Pragfriedhof

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Der Pragfriedhof Stuttgart ist einer der größten und historisch bedeutendsten Friedhöfe der Stadt und bietet eine harmonische Verbindung von kulturellem Erbe,…

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Pragfriedhof

Der Pragfriedhof Stuttgart

Der Pragfriedhof ist einer der größten und historisch bedeutendsten Friedhöfe Stuttgarts. Er verbindet kulturelles Erbe, Architektur und Kunst mit parkähnlichen Grünflächen und dient sowohl als letzte Ruhestätte bedeutender Persönlichkeiten als auch als Ort der Besinnung und des Lernens. Verschlungene Wege und baumgesäumte Alleen spiegeln die Gartenfriedhofbewegung des 19. Jahrhunderts wider.

Der Friedhof ist auch ein Zeugnis der multikulturellen und interreligiösen Geschichte Stuttgarts. Dazu gehören ein israelitischer Abschnitt mit Holocaust-Mahnmal und die russisch-orthodoxe Kirche des Heiligen Alexander Newski, auch Alexander Nevskyj genannt. Als städtische Grünfläche unterstützt der Friedhof die Artenvielfalt und bietet einen ruhigen Rückzugsort. Er wird außerdem für Spaziergänge und zur Erholung geschätzt.

Die Angaben zur Fläche lauten an verschiedenen Stellen etwa 21 Hektar und 20 Hektar. Nach Fläche ist der Pragfriedhof der drittgrößte Friedhof Stuttgarts, nach der Zahl der Gräber mit rund 29.000 der größte. Zu seiner Anlage gehören außerdem ein Kolumbarium.

Geschichte

Der Pragfriedhof wurde 1823 außerhalb der damaligen Stadtgrenzen gegründet, um den steigenden Bedarf an Begräbnisstätten zu decken und den damaligen hygienischen Anforderungen Rechnung zu tragen. Eine weitere Darstellung nennt 1873 als Gründungsjahr. Anfangs war der Friedhof klein und wurde mehrfach erweitert.

Zwischen 1873 und 1876 ließ Architekt August Beyer wesentliche Erweiterungen sowie neue Gebäude errichten, darunter ein Verwaltungsgebäude und ein Leichenhaus. Die neoromanische Zentralfriedhofskapelle stammt aus dem Jahr 1876.

Die Datierungen des israelitischen Friedhofsteils werden unterschiedlich angegeben: Er sei 1873 parallel zum Friedhof angelegt, ab 1874 eingerichtet oder 1877 geschaffen worden. Der denkmalgeschützte Abschnitt enthält ein Mahnmal für die Opfer der NS-Zeit. Über 2.300 Grabsteine waren dort 1991 dokumentiert.

Zwischen 1905 und 1907 wurde die Jugendstil-Feierhalle mit dem städtischen Krematorium nach Plänen von Wilhelm Scholter erbaut. Das Krematorium, das auch auf 1907 datiert wird, ist bis heute das einzige städtische Krematorium in Stuttgart. Historistische Gebäude und die brutalistische Feierhalle unterhalb des Krematoriums zeigen die Entwicklung der Bestattungsarchitektur.

1922 wurde der Pragfriedhof Teil des Stadtbezirks Stuttgart-Nord. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen weitere Bereiche hinzu: 1952 ein anonymes Urnengrabfeld und 2003 das Feld für fehlgeborene Kinder, „Kleinste der Kleinen“. Diese Grabstätte veranschaulicht auch den Wandel gesellschaftlicher Einstellungen.

Sehenswürdigkeiten und besondere Merkmale

Anlage und Architektur

Die Anlage mit ihren verschlungenen Wegen, baumgesäumten Alleen und kreuzförmigen Achsen folgt den Gestaltungsprinzipien der Gartenfriedhofbewegung des 19. Jahrhunderts. Halbkreisförmige Wege gehen von der Zentralfriedhofskapelle aus. Der Haupteingang wird von kunstvollen schmiedeeisernen Toren und Steinsäulen aus dem späten 19. Jahrhundert geprägt.

Im Herzen des Friedhofs steht die neoromanische Zentralfriedhofskapelle von 1876. Zu ihren Merkmalen gehören Rundbögen, kräftige Steinmetzarbeiten, ein markanter Glockenturm und Steinschnitzereien mit Symbolen für Leben, Tod und Auferstehung. Im Inneren befinden sich gewölbte Decken, Buntglasfenster mit biblischen und allegorischen Szenen sowie ein Marmoraltar, der weiterhin im Mittelpunkt von Trauerfeiern und Gedenkveranstaltungen steht.

Auf dem Friedhof finden sich Mausoleen und Familiengräber in unterschiedlichen Stilen: Jugendstil mit fließenden Linien und organischen Motiven, neugotische Spitzbögen und Türmchen sowie neoklassizistische Säulen und Skulpturenfriese. Sie spiegeln die architektonische Entwicklung Stuttgarts vom späten 19. bis zum frühen 20. Jahrhundert wider.

Kunst, Denkmäler und Gräber

Zur skulpturalen Kunst gehören Marmor- und Bronzestatuen von Engeln und trauernden Figuren sowie Allegorien der Hoffnung, des Glaubens und der Nächstenliebe. Ein Denkmal für die Opfer des Zweiten Weltkriegs verbindet abstrakte und figurative Elemente. Die Kunstwerke veranschaulichen den Wandel deutscher Vorstellungen von Tod und Gedenken.

Zu den auf dem Pragfriedhof bestatteten Persönlichkeiten zählen:

  • Eduard Mörike, Dichter
  • Ferdinand Graf von Zeppelin, Luftschiffpionier
  • Anna Sutter, Opernsängerin
  • Claire Waldoff, Kabarettistin und Sängerin der 1920er Jahre
  • Willi Baumeister, Maler der Moderne
  • Eduard Otto Moser, Industrieller
  • Theodor Heuss, erster Bundespräsident Deutschlands; sein Grab ist durch einen schlichten, eleganten Stein gekennzeichnet, der Bescheidenheit symbolisiert

Die Gräber von Künstlern, Schriftstellern und Musikern tragen teils individuelle Gestaltungselemente wie gravierte Porträts, Musiknoten und literarische Zitate.

Israelitischer Abschnitt und Gedenkstätten

Der israelitische Friedhofsteil besitzt Grabsteine mit hebräischen Inschriften und traditionellen Symbolen wie Davidsternen und Menorot. Eine niedrige Steinmauer umgibt den Abschnitt. Das Holocaust-Mahnmal ehrt lokale jüdische Opfer und ist ein zentraler Erinnerungsort sowie ein Bezugspunkt für jährliche Gedenkfeiern.

Grünflächen und ökologische Bedeutung

Eichen, Linden und Kastanien spenden Schatten und prägen die Anlage. Saisonale Blumen und Sträucher bringen Farbe; Bänke und Wasserspiele laden zum Verweilen ein. Die Verbindung von natürlichen und gebauten Elementen folgt der Vorstellung des 19. Jahrhunderts, Lebenszyklen in der Friedhofsgestaltung aufzugreifen.

Alte Bäume und Pflanzen unterstützen die Artenvielfalt und ein stabiles Mikroklima. Nachhaltiges Management und die Einbindung in die Stadtplanung unterstreichen den ökologischen Wert des Friedhofs.

Führungen und kulturelle Angebote

Regelmäßige thematische Führungen vermitteln die Geschichte und Architektur des Friedhofs sowie Wissenswertes zu bemerkenswerten Gräbern. Führungen werden saisonal angeboten und können über Stuttgart Tourismus oder die offizielle Website des Pragfriedhofs gebucht werden; für manche Besuche ist eine Voranmeldung vorgesehen. Führungen, Schulbesuche und Ausstellungen fördern die Beschäftigung mit der Geschichte des Ortes.

Praktische Besuchsinformationen

Öffnungszeiten und Eintritt

Der Eintritt ist frei. Die Angaben zu den Öffnungszeiten unterscheiden sich:

  • Eine Angabe nennt täglich 7:00 bis 19:00 Uhr, im Winterhalbjahr bis 17:00 Uhr.
  • Eine weitere nennt täglich 8:00 bis 18:00 Uhr, mit saisonal veränderlichen Zeiten.
  • Laut einer Angabe der Stadt beginnt die Öffnungszeit wochentags um 07:15 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen um 08:00 Uhr.

Für aktuelle Zeiten wird auf die offizielle Website der Stadt Stuttgart verwiesen.

Anfahrt und Barrierefreiheit

Der Friedhof ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Genannt werden die U-Bahn-Linien U5, U7 und U15; die Haltestelle „Pragfriedhof“ wird insbesondere für die U15 angegeben. Mehrere Buslinien halten in der Nähe des Haupteingangs. Es gibt ausreichend Parkmöglichkeiten.

Die Wege sind größtenteils gepflastert oder flach und für Rollstühle und Kinderwagen geeignet. Einige ältere Bereiche können uneben und weniger gut zugänglich sein. Hilfe oder Führungen können im Voraus angefragt werden.

Tipps für den Besuch

Bequeme Schuhe werden empfohlen; in den warmen Monaten sollte Wasser mitgebracht werden. Besucher sollten sich ruhig verhalten, nicht auf Gräber treten und private Momente sowie laufende Gottesdienste respektieren.

Fotografieren und Skizzieren sind in den meisten Bereichen erlaubt; für den persönlichen Gebrauch ist Fotografieren ebenfalls gestattet. Dabei ist Diskretion geboten. Eine Kamera kann die Architektur und die Skulpturen festhalten. Haustiere werden im Allgemeinen nicht empfohlen, um die Feierlichkeit des Ortes zu wahren.

Frühling und Herbst bieten schönes Laub und angenehmes Wetter. Die frühen Morgenstunden gelten als ruhig und eignen sich zur Besinnung und zum Fotografieren.

Fotogalerien, interaktive Karten und virtuelle Touren sind auf den Websites von Stuttgart Tourismus zu finden.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe

Ein Besuch lässt sich mit dem Schlossplatz, dem Alten Schloss oder dem Waldfriedhof verbinden. Weitere nahegelegene Ziele sind der Feuersee, das Stadtzentrum, die Stadtbibliothek Stuttgart und der Killesbergpark. Die öffentlichen Verkehrsmittel erleichtern die Verbindung zu diesen Orten.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Wann ist der Pragfriedhof geöffnet?
Die Angaben nennen täglich 7:00 bis 19:00 Uhr, im Winterhalbjahr bis 17:00 Uhr, oder täglich 8:00 bis 18:00 Uhr. Eine weitere Angabe nennt den Beginn der Öffnungszeit wochentags um 07:15 Uhr und an Sonn- und Feiertagen um 08:00 Uhr.

Gibt es Eintrittskosten?
Nein, der Eintritt ist frei.

Ist der Pragfriedhof barrierefrei?
Die meisten Hauptwege sind flach und zugänglich. Einige ältere Abschnitte können uneben sein.

Sind Führungen möglich?
Ja. Regelmäßige beziehungsweise saisonale Führungen sind verfügbar. Sie können über Stuttgart Tourismus gebucht werden; teilweise ist eine Voranmeldung vorgesehen.

Wie komme ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln hin?
Mit den U-Bahn-Linien U5, U7 und U15; die Haltestelle „Pragfriedhof“ wird insbesondere für die U15 genannt. Mehrere Buslinien fahren in die Nähe des Haupteingangs.

Darf ich fotografieren?
Fotografieren und Skizzieren sind in den meisten Bereichen erlaubt; für den persönlichen Gebrauch ist Fotografieren gestattet. Bitte verhalten Sie sich dabei diskret und respektvoll.

Sind Haustiere auf dem Friedhof erlaubt?
Haustiere werden im Allgemeinen nicht empfohlen.