Frühe balinesische Königreiche
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911 CE
Blanjong-Inschrift wird gemeißelt
Sri Kesari Warmadewa ließ Wörter an der Küste von Sanur in Stein schneiden. Das älteste erhaltene Schriftzeugnis Balis spricht von Siegen und Bündnissen. Das Gebiet des heutigen südlichen Denpasar gehörte damals schon zu einem vernetzten Königreich, das Ideen im ganzen Archipel austauschte. Der Geruch von nasser Koralle und Räucherwerk hängt dort seit elf Jahrhunderten in der Luft.
Majapahit-Einfluss
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1278
Pura Maospahit gegründet
Kebo Iwa soll während der Ausdehnung des Majapahit-Reichs die ersten Terrakottaziegel gesetzt haben. Die roten Mauern des Tempels stehen noch heute im Norden von Denpasar; ihr javanischer Stil ist eine sichtbare Narbe von Eroberung und kultureller Vereinnahmung. Lokale Überlieferungen schreiben ihm auch die riesigen Statuen von Garuda und Bayu zu. Tradition, nicht Dokumente, doch die Ziegel lügen nicht.
Königreich Badung
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1788
Puri Agung Denpasar vollendet
I Gusti Ngurah Made Pemecutan verlegte seinen Hof nördlich des Marktes und erklärte den neuen Palast für fertig. Der Name Denpasar blieb haften. Im nächsten Jahrhundert bildeten diese Mauern, Pavillons und Adelshäuser das schlagende Herz des Königreichs Badung. In der Luft lagen damals Gamelan-Proben und königliche Erlasse.
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1820
Puri Agung Jro Kuta gebaut
Ein weiterer Adelszweig errichtete seinen eigenen Palast im Westen von Denpasar. Die Stadt war nun nicht mehr ein einziger königlicher Komplex, sondern ein Sternbild konkurrierender Puris. Die Macht zersplitterte entlang familiärer Linien, während der zentrale Markt von Jahr zu Jahr lauter und geruchsintensiver wurde. Der beste Beweis dafür, dass selbst Paradieskönigreiche Immobilienkonflikte kannten.
Niederländische Eroberung
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1904
Sri Kumala läuft auf Grund
Eine chinesische Schoner strandete nahe Sanur. Die Niederländer nutzten Bergungsrechte als Vorwand für die Konfrontation. Was als Streit um Treibholz begann, endete mit Kriegsschiffen vor der Küste. Das Vorspiel zum Massaker roch nach Salz und Schießpulver.
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1906
Puputan-Badung-Massaker
Am 20 September marschierten niederländische Truppen ins königliche Zentrum. Statt sich zu ergeben, führte Raja I Gusti Ngurah Made Agung mehr als tausend Balinesen — Männer, Frauen, Kinder — in den rituellen Tod. Sie gingen in Weiß und Gold gekleidet direkt ins Gewehrfeuer. Der Palast brannte. Das Königreich starb an diesem Nachmittag.
Kolonialverwaltung
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1910
Idee für das Bali Museum entsteht
Der Assistenzresident W.F.J. Kroon versammelte balinesische Adlige und Künstler, um zu bewahren, was koloniale Gewehre fast ausgelöscht hatten. Das Projekt sollte siebzehn Jahre dauern. In den stillen Galerien hängen heute Textilien und Masken, die 1906 beinahe verschwunden wären. Manchmal ist die beste Form des Widerstands das Kuratieren.
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1917
Verheerendes Erdbeben auf Bali
Am 21 Januar bebte die Erde mehrere Minuten lang. Fünfzehnhundert Menschen starben auf der ganzen Insel. Pura Maospahit stürzte ein. Die überlebenden Tempel von Denpasar rissen wie Eierschalen auf. Der Wiederaufbau nach dem Beben verband still und leise niederländische Ingenieurskunst mit balinesischer Schnitztradition. Dieser Mischstil steht noch heute.
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1932
Le Mayeur kommt nach Denpasar
Der belgische Maler mietete zunächst ein Haus in der Stadt, bevor er nach Sanur zog. Dort begegnete er der vierzehnjährigen Tänzerin Ni Pollok. Diese unwahrscheinliche Liebesgeschichte hinterließ achtzig Leinwände und ein perfekt erhaltenes Atelier am Strand. Licht auf Haut und Schatten von Frangipani wurden zu seinem Markenzeichen.
Indonesische Revolution
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1946
Denpasar-Konferenz tritt zusammen
Vom 7 bis 24 Dezember trafen sich von den Niederländern unterstützte Delegierte im Hotel Bali. Sie schufen den kurzlebigen Staat Ostindonesien. Für einen Moment wurde die Stadt zur diplomatischen Bühne, während sich republikanische Kämpfer in den Hügeln versteckten. Das Gebäude steht noch. Kaum ein Tourist ahnt, was dort unterschrieben wurde.
Zeit nach der Unabhängigkeit
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1958
Wird Provinzhauptstadt
Denpasar ersetzte offiziell kleinere Orte als Sitz der Provinz Bali. Die ehemalige Königsstadt, 1906 geplündert, regierte nun die ganze Insel. Betonministerien erhoben sich dort, wo einst Paläste standen. Für ältere Bewohner wirkte dieser Wandel zugleich unausweichlich und leicht absurd.
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1963
Bau des Jagatnatha-Tempels genehmigt
Gouverneur Anak Agung Bagus Sutedja gab grünes Licht für den größten öffentlichen Tempel der Insel, gewidmet der höchsten Gottheit. Weißer Korallenstein und Ramayana-Schnitzereien wuchsen neben dem alten Museum in die Höhe. Es dauerte fünf unruhige Jahre. Der Tempel eröffnete 1968 und roch nach frischem Steinstaub und Hoffnung.
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1968
Bali Arts Festival gestartet
Das erste Pesta Kesenian Bali füllte Denpasar mit Tänzern und Musikern. Was als bescheidene Schau begann, wurde zur am längsten laufenden Kunstveranstaltung Indonesiens. Einen Monat im Jahr vibriert die Stadt noch immer bei Dämmerung vom Gamelan. Nichts kommt an den Klang von fünfhundert Metallophonen unter Banyanbäumen heran.
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1973
Taman-Budaya-Kunstzentrum eröffnet
Der riesige Aufführungskomplex in Renon gab Bali eine moderne Bühne, die seinen Traditionen gerecht wurde. Gouverneur Ida Bagus Mantra setzte das Projekt durch. Sein Freilufttheater hat seitdem alle großen balinesischen Künstler beherbergt. Das Gebäude selbst sieht aus wie ein Tempel, der gelernt hat, Rockkonzerte zu veranstalten.
Moderne Kommune
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1992
Wird autonome Kommune
Gesetz Nr.1 trennte Denpasar formal von der Regentschaft Badung. Nach zwei Jahrhunderten als Hauptstadt, Marktstadt, kolonialer Außenposten und Provinzsitz gehörte die Stadt endlich sich selbst. Die Bevölkerung näherte sich bereits der halben Million. Der Beton hatte längst gewonnen.
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2002
Anschläge von Bali treffen die Region
Während die Hauptanschläge Kuta erschütterten, explodierte ein kleinerer Sprengsatz vor dem US-Konsulat in Denpasar. Das Sanglah-Krankenhaus füllte sich mit Verletzten. Die Stadt nahm Trauer und internationale Aufmerksamkeit auf. Sicherheitskontrollen erschienen dort, wo Kinder früher Drachen steigen ließen.
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2003
Bajra-Sandhi-Monument eröffnet
Das riesige glockenförmige Denkmal in Renon öffnete endlich nach zwei Jahrzehnten Planung. Im Inneren erzählen 33 Dioramen Balis Geschichte von der Vorgeschichte bis zur Unabhängigkeit. Steigen Sie an einem klaren Tag hinauf, und die Stadt breitet sich unter Ihnen wie ein lebendiges Geschichtsbuch aus. Die Aussicht umfasst königliche Geister und Staus gleichermaßen.
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2003
Joey Alexander wird geboren
Ein Jazz-Wunderkind kam in einem Krankenhaus von Denpasar zur Welt. Mit neun improvisierte er schon wie ein Veteran. Die Stadt beansprucht ihn leise für sich. Seine Geschichte erinnert daran, dass außergewöhnliches Talent an jeder Straßenecke entstehen kann, selbst dort, wo Motorräder und Räucherwerkstände das Bild bestimmen.
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2016
Pasar Badung brennt
Am 29 Februar fraß sich ein Feuer durch den Hauptmarkt der Stadt. Sechs Etagen Stände und jahrhundertealte Handelstradition gingen in Rauch auf. Der Geruch hing wochenlang in der Luft. Drei Jahre später eröffnete eine glatte neue Version mit 1,450 Ständen. Einheimische streiten bis heute, ob der Markt dabei seine Seele verlor.