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Leanderturm
Istanbul·Türkei·41° N · 29° E·Aktualisiert Apr 2026
Einst Quarantänestation, Leuchtturm und Ort der Melancholie: Diese Insel im Bosporus hat sich öfter neu erfunden als jedes andere Wahrzeichen Istanbuls.
Kostenlos mit Museum Pass Türkiye (Bootstransfer ca. 110 TL)
Zugang
Durch Restaurierung 2023 stark verbessert; Aufzüge vorhanden.
Beste Reisezeit
Ganzjährig; der Winter bietet eine mystische, neblige Kulisse, der Sommer klare, türkise Wasserfarben.
Istanbuls romantischstes Bauwerk diente zeitweise als Lager für Zyankali. Der Leanderturm – im Volksmund Kız Kulesi – thront auf einer winzigen, etwa 1.800 Quadratmeter großen Insel, 200 Meter vor der asiatischen Küste von Üsküdar. Er ist ein steinerner Wächter, der seit über zwei Jahrtausenden den Bosporus beobachtet. Wer den kurzen Bootsweg von Salacak oder Karaköy auf sich nimmt, findet weit mehr als nur eine Aussichtsplattform: Hier trifft man auf einen Ort, der Zollstation, Gefängnis, Quarantänestation für Pestkranke, Leuchtturm und für kurze Zeit sogar eine „Republik der Poesie“ war.
Die Insel ist kaum größer als ein halbes Fußballfeld, doch sie hat mehr Geschichte in ihrem Mauerwerk gespeichert als so mancher Stadtteil Istanbuls. Das heutige Erscheinungsbild geht auf das Jahr 1832 zurück, doch das Fundament ist weitaus älter. Ein flacher Steinturm, gekrönt von einer bleigedeckten Kuppel – das ist der erste Eindruck. Doch wer genauer hinsieht, erkennt die Schichten: byzantinische Wehrhaftigkeit, osmanische Kalligrafie und die glatten Oberflächen der modernen Restaurierung von 2023.
Es ist die historische Dichte, die diesen Ort so eigenwillig macht. Die letzte Sanierung hat den Beton der 1940er-Jahre entfernt und die ursprüngliche Bausubstanz mit Edelstahlankern gesichert. Heute wirkt der Turm nicht wie ein steriles Museum, sondern wie ein Palimpsest – ein Dokument, in dem jede Epoche ihre Spuren hinterlassen und die vorherige sie teilweise wieder abgeschabt hat.
Die beste Zeit? Wenn die Sonne tief über der historischen Halbinsel steht. Das Wasser des Bosporus färbt sich dann kupfern, und die Silhouetten der Minarette von Sultanahmet zeichnen sich scharf gegen den westlichen Himmel ab. Ein Tee auf der Terrasse des Turms ist zwar kein günstiges Vergnügen, aber der Blick auf die vorbeiziehenden Frachter und die kreischenden Möwen ist in dieser Stadt konkurrenzlos.
Recherchiert vom Audiala-Redaktionsteam aus historischen Aufzeichnungen, architektonischen Archiven und lokalem Wissen.
Sehenswürdigkeiten
Die Aussichtsgalerie und das Panorama
Die obere Galerie des Leanderturms bietet eine Perspektive, die ihresgleichen sucht: Ein 360-Grad-Blick auf Istanbul, der weder zu Europa noch zu Asien gehört, sondern allein dem Wasser dazwischen. Du befindest dich etwa 200 Meter vor der Küste von Üsküdar, mitten im Bosporus, während sich westlich die Kuppeln und Minarette von Sultanahmet abzeichnen und sich hinter dir die Hügel der asiatischen Seite erheben. Wenn in der Dämmerung die Scheinwerfer der Hagia Sophia und der Blauen Moschee aufleuchten, wirkt die historische Halbinsel fast wie eine theatralische Kulisse. Der Wind pfeift hier oben beständig und kühl, selbst im Hochsommer, begleitet vom tiefen Grollen der vorbeiziehenden Tanker und den gellenden Rufen der Möwen. Meide die Mittagshitze und die Massen – der Turm entfaltet seine Wirkung erst, wenn die Sonne das Wasser in kaum fünfzehn Minuten von einem matten Grau in ein glühendes Kupfer verwandelt.
Das sanierte Innere und die Geschichte im Mauerwerk
Die Restaurierung zwischen 2021 und 2023 hat den Turm von seinen architektonischen Altlasten befreit. Die Betonböden des 20. Jahrhunderts, die den Bau einst als Radarstation oder gar als Lagerstätte für Chemikalien entstellten, wurden entfernt und durch materialgerechte Konstruktionen ersetzt. Das Innere präsentiert sich heute in einer fast strengen, klaren Ästhetik: Mauerwerk, das durch Edelstahlanker gesichert ist, Kalkmörtelfugen und Glaselemente, die das Tageslicht bis in die unteren Etagen leiten. Die wahre Geschichte verbirgt sich jedoch in den Steinschichten. Achte auf die wechselnden Texturen und Farben der Gesteinslagen – ein steinernes Archiv, das von den Zerstörungen durch das Erdbeben von 1509, den Brand von 1721 und den Wiederaufbau von 1763 kündet. Der Wechsel vom nachgiebigen Holzdeck der Fähre zum kühlen, rauen Stein unter den Füßen ist ein haptischer Schock. Unten, nahe der Wasserlinie, ist das Klatschen der Bosporus-Strömung gegen das Mauerwerk fast aggressiv präsent. Die meisten Besucher drängen sich oben – steig du nach unten.
Die komplette Route: Fähre, Turm und Üsküdar zur goldenen Stunde
Betrachte den Leanderturm als einen Dreiakter, nicht als bloßen Zwischenstopp. Starte etwa zwei Stunden vor Sonnenuntergang am Pier von Üsküdar. Die kurze Überfahrt ist Teil des Erlebnisses: Aus der Postkarten-Silhouette wird in fünf Minuten ein massives, windgepeitschtes Steinbauwerk. Verbringe eine Stunde im Inneren, arbeite dich von der Wasserlinie bis zur Galerie vor, während das Licht weicher wird. Zurück an Land empfiehlt sich ein Spaziergang entlang der Uferpromenade von Üsküdar, um zu beobachten, wie das Turmlicht in der Dunkelheit über dem Bosporus zu schweben scheint. Für den cineastischen Blick lohnt der Aufstieg zum Nakkaştepe Park, von wo aus der Turm perfekt vor der europäischen Skyline gerahmt wird. Ein Detail, das fast jeder übersieht: Bei ruhigem Wasser lohnt ein Blick vom Rand der Insel nach unten. Unter der Oberfläche schimmern noch die Reste byzantinischer Verteidigungsmauern, die einst den Feind abhalten sollten. Sie liegen seit Jahrhunderten unter Wasser – die älteste Spur, die du hier finden wirst.
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Anreise
Der Leanderturm thront auf einer winzigen, etwa 1.800 Quadratmeter großen Insel, nur 200 Meter vor der Küste von Üsküdar. Da es keine Brückenverbindung gibt, ist das Boot das einzige Mittel zum Zweck. Nutze ausschließlich die offiziellen Pendelboote ab dem Salacak-Pier (asiatische Seite) oder Karaköy (europäische Seite). Wer aus der Stadt kommt: Die M5-Metro bringt dich bequem nach Üsküdar, von dort spazierst du in zehn Minuten bergab zum Wasser. Ignoriere die privaten Bootsführer am Ufer; deren Preise sind überzogen und sie verfügen oft über keine offizielle Anlegegenehmigung.
Öffnungszeiten
Die Anlage ist täglich von 09:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Denke daran, dass die Kassen bereits um 17:00 Uhr schließen. Informiere dich vor deinem Besuch kurz auf kizkulesi.gov.tr, da sich die Zeiten an Feiertagen verschieben können.
Zeitaufwand
Plane etwa 1,5 bis 2 Stunden für den gesamten Besuch ein. Das reicht für die Überfahrt, den Rundgang durch die Ausstellungsetagen und den Blick von der Aussichtsplattform. Wer im Café verweilen möchte, sollte eine weitere Stunde einkalkulieren. Für einen schnellen Fotostopp auf dem Deck genügen inklusive Überfahrt meist 45 Minuten.
Tickets & Kosten
Für ausländische Besucher liegt der Eintritt bei 27 Euro. Besitzer des Museum Pass Türkiye kommen kostenlos hinein, müssen jedoch die Gebühr für den Bootstransfer (ca. 75 bis 110 TL, schwankend) entrichten. Tickets erhältst du direkt vor Ort; eine Online-Reservierung ist für den Museumszugang nicht nötig.
Barrierefreiheit
Seit der umfassenden Restaurierung 2023 ist der Turm deutlich zugänglicher. Ein Aufzug verbindet nun die Ebenen, auch wenn die historische Bausubstanz bauartbedingt stellenweise eng bleibt. Bei speziellen Mobilitätseinschränkungen empfiehlt es sich, das Turm-Management vorab zu kontaktieren, um die aktuelle Verfügbarkeit der Lifte zu bestätigen.
Tickets & Touren.
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Fotogalerie
Der historische Leanderturm steht wunderschön beleuchtet vor dem Dämmerungshimmel, während der Vollmond eine schimmernde Reflexion auf den Bosporus wirft. · Yasinornek13Der historische Leanderturm in Istanbul, Türkei, unterzieht sich umfangreichen Restaurierungsarbeiten, umgeben von Baugeräten auf dem Bosporus. · HalitBarisEin historischer Blick auf den ikonischen Leanderturm, der auf einer kleinen Insel im Bosporus in Istanbul, Türkei, liegt. · Sebah, Jean Pascal (1872-1947)Der historische Leanderturm liegt anmutig im Bosporus, eingerahmt von vorbeifahrenden Fähren während eines ruhigen Sonnenuntergangs in Istanbul. · Photograph by Mike Peel (www.mikepeel.net).Der historische Leanderturm liegt anmutig auf einer kleinen Insel im Bosporus, beleuchtet vor dem sanften Dämmerungshimmel von Istanbul, Türkei. · Photograph by Mike Peel (www.mikepeel.net).Der historische Leanderturm leuchtet im sanften Abendlicht, während Boote den Bosporus in Istanbul, Türkei, befahren. · Photograph by Mike Peel (www.mikepeel.net).Der ikonische Leanderturm liegt anmutig im Bosporus, umgeben vom geschäftigen maritimen Treiben in Istanbul, Türkei. · Photograph by Mike Peel (www.mikepeel.net).
Geschichte
Der Wächter, der niemals ging
Reiche kamen und gingen, aber der Kız Kulesi blieb ein Gatekeeper. Der Legende nach errichtete der athenische General Alkibiades um 408 v. Chr. eine Zollstation auf dem Felsen. Ob die Jahreszahl exakt stimmt, ist Gelehrtenstreit – doch die strategische Bedeutung ist Fakt. Seit 2.400 Jahren sichert dieser Ort einen der umkämpftesten Wasserwege der Welt.
Die Technik wandelte sich: von Holzplattformen zu Steinmauern, von Ölfeuern zu modernen Leuchtfeuern, von Zollbüchern zu Radarschirmen. Selbst die Nutzung als Quarantänestation in den 1830er-Jahren war eine Form von Grenzkontrolle. Der Leanderturm ist kein Monument für eine bestimmte Zeit, sondern ein Protokoll des Unveränderlichen in einer Welt, die sich ständig neu erfindet.
Der Wendepunkt
Gabriele Trevisano und der letzte byzantinische Widerstand
Im Frühjahr 1453 legte sich die Streitmacht von Sultan Mehmed II. wie eine Schlinge um Konstantinopel. Der Turm war damals ein byzantinischer Außenposten unter dem Kommando des Venezianers Gabriele Trevisano. Sein Auftrag: die Stellung halten und die massive Eisenkette sichern, die den Bosporus zum Goldenen Horn hin abriegelte.
Diese Kette war keine Metapher; sie war schwer genug, um ein Kriegsschiff zu stoppen. Trevisanos Garnison bildete das Scharnier der Verteidigung. Fiel der Turm, hing die Kette schlaff im Wasser und der Weg in das Herz der Stadt war frei. Wochenlang hielten die wenigen Venezianer dem Bombardement der osmanischen Flotte stand.
Als die Stadt am 29. Mai 1453 fiel, endete die byzantinische Ära des Turms. Mehmed II. machte daraus einen osmanischen Wachturm. Die Funktion blieb jedoch identisch: Wer den Turm hält, kontrolliert das Tor zum Bosporus. Trevisanos Geschichte ist die Geschichte des Leanderturms in Miniatur – die Flaggen wechseln, aber der Auftrag bleibt.
Der Wandel
Was man heute sieht, ist das Ergebnis ständiger Neuerfindung. Nach dem Erdbeben von 1509 und dem Brand von 1721 wurde der Turm immer wieder neu aufgebaut; Sultan Mahmud II. gab ihm 1832 seine heutige Gestalt. Im 20. Jahrhundert fungierte er als Radarstation und – man mag es kaum glauben – als Zyankali-Lager. Die Restaurierung von 2021 bis 2023 war ein radikaler Schnitt: Betonböden raus, historische Substanz frei. Jede Generation hat ihre Fingerabdrücke hinterlassen, und die nächste hat sie meist wieder überschrieben.
Die Beständigkeit
Die Wache. Ob es die Zolleinnehmer des Feldherrn Alkibiades waren, die Schiffe zählten, oder die osmanischen Wächter, die den Bosporus nach Feinden absuchten – dieser Felsen war immer ein Beobachtungsposten. Selbst als Radarstation blieb der Turm in seinem Kern ein Kontrollpunkt. Heute übernehmen Touristen mit ihren Smartphones die Rolle der Beobachter, doch die Ausrichtung ist dieselbe geblieben: Man schaut hinaus auf die Strömung und registriert, wer kommt und wer geht.
Tipps für Besucher
Das beste Licht
Komm zur goldenen Stunde. Wenn das Licht auf die Minarette der historischen Halbinsel fällt, leuchtet der Bosporus in einem fast unwirklichen Ton. Nimm das Boot gegen 16:00 oder 16:30 Uhr, um den Sonnenuntergang entspannt von der Plattform aus zu erleben.
Keine inoffiziellen Boote
Lass dich nicht von den privaten Bootsbetreibern entlang der Salacak-Promenade ansprechen. Diese ‚privaten Touren‘ kosten ein Vielfaches und enden selten direkt am Turm. Bleib bei den offiziellen kommunalen Shuttles, die klar gekennzeichnet sind.
Drohnenflug verboten
Dronenflüge sind über dem Bosporus streng untersagt und erfordern Genehmigungen, die für Touristen praktisch unerreichbar sind. Die Aussichtsplattformen bieten jedoch ohnehin Fotomotive, die keine Fluggeräte benötigen – die Perspektive ist auch so perfekt.
Essen am Ufer
Das Café im Turm ist nett für einen Kaffee, aber für eine richtige Mahlzeit empfehle ich die ‚İBB Sosyal Tesisleri‘ am Ufer in Salacak. Dort gibt es exzellenten Tee und einfache Speisen zu fairen Preisen – bei direktem Blick auf den Turm. Für Fischgerichte lohnt sich ein Ausflug nach Çengelköy.
Kleidung in Üsküdar
Der Turm selbst ist touristisch geprägt, aber Üsküdar ist ein traditionsbewusstes Viertel. Wenn du nach dem Besuch die Mihrimah-Sultan-Moschee am Fähranleger besichtigst – ein Meisterwerk von Mimar Sinan –, sollten Schultern und Knie bedeckt sein. Ein Zeichen des Respekts, das hier sehr geschätzt wird.
Kuzguncuk als Kontrast
Verbinde den Besuch mit einem Abstecher nach Kuzguncuk. Das Viertel nördlich von Üsküdar ist herrlich entspannt, mit seinen bunten Holzhäusern und einer Atmosphäre, in der Kirche, Synagoge und Moschee friedlich nebeneinander existieren.
Wo essen
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Das solltest du unbedingt probieren
Meze – verschiedene kalte Vorspeisen wie geräucherte Auberginen und gefüllte WeinblätterMenemen – traditionelles Frühstück aus Eiern, Tomaten, grünen Paprika und Gewürzenİskender Kebab – dünn geschnittener Döner auf Fladenbrot mit Tomatensauce und geschmolzener ButterLahmacun – knuspriges Fladenbrot belegt mit Hackfleisch und KräuternMidye Dolma – gefüllte Muscheln mit gewürztem Reis, als Streetfood verkauftHünkar Beğendi – osmanisches Palastgericht aus langsam geschmortem Fleisch auf geröstetem AuberginenpüreeSimit – mit Sesam bestreute BrotringeBalık Ekmek – Fischbrötchen von Straßenverkäufern
Baylan İstanbul 1923
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Bakery & Cafe€€star4.1(11)directions_walkWalking distance from Maiden's Tower
Bestellen: Traditionelles türkisches Baklava, Gebäck nach osmanischer Art und starker türkischer Kaffee – diese historische Bäckerei perfektioniert diese Rezepte seit 1923.
Eine echte lokale Institution in Salacak mit über einem Jahrhundert Tradition. Hier holen sich die Bewohner von Üsküdar ihr morgendliches Gebäck, kein Touristen-Nepp.
checkDie Uferpromenade von Üsküdar ist belebt mit zwanglosen Streetfood-Anbietern – halte Ausschau nach Simit, Balık Ekmek (Fischbrötchen) und gerösteten Kastanien in der Nähe des Fährterminals.
checkSuche nach Esnaf Lokantası (Handwerkerrestaurants) für authentische, hausgemachte türkische Gerichte zu fairen Preisen – diese servieren vorgekochte Speisen, die auch Einheimische essen.
checkDer Leanderturm selbst beherbergt ein gehobenes Restaurant mit 360-Grad-Blick auf den Bosporus, aber reserviere im Voraus für Premium-Preise und das ikonische Erlebnis.
Food-Viertel:Salacak waterfront — tea gardens and casual eateries with Bosphorus viewsÜsküdar ferry terminal area — street food vendors and working-class restaurantsHistoric Üsküdar shoreline — where locals gather for meals and traditional Ottoman sweets
Restaurantdaten bereitgestellt von Google
Häufig gefragt
Lohnt sich ein Besuch des Leanderturms?
Es lohnt sich, vor allem wegen der Geschichte und des Perspektivwechsels vom Wasser aus. Die umfassende Sanierung zwischen 2021 und 2023 hat den Bau auf seinen Kern reduziert: kühler Stein, ehrliches Mauerwerk und luftige Galerien. Man zahlt hier für das Gefühl, auf einem winzigen Fels 200 Meter vor der Küste zu stehen, während das Panorama Istanbuls an einem vorbeizieht. Wer ein prunkvolles Museum oder ein Luxusrestaurant erwartet, wird enttäuscht; es ist ein kompakter Ort mit Café, bei dem die Bootsfahrt selbst den eigentlichen Reiz ausmacht.
Wie viel Zeit sollte man für den Leanderturm einplanen?
Rechne mit eineinhalb bis zwei Stunden, inklusive der Überfahrt. Die Ausstellungsbereiche und die Aussichtsplattform sind in 45 Minuten erschlossen, aber der wahre Wert liegt darin, unten auf den Steinplattformen zu stehen, wo der Bosporus gegen das Mauerwerk aus dem 18. Jahrhundert schlägt. Für einen Kaffee im hauseigenen Café solltest du weitere 30 bis 45 Minuten einplanen.
Wie komme ich am besten zum Leanderturm?
Der Turm ist nur per Boot erreichbar – keine Brücke, kein Tunnel. Die offiziellen Pendelboote legen am Salacak-Anleger bei Üsküdar oder in Karaköy ab. Nimm die Metrolinie M5 bis zur Station Üsküdar und lauf etwa zehn Minuten Richtung Süden zum Salacak-Pier. Ignoriere die inoffiziellen Bootsführer am Ufer; nutze ausschließlich die städtischen Fähren an den offiziell markierten Anlegern.
Wann ist die beste Zeit für einen Besuch?
Definitiv zum Sonnenuntergang. Der Turm blickt direkt auf die historische Halbinsel; zu sehen, wie die Hagia Sophia und die Blaue Moschee im Dämmerlicht aufleuchten, ist eindrucksvoll. Im Winter hüllt sich der Turm oft in eine mystische Nebelstimmung, was gut zur Legende passt, allerdings können dann die Bootsverbindungen wetterabhängig sein. An Sommerwochenenden sind die Vormittage vor 11:00 Uhr die einzige Chance, dem großen Andrang zu entgehen.
Gibt es einen kostenlosen Zugang?
Inhaber des Museum Pass Türkiye haben freien Eintritt ins Innere, die Bootsgebühr von etwa 75 TL muss jedoch jeder entrichten. Ohne Pass zahlen ausländische Besucher rund 27 Euro. Prüfe vorab die Seite kizkulesi.gov.tr, da sich die Preise aufgrund der Wechselkursentwicklung kurzfristig ändern können.
Was darf man auf dem Leanderturm nicht verpassen?
Schau nicht nur in die Ferne, sondern auch nach unten. Bei ruhiger See erkennt man im klaren Wasser die byzantinischen Unterwasser-Verteidigungsmauern, die einst Richtung asiatisches Ufer führten – die meisten Besucher übersehen diese. Im Inneren lohnt ein Blick auf die Kalligrafie-Tafel des Meisters Rakim Efendi von 1832, quasi die Geburtsurkunde des heutigen Baus. Achte zudem auf das Mauerwerk: Die verschiedenen Texturen und Farben der Steine zeugen von den zahlreichen Reparaturen nach dem Erdbeben von 1509 und dem Brand von 1721.
Was hat es mit der Legende des Turms auf sich?
Die Legende besagt, ein Sultan habe seine Tochter in den Turm gesperrt, um sie vor dem prophezeiten Schlangenbiss zu bewahren – doch die Schlange gelangte in einem Obstkorb zu ihr und erfüllte das Schicksal dennoch. Es ist eine Geschichte über die Vergeblichkeit, dem eigenen Schicksal zu entfliehen. Viele Touristen verwechseln den Turm mit dem griechischen Mythos von Hero und Leander, doch diese Geschichte spielt in den Dardanellen, rund 300 Kilometer südwestlich. Der Name „Leanderturm“ ist schlicht ein jahrhundertealter Irrtum der Geografie.
Diente der Turm jemals als Gefängnis oder Militärbasis?
Kein Gefängnis, aber die Liste seiner Nutzungen ist lang und kurios: Zollstation (angeblich bereits 408 v. Chr.), militärischer Wachturm unter Mehmed dem Eroberer, Quarantänestation während der Cholera-Epidemien von 1830, Leuchtturm, Radaranlage und – wohl am bizarrsten – ein Lager für Zyanid zwischen 1983 und 1992. Der Turm, der heute als Inbegriff der Romantik vermarktet wird, diente jahrzehntelang als Giftlager.
Quellen12
Recherchiert und verfasst vom Audiala-Redaktionsteam aus historischen Aufzeichnungen, architektonischen Archiven und lokalem Wissen. Zuletzt aktualisiert: April 2026.
Offizielle Regierungsseite des Kız Kulesi — Offizielle Besucherinformationen, einschließlich Öffnungszeiten, Ticketpreisen, Restaurierungstagebuch und Legenden des Turms.
Müze İstanbul (Portal der türkischen Museen) — Detaillierte historische Zeitleiste von der Antike bis zur Restaurierung 2023, einschließlich Daten zur Nutzung als Quarantänestation, Umbau zum Leuchtturm und Lagerung von Zyanid.
Wikipedia – Leanderturm — Allgemeine Geschichte, architektonische Entwicklung und querverweisende Daten für die byzantinische und osmanische Zeit.
Offizielle Besucherseite des Leanderturms — Praktischer Besucherführer mit Schritt-für-Schritt-Wegbeschreibungen, Informationen zur Barrierefreiheit und Empfehlungen zur Besuchsdauer.
At Istanbul - Wikimedia hackathon boat tour 2025 733 — Photograph by Mike Peel (www.mikepeel.net). — CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/) — Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:At_Istanbul_-_Wikimedia_hackathon_boat_tour_2025_733.jpg
At Istanbul - Wikimedia hackathon boat tour 2025 732 — Photograph by Mike Peel (www.mikepeel.net). — CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/) — Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:At_Istanbul_-_Wikimedia_hackathon_boat_tour_2025_732.jpg
At Istanbul - Wikimedia hackathon boat tour 2025 728 — Photograph by Mike Peel (www.mikepeel.net). — CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/) — Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:At_Istanbul_-_Wikimedia_hackathon_boat_tour_2025_728.jpg
At Istanbul - Wikimedia hackathon boat tour 2025 739 — Photograph by Mike Peel (www.mikepeel.net). — CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/) — Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:At_Istanbul_-_Wikimedia_hackathon_boat_tour_2025_739.jpg
At Istanbul - Wikimedia hackathon boat tour 2025 738 — Photograph by Mike Peel (www.mikepeel.net). — CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/) — Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:At_Istanbul_-_Wikimedia_hackathon_boat_tour_2025_738.jpg
At Istanbul - Wikimedia hackathon boat tour 2025 742 — Photograph by Mike Peel (www.mikepeel.net). — CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/) — Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:At_Istanbul_-_Wikimedia_hackathon_boat_tour_2025_742.jpg
At Istanbul - Wikimedia hackathon boat tour 2025 737 — Photograph by Mike Peel (www.mikepeel.net). — CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/) — Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:At_Istanbul_-_Wikimedia_hackathon_boat_tour_2025_737.jpg
At Istanbul - Wikimedia hackathon boat tour 2025 743 — Photograph by Mike Peel (www.mikepeel.net). — CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/) — Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:At_Istanbul_-_Wikimedia_hackathon_boat_tour_2025_743.jpg
At Istanbul - Wikimedia hackathon boat tour 2025 744 — Photograph by Mike Peel (www.mikepeel.net). — CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/) — Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:At_Istanbul_-_Wikimedia_hackathon_boat_tour_2025_744.jpg
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