Einführung
Gleitschirmflieger sinken in Interlaken in der Schweiz den ganzen Abend über zu Boden, ihre Schirme streifen über eine 14 Hektar große Wiese, während die Jungfrau in der Ferne hängt wie eine gemalte Kulisse, die jemand abzubauen vergessen hat. Dann hört man den dumpfen Aufprall bei der Landung, die Zugtüren in Interlaken Ost, die Aare, die kaltes türkisfarbenes Wasser zwischen zwei Seen hindurchschiebt. Dieser Kontrast ist die ganze Stadt: teils alpine Bühne, teils Verkehrsmaschine, und weit interessanter, als es beide Etiketten vermuten lassen.
Interlaken liegt auf dem Bödeli, dem flachen Landstreifen zwischen Thunersee und Brienzersee, und nur wenige Orte setzen ihre Geografie so theatralisch ein. Große Belle-Époque-Hotels säumen den Höheweg mit Mansardendächern, Türmen und verglasten Veranden, die auf die Berge ausgerichtet sind, und gleich dahinter liegt die Höhematte, ein geschütztes Freifeld, das 1860 von 37 Hoteliers und Bürgern gekauft wurde, damit niemand den Blick auf die Jungfrau verbaut. Kluger Zug.
Was der Stadt ihre Struktur gibt, ist der Abstand zwischen ihrer polierten Fassade und ihren älteren Knochen. Der Name Interlaken stammt vom Augustinerkloster, das um 1130 gegründet wurde, und die spätgotische Schlosskirche bewahrt einen Teil dieser Geschichte noch immer in Steinbögen und kühlem Schatten, auch wenn viele Besucher auf dem Weg zur nächsten Seilbahn daran vorbeieilen. Gehen Sie fünf Minuten weiter nach Unterseen, und die Stimmung kippt völlig: Fachwerkhäuser, ruhigere Plätze und Abendtische, an denen Rösti mehr Sinn ergibt als Souvenir-Fondue.
Interlaken ist ein Tor, ja, aber wer es darauf reduziert, verpasst den Punkt. Der Kurortglanz kam früh, die Stadt wurde laut Forschung des Schweizerischen Nationalmuseums 1891 von Aarmühle in Interlaken umbenannt, und seither verkauft der Ort Bergträume; doch unter der Hotelzeile finden sich noch immer Uferwege, alte Bürgerhäuser, Folklorefeste und Bars, in denen Guides, Wanderer und Einheimische spätestens um 21 Uhr zusammen landen. Bleiben Sie lange genug, und die Stadt fühlt sich nicht mehr wie eine Startrampe an. Dann liest sie sich wie ein sehr schweizerisches Experiment, Landschaft in bürgerliche Identität zu verwandeln.
Sehenswürdigkeiten
Die interessantesten Orte in Interlaken
Interlaken
Entdecken Sie die Blumenuhr, die Blumenuhr in Interlaken, Schweiz, wo Gartenbau auf Schweizer Präzision trifft.
Harder Kulm
Interlaken, bekannt für seine strategische Lage im Berner Oberland, dient als Tor zu zahlreichen Outdoor-Aktivitäten und historischen Erkundungen.
Unterseen
Welche Öffnungszeiten hat der Golfclub Interlaken-Unterseen?
Beatenberg
Im Herzen der Schweizer Alpen gelegen, ist der Skilift Hohwald Beatenberg AG in Interlaken mehr als nur ein Skilift; er ist ein Tor zu atemberaubenden alpinen…
Alpengarten Schynige Platte
Alpengarten Schynige Platte in Interlaken, Schweiz.
Ruine Weissenau
Eingebettet in die Gemeinde Unterseen, in der malerischen Region Interlaken, Schweiz, steht die Ruine Weissenau als Zeugnis mittelalterlicher Geschichte und…
Bahnhof Interlaken Ost
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Kloster Interlaken
Nestled between the sparkling waters of Lake Thun and Lake Brienz, the former monastery buildings in Interlaken, Switzerland, offer a window into nearly nine…
Schloss Interlaken
Schloss Interlaken in Interlaken, Schweiz.
Was diese Stadt besonders macht
Eine Wiese, absichtlich frei gehalten
Die Höhematte liegt mitten in der Stadt wie eine Weigerung zu bauen. 1860 kauften 37 lokale Hoteliers und Einwohner die 14 Hektar große Wiese, um den Blick auf die Jungfrau zu schützen, und heute gleiten Paraglider auf Gras herab, auf dem ohne Weiteres eine weitere Reihe Hotels hätte stehen können.
Belle Époque mit alpinem Nerv
Interlakens große Hotels am Höheweg wurden gebaut, um die Berge wie Theaterkulissen zu rahmen. Das Victoria-Jungfrau und der Kursaal tragen noch immer dieses Selbstbewusstsein des späten 19. Jahrhunderts: Türme, Veranden, Blumenbeete und ein leiser Eindruck davon, dass wohlhabende Europäer einst hierherkamen, um Wetter zu betrachten, als wäre es Oper.
Tor statt Museumsstück
Interlaken zählt, weil es bewegt. Interlaken Ost führt direkt in das Bahnnetz der Jungfrau-Region, sodass Sie innerhalb von ein oder zwei Stunden auf einem Dampfschiff, in einer Zahnradbahn oder auf 3,454 Metern am Jungfraujoch stehen können und sich fragen, warum Ihr Kaffee so schnell kalt geworden ist.
Zwei Seen, eine Stadt
Wenige Orte wirken so deutlich vom Wasser geordnet. Der Thunersee liegt im Westen, der Brienzersee im Osten, und die Aare zieht sich dazwischen hindurch in jenem kalten Türkis, das die Alpen so gut können.
Historische Zeitleiste
Eine Wiese zwischen zwei Seen wird zur Weltbühne
Vom Augustinerpriorat zum Tor in die Alpen
Ein Priorat entsteht im Moorland
Die meisten Fachleute datieren den Beginn von Interlaken auf etwa 1130, als Otto Seliger von Oberhofen auf der nassen Wiese zwischen Thunersee und Brienzersee ein hölzernes Bethaus gründete. Die Umgebung war alles andere als geschniegelt: Flutarme, Schilf und das unruhige Wasser der Bödeli-Ebene. Dieser religiöse Außenposten gab dem Ort sein erstes dauerhaftes Zentrum.
Interlacus erscheint in den Urkunden
Kaiser Lothar III. stellte das Priorat 1133 unter kaiserlichen Schutz, und der Name Interlacus taucht erstmals schriftlich auf. „Zwischen den Seen“ klingt heute elegant; damals war es schlichte Geografie. Die Urkunde machte aus einer lokalen Gründung eine anerkannte Macht mit rechtlichem Gewicht.
Die kaiserlichen Rechte wachsen
Kaiser Friedrich II. verlieh dem Kloster das Recht, seinen weltlichen Schutzherrn selbst zu wählen, ein stiller verfassungsrechtlicher Schritt mit scharfen Kanten. Wer den Schutzherrn bestimmte, bestimmte auch über Gerichte, Abgaben und bewaffnete Rückendeckung, wenn Streit hässlich wurde. Auf dem Bödeli konnte Papierkram ein Tal genauso formen wie eine Schaufel.
Aarmühle bekommt ihren Namen
Ein Rechtsstreit über Entwässerungsrechte der Lütschine erwähnt 1257 die Klostermühle bei Ara mülli dorf, dem Ort, aus dem Aarmühle wurde. Wasser zählte damals mehr als Aussicht. Wer die Kanäle beherrschte, beherrschte Getreide, Weideland und die Frage, ob diese Ebene nutzbar blieb oder wieder im Sumpf versank.
Das Priorat auf dem Höhepunkt seiner Macht
Bis 1310 war das Kloster zum größten kirchlichen Grundherrn im Berner Oberland geworden, mit Rechten über Kirchen, Weinberge, Fischgründe, Alpenweiden und Bergwege. Die Quellen nennen Dutzende Priester und Laienbrüder sowie ein Frauenhaus, das ungewöhnlich groß geworden war. Interlaken war noch keine Stadt im modernen Sinn, doch von diesem Wiesenstück strahlte bereits Macht aus.
Die Habsburger greifen zu
Herzog Leopold von Österreich wurde 1318 weltlicher Schutzherr des Klosters, nachdem die Erben des Gründers von größerer dynastischer Gewalt beiseitegefegt worden waren. Damit wurde Interlaken an die Politik der Habsburger gebunden, genau in dem Moment, als Herrschaft im Alpenraum härter, schärfer und militarisierter wurde. Die Berge wirkten ewig; das System der Patronage nicht.
Das Klostergasthaus öffnet
Das Klostergasthaus ist 1323 erstmals belegt, ein Hinweis darauf, dass Interlaken lange vor dem Luxustourismus schon Reisende beherbergte. Pilger, Händler, Beamte und Wanderer brauchten alle ein Bett und eine Mahlzeit. Gastfreundschaft begann hier mit praktischem Schutz, nicht mit Postkarten.
Bern zieht die Zügel an
Mit Rückendeckung von Kaiser Sigismund übernahm Bern 1415 faktisch die Schutzgewalt über das Kloster. Das war der lange Mittelakt der Geschichte Interlakens: lokale Selbstständigkeit schrumpfte, die Berner Aufsicht wurde dichter, und das Oberland geriet fester in den Orbit der Stadt an der Aare. Die Macht verlagerte sich bergauf, dann nach Westen.
Besucher stoßen auf Verfall
Kirchliche Inspektoren kamen 1472 während eines erbitterten Streits zwischen Männer- und Frauenhaus und fanden schwere Missstände vor. Die Zahl der Bewohner war gesunken, die Disziplin zerfasert, und das alte Prestige passte nicht mehr zum Alltag. Der Geruch solcher Orte ist selten romantisch: feuchtes Holz, abgestandene Vorräte und eine Autorität, die weich geworden ist.
Das Frauenhaus wird aufgelöst
Eine päpstliche Bulle hob 1484 das Frauenkloster nach Jahren von Skandalen, Niedergang und einem verheerenden Brand auf. Sein Besitz ging an Bern über, und so wurde geistliches Scheitern zur politischen Gelegenheit. Die mittelalterliche Kirchenmacht Interlakens begann von innen her auseinanderzufallen.
Bern beendet das Kloster
Die Reformation erreichte Interlaken 1528 mit harter Verwaltungshand: Das Kloster wurde aufgelöst, sein Land eingezogen und seine Gebäude weltlich genutzt. Untertanen, die glaubten, die alten Abgaben würden verschwinden, erhoben sich, als Bern weiter Pachten und Zehnten verlangte. Soldaten beendeten den Streit. Schnell.
Niklaus Manuel schlägt den Aufstand nieder
Niklaus Manuel, Berner Befehlshaber und eine der schärfsten Kulturfiguren der Reformation, führte die Truppe, die den Widerstand im Oberland brach. Seine Verbindung zu Interlaken ist nicht bloß dekorativ; er half zu entscheiden, wer diesen Ort regieren würde, nachdem die alte Kirchenordnung zusammengebrochen war. Hinter jedem sauberen Verfassungswechsel standen meist Stiefel im Schlamm.
Ein neues Schloss für Bern
Zwischen 1746 und 1750 ließ Bern einen Teil des alten westlichen Klosterflügels abreißen und errichtete das Neue Schloss, den Verwaltungssitz, der das Areal bis heute prägt. Stein ersetzte klösterlichen Alltag durch bürokratische Dauerhaftigkeit. Die Botschaft lässt sich an der Architektur ablesen: Auf das Gebet folgten Akten, Siegel und Gerichtssäle.
Goethe kommt vorbei
Johann Wolfgang von Goethe besuchte Interlaken 1790, als Teil der langen romantischen Entdeckung der Alpen als Ort, den man nicht nur vermisst, sondern auch empfindet. Seine Anwesenheit ist wichtig, weil die Stadt für die europäische Vorstellungskraft lesbar wurde, nicht nur für die lokale Verwaltung. Zuerst kamen die Schriftsteller. Dann die Investoren.
Unspunnen erfindet eine Tradition
Das erste Unspunnenfest fand 1805 bei Interlaken statt und mischte Schwingen, Steinstoßen, Alphörner und sorgfältig inszenierte ländliche Identität. Es war teils Volkskultur, teils politische Reparatur nach den Erschütterungen der französischen Invasion. Die Schweiz hat ein Talent dafür, Zeremonien uralt wirken zu lassen, selbst wenn die Farbe noch trocknet.
Byron entdeckt alpines Drama
Lord Byron kam 1816, in jenem düsteren Sommer, nachdem der Ausbruch des Tambora den Himmel über Europa verdunkelt hatte. Das Wetter war falsch, das Licht seltsam, und die Berge wirkten gerade deshalb umso theatralischer. Interlaken trat in das romantische Skript ein als Ort, an dem Wetter, Fels und Stimmung sich gegen einen Schriftsteller verbünden konnten.
Aarmühle wird eine Gemeinde
Das moderne Interlaken begann politisch 1837, als sich Aarmühle von Matten löste und eine eigenständige Gemeinde wurde. Der alte Mühlenname blieb zunächst bestehen. Was auf dem Papier existierte, war noch eine kleine Verwaltungssiedlung, noch nicht der elegante Kurort, den spätere Besucher für selbstverständlich hielten.
Der Kursaal verändert die Stimmung
Mit der Gründung des Kursaals 1859 bekam Interlaken ein neues gesellschaftliches Herz, abgestimmt auf Badekultur, Glücksspiel, Konzerte und die Rituale wohlhabenden Reisens. In diesem Moment hörte die Stadt auf, Besucher nur zu empfangen, und begann, sich für sie zu inszenieren. Pracht kam mit Fahrplänen, Kronleuchtern und Abendgarderobe.
Die Eisenbahn durchzieht das Bödeli
Die Bödelibahn wurde 1872 eröffnet und verband die Ufer des Thunersees und des Brienzersees durch Interlaken. Stahlgleise verwandelten Entfernung in Fahrplan. Die alte Wiese zwischen zwei Seen wurde zum Gelenk einer regionalen Verkehrsmaschine.
Die Schienen erreichen die Täler
Die Berner Oberland-Bahn nahm 1890 den Betrieb auf und verband Interlaken direkt mit Lauterbrunnen und Grindelwald. Danach war die Stadt nicht mehr nur ein Ziel an sich; sie wurde zur Eingangstür für größeres Drama. Man übernachtete hier und jagte dann den Gletschern nach.
Aarmühle gibt sich einen neuen Namen
Am 5. Dezember 1891 legte die Gemeinde den Namen Aarmühle offiziell ab und nahm den Namen Interlaken an. Das war ein Meisterstück des Brandings, gespeist aus dem alten lateinischen Interlacus und zugleich geschniegelt genug für ausländische Ohren, die per Bahn ankamen. Nur wenige Orte benennen sich so sauber für das Zeitalter des Tourismus um.
Kirchen entstehen auf klösterlichem Grund
1909 wurde auf den Fundamenten des früheren Klosterschiffs eine neue protestantische Schlosskirche errichtet, daneben die katholische Kirche. Der Ort wechselte immer wieder sein Kostüm und behielt doch dieselbe heilige Adresse. Steine erinnern länger als Institutionen.
Die Jungfraubahn erreicht das Joch
Am 1. August 1912 erreichte die Jungfraubahn nach 16 Jahren Tunnelbau durch Eiger und Mönch das Jungfraujoch auf 3,454 Metern. Diese Bahn machte Interlaken zur Startrampe für eine der großen technischen Aufführungen der Alpen. Ruß, Dynamit, Eis und ingenieurtechnischer Mut machten die Hochalpen per Fahrschein kaufbar.
Der Steinbock wird offiziell
Im April 1945 übernahm die Gemeinde offiziell ihr Wappen: einen schwarzen halben Steinbock auf Silber. Die Entscheidung fiel am Ende eines Krieges, der den Tourismus in ganz Europa erschüttert und Alpenorte gezwungen hatte, über ihre Zukunft neu nachzudenken. Interlaken antwortete mit einem alten Bergsymbol, halb Heraldik, halb Überlebensinstinkt.
Der Saxetbach wird tödlich
Eine Sturzflut in der Saxetbachschlucht tötete am 27. Juli 1999 21 Canyoning-Touristen, der folgenschwerste kommerzielle Abenteuerunfall der Schweizer Geschichte. Der Schock riss das Bild von Interlaken als mühelosem Spielplatz auf. Kaltes Wasser kümmert sich nicht um Markenpflege, und die Regeln, die danach kamen, wurden aus Trauer geschrieben.
UNESCO adelt das alpine Hinterland
2001 wurde das Gebiet Jungfrau-Aletsch hinter Interlaken in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen und erhielt damit internationale Anerkennung für das vergletscherte Massiv, das seit zwei Jahrhunderten Reisende hierherzieht. Das Schutzgebiet umfasste zunächst 53,900 Hektar und wurde 2007 erweitert. Die Berge änderten sich nicht. Die Papierwelt zog nur endlich nach.
Der Eiger Express beschleunigt den Aufstieg
Die Eiger-Express-Gondelbahn wurde im Dezember 2020 eröffnet und verkürzte die Fahrt von Interlaken Richtung Jungfraujoch um rund 47 Minuten. Diese eine Zahl erklärt das moderne Interlaken ziemlich gut: weniger einzelnes Reiseziel als präzise abgestimmter Umsteigepunkt zwischen Hotelfrühstück und hochalpinem Schnee. Effizienz gehört hier zum Spektakel.
Berühmte Persönlichkeiten
Johann Wolfgang von Goethe
1749–1832 · SchriftstellerGoethe erreichte Interlaken, bevor es ein geschniegeltes Resort war, als der Ort noch stärker von der Erinnerung ans Kloster lebte als vom Glanz der Hotels. Er kam auf der Suche nach alpiner Erhabenheit; die heutigen Souvenirpassagen würden ihn vermutlich amüsieren, aber das Licht auf der Jungfrau würde ihn noch immer mitten im Satz verstummen lassen.
Lord Byron
1788–1824 · DichterByron kam in dem kalten, von Vulkanasche gedämpften Sommer nach dem Tambora, als Europa leicht aus dem Takt geraten schien. Diese Stimmung nährte das alpine Drama von „Manfred“; man kann sich ihn noch immer eher an der Gewitterfront vorstellen als vor dem Postkartenpanorama.
Felix Mendelssohn Bartholdy
1809–1847 · KomponistMendelssohn kam zweimal hierher und hörte die Alpen so, wie andere Reisende sie sahen. Interlaken bot ihm eher einen Übergang als ein Ziel: zuerst die Ruhe des Tals, dann der plötzliche Aufstieg ins höhere Land, genau die Art von Kontrast, mit der ein Komponist etwas anzufangen weiß.
Adolf Guyer-Zeller
1839–1899 · Industrieller und EisenbahnpromotorGuyer-Zeller verwandelte alpine Ehrfurcht in Ingenieurskunst und unterstützte die Bahn, die 1912 schließlich das Jungfraujoch erreichte. Die heutigen Warteschlangen in Interlaken Ost würde er wohl als Beweis sehen, dass seine kühne Idee aufging, auch wenn ihn vielleicht zusammenzucken ließe, wie beiläufig Menschen heute in einen Zug steigen, der in etwas fährt, das einst als das Erhabene galt.
Niklaus Manuel
1484–1530 · Staatsmann, Soldat und KünstlerNiklaus Manuel betrat Interlaken in weit weniger romantischer Stimmung als die Dichter, die nach ihm kamen, und befehligte die Berner Truppen, die nach der Reformation den Aufstand der Gotteshausleute niederschlugen. Die geschniegelt wirkende Kurortoberfläche der Stadt verdeckt diese härtere Geschichte, doch der alte Klosterplatz trägt noch immer den Nachgeschmack von Macht, die ergriffen und umbenannt wurde.
Praktische Informationen
Anreise
Interlaken hat keinen Flughafen. Die meisten Besucher kommen über den Flughafen Zürich (ZRH), etwa 1 Stunde 55 Minuten bis 2 Stunden 10 Minuten mit dem Zug der SBB; vom Flughafen Genf (GVA) dauert es etwa 2 Stunden 45 Minuten bis 3 Stunden, vom EuroAirport Basel (BSL/EAP) etwa 2 Stunden 15 Minuten, und der Flughafen Bern (BRN) liegt am nächsten, hat aber nur sehr eingeschränkten Betrieb. Die wichtigsten Bahnhöfe sind Interlaken Ost und Interlaken West, verbunden durch häufige Züge und einen 20-minütigen Spaziergang entlang des Höhewegs, und Autofahrer kommen meist über die Autobahn A8 mit Anschlüssen Richtung Bern, Luzern und die Jungfrau-Region.
Unterwegs vor Ort
Interlaken hat weder U-Bahn noch Straßenbahn; die Stadt funktioniert mit Zügen, Bussen, Booten und den eigenen Füßen. Lokale Busse und Züge verkehren in der Libero-Zone 700, wobei PostAuto und regionale Verbindungen Interlaken, Unterseen, Matten, Wilderswil und die umliegenden Dörfer verbinden, während BLS-Boote auf dem Thunersee und dem Brienzersee fahren. Im Jahr 2026 gilt die kostenlose Interlaken-Gästekarte für Übernachtungsgäste weiterhin für den Nahverkehr in Zone 700, und der Swiss Travel Pass oder die Halbtax-Karte macht sich deutlich bemerkbar, sobald Bergbahnen dazukommen.
Klima & beste Reisezeit
Der Frühling bringt meist Tage mit 10-19C und von der Schneeschmelze gespeiste Wasserfälle; im Sommer liegen die Tageswerte bei etwa 22-24C, oft mit Gewittern am Nachmittag; im Herbst kühlt es auf ungefähr 8-19C ab; im Winter bewegt sich die Temperatur in der Stadt oft zwischen -3C und 5C, auch wenn die Gipfel deutlich kälter sind. Regen fällt das ganze Jahr über, mit rund 1,200 mm jährlich, und Juli bis August sind die geschäftigsten Monate. Besonders angenehm sind Ende Mai bis Juni oder Ende September bis Anfang Oktober, wenn die Wege offen sind, die Hotelpreise etwas nachgeben und die Menschenmengen dünner werden.
Sprache & Währung
Schweizerdeutsch hören Sie zuerst, geschrieben wird Hochdeutsch; Englisch wird in Hotels, Restaurants, an Bahnhöfen und in Büros der Bergbahnen breit gesprochen. In der Schweiz zahlt man mit dem Schweizer Franken (CHF), und im Jahr 2026 werden Karten und kontaktlose Zahlungen fast überall akzeptiert, auch wenn kleine Hütten, manche öffentlichen Toiletten und ländliche Haltestellen jeden belohnen, der ein paar Banknoten dabeihat.
Sicherheit
Interlaken ist im üblichen städtischen Sinn sehr sicher; kleinere Diebstähle rund um die Bahnhöfe und am Höheweg sind eher lästig als Ausdruck eines Musters von Gewaltkriminalität. Die eigentlichen Risiken sind Bergwetter, kaltes schnelles Wasser und die Höhe am Jungfraujoch, also prüfen Sie vor einer Wanderung MeteoSwiss und merken Sie sich die Notrufnummern: 112 für allgemeine Notfälle, 117 Polizei, 118 Feuerwehr, 144 Ambulanz und 1414 für die Rega-Bergrettung.
Wo essen
Das sollten Sie unbedingt probieren
WYVA
fine diningBestellen: Bestellen Sie das Steak Tatar und das Risotto, dann lassen Sie frisches Brot und eine gute Flasche Wein den Rest übernehmen.
Das hier wirkt wie eine echte Kellerbar und nicht wie ein Raum, der für Touristen geschniegelt wurde. In den Bewertungen tauchen immer dieselben Punkte auf: kluge Weinauswahl, herzliche Gastgeber und ein lokales Publikum, das zeigt, dass die Leute ganz bewusst wiederkommen.
Per Bacco - Restaurant, Café und Vinothek
fine diningBestellen: Nehmen Sie die hausgemachten Gnocchi, falls es sie gibt, oder die Tagliatelle con gamberoni, wenn Sie etwas Kräftigeres möchten.
Per Bacco klingt nach einem Ort, den man für Geburtstage und Flitterwochen bucht und über den man danach noch wochenlang spricht. Der Reiz liegt nicht nur im gepflegten Service, sondern in einer Küche, die einfache italienische Gerichte ernst nimmt.
Hopplá Bistro
local favoriteBestellen: Bestellen Sie das Rindergulasch und lassen Sie noch Platz für den Karottenkuchen.
Viele Essen in Interlaken verschwimmen irgendwann miteinander. Dieses nicht. Gelobt werden hausgemachtes Brot, sorgfältige Küche und ein kleiner familiengeführter Gastraum, in dem aus dem Mittagessen schnell ein zweiter Besuch am Abend wird.
Barrel Brewing Co. at Hüsi Bierhaus
local favoriteBestellen: Nehmen Sie die Bratwurst mit Kartoffeln und dazu ein paar lokale Biere.
Interlaken hat eine echte Bierseite, und hier wird sie konkret statt bloß theoretisch. Die Bewertungen deuten auf deftiges Essen, freundliches Personal und das schlichte Vergnügen hin, lokales Bier genau dort zu trinken, wo es hingehört.
Afghan Central Restaurant Interlaken | افغان سنترال رستورانت
local favoriteBestellen: Bestellen Sie Ziege mit Reis und winken Sie den Tee nicht ab, wenn er Ihnen am Ende angeboten wird.
Das ist die Art von Ort, von der Wanderer nach einem kalten Tag draußen träumen: duftender Reis, kräftig gewürztes Fleisch, großzügige Gastgeber. Die Bewertungen haben diesen leicht benommenen Ton, den Menschen anschlagen, wenn das Abendessen besser war als erwartet.
Nav Bharatam Restaurant Interlaken family of madraskitchen
local favoriteBestellen: Nehmen Sie, wenn möglich, das Podi Dosa oder das Non Veg Thali, wenn Sie einen breiteren Eindruck von der Küche wollen.
In Interlaken gibt es viele Lokale, die sich ganz auf Durchreisende richten. Dieses fällt auf, weil Leute, die südindisches Essen kennen, sagen, es schmecke wie das Original. Das zählt.
Bäckerei-Konditorei Christen
quick biteBestellen: Holen Sie sich ein Praliné-Noisette-Croissant oder das Wurst-Croissant, dazu noch ein Sandwich für später.
Das ist Frühstück mit lokaler Schwerkraft. In den Bewertungen ist von vier Morgen hintereinander die Rede, und das ist meist das beste Lob, das eine Bäckerei bekommen kann.
Gut Markt
marketBestellen: Kommen Sie für Schweizer Vorratswaren, regionale Leckereien und essbare Souvenirs, die die Leute am Ende tatsächlich aufessen.
Nicht jeder gute kulinarische Halt braucht eine weiße Tischdecke. Gut Markt ist praktisch, wenn Sie sich durch lokale Produkte probieren, sich für ein Picknick eindecken oder einem weiteren generischen Souvenirladen ausweichen möchten.
Restaurant-Tipps
- check In Interlaken geht es weniger um ein einzelnes typisches Stadtgericht als um alpine Küche aus dem Berner Oberland: denken Sie an Käse, Trockenfleisch, Wild, Gebäck, Schokolade und Bergkräuter.
- check Das Mittagessen findet meist zwischen 11:30-14:00 statt, das Abendessen etwa zwischen 18:00-20:00.
- check Viele Küchen schließen gegen 21:00, daher sind späte Abendessen mit vollem Service nicht die Regel.
- check Gehen Sie unter der Woche nicht automatisch von Öffnungszeiten aus. Besonders häufig sind Ruhetage am Dienstag und Mittwoch, auch wenn das je nach Restaurant variiert.
- check Trinkgeld ist in der Schweiz nicht verpflichtend, weil der Service inbegriffen ist, aber Aufrunden oder etwa 10% zu geben ist üblich.
- check Der Markt auf dem Interlakener Marktplatz findet dienstags und samstags von 08:00-12:15 statt.
- check Manche Marktstände bevorzugen Bargeld oder haben kein Kartenterminal.
- check Ein saisonaler Jahrmarkt mit starken Essensständen findet viermal im Jahr auf der Promenade Höhematte/Höheweg statt.
Restaurantdaten bereitgestellt von Google
Tipps für Besucher
Den richtigen Bahnhof wählen
Nutzen Sie Interlaken Ost für Jungfraujoch, Grindelwald, Lauterbrunnen und die Schiffe auf dem Brienzersee. Interlaken West ist praktischer für den Höheweg, viele Grandhotels und die Verbindungen zum Thunersee.
Die Gästekarte holen
Wenn Sie über Nacht bleiben, fragen Sie beim Check-in nach der Gästekarte Interlaken. Sie bietet kostenlose Fahrten in Zone 700 und Ermäßigungen auf Strecken wie Interlaken Ost nach Lauterbrunnen oder Grindelwald.
Früh hinauf
Sommernachmittage bringen oft Gewitter, besonders von Juli bis August. Nehmen Sie die ersten Bergbahnen, die Sie bekommen können, und kommen Sie wieder herunter, bevor sich die Wolken über den Gipfeln auftürmen.
Die Höhe ernst nehmen
Das Jungfraujoch liegt auf 3,454 Metern, hoch genug, um selbst vielen gesunden Menschen Kopfschmerzen zu bereiten. Trinken Sie Wasser, halten Sie sich mit Alkohol zurück und planen Sie keine große Wanderung direkt nach dem Aussteigen aus dem Zug.
Bei Pässen lohnt sich Rechnen
Eine Halbtax-Karte ist oft günstiger als Vollpreistickets, wenn Sie vier oder fünf Tage bleiben und Bergausflüge machen. Wenn Ihr Plan mehrere große Lifte und Bahnfahrten umfasst, vergleichen Sie sie vor der Anreise mit dem Swiss Travel Pass oder dem Berner Oberland Pass.
Außerhalb des Höhewegs essen
Das Zentrum voller Souvenirläden ist bequem, aber die Abendessenpreise auf der Hauptstraße steigen oft mit dem Blick auf die Jungfrau. Gehen Sie nach Unterseen für eine ruhigere Altstadtkulisse und Speisekarten, die sich weniger für durchziehende Reisegruppen kalkuliert anfühlen.
Zertifizierte Anbieter buchen
Abenteuersport gehört zu Interlakens Identität, aber genau hier ist Vorsicht angebracht. Wählen Sie Unternehmen, die von der Swiss Outdoor Association zertifiziert sind, besonders für Canyoning, Rafting und Paragliding.
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Häufig gefragt
Lohnt sich ein Besuch in Interlaken? add
Ja, wenn Sie schnellen Zugang zu großer Alpenlandschaft wollen, ohne in einem abgelegenen Resortdorf zu übernachten. Interlaken selbst ist klein, aber die beiden Seen, die Belle-Époque-Hotelzeile am Höheweg und die schnellen Verbindungen zum Jungfraujoch, nach Grindelwald und Lauterbrunnen machen den Ort zu einer starken Basis.
Wie viele Tage sollte man in Interlaken verbringen? add
Planen Sie 2 bis 4 Tage ein. Zwei Tage reichen für die Stadt, den Harder Kulm und einen großen Bergausflug; vier Tage geben Ihnen Spielraum für Schiffe, Dörfer im Tal und einen Reservetag für schlechtes Wetter, was hier wichtiger ist, als viele Erstbesucher erwarten.
Ist Interlaken teuer? add
Ja, besonders sobald Seilbahnen und Bergbahnen ins Spiel kommen. Günstiger wird die Stadt, wenn Sie die kostenlose Gästekarte nutzen, Pässe vor dem Kauf vergleichen und Restaurantbesuche für Straßen abseits des Höhewegs aufheben.
Ist Interlaken für Touristen sicher? add
Ja, Interlaken ist im üblichen städtischen Sinn sehr sicher, mit nur gelegentlichem Kleindiebstahl rund um die Bahnhöfe in der Hochsaison. Die eigentlichen Risiken sind Wetter, die Höhe am Jungfraujoch, kaltes Wasser und nachlässig ausgewählte Anbieter von Abenteuersportarten.
Kann man sich in Interlaken ohne Auto fortbewegen? add
Absolut. Das Zentrum ist flach und gut zu Fuß zu erkunden, Busse bedienen die umliegenden Orte in Zone 700, Züge verbinden die Bahnhöfe West und Ost, und Schiffe steuern die Dörfer an den Seen an, sodass ein Auto oft nur zu einem teuren Gepäckstück wird.
Was ist besser, Interlaken West oder Interlaken Ost? add
Keines von beiden ist für alles besser; sie erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Übernachten Sie nahe Ost, wenn Sie früh in die Jungfrau Region starten wollen, und nahe West, wenn Ihnen zentrale Hotels, der Höheweg und der Zugang zum Thunersee wichtiger sind.
Wann ist die beste Zeit für einen Besuch in Interlaken? add
Von Ende Mai bis Anfang Oktober ist die beste Zeit für Wanderer und Reisende auf den Seen, weil dann die meisten Lifte, Schiffe und Wege in Betrieb sind. Im Mai und Ende September sind die Preise meist besser und die Menschenmengen kleiner als im Juli und August, dazu gibt es weniger Schlangen und klareres Licht.
Quellen
- verified Interlaken-Gästekarte — Offizielle Angaben zu kostenlosen Fahrten in Zone 700 und zu Ermäßigungen bei Übernachtungen.
- verified Schweizerische Bundesbahnen (SBB) — Informationen zu Zügen, Booten, Flughafenverbindungen und Pässen, genutzt für Hinweise zu Verkehr und Tarifen.
- verified Jungfraubahnen — Angaben zur Höhe des Jungfraujochs, zu den Zugangswegen und zu Harder Kulm.
- verified Gemeindegeschichte Interlaken — Stadtgeschichte, Ursprünge des Klosters, Umbenennung 1891 und belegte Besuche von Goethe, Byron und Mendelssohn.
- verified UNESCO-Welterbezentrum: Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch — Geologischer Hintergrund und Welterbestatus der Bergregion oberhalb von Interlaken.
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