dich sowohl für Indoor- als auch für Outdoor-Aktivitäten passend.
- Die meisten Geschäfte sind sonntags geschlossen; plane Mahlzeiten/Einkäufe entsprechend. (The Invisible Tourist)
- Pünktlichkeit wird in Österreich geschätzt; komm pünktlich. (The Invisible Tourist)
- Bei Notfällen wählst du 112 oder 133 (Polizei).