Münster

Deutschland Aktualisiert Oct 2026

In Münster gibt es mehr Fahrräder als Einwohner: Einer lokalen Schätzung zufolge kommen rund 400.000 Räder auf 310.000 Menschen. Doch in der Altstadt geht es unter den nach den Kriegszerstörungen wiederaufgebauten Bogengängen gemächlich zu Fuß voran. Im Rathaus liegt der Saal, in dem der Westfälische Frieden 1648 ratifiziert wurde. Komm wegen der vielschichtigen Geschichte – und bleib, um die Domglocken im leisen Rauschen der Fahrradreifen zu hören.

Münster, Deutschland Foto: Sergej ***** / Pexels
Attraktionen
12
Audio
7 h 48 min
Reisedauer
2–3 Tage
Beste jahreszeit
Spätfrühling bis Frühherbst (Mai–September)

Warum Münster

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Die 48 giebelständigen Kaufmannshäuser am Prinzipalmarkt bilden eine lange Arkade aus hellem Stein und Schatten. Fast 90 Prozent der Straße wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört und in historischen Formen wiederaufgebaut. Im gotischen Rathaus verleihen geschnitzte Eichenholztafeln und die Porträts von 42 Verhandlungsführern dem Westfälischen Frieden menschliche Dimensionen.

Im Dom läuft eine astronomische Uhr aus dem 16. Jahrhundert gegen den Uhrzeigersinn; mittags bewegen sich die Figuren der Heiligen Drei Könige zum Glockenspiel. In der Nähe hängen noch immer drei eiserne Käfige am Turm von St. Lamberti – eine drastische Erinnerung an die Täuferführer, die 1536 hingerichtet wurden.

Heute folgt die 4,5 Kilometer lange Promenade dem Verlauf der früheren Befestigungsanlagen als autofreier, von Linden beschatteter grüner Ring. Mittwochs und samstags füllen rund 150 Stände den Domplatz. Öffentliche Skulpturen und die umgenutzten Lagerhäuser am Stadthafen zeigen, dass Münsters Geschichte weiterhin diskutiert und nicht bloß bewahrt wird.

  • Frieden im Rathaus geschlossen

    Im gotischen Rathaus am Prinzipalmarkt fanden im Friedenssaal Verhandlungen statt, die zum Ende des Dreißigjährigen Krieges beitrugen; der Westfälische Frieden wurde am 24. Oktober 1648 in Münster geschlossen. Originale Eichenholzschnitzereien und die Porträts von 42 Gesandten lassen den Raum weniger wie ein Denkmal wirken als wie eine noch laufende Besprechung.
  • Eine Uhr, die rückwärts läuft

    Die astronomische Uhr im St.-Paulus-Dom wurde zwischen 1540 und 1542 gebaut, und ihre Zeiger bewegen sich gegen den Uhrzeigersinn. Mittags ziehen die Heiligen Drei Könige am bemalten Zifferblatt vorbei, während der steinerne Innenraum des Doms den Klang aufnimmt.
  • Schlauns barockes Münster

    Johann Conrad Schlaun gab der Stadt einen unverwechselbaren barocken Kontrapunkt zu ihren gotischen Kirchen: Achte auf das aus rotem Backstein errichtete Fürstbischöfliche Schloss und die abgeschrägte Fassade des Erbdrostenhofs. Im Schloss befindet sich heute die Verwaltung der Universität Münster – ein Hinweis darauf, dass Münster eine lebendige Universitätsstadt und kein Freilichtmuseum ist.
  • Eine Stadt rund ums Fahrrad

    Die 4,5 Kilometer lange Promenade folgt unter Linden und autofrei dem ehemaligen Befestigungsring rund um die Innenstadt. Folge ihr in Richtung Aasee oder Kreativkai, wo ehemalige Hafenlager heute Ateliers, Galerien und Lokale beherbergen.

Viertel

Wo es sich zu schlendern lohnt, Viertel für Viertel — jedes mit eigenem Rhythmus.

  • Altstadt: Prinzipalmarkt und Domplatz

    In Münsters historischem Zentrum reihen sich Arkadenhäuser, das gotische Rathaus und der Dom entlang von Straßen, die zum langsamen Schlendern einladen. Mittwoch- und Samstagvormittag verwandelt sich der Domplatz in einen Markt mit rund 150 Ständen, an denen westfälische Erzeugnisse, Blumen und niederländische Spezialitäten verkauft werden.
  • Kuhviertel

    Dieses alte Studenten- und Kneipenviertel erstreckt sich rund um die Kreuzstraße und die Jüdefelderstraße. Kopfsteinpflastergassen führen zu traditionellen Schankstuben und dicht nebeneinanderliegenden Bars. Pinkus Müller serviert sein selbst gebrautes Altbier; die Cavete gilt als Münsters älteste Studentenkneipe.
  • Hansaviertel

    In Hafennähe wirkt das Hansaviertel eher wohnlich und entspannt, mit internationalen Restaurants, Nachbarschaftsbistros und Cocktailbars. Es bildet einen schönen Kontrast zu den repräsentativen Arkaden der Altstadt.
  • Kreativkai, Stadthafen I

    In den ehemaligen Lagerhäusern am Hafen befinden sich heute Künstlerateliers, Designbüros, Restaurants und Bars. Komm du wegen der Plätze am Wasser und des Lichts bei Sonnenuntergang; der Hot Jazz Club und das Wolfgang Borchert Theater laden dazu ein, auch nach dem Abendessen noch zu bleiben.

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Bevor es losgeht

Anreise nach Münster
Der Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) liegt etwa 25 km nördlich. Der Schnellbus S50 erreicht den Münsteraner Hauptbahnhof in rund 30 Minuten, während die Fahrt mit der R51 etwa 45–50 Minuten dauert. Weitere nützliche Flughäfen sind Dortmund (DTM), Düsseldorf (DUS), Köln/Bonn (CGN) und Frankfurt (FRA). Zu den wichtigsten Bahnhöfen in Münster zählen Münster (Westf) Hbf, Münster Zentrum Nord und Münster-Hiltrup. Mit dem Auto ist die Stadt über die A1 und A43 erreichbar; die B51 bindet sie an das örtliche Straßennetz an.
Unterwegs in Münster
Münster hat weder U-Bahn noch S-Bahn oder Straßenbahn – es gibt keine einzige Metro- oder U-Bahn-Linie. Den öffentlichen Nahverkehr übernehmen StadtBusse, SchnellBusse und Regionalbusse; die NachtBus-Linien N80–N85 fahren an Wochenendnächten. Für die Planung im Jahr 2026 solltest du für eine 24-Stunden-Fahrkarte der Stadtzone etwa 5,80–7,60 € einplanen. Der genaue Fahrpreis hängt von der Fahrkartenart und dem Verkaufsweg ab. Informiere dich vor der Fahrt bei den Stadtwerken Münster oder in der App münster:mobil. Die Promenade ist der autofreie Fahrradring. Fahrräder können an der Radstation am Hauptbahnhof ausgeliehen werden. Eine Tageskarte für Erwachsene für die Münsterbus-Sightseeing-Rundfahrt kostet etwa 14,50 €.
Klima und beste Reisezeit
Im Frühling liegen die Temperaturen nachts bei etwa 2–8 °C und tagsüber bei 10–19 °C. Im Sommer sind es nachts etwa 11–14 °C und nachmittags 22–24 °C. Im Herbst reichen die Temperaturen von ungefähr 3–10 °C in der Nacht bis 9–20 °C am Tag. Im Winter erreichen die Tageshöchstwerte meist 5–6 °C, während die Tiefstwerte bei etwa 0–1 °C liegen. Das ganze Jahr über fällt Regen, im Monatsmittel etwa 42–80 mm; die niederschlagsreichsten Monate sind Juli und August. Von Mai bis September eignen sich die Bedingungen am besten zum Radfahren und für einen Besuch am Aasee. Im Juli und August kommen die meisten Sommergäste, Ende November und im Dezember locken die Weihnachtsmärkte viele Besucher an.
Sprache und Währung
Im Alltag wird Deutsch gesprochen. Dank der vielen Studierenden versteht man sich in Hotels, Museen und Restaurants häufig auch auf Englisch. In Münster wird mit Euro bezahlt. Halte etwas Bargeld bereit, etwa für kleinere Bäckereien, traditionelle Kneipen und den Wochenmarkt auf dem Domplatz am Mittwoch und Samstag.
Sicherheit in Münster
Münster gilt für Besucher im Allgemeinen als Stadt mit geringem Risiko, doch Fahrraddiebstahl kommt häufig vor: Schließe Leihräder an einem festen Gegenstand an oder nutze die bewachte Radstation am Hauptbahnhof. Achte rund um den Bremer Platz und den Berliner Platz besonders spätabends auf deine Taschen. Die Notrufnummern lauten 110 für die Polizei und 112 für Feuerwehr oder medizinische Hilfe.

Münster: Vom Missionsstützpunkt zur Friedensstadt

Eine westfälische Geschichte von Bischöfen, Aufständen, Diplomatie und Wiederaufbau

  1. ca. 742

    Liudger, Missionar an der Aa

    Der um 742 geborene friesische Missionar Liudger sollte als Gründungsbischof mit Münster verbunden werden. Karl der Große schickte ihn in die Region, um dort zu predigen. Ein Kloster gab der Siedlung ihren bis heute erhaltenen Namen.

  2. Vor 793

    An der Furt von Mimigernaford

    Die früheste bekannte Siedlung an diesem Ort hieß Mimigernaford, benannt nach einer Furt über die Aa. Der Name bewahrt den praktischen Ursprung Münsters: einen Ort, an dem Menschen den Fluss überqueren konnten.

  3. 793

    Ein Kloster gibt Münster seinen Namen

    Karl der Große schickte Liudger, um die sächsische Region zu christianisieren. In Mimigernaford gründete er ein Kloster. Das lateinische Wort monasterium wurde zum Ursprung des Namens Münster und machte aus einer Furt ein religiöses und verwaltungstechnisches Zentrum.

  4. 805

    Münster wird Bischofssitz

    Liudger wurde zum ersten Bischof von Münster geweiht und gab der wachsenden Siedlung einen dauerhaften Platz in der kirchlichen Hierarchie. Der Bischofssitz prägte die örtliche Politik und Bautätigkeit fast tausend Jahre lang.

  5. ca. 1170

    Stadtrechte machen aus der Siedlung eine Stadt

    Münster erhielt gegen Ende des 12. Jahrhunderts Stadtrechte, wobei die Quellen den Wandel in einem Zeitraum und nicht auf ein genaues Datum festlegen. Der neue Status stärkte die Märkte und städtischen Institutionen, auch wenn der Bischof weiterhin die maßgebliche Herrschaft ausübte.

  6. 1225–1264

    Der Bau des St.-Paulus-Doms beginnt

    Der Bau des heutigen St.-Paulus-Doms begann 1225 und dauerte bis in die 1260er-Jahre. Dabei verband sich romanische Massivität mit gotischer Höhe. Der mächtige Steinbau wurde zum religiösen Mittelpunkt der Stadt, und noch heute scheint der Domplatz auf ihn ausgerichtet.

Ganze Zeitleiste zeigen (30 Momente)
  1. 14. Jahrhundert

    Kaufleute machen Münster zur Hansestadt

    Im 14. Jahrhundert gehörte Münster zum Hansehandelsnetz und war ein führendes westfälisches Handelszentrum. Die Kaufleute trafen sich am Prinzipalmarkt, wo das gotische Rathaus ein städtisches Gegengewicht zum Dom und zum Hof des Bischofs bildete.

  2. ca. 1450

    St. Lamberti erhebt sich über dem Markt

    Neben dem Prinzipalmarkt entstand die spätgotische Lambertikirche, deren Turm über die Arkaden der Kaufleute hinausragt. Ihre Lage machte den Glauben zu einem Teil des täglichen Marktgeschehens und nicht zu einer getrennten Sphäre der Stadt.

  3. 1534

    Jan van Leiden reißt die Macht an sich

    Der niederländische Täufer Jan van Leiden stieg 1534 in Münster zum Anführer auf und machte die Stadt zum Mittelpunkt seines radikalen religiösen Vorhabens. Seine Herrschaft prägte die Stadtgeschichte nachhaltiger als die später am Turm von St. Lamberti angebrachten Eisenkäfige.

  4. 1534

    Das Neue Jerusalem übernimmt die Macht

    Die Täufer übernahmen die Kontrolle über den Rat von Münster und riefen die Stadt zum Neuen Jerusalem aus. Unter der Belagerung durch Fürstbischof Franz von Waldeck führte das Regime Gemeineigentum und Polygamie ein und verwandelte Handelsstraßen in eine befestigte religiöse Hochburg.

  5. 24.–25. Juni 1535

    Die Belagerung beendet das Täuferreich

    Nach mehr als einem Jahr der Blockade stürmten die Truppen des Fürstbischofs Münster und eroberten die Stadt zurück. Straßenkämpfe beendeten die Täuferherrschaft und hinterließen eine erschütterte Bevölkerung sowie eine eindringliche Mahnung vor den Folgen religiöser Aufstände.

  6. 22. Januar 1536

    Drei Käfige über dem Prinzipalmarkt

    Jan van Leiden, Bernd Krechting und Bernd Knipperdolling wurden nach dem gescheiterten Aufstand hingerichtet. Ihre Leichen stellte man in Eisenkäfigen am Turm von St. Lamberti zur Schau. Die Käfige hängen noch immer dort und bilden eine düstere Mahnung über dem Markt.

  7. 1540–1542

    Die Domuhr lässt die Zeit rückwärts laufen

    Münsters astronomische Uhr wurde zwischen 1540 und 1542 im Dom installiert. Ihr ungewöhnlicher Lauf gegen den Uhrzeigersinn und der mittägliche Zug der Heiligen Drei Könige setzen die Zeit selbst im kühlen steinernen Innenraum in Szene.

  8. 1643

    Gesandte treffen in Westfalen ein

    Münster wurde neben einer weiteren Stadt zum Verhandlungsort für das Ende des Dreißigjährigen Krieges; protestantische Delegationen tagten im nahe gelegenen Osnabrück. Der diplomatische Verkehr brachte Europas rivalisierende Mächte in Münsters Häuser und Säle. Der Frieden hing von geduldigen persönlichen Verhandlungen ab.

  9. 30. Januar 1648

    Niederländische Unabhängigkeit anerkannt

    Spanien und die Niederländische Republik unterzeichneten den Frieden von Münster, beendeten damit ihren langen Krieg und erkannten die niederländische Unabhängigkeit an. Das Abkommen war Teil der umfassenderen Friedensordnung, die in Münster und Osnabrück ausgehandelt wurde.

  10. 24. Oktober 1648

    Der Frieden wird im Rathaussaal besiegelt

    Die Westfälischen Friedensverträge wurden am 24. Oktober geschlossen und beendeten den Dreißigjährigen Krieg im Heiligen Römischen Reich. Münsters Rathaus wurde zum bleibenden Sinnbild des Friedensschlusses. Im Friedenssaal erinnern geschnitzte Eichenholzmöbel und Porträts noch heute an die dort versammelten Unterhändler.

  11. 1695

    Schlaun prägt Münsters Barockbild

    Der Architekt Johann Conrad Schlaun wurde 1695 geboren und prägte Münster später nachhaltig. Mit seinen Entwürfen für das Fürstbischöfliche Schloss, die Clemenskirche und den Erbdrostenhof setzte er der mittelalterlichen Backstein- und Steinarchitektur der Stadt einen barocken Akzent entgegen.

  12. 1767–1787

    Das Schloss Münster entsteht

    Schlaun entwarf für Maximilian Friedrich das Fürstbischöfliche Schloss; der Bau dauerte von 1767 bis 1787. Der helle Stein und die strenge Symmetrie verkündeten selbstbewusst fürstliche Macht. Heute beherbergt das Gebäude die Verwaltung der Universität Münster.

  13. 1780

    Die Universität wird unter Fürstenberg gegründet

    Die Universität Münster wurde unter Fürstbischof Maximilian Franz gegründet. Der Staatsmann und Bildungsreformer Franz von Fürstenberg wirkte an der Gestaltung des Vorhabens mit. Die Einrichtung gab der Bischofsstadt eine neue intellektuelle Rolle, auch wenn ihre erste Universitätsphase nur kurz währte.

  14. 1797

    Eine Dichterin aus dem Münsterland

    Annette von Droste-Hülshoff wurde auf Burg Hülshoff vor den Toren Münsters geboren und blieb den literarischen Kreisen der Region eng verbunden. Ihre Werke schöpften ihre Kraft aus der westfälischen Landschaft und den moralischen Spannungen der Gesellschaft ihrer Zeit.

  15. 1802

    Preußen beendet die Herrschaft der Fürstbischöfe

    Preußische Truppen besetzten Münster, während die Säkularisation das Fürstbistum auflöste. Damit endeten Jahrhunderte kirchlicher Herrschaft. Die französische Herrschaft sollte die preußische Kontrolle kurzzeitig unterbrechen, bevor eine neue politische Ordnung für die Stadt gefunden wurde.

  16. 1815

    Münster wird Hauptstadt Westfalens

    Nach dem Wiener Kongress wurde Münster zur Provinzhauptstadt des preußischen Westfalens. Behörden und Beamte ergänzten Dom und alte Kaufmannsstraßen als prägende Elemente der städtischen Identität.

  17. 1899

    Der Kanal öffnet den Weg zur Industrie

    Mit der Eröffnung des Dortmund-Ems-Kanals erhielt Münster einen direkten Anschluss an die Binnenschifffahrt und einen neuen Hafen am Stadthafen. Frachtkähne und Güterverkehr banden die Provinzhauptstadt enger an die wachsende Industrie der Region.

  18. 1915

    Münster zählt mehr als 100.000 Einwohner

    Münsters Einwohnerzahl überschritt die Marke von 100.000. Damit erhielt die Stadt den Status einer Großstadt. Der Meilenstein spiegelte das jahrzehntelange Verwaltungswachstum, neue Verkehrsverbindungen und das sich über die alten Mauern hinaus ausdehnende städtische Leben wider.

  19. 1941

    Galen prangert die Verbrechen der Nationalsozialisten an

    Bischof Clemens August Graf von Galen predigte in Münsters Kirchen gegen das nationalsozialistische Programm der Zwangseuthanasie und die Angriffe auf kirchliche Einrichtungen. Seine Predigten fanden weit über die Stadt hinaus Gehör, doch öffentlicher Widerspruch barg unter einer Diktatur große Gefahren.

  20. 2. April 1945

    Bomben zerstören die Altstadt

    Bis zum Ende des Krieges hatten alliierte Luftangriffe etwa 90 Prozent von Münsters historischem Zentrum zerstört. Alliierte Truppen rückten am 2. April 1945 in die Stadt ein und fanden Trümmerstraßen dort vor, wo zuvor der Prinzipalmarkt und seine Kirchen gestanden hatten.

  21. 1950er-Jahre

    Der Wiederaufbau bewahrt die Erinnerung

    Münster baute große Teile der Altstadt mit Giebelfassaden, Arkaden und Straßenverläufen wieder auf, die an die Stadt der Vorkriegszeit erinnerten. Der Wiederaufbau war eine bewusste Entscheidung: Statt den alten Grundriss auszulöschen, machte die Stadt vertraute Formen zu einem Teil ihres Neuanfangs.

  22. 1963

    Ratzinger lehrt in Münster

    Joseph Ratzinger kam 1963 als Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte an die Universität Münster und lehrte dort bis 1966. Seine Zeit in der Stadt brachte Münsters Universität in eine breitere Nachkriegsdebatte über Theologie und Kirche ein.

  23. 1977

    Skulpturen verlassen das Museum

    Klaus Bußmann und Kasper König riefen Skulptur Projekte Münster ins Leben und luden Künstler dazu ein, Werke für die Straßen und öffentlichen Räume der Stadt zu schaffen. Die alle zehn Jahre stattfindende Ausstellung lädt die Einwohner ein, mit zeitgenössischer Kunst zu leben, statt ihr nur hinter Museumstüren zu begegnen.

  24. 2004

    Auszeichnung von LivCom für die Lebensqualität

    Münster erhielt einen LivCom Award in seiner Einwohnerkategorie. Die Auszeichnung würdigte die Lebensqualität in der Stadt und ihr Umweltengagement. Sie setzte einen modernen Akzent neben den älteren Ruhmestiteln der Stadt: Kirchen, Kaufmannshäuser und die im Rathaus ausgehandelten Friedensverträge.

Wer hier lebte

  • Täuferführer · 1509–1536

    Jan van Leiden

    In Münster hingerichtet; sein Leichnam wurde an St. Lamberti zur Schau gestellt

    Nach dem Sturz des Täuferreichs in Münster wurde Jan van Leiden gefoltert und 1536 hingerichtet. Sein Leichnam und die seiner beiden Mitstreiter wurden in eisernen Käfigen am Turm von St. Lamberti zur Schau gestellt. Die Käfige hängen dort noch immer über der Stadt.

  • Architekt · 1695–1773

    Johann Conrad Schlaun

    Entwarf bedeutende Gebäude in Münster

    Schlaun prägte Münsters unverwechselbare Barockarchitektur mit einigen ihrer bekanntesten Bauwerke, darunter das Fürstbischöfliche Schloss und der Erbdrostenhof. Den roten Backstein und den hellen Stein des Schlosses würde er heute vielleicht wiedererkennen, auch wenn das Gebäude inzwischen als Verwaltungszentrum der Universität Münster dient.

  • Dichterin und Schriftstellerin · 1797–1848

    Annette von Droste-Hülshoff

    Lebte im Haus Rüschhaus bei Münster

    Im Haus Rüschhaus am Stadtrand von Münster lebte und schrieb Droste-Hülshoff in einem Gebäude, dessen Gestaltung die Förmlichkeit eines Herrenhauses mit der praktischen Form eines westfälischen Bauernhauses verbindet. Der stetige Fahrradverkehr in der Stadt jenseits ihres einstigen Zuhauses wäre eine auffällige Veränderung; die stille Landschaft käme ihr weiterhin vertraut vor.

Wo essen

Wo Einheimische wirklich zum Abendessen einkehren — keine Touristenmenüs.

Insider- Tipps

Kleine Dinge, die verändern, wie die Stadt dir begegnet.

  • Radwege im Blick behalten

    Die Promenade in Münster ist autofrei, aber auf dem Ring um die Altstadt herrscht reger Fahrradverkehr. Halte die markierten Radwege frei, besonders wenn du für Fotos stehen bleibst.
  • Marktzeiten beachten

    Der Markt auf dem Domplatz findet mittwochs und samstags von 07:00 bis 14:30 Uhr statt. Fahrräder und Hunde sind auf dem Marktgelände nicht erlaubt. Lass dein Fahrrad daher außerhalb des Platzes stehen.
  • Das Uhrenspiel erleben

    Sei vor Mittag im St.-Paulus-Dom, um das Glockenspiel der astronomischen Uhr aus dem 16. Jahrhundert und die beweglichen Figuren der Heiligen Drei Könige zu erleben. Komm etwas früher, um dir einen guten Platz zu sichern.
  • Kultur kostenlos erleben

    Im Botanischen Garten, im Stadtmuseum Münster und in der Kunsthalle Münster kannst du deine Ausgaben fürs Sightseeing niedrig halten – laut Recherche ist der Eintritt überall frei.
  • Westfälisch bestellen

    Halte Ausschau nach Töttchen, einem regionalen süß-sauren Ragout, oder dem pfeffrigen Rindfleischeintopf Pfefferpotthast. Pinkus Müller im Kuhviertel serviert traditionelle Gerichte zu seinem selbst gebrauten Altbier.

Häufig gefragt

Lohnt sich ein Besuch in Münster?

Ja, besonders wenn du Städte magst, in denen historische Details den Alltag noch immer prägen. In Münster treffen der Friedenssaal zum Westfälischen Frieden und eine astronomische Domuhr aus dem 16. Jahrhundert auf einen grünen, autofreien Promenadenring und eine ausgeprägte Fahrradkultur.

Wie viele Tage sollte ich in Münster verbringen?

Plane 2–3 Tage ein. So bleibt genug Zeit für die Altstadt, den Dom mit seiner Mittagsuhr, ein oder zwei Museen sowie einen Spaziergang oder eine Radtour auf der Promenade oder am Aasee.

Wie komme ich in Münster von A nach B?

Die Sehenswürdigkeiten im Zentrum erreichst du zu Fuß, für längere Strecken bietet sich das Fahrrad an. Die 4,5 Kilometer lange Promenade umrundet die Altstadt auf dem Verlauf der früheren Befestigungsanlagen. Denken Sie daran: Sie ist eine wichtige Fahrradroute und kein reiner Fußweg.

Ist Münster für Besucher sicher?

Münster ist für einen typischen Städtetrip gut zu bewältigen. Die alltägliche Gefahr, die Besuchern am ehesten auffällt, ist der Fahrradverkehr. Achte beim Überqueren von Straßen und beim Anhalten für Fotos auf Radwege und behalte in belebten Gegenden deine Sachen wie üblich im Blick.

Ist ein Besuch in Münster teuer?

Du kannst die Besichtigungskosten niedrig halten: Der Botanische Garten, das Stadtmuseum Münster und die Kunsthalle Münster sind kostenlos zugänglich. Die Kosten für Hotel und Restaurant variieren. Prüfe deshalb die aktuellen Preise für deine Reisedaten, statt dich auf einen festen Richtwert zu verlassen.

Wann findet der Wochenmarkt in Münster statt?

Der große Wochenmarkt auf dem Domplatz findet mittwochs und samstags von 07:00 bis 14:30 Uhr statt. Am Vormittag ist die Auswahl an regionalen Erzeugnissen, Blumen und verzehrfertigen Marktgerichten am größten.

Alle Sehenswürdigkeiten.

74 Orte zu entdecken

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Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen
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Rathaus Münster
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Fürstbischöfliches Schloss Münster
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Halle Münsterland

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Universitätsklinikum Münster

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St. Martini

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Collegium Borromaeum Münster

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Domplatz
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Krameramtshaus

Zentralfriedhof Münster
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Verein Für Geschichte Und Altertumskunde Westfalens, Abt. Münster

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Bildnachweise (5)
  1. Sergej ***** — Pexels License (https://www.pexels.com/license/) — Quelle: https://www.pexels.com/photo/37969426/
  2. Lars B — Pexels License (https://www.pexels.com/license/) — Quelle: https://www.pexels.com/photo/34728191/
  3. Wolfgang Weiser — Pexels License (https://www.pexels.com/license/) — Quelle: https://www.pexels.com/photo/29397374/
  4. senanur yılmaz — Pexels License (https://www.pexels.com/license/) — Quelle: https://www.pexels.com/photo/37229364/
  5. Ramon Karolan — Pexels License (https://www.pexels.com/license/) — Quelle: https://www.pexels.com/photo/31111679/

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