Das Abwassermuseum in Brüssel
Das Abwassermuseum an der Porte d’Anderlecht bietet Einblicke in die unterirdische Infrastruktur Brüssels, die Geschichte und Funktion des Kanalnetzes sowie den oft gefährlichen Beruf der Kanalarbeiter. Es beleuchtet außerdem die Rolle der Senne und zeigt, wie wichtig Wassermanagement für eine Stadt ist (Quelle).
Das Kanalnetz unter Brüssel ist fast 1.900 km lang. Täglich fließen Tausende Kubikmeter Abwasser hindurch. Das Museum erklärt die Konstruktion und Wartung des Netzes sowie die Maßnahmen zur Hochwasserkontrolle (Quelle).
Geschichte
Das Museum wurde am 30. Mai 1988 gegründet, nachdem das Kanalisationsamt der Stadt Brüssel häufig um Führungen durch das unterirdische Netz gebeten worden war. Als Standort wurden die Pavilions von Anderlecht ausgewählt, die die Schleuse der Senne, einen Sammler und sekundäre Zuflüsse überdecken (Quelle).
Die Senne floss einst offen durch Brüssel. Wegen häufiger Überschwemmungen und Verschmutzung wurde der Fluss im 19. Jahrhundert überwölbt. Archivfotos dokumentieren seine Verwandlung in eine verborgene unterirdische Wasserstraße (Quelle).
2007 wurden die Ausstellungen und das Besuchererlebnis umfassend renoviert. Seit Ende 2015 wird das Museum vom Kultusamt verwaltet. Zudem arbeitet es mit VIVAQUA zusammen, um aktuelle Informationen zur Sammlung und Behandlung von Abwasser bereitzustellen (Quelle).
Was es im Museum zu sehen gibt
Pavilions und Kanalnetz
Das Museum befindet sich in zwei ehemaligen neoklassizistischen Pavilions. Besucher betreten das eine Gebäude und verlassen das andere. Der Rundgang führt an den Ufern der Senne entlang und in einen noch in Betrieb befindlichen Kanal: den Sammeltunnel der Chaussée de Mons. Dabei werden auch die Arbeit der Kanalarbeiter und die Methoden zur Hochwasserkontrolle veranschaulicht (Quelle).
Kanalarbeiter und Wassermanagement
Fotos, Modelle und verschiedene Gegenstände vermitteln einen Eindruck vom herausfordernden und häufig gefährlichen Beruf der Kanalarbeiter. Ein Audioguide ergänzt die Ausstellung um Einblicke in ihre Arbeit. Das Museum erklärt außerdem den Wasserkreislauf der Stadt und zeigt, wie sich der tägliche Wasserverbrauch auf die Kanalisation auswirkt (Quelle).
Interaktive und pädagogische Angebote richten sich an verschiedene Altersgruppen. Kinder können Spiele und Rätsel im Entdeckerbuch lösen; ein animierter Audioguide ermöglicht es, das Museum im eigenen Tempo zu erkunden (Quelle).
Ausstellung „Rattus“
Die Sonderausstellung „Rattus“ lief vom 15. September 2023 bis zum 16. Juni 2024. Sie widmete sich der Wanderratte (Rattus norvegicus) und ihrer Anpassung an die Stadt, insbesondere an die Kanalisation. Zu sehen und zu erfahren waren unter anderem Informationen zu Biologie und Verhalten der Tiere sowie zu ihrer Beziehung zu menschlichen Abfällen (Quelle).
Gezeigt wurden auch von Ratten angenagte Gegenstände wie Fernbedienungen, Bleirohre und Seife aus der Max-Hagner-Sammlung des Kantonalen Museums für Naturwissenschaften in Lausanne. Die Exponate veranschaulichten, dass Ratten nahezu alles durchkauen können, und hoben ihre Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit hervor (Quelle).
Kamerafallen des ARMAGUEDON-Projekts des Nationalmuseums für Naturgeschichte (MNHN) lieferten Live-Aufnahmen aus der Kanalisation. Audioauszüge aus Interviews mit Brüsseler Kanalarbeitern ergänzten die Ausstellung: Sie berichteten von ihren Erfahrungen und den nützlichen Diensten der Ratten, etwa davon, dass diese Menschen vor bevorstehenden Katastrophen warnen können (Quelle).
Zu den Bildungsinhalten gehörten auch Zoonosen wie Leptospirose, die von Ratten übertragen werden kann. Laut Sciensano werden in Belgien jedes Jahr einige Dutzend Fälle diagnostiziert; eine Übertragung erfolgt häufig bei Aktivitäten wie Schwimmen oder Wassersport in Süßwasser (Quelle).
Praktische Informationen
Öffnungszeiten und Eintritt
Das Museum ist von Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Montags und an bestimmten Feiertagen bleibt es geschlossen. Am ersten Sonntag jedes Monats ist der Eintritt frei.
Als Eintrittspreise werden 8 € für Erwachsene, 6 € für Senioren und Studierende sowie 4 € für Kinder von 6 bis 18 Jahren genannt. Kinder unter 6 Jahren haben freien Eintritt. Die aktuellen Ticketpreise finden Sie auf der offiziellen Webseite des Abwassermuseums.
Führungen sollten im Voraus gebucht werden. Maßgeschneiderte Führungen sind für Gruppen mit besonderen Anforderungen verfügbar.
Anreise und Barrierefreiheit
Das Museum befindet sich an der Porte d’Anderlecht, 1000 Brüssel. Es ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar; Metro- und Bushaltestellen liegen in der Nähe.
Das Museum bietet Rampen und barrierefreie Toiletten. Das Personal ist geschult, Besucher mit besonderen Bedürfnissen zu unterstützen.
Veranstaltungen und weitere Angebote
Zu den Veranstaltungen gehören die Brüsseler Museumsnächte und der Tag des Erbes. Im Rahmen von Initiativen wie dem Wassertag finden kreative Aktivitäten statt, die das Bewusstsein für Wassermanagement und Wasserschutz fördern (Quelle).
Der Museumsshop bietet Souvenirs und Erinnerungsstücke zu den Ausstellungen, darunter Bildungsbücher, Spielzeug und Artikel mit Rattenmotiven. Die Erlöse unterstützen die laufenden Bildungs- und Naturschutzbemühungen des Museums. Für aktuelle Nachrichten und Veranstaltungen verweist das Museum auf seine Website und sozialen Medien; außerdem wird die Audiala Mobile App für weitere Updates genannt.
Tipps für den Besuch
- Prüfen Sie vor dem Besuch die Webseite des Museums auf aktuelle Informationen zu Ausstellungen, Eintrittspreisen und Öffnungszeiten. Die Ausstellung „Rattus“ lief bis zum 16. Juni 2024 (Quelle).
- Tragen Sie bequeme Schuhe: Der Besuch umfasst viele Fußwege, und einige Bereiche können feucht oder uneben sein.
- Nutzen Sie die interaktiven Angebote, darunter die Live-Aufnahmen aus der Kanalisation und die Audiointerviews.
- Die Bildungsprogramme und -materialien vermitteln zusätzliche Einblicke in das Kanalsystem und seine Auswirkungen auf das städtische Leben.
- Erkundigen Sie sich nach den Fotoregeln. Einige Bereiche erlauben Fotos, in anderen kann das Fotografieren untersagt sein. Zu den möglichen Fotomotiven zählen die Kanaltunnel, die Ausstellung „Rattus“ und historische Gegenstände.
Nahegelegene Orte und Restaurants
Brüssel bietet zahlreiche Museen, Parks und historische Stätten. Zu den genannten Attraktionen gehören:
- Grand Place Der zentral gelegene Platz gehört zum UNESCO-Welterbe und ist für seine Architektur und lebhafte Atmosphäre bekannt.
- Manneken Pis Die ikonische Statue eines urinierenden kleinen Jungen.
- Königlicher Palast Der offizielle Palast der belgischen Monarchie, der in den Sommermonaten für die Öffentlichkeit zugänglich ist.
- Magritte Museum Dem Werk des surrealistischen Künstlers René Magritte gewidmet und nur eine kurze Entfernung vom Abwassermuseum entfernt.
- Atomium.
In der Nähe gibt es außerdem Restaurants und Cafés:
- Chez Léon Bekannt für Miesmuscheln und Pommes.
- La Roue d'Or Mit Art-déco-Interieur und klassischen belgischen Gerichten.
- Peck 47 Ein gemütliches Café mit verschiedenen gesunden Speisen, geeignet für ein schnelles Mittagessen oder einen Snack.
FAQ
Wie sind die Öffnungszeiten des Abwassermuseums?
Das Museum ist von Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Montags und an bestimmten Feiertagen ist es geschlossen.
Wie viel kosten die Tickets?
Genannt werden 8 € für Erwachsene, 6 € für Senioren und Studierende sowie 4 € für Kinder von 6 bis 18 Jahren. Kinder unter 6 Jahren haben freien Eintritt. Am ersten Sonntag jedes Monats ist der Eintritt frei. Aktuelle Preise finden Sie auf der offiziellen Webseite des Abwassermuseums.
Ist das Museum barrierefrei?
Das Museum bietet Rampen und barrierefreie Toiletten. Das Personal ist geschult, Besucher mit besonderen Bedürfnissen zu unterstützen.