Destinations Schweiz Interlaken

Interlaken.

46° N · 7° E Schweiz

Gleitschirmflieger sinken in Interlaken in der Schweiz den ganzen Abend über zu Boden, ihre Schirme streifen über eine 14 Hektar große Wiese, während die Jungfrau in der Ferne hängt wie eine gemalte Kulisse, die jemand abzubauen vergessen hat. Dann hört man den dumpfen Aufprall bei der Landung, die Zugtüren in Interlaken Ost, die Aare, die kaltes türkisfarbenes Wasser zwischen zwei Seen hindurchschiebt. Dieser Kontrast ist die ganze Stadt: teils alpine Bühne, teils Verkehrsmaschine, und weit interessanter, als es beide Etiketten vermuten lassen.

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Interlaken, Schweiz
Interlaken · Schweiz
12
Attraktionen
2-4 Tage
days suggested
Ende Mai bis Anfang Oktober
best season
DE · EN
narration

03 Top tickets in Interlaken.

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Curated from places in this city. Same price as official sites.

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Harder Kulm
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5.0 ab €213.36
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Interlaken: Summit Harder Kulm with a Swiss Triathlete
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5.0 ab €177.65

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01 An einleitung

synthesized from 240+ sources ·

IGleitschirmflieger sinken in Interlaken in der Schweiz den ganzen Abend über zu Boden, ihre Schirme streifen über eine 14 Hektar große Wiese, während die Jungfrau in der Ferne hängt wie eine gemalte Kulisse, die jemand abzubauen vergessen hat. Dann hört man den dumpfen Aufprall bei der Landung, die Zugtüren in Interlaken Ost, die Aare, die kaltes türkisfarbenes Wasser zwischen zwei Seen hindurchschiebt. Dieser Kontrast ist die ganze Stadt: teils alpine Bühne, teils Verkehrsmaschine, und weit interessanter, als es beide Etiketten vermuten lassen.

Interlaken liegt auf dem Bödeli, dem flachen Landstreifen zwischen Thunersee und Brienzersee, und nur wenige Orte setzen ihre Geografie so theatralisch ein. Große Belle-Époque-Hotels säumen den Höheweg mit Mansardendächern, Türmen und verglasten Veranden, die auf die Berge ausgerichtet sind, und gleich dahinter liegt die Höhematte, ein geschütztes Freifeld, das 1860 von 37 Hoteliers und Bürgern gekauft wurde, damit niemand den Blick auf die Jungfrau verbaut. Kluger Zug.

Was der Stadt ihre Struktur gibt, ist der Abstand zwischen ihrer polierten Fassade und ihren älteren Knochen. Der Name Interlaken stammt vom Augustinerkloster, das um 1130 gegründet wurde, und die spätgotische Schlosskirche bewahrt einen Teil dieser Geschichte noch immer in Steinbögen und kühlem Schatten, auch wenn viele Besucher auf dem Weg zur nächsten Seilbahn daran vorbeieilen. Gehen Sie fünf Minuten weiter nach Unterseen, und die Stimmung kippt völlig: Fachwerkhäuser, ruhigere Plätze und Abendtische, an denen Rösti mehr Sinn ergibt als Souvenir-Fondue.

Photography Hotspot

02 Why Interlaken.

What makes this place worth slowing down for.

Eine Wiese, absichtlich frei gehalten

Die Höhematte liegt mitten in der Stadt wie eine Weigerung zu bauen. 1860 kauften 37 lokale Hoteliers und Einwohner die 14 Hektar große Wiese, um den Blick auf die Jungfrau zu schützen, und heute gleiten Paraglider auf Gras herab, auf dem ohne Weiteres eine weitere Reihe Hotels hätte stehen können.

Belle Époque mit alpinem Nerv

Interlakens große Hotels am Höheweg wurden gebaut, um die Berge wie Theaterkulissen zu rahmen. Das Victoria-Jungfrau und der Kursaal tragen noch immer dieses Selbstbewusstsein des späten 19. Jahrhunderts: Türme, Veranden, Blumenbeete und ein leiser Eindruck davon, dass wohlhabende Europäer einst hierherkamen, um Wetter zu betrachten, als wäre es Oper.

Tor statt Museumsstück

Interlaken zählt, weil es bewegt. Interlaken Ost führt direkt in das Bahnnetz der Jungfrau-Region, sodass Sie innerhalb von ein oder zwei Stunden auf einem Dampfschiff, in einer Zahnradbahn oder auf 3,454 Metern am Jungfraujoch stehen können und sich fragen, warum Ihr Kaffee so schnell kalt geworden ist.

Zwei Seen, eine Stadt

Wenige Orte wirken so deutlich vom Wasser geordnet. Der Thunersee liegt im Westen, der Brienzersee im Osten, und die Aare zieht sich dazwischen hindurch in jenem kalten Türkis, das die Alpen so gut können.


03 Sehenswürdigkeiten.

Not every monument, just the ones we'd walk you past ourselves.

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07 Place

Bahnhof Interlaken Ost

---

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04 Neighborhoods.

Where to wander, by quarter — each with its own rhythm.

01

Höheweg und Höhematte

Das ist die Schauseite von Interlaken: Grandhotels, Uhrengeschäfte, Souvenirläden und das lange grüne Band der Höhematte, das sich wie eine bewusste Pause durch die Mitte zieht. Kommen Sie für die Belle-Époque-Fassaden und den Blick auf die Jungfrau, und bleiben Sie bis zum frühen Abend, wenn die Gleitschirmflieger auf der Wiese landen und sich die ganze Promenade in eine informelle Tribüne verwandelt.

02

Altstadt Unterseen

Unterseen wurde 1280 gegründet und wirkt älter, ruhiger und deutlich weniger daran interessiert, Ihnen eine Kuhglocke zu verkaufen. Die Untere Gasse und der Marktplatz tragen Fachwerkhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert, das Stadthaus von 1565 und einige der besseren Abendessenadressen der Stadt; wenn Sie Schweizer Klassiker mit weniger Reisegruppen möchten, sollten Sie hier reservieren.

03

Postgasse und Marktgasse

Diese Seitenstraßen geben dem Zentrum von Interlaken etwas dringend benötigten Charakter. Hier finden Sie Bier im Hüsi Bierhaus, Süßes im Funky Chocolate Club und ein stärker gemischtes Publikum aus Einheimischen und Reisenden als auf der Hotelmeile, mit gerade genug rauen Kanten, um daran zu erinnern, dass dies noch immer eine funktionierende Stadt und nicht nur eine Bergpostkarte ist.

04

Matten bei Interlaken

Matten liegt direkt südlich des Zentrums und funktioniert nachts besser als tagsüber. Das Barracuda Café & Bar, der Veranstaltungsverkehr rund um den Jungfrau Park und das Tell-Freilichttheater geben dem Ort einen lockereren, gelebteren Rhythmus, besonders im Sommer, wenn Aufführungen und Festivalpublikum auf die Straßen hinauslaufen.

05

Interlaken Ost und der Aare-Korridor

Die meisten kennen Interlaken Ost als Bahnhof für die Züge zum Jungfraujoch, doch die Umgebung hat mehr zu bieten als Bahnsteige und rollende Koffer. Folgen Sie der Aare vom Bahnhof weg, und der Lärm fällt schnell ab; der Fluss leuchtet in diesem unwirklichen Gletscherblau, Boote und Züge kreuzen sich, und plötzlich sieht man, wie sehr die Stadt eher vom Wasser als von Straßen zusammengehalten wird.

06

Neuhaus und Weissenau

Am westlichen Rand Richtung Thunersee wirken Neuhaus und das Naturschutzgebiet Weissenau wie ein tiefer Ausatem der Stadt. Schilfgürtel, Vogelwelt, Uferwege und die Ruinen der Burg Weissenau aus dem 13. Jahrhundert ersetzen die Einkaufsstraße vollständig, und genau deshalb kommen Einheimische bei Sonnenuntergang hierher, während Reisebusse meist fernbleiben.

Historische Zeitleiste

Eine Wiese zwischen zwei Seen wird zur Weltbühne

Vom Augustinerpriorat zum Tor in die Alpen

Klostergründung
c. 1130

Ein Priorat entsteht im Moorland

Die meisten Fachleute datieren den Beginn von Interlaken auf etwa 1130, als Otto Seliger von Oberhofen auf der nassen Wiese zwischen Thunersee und Brienzersee ein hölzernes Bethaus gründete. Die Umgebung war alles andere als geschniegelt: Flutarme, Schilf und das unruhige Wasser der Bödeli-Ebene. Dieser religiöse Außenposten gab dem Ort sein erstes dauerhaftes Zentrum.

1133

Interlacus erscheint in den Urkunden

Kaiser Lothar III. stellte das Priorat 1133 unter kaiserlichen Schutz, und der Name Interlacus taucht erstmals schriftlich auf. „Zwischen den Seen“ klingt heute elegant; damals war es schlichte Geografie. Die Urkunde machte aus einer lokalen Gründung eine anerkannte Macht mit rechtlichem Gewicht.

1220

Die kaiserlichen Rechte wachsen

Kaiser Friedrich II. verlieh dem Kloster das Recht, seinen weltlichen Schutzherrn selbst zu wählen, ein stiller verfassungsrechtlicher Schritt mit scharfen Kanten. Wer den Schutzherrn bestimmte, bestimmte auch über Gerichte, Abgaben und bewaffnete Rückendeckung, wenn Streit hässlich wurde. Auf dem Bödeli konnte Papierkram ein Tal genauso formen wie eine Schaufel.

1257

Aarmühle bekommt ihren Namen

Ein Rechtsstreit über Entwässerungsrechte der Lütschine erwähnt 1257 die Klostermühle bei Ara mülli dorf, dem Ort, aus dem Aarmühle wurde. Wasser zählte damals mehr als Aussicht. Wer die Kanäle beherrschte, beherrschte Getreide, Weideland und die Frage, ob diese Ebene nutzbar blieb oder wieder im Sumpf versank.

1310

Das Priorat auf dem Höhepunkt seiner Macht

Bis 1310 war das Kloster zum größten kirchlichen Grundherrn im Berner Oberland geworden, mit Rechten über Kirchen, Weinberge, Fischgründe, Alpenweiden und Bergwege. Die Quellen nennen Dutzende Priester und Laienbrüder sowie ein Frauenhaus, das ungewöhnlich groß geworden war. Interlaken war noch keine Stadt im modernen Sinn, doch von diesem Wiesenstück strahlte bereits Macht aus.

Berner Vorherrschaft
1318

Die Habsburger greifen zu

Herzog Leopold von Österreich wurde 1318 weltlicher Schutzherr des Klosters, nachdem die Erben des Gründers von größerer dynastischer Gewalt beiseitegefegt worden waren. Damit wurde Interlaken an die Politik der Habsburger gebunden, genau in dem Moment, als Herrschaft im Alpenraum härter, schärfer und militarisierter wurde. Die Berge wirkten ewig; das System der Patronage nicht.

1323

Das Klostergasthaus öffnet

Das Klostergasthaus ist 1323 erstmals belegt, ein Hinweis darauf, dass Interlaken lange vor dem Luxustourismus schon Reisende beherbergte. Pilger, Händler, Beamte und Wanderer brauchten alle ein Bett und eine Mahlzeit. Gastfreundschaft begann hier mit praktischem Schutz, nicht mit Postkarten.

1415

Bern zieht die Zügel an

Mit Rückendeckung von Kaiser Sigismund übernahm Bern 1415 faktisch die Schutzgewalt über das Kloster. Das war der lange Mittelakt der Geschichte Interlakens: lokale Selbstständigkeit schrumpfte, die Berner Aufsicht wurde dichter, und das Oberland geriet fester in den Orbit der Stadt an der Aare. Die Macht verlagerte sich bergauf, dann nach Westen.

1472

Besucher stoßen auf Verfall

Kirchliche Inspektoren kamen 1472 während eines erbitterten Streits zwischen Männer- und Frauenhaus und fanden schwere Missstände vor. Die Zahl der Bewohner war gesunken, die Disziplin zerfasert, und das alte Prestige passte nicht mehr zum Alltag. Der Geruch solcher Orte ist selten romantisch: feuchtes Holz, abgestandene Vorräte und eine Autorität, die weich geworden ist.

1484

Das Frauenhaus wird aufgelöst

Eine päpstliche Bulle hob 1484 das Frauenkloster nach Jahren von Skandalen, Niedergang und einem verheerenden Brand auf. Sein Besitz ging an Bern über, und so wurde geistliches Scheitern zur politischen Gelegenheit. Die mittelalterliche Kirchenmacht Interlakens begann von innen her auseinanderzufallen.

Reformation und Landvogtei
1528

Bern beendet das Kloster

Die Reformation erreichte Interlaken 1528 mit harter Verwaltungshand: Das Kloster wurde aufgelöst, sein Land eingezogen und seine Gebäude weltlich genutzt. Untertanen, die glaubten, die alten Abgaben würden verschwinden, erhoben sich, als Bern weiter Pachten und Zehnten verlangte. Soldaten beendeten den Streit. Schnell.

1528

Niklaus Manuel schlägt den Aufstand nieder

Niklaus Manuel, Berner Befehlshaber und eine der schärfsten Kulturfiguren der Reformation, führte die Truppe, die den Widerstand im Oberland brach. Seine Verbindung zu Interlaken ist nicht bloß dekorativ; er half zu entscheiden, wer diesen Ort regieren würde, nachdem die alte Kirchenordnung zusammengebrochen war. Hinter jedem sauberen Verfassungswechsel standen meist Stiefel im Schlamm.

1746

Ein neues Schloss für Bern

Zwischen 1746 und 1750 ließ Bern einen Teil des alten westlichen Klosterflügels abreißen und errichtete das Neue Schloss, den Verwaltungssitz, der das Areal bis heute prägt. Stein ersetzte klösterlichen Alltag durch bürokratische Dauerhaftigkeit. Die Botschaft lässt sich an der Architektur ablesen: Auf das Gebet folgten Akten, Siegel und Gerichtssäle.

Frühes Erwachen des Tourismus
1790

Goethe kommt vorbei

Johann Wolfgang von Goethe besuchte Interlaken 1790, als Teil der langen romantischen Entdeckung der Alpen als Ort, den man nicht nur vermisst, sondern auch empfindet. Seine Anwesenheit ist wichtig, weil die Stadt für die europäische Vorstellungskraft lesbar wurde, nicht nur für die lokale Verwaltung. Zuerst kamen die Schriftsteller. Dann die Investoren.

1805

Unspunnen erfindet eine Tradition

Das erste Unspunnenfest fand 1805 bei Interlaken statt und mischte Schwingen, Steinstoßen, Alphörner und sorgfältig inszenierte ländliche Identität. Es war teils Volkskultur, teils politische Reparatur nach den Erschütterungen der französischen Invasion. Die Schweiz hat ein Talent dafür, Zeremonien uralt wirken zu lassen, selbst wenn die Farbe noch trocknet.

1816

Byron entdeckt alpines Drama

Lord Byron kam 1816, in jenem düsteren Sommer, nachdem der Ausbruch des Tambora den Himmel über Europa verdunkelt hatte. Das Wetter war falsch, das Licht seltsam, und die Berge wirkten gerade deshalb umso theatralischer. Interlaken trat in das romantische Skript ein als Ort, an dem Wetter, Fels und Stimmung sich gegen einen Schriftsteller verbünden konnten.

Belle-Époque-Kurort
1837

Aarmühle wird eine Gemeinde

Das moderne Interlaken begann politisch 1837, als sich Aarmühle von Matten löste und eine eigenständige Gemeinde wurde. Der alte Mühlenname blieb zunächst bestehen. Was auf dem Papier existierte, war noch eine kleine Verwaltungssiedlung, noch nicht der elegante Kurort, den spätere Besucher für selbstverständlich hielten.

1859

Der Kursaal verändert die Stimmung

Mit der Gründung des Kursaals 1859 bekam Interlaken ein neues gesellschaftliches Herz, abgestimmt auf Badekultur, Glücksspiel, Konzerte und die Rituale wohlhabenden Reisens. In diesem Moment hörte die Stadt auf, Besucher nur zu empfangen, und begann, sich für sie zu inszenieren. Pracht kam mit Fahrplänen, Kronleuchtern und Abendgarderobe.

1872

Die Eisenbahn durchzieht das Bödeli

Die Bödelibahn wurde 1872 eröffnet und verband die Ufer des Thunersees und des Brienzersees durch Interlaken. Stahlgleise verwandelten Entfernung in Fahrplan. Die alte Wiese zwischen zwei Seen wurde zum Gelenk einer regionalen Verkehrsmaschine.

1890

Die Schienen erreichen die Täler

Die Berner Oberland-Bahn nahm 1890 den Betrieb auf und verband Interlaken direkt mit Lauterbrunnen und Grindelwald. Danach war die Stadt nicht mehr nur ein Ziel an sich; sie wurde zur Eingangstür für größeres Drama. Man übernachtete hier und jagte dann den Gletschern nach.

1891

Aarmühle gibt sich einen neuen Namen

Am 5. Dezember 1891 legte die Gemeinde den Namen Aarmühle offiziell ab und nahm den Namen Interlaken an. Das war ein Meisterstück des Brandings, gespeist aus dem alten lateinischen Interlacus und zugleich geschniegelt genug für ausländische Ohren, die per Bahn ankamen. Nur wenige Orte benennen sich so sauber für das Zeitalter des Tourismus um.

Bergbahn und moderner Tourismus
1909

Kirchen entstehen auf klösterlichem Grund

1909 wurde auf den Fundamenten des früheren Klosterschiffs eine neue protestantische Schlosskirche errichtet, daneben die katholische Kirche. Der Ort wechselte immer wieder sein Kostüm und behielt doch dieselbe heilige Adresse. Steine erinnern länger als Institutionen.

1912

Die Jungfraubahn erreicht das Joch

Am 1. August 1912 erreichte die Jungfraubahn nach 16 Jahren Tunnelbau durch Eiger und Mönch das Jungfraujoch auf 3,454 Metern. Diese Bahn machte Interlaken zur Startrampe für eine der großen technischen Aufführungen der Alpen. Ruß, Dynamit, Eis und ingenieurtechnischer Mut machten die Hochalpen per Fahrschein kaufbar.

1945

Der Steinbock wird offiziell

Im April 1945 übernahm die Gemeinde offiziell ihr Wappen: einen schwarzen halben Steinbock auf Silber. Die Entscheidung fiel am Ende eines Krieges, der den Tourismus in ganz Europa erschüttert und Alpenorte gezwungen hatte, über ihre Zukunft neu nachzudenken. Interlaken antwortete mit einem alten Bergsymbol, halb Heraldik, halb Überlebensinstinkt.

1999

Der Saxetbach wird tödlich

Eine Sturzflut in der Saxetbachschlucht tötete am 27. Juli 1999 21 Canyoning-Touristen, der folgenschwerste kommerzielle Abenteuerunfall der Schweizer Geschichte. Der Schock riss das Bild von Interlaken als mühelosem Spielplatz auf. Kaltes Wasser kümmert sich nicht um Markenpflege, und die Regeln, die danach kamen, wurden aus Trauer geschrieben.

2001

UNESCO adelt das alpine Hinterland

2001 wurde das Gebiet Jungfrau-Aletsch hinter Interlaken in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen und erhielt damit internationale Anerkennung für das vergletscherte Massiv, das seit zwei Jahrhunderten Reisende hierherzieht. Das Schutzgebiet umfasste zunächst 53,900 Hektar und wurde 2007 erweitert. Die Berge änderten sich nicht. Die Papierwelt zog nur endlich nach.

2020

Der Eiger Express beschleunigt den Aufstieg

Die Eiger-Express-Gondelbahn wurde im Dezember 2020 eröffnet und verkürzte die Fahrt von Interlaken Richtung Jungfraujoch um rund 47 Minuten. Diese eine Zahl erklärt das moderne Interlaken ziemlich gut: weniger einzelnes Reiseziel als präzise abgestimmter Umsteigepunkt zwischen Hotelfrühstück und hochalpinem Schnee. Effizienz gehört hier zum Spektakel.

Gegenwart

06 Who lived here.

The people who shaped the city — and were shaped by it.

Schriftsteller 1749–1832

Johann Wolfgang von Goethe

Besuchte Interlaken 1790

Goethe erreichte Interlaken, bevor es ein geschniegeltes Resort war, als der Ort noch stärker von der Erinnerung ans Kloster lebte als vom Glanz der Hotels. Er kam auf der Suche nach alpiner Erhabenheit; die heutigen Souvenirpassagen würden ihn vermutlich amüsieren, aber das Licht auf der Jungfrau würde ihn noch immer mitten im Satz verstummen lassen.

Dichter 1788–1824

Lord Byron

Besuchte Interlaken 1816

Byron kam in dem kalten, von Vulkanasche gedämpften Sommer nach dem Tambora, als Europa leicht aus dem Takt geraten schien. Diese Stimmung nährte das alpine Drama von „Manfred“; man kann sich ihn noch immer eher an der Gewitterfront vorstellen als vor dem Postkartenpanorama.

Komponist 1809–1847

Felix Mendelssohn Bartholdy

Besuchte Interlaken 1822 und 1847

Mendelssohn kam zweimal hierher und hörte die Alpen so, wie andere Reisende sie sahen. Interlaken bot ihm eher einen Übergang als ein Ziel: zuerst die Ruhe des Tals, dann der plötzliche Aufstieg ins höhere Land, genau die Art von Kontrast, mit der ein Komponist etwas anzufangen weiß.

Industrieller und Eisenbahnpromotor 1839–1899

Adolf Guyer-Zeller

Plante die Jungfraubahn vom Tor Interlaken aus

Guyer-Zeller verwandelte alpine Ehrfurcht in Ingenieurskunst und unterstützte die Bahn, die 1912 schließlich das Jungfraujoch erreichte. Die heutigen Warteschlangen in Interlaken Ost würde er wohl als Beweis sehen, dass seine kühne Idee aufging, auch wenn ihn vielleicht zusammenzucken ließe, wie beiläufig Menschen heute in einen Zug steigen, der in etwas fährt, das einst als das Erhabene galt.

Staatsmann, Soldat und Künstler 1484–1530

Niklaus Manuel

Führte 1528 hier Berner Truppen an

Niklaus Manuel betrat Interlaken in weit weniger romantischer Stimmung als die Dichter, die nach ihm kamen, und befehligte die Berner Truppen, die nach der Reformation den Aufstand der Gotteshausleute niederschlugen. Die geschniegelt wirkende Kurortoberfläche der Stadt verdeckt diese härtere Geschichte, doch der alte Klosterplatz trägt noch immer den Nachgeschmack von Macht, die ergriffen und umbenannt wurde.

08 Wo essen.

Where locals actually book dinner — not the tourist menus.

WYVA WYVA
Fine dining €€

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Per Bacco - Restaurant, Café und Vinothek Per Bacco - Restaurant, Café und Vinothek
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Barrel Brewing Co. at Hüsi Bierhaus Barrel Brewing Co. at Hüsi Bierhaus
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Afghan Central Restaurant Interlaken | افغان سنترال رستورانت Afghan Central Restaurant Interlaken | افغان سنترال رستورانت
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Nav Bharatam Restaurant Interlaken family of madraskitchen Nav Bharatam Restaurant Interlaken family of madraskitchen
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09 Insider tips.

Small things that change how the city treats you.

Den richtigen Bahnhof wählen

Nutzen Sie Interlaken Ost für Jungfraujoch, Grindelwald, Lauterbrunnen und die Schiffe auf dem Brienzersee. Interlaken West ist praktischer für den Höheweg, viele Grandhotels und die Verbindungen zum Thunersee.

Die Gästekarte holen

Wenn Sie über Nacht bleiben, fragen Sie beim Check-in nach der Gästekarte Interlaken. Sie bietet kostenlose Fahrten in Zone 700 und Ermäßigungen auf Strecken wie Interlaken Ost nach Lauterbrunnen oder Grindelwald.

Früh hinauf

Sommernachmittage bringen oft Gewitter, besonders von Juli bis August. Nehmen Sie die ersten Bergbahnen, die Sie bekommen können, und kommen Sie wieder herunter, bevor sich die Wolken über den Gipfeln auftürmen.

Die Höhe ernst nehmen

Das Jungfraujoch liegt auf 3,454 Metern, hoch genug, um selbst vielen gesunden Menschen Kopfschmerzen zu bereiten. Trinken Sie Wasser, halten Sie sich mit Alkohol zurück und planen Sie keine große Wanderung direkt nach dem Aussteigen aus dem Zug.

Bei Pässen lohnt sich Rechnen

Eine Halbtax-Karte ist oft günstiger als Vollpreistickets, wenn Sie vier oder fünf Tage bleiben und Bergausflüge machen. Wenn Ihr Plan mehrere große Lifte und Bahnfahrten umfasst, vergleichen Sie sie vor der Anreise mit dem Swiss Travel Pass oder dem Berner Oberland Pass.

Außerhalb des Höhewegs essen

Das Zentrum voller Souvenirläden ist bequem, aber die Abendessenpreise auf der Hauptstraße steigen oft mit dem Blick auf die Jungfrau. Gehen Sie nach Unterseen für eine ruhigere Altstadtkulisse und Speisekarten, die sich weniger für durchziehende Reisegruppen kalkuliert anfühlen.

Zertifizierte Anbieter buchen

Abenteuersport gehört zu Interlakens Identität, aber genau hier ist Vorsicht angebracht. Wählen Sie Unternehmen, die von der Swiss Outdoor Association zertifiziert sind, besonders für Canyoning, Rafting und Paragliding.

12 Häufig gefragt

Lohnt sich ein Besuch in Interlaken?

Ja, wenn Sie schnellen Zugang zu großer Alpenlandschaft wollen, ohne in einem abgelegenen Resortdorf zu übernachten. Interlaken selbst ist klein, aber die beiden Seen, die Belle-Époque-Hotelzeile am Höheweg und die schnellen Verbindungen zum Jungfraujoch, nach Grindelwald und Lauterbrunnen machen den Ort zu einer starken Basis.

Wie viele Tage sollte man in Interlaken verbringen?

Planen Sie 2 bis 4 Tage ein. Zwei Tage reichen für die Stadt, den Harder Kulm und einen großen Bergausflug; vier Tage geben Ihnen Spielraum für Schiffe, Dörfer im Tal und einen Reservetag für schlechtes Wetter, was hier wichtiger ist, als viele Erstbesucher erwarten.

Ist Interlaken teuer?

Ja, besonders sobald Seilbahnen und Bergbahnen ins Spiel kommen. Günstiger wird die Stadt, wenn Sie die kostenlose Gästekarte nutzen, Pässe vor dem Kauf vergleichen und Restaurantbesuche für Straßen abseits des Höhewegs aufheben.

Ist Interlaken für Touristen sicher?

Ja, Interlaken ist im üblichen städtischen Sinn sehr sicher, mit nur gelegentlichem Kleindiebstahl rund um die Bahnhöfe in der Hochsaison. Die eigentlichen Risiken sind Wetter, die Höhe am Jungfraujoch, kaltes Wasser und nachlässig ausgewählte Anbieter von Abenteuersportarten.

Kann man sich in Interlaken ohne Auto fortbewegen?

Absolut. Das Zentrum ist flach und gut zu Fuß zu erkunden, Busse bedienen die umliegenden Orte in Zone 700, Züge verbinden die Bahnhöfe West und Ost, und Schiffe steuern die Dörfer an den Seen an, sodass ein Auto oft nur zu einem teuren Gepäckstück wird.

Was ist besser, Interlaken West oder Interlaken Ost?

Keines von beiden ist für alles besser; sie erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Übernachten Sie nahe Ost, wenn Sie früh in die Jungfrau Region starten wollen, und nahe West, wenn Ihnen zentrale Hotels, der Höheweg und der Zugang zum Thunersee wichtiger sind.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch in Interlaken?

Von Ende Mai bis Anfang Oktober ist die beste Zeit für Wanderer und Reisende auf den Seen, weil dann die meisten Lifte, Schiffe und Wege in Betrieb sind. Im Mai und Ende September sind die Preise meist besser und die Menschenmengen kleiner als im Juli und August, dazu gibt es weniger Schlangen und klareres Licht.

Ready to book?

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13Before you go

Praktische Informationen

Flight

Anreise

Interlaken hat keinen Flughafen. Die meisten Besucher kommen über den Flughafen Zürich (ZRH), etwa 1 Stunde 55 Minuten bis 2 Stunden 10 Minuten mit dem Zug der SBB; vom Flughafen Genf (GVA) dauert es etwa 2 Stunden 45 Minuten bis 3 Stunden, vom EuroAirport Basel (BSL/EAP) etwa 2 Stunden 15 Minuten, und der Flughafen Bern (BRN) liegt am nächsten, hat aber nur sehr eingeschränkten Betrieb. Die wichtigsten Bahnhöfe sind Interlaken Ost und Interlaken West, verbunden durch häufige Züge und einen 20-minütigen Spaziergang entlang des Höhewegs, und Autofahrer kommen meist über die Autobahn A8 mit Anschlüssen Richtung Bern, Luzern und die Jungfrau-Region.

Directions transit

Unterwegs vor Ort

Interlaken hat weder U-Bahn noch Straßenbahn; die Stadt funktioniert mit Zügen, Bussen, Booten und den eigenen Füßen. Lokale Busse und Züge verkehren in der Libero-Zone 700, wobei PostAuto und regionale Verbindungen Interlaken, Unterseen, Matten, Wilderswil und die umliegenden Dörfer verbinden, während BLS-Boote auf dem Thunersee und dem Brienzersee fahren. Im Jahr 2026 gilt die kostenlose Interlaken-Gästekarte für Übernachtungsgäste weiterhin für den Nahverkehr in Zone 700, und der Swiss Travel Pass oder die Halbtax-Karte macht sich deutlich bemerkbar, sobald Bergbahnen dazukommen.

Thermostat

Klima & beste Reisezeit

Der Frühling bringt meist Tage mit 10-19C und von der Schneeschmelze gespeiste Wasserfälle; im Sommer liegen die Tageswerte bei etwa 22-24C, oft mit Gewittern am Nachmittag; im Herbst kühlt es auf ungefähr 8-19C ab; im Winter bewegt sich die Temperatur in der Stadt oft zwischen -3C und 5C, auch wenn die Gipfel deutlich kälter sind. Regen fällt das ganze Jahr über, mit rund 1,200 mm jährlich, und Juli bis August sind die geschäftigsten Monate. Besonders angenehm sind Ende Mai bis Juni oder Ende September bis Anfang Oktober, wenn die Wege offen sind, die Hotelpreise etwas nachgeben und die Menschenmengen dünner werden.

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Sprache & Währung

Schweizerdeutsch hören Sie zuerst, geschrieben wird Hochdeutsch; Englisch wird in Hotels, Restaurants, an Bahnhöfen und in Büros der Bergbahnen breit gesprochen. In der Schweiz zahlt man mit dem Schweizer Franken (CHF), und im Jahr 2026 werden Karten und kontaktlose Zahlungen fast überall akzeptiert, auch wenn kleine Hütten, manche öffentlichen Toiletten und ländliche Haltestellen jeden belohnen, der ein paar Banknoten dabeihat.

Shield

Sicherheit

Interlaken ist im üblichen städtischen Sinn sehr sicher; kleinere Diebstähle rund um die Bahnhöfe und am Höheweg sind eher lästig als Ausdruck eines Musters von Gewaltkriminalität. Die eigentlichen Risiken sind Bergwetter, kaltes schnelles Wasser und die Höhe am Jungfraujoch, also prüfen Sie vor einer Wanderung MeteoSwiss und merken Sie sich die Notrufnummern: 112 für allgemeine Notfälle, 117 Polizei, 118 Feuerwehr, 144 Ambulanz und 1414 für die Rega-Bergrettung.

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