Shanghai.

31° N · 121° E People's Republic of China

Wenn man den Bund zum ersten Mal in der Abenddämmerung erlebt, wirkt der Kontrast fast übermächtig: Auf der einen Seite stehen die würdevollen Steinfronten der Banken und Handelshäuser aus den 1920er Jahren, auf der anderen schießen jenseits des Huangpu die Glas- und Stahltürme Pudongs in Neonrosa und Säuregrün in einen Himmel, der wie nasse Tinte aussieht. Das ist Shanghai in der Volksrepublik China, eine Stadt, die sich nicht zwischen Vergangenheit und Zukunft entscheiden will und deshalb beides Nacht für Nacht gleichzeitig inszeniert.

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Shanghai, People's Republic of China
Shanghai · People's Republic of China
8
Attraktionen
3-5 Tage
days suggested
Frühling (April-Mai)
best season
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narration

03 Top tickets in Shanghai.

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01 An einleitung

synthesized from 240+ sources ·

SWenn man den Bund zum ersten Mal in der Abenddämmerung erlebt, wirkt der Kontrast fast übermächtig: Auf der einen Seite stehen die würdevollen Steinfronten der Banken und Handelshäuser aus den 1920er Jahren, auf der anderen schießen jenseits des Huangpu die Glas- und Stahltürme Pudongs in Neonrosa und Säuregrün in einen Himmel, der wie nasse Tinte aussieht. Das ist Shanghai in der Volksrepublik China, eine Stadt, die sich nicht zwischen Vergangenheit und Zukunft entscheiden will und deshalb beides Nacht für Nacht gleichzeitig inszeniert.

Geht man nur zehn Minuten vom Fluss weg, wird aus dem Donnern der Uferpromenade das Klacken von Mahjong-Steinen hinter Hofmauern, das Zischen dampfender Körbe mit Xiaolongbao am frühen Morgen und der leicht metallische Geruch alter Shikumen-Häuser, zwischen denen noch immer Wäsche im Wind hängt. Genau in solchen Reibungen liegt Shanghais besondere Kraft: In einem Art-déco-Haus von 1927 kann heute unten eine nordische Rösterei sitzen, während oben bei Sonnenaufgang ältere Damen Tai Chi üben. Nichts ist hier je nur eine Sache.

Gerade diese Vielschichtigkeit macht Shanghai so unwiderstehlich für alle, die Städte wie Romane lesen. Man kann den Vormittag zwischen den stillen Bronzen des Museums verbringen und kurz darauf in Straßen voller Dampf, Frühlingszwiebeln und gebratenem Schwein landen. Am Nachmittag schlendert man durch die von Platanen beschatteten Viertel der ehemaligen französischen Konzession und steht wenig später schon wieder hoch über der Stadt in einem Aussichtspunkt der neuesten Skyline. Shanghai schreibt seine eigene Geschichte ständig weiter.

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02 Why Shanghai.

What makes this place worth slowing down for.

Der Bund in der Abenddämmerung

Auf der 1,5 Kilometer langen Promenade des Bund zeigt sich Shanghai von seiner fotogensten Seite: Hinter Ihnen leuchten die Kolonialfassaden, gegenüber am Huangpu ragt Pudongs futuristische Skyline in den Abendhimmel. Kaum irgendwo sonst prallen die Eleganz der 1920er Jahre und die vertikale Wucht des 21. Jahrhunderts so eindrucksvoll aufeinander.

Museen mit vielen Schichten

Das Shanghai Museum am People’s Square zählt weiterhin zu den großen Schatzkammern des Landes, besonders für Bronzen und Kalligrafie. Mit dem Shanghai Museum East, das seit 2024 zusätzliche Ausstellungsflächen bietet, dem markanten China Art Museum im früheren Expo-Pavillon von 2010 und dem nach umfassender Renovierung im Februar 2026 wiedereröffneten Science and Technology Museum besitzt die Stadt ein Museumsquartett von internationalem Rang.

Textur der Konzessionszeit

Wer frühmorgens über die Wukang Road, die Shanyin Road oder durch den Rockbund schlendert, entdeckt ein anderes Shanghai: Art-déco-Häuser, Shikumen-Tore und Villen aus den 1930er Jahren, in denen noch immer gewohnt wird. Diese Viertel des republikanischen Shanghai wirken intimer, vielschichtiger und alltäglicher als die große Bühne am Bund.

Unerwartete grüne Rückzugsorte

Shanghai überrascht mit erstaunlich viel Grün. Der Century Park ist seit 2024 als offener 24-Stunden-Stadtraum zugänglich, und die rund 24 Kilometer lange Pudong Riverfront Greenway bietet schattige Radwege mit Rastplätzen im Kilometertakt. Selbst an feucht-heißen Augusttagen schenken diese Korridore der Stadt eine Leichtigkeit, die viele Besucher übersehen.


03 Sehenswürdigkeiten.

Not every monument, just the ones we'd walk you past ourselves.

Shanghai-Museum
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Q: Was sind die Öffnungszeiten des Jin Mao Towers?

Volksplatz
07 Place

Volksplatz

Der Volksplatz (人民广场) ist das pulsierende Herz Shanghais – ein Ort, an dem Geschichte, Kultur und modernes Stadtleben zusammenlaufen.

All 172 places in Shanghai

04 Neighborhoods.

Where to wander, by quarter — each with its own rhythm.

01

The Bund & Rockbund

Die 1,5 Kilometer lange Uferpromenade ist Shanghais klassische erste Adresse: Kolonialzeitliche Banken und Handelshäuser blicken hier direkt auf die Wolkenkratzerwand von Pudong. In der Dämmerung beginnt das Lichterspiel, nachts spiegelt der Fluss gleich zwei Jahrhunderte städtischen Ehrgeizes. Rockbund, dort wo der Suzhou Creek in den Huangpu mündet, wirkt deutlich ruhiger und punktet mit liebevoll restaurierter Architektur der 1930er Jahre und dem Rockbund Art Museum.

02

Yuyuan & Old City

Der Yu-Garten ist das traditionsreiche Herz des alten Shanghai: ein klassischer Garten aus der Ming-Zeit, umgeben von Laternen, Altstadtgassen, dem Stadtgott-Tempel und einer der dichtesten Ansammlungen historischer Snack-Adressen der Stadt. Frühmorgens lohnt sich der Weg wegen Xiaolongbao bei Nanxiang Mantou Dian, bevor die großen Gruppen eintreffen. Am Abend verwandeln die Lichter das Viertel in eine Szenerie wie aus einem alten Rollbild.

03

Former French Concession

Platanengesäumte Straßen, die Wukang Mansion, Anfu Road und Wukang Road: Hier zeigt sich Shanghai von seiner gelassenen, fast wohnlichen Seite. Zwischen unabhängigen Buchläden, ambitionierten Cafés, Boutiquen und niedrigen Gassenhäusern aus dem frühen 20. Jahrhundert bekommt die Stadt plötzlich ein entschleunigtes Tempo. Der Fuxing Park, der letzte erhaltene öffentliche Garten im französischen Stil, bildet das grüne Zentrum dieses Viertels.

04

Jing’an

Jing’an gehört zu den spannendsten Stadtteilen für alle, die modernes urbanes Leben mit Stil suchen. Entlang der Julu Road und Yanping Road reihen sich Bars, Restaurants und Nachtleben aneinander, während der Tempel von Jing’an mit seiner eleganten Silhouette beinahe unwirklich zwischen Glastürmen auftaucht. Dazu kommen das Naturkundemuseum und sein Skulpturenpark. Ein Viertel, das Vergangenheit und Gegenwart mühelos zusammenführt.

05

People’s Square

Der Volksplatz ist das bürgerliche Zentrum der Stadt und klassischer Ausgangspunkt für erste Entdeckungen. Hier liegen das traditionsreiche Shanghai Museum mit seinen herausragenden Beständen an Bronzen, Kalligrafie und Keramik, das Grand Theatre und das Park Hotel, einst das höchste Gebäude Asiens. Auf den weiten Freiflächen lassen Einheimische Drachen steigen oder tanzen in der Abenddämmerung unter freiem Himmel.

06

Lujiazui

Jenseits des Flusses erhebt sich mit Lujiazui das glatte, futuristische Shanghai der Postkartenmotive. Hier stehen der Oriental Pearl Tower, die Aussichtsetage im Jin Mao Tower und die schwindelerregenden Höhen des Shanghai Tower dicht beieinander. Besonders eindrucksvoll ist das Viertel nach Einbruch der Dunkelheit, wenn Fassaden, Brücken und Türme zu einer permanent wechselnden Lichtinszenierung werden.

07

West Bund

Am West Bund zeigt sich, wie überzeugend Shanghai ehemalige Industrieflächen in Kulturraum verwandeln kann. Das West Bund Museum, das Long Museum und die Power Station of Art liegen hier an breiten Wegen am Huangpu, flankiert von umgebauten Lagerhallen und offenen Uferzonen. Im Vergleich zu Bund und Lujiazui wirkt dieser Abschnitt ruhiger, nachdenklicher und deutlich kunstorientierter.

08

Hongkou & Tilanqiao

Hongkou und besonders Tilanqiao gehören zu den vielschichtigsten, aber am wenigsten besuchten Teilen der Stadt. Das Viertel erzählt mit seiner Architektur des frühen 20. Jahrhunderts von Shanghai als Zufluchtsort, unter anderem für jüdische Flüchtlinge. In Verbindung mit Lu Xun Park und der literarischen Geschichte der Umgebung ergibt sich hier ein tieferer, weniger glatter Blick auf die Seele Shanghais.

Historische Zeitleiste

Vom Marschdorf zur globalen Megastadt

Sechstausend Jahre Wandel am Huangpu

Neolithisches Delta
ca. 4000 v. Chr.

Die Siedlung Songze entsteht

Die frühesten bekannten Vorfahren Shanghais errichteten am sumpfigen Delta Häuser, gruben Brunnen und bauten Reis an. Die Fundstätte Songze bewahrt die ältesten menschlichen Überreste der Stadt, Keramikfunde und Spuren sesshafter Landwirtschaft. Aus verstreuten Fischerhütten in einer Feuchtlandschaft sollte eines Tages eines der größten urbanen Zentren der Erde hervorgehen.

Aufstieg des kaiserlichen Hafens
751

Der Kreis Huating wird eingerichtet

Unter der Tang-Dynastie schnitten Beamte den Kreis Huating aus den weiten Feuchtgebieten heraus. Damit wurde die Region Shanghai erstmals offiziell als Verwaltungseinheit erfasst. Im lokalen Sprachgebrauch hielten sich jedoch weiterhin die Namen „Shen“ und „Hu“ – ein Hinweis darauf, dass die Stadt ihre eigene Identität noch nicht gefunden hatte.

1074

Shanghai wird zum Marktort

Der Hof der Song erhob die Fischersiedlung in den Rang eines Marktortes. Bald darauf entstand eine Zollstation, die Abgaben auf den wachsenden Flusshandel erhob. Salz, Fisch und Baumwolle prägten nun die Luft am Huangpu.

1292

Der Kreis Shanghai wird gegründet

Die Yuan-Dynastie schuf offiziell den Kreis Shanghai und markierte damit den klarsten administrativen Beginn der Stadt. Der Hafen verschiffte zu dieser Zeit bereits Baumwolltextilien durch das ganze Reich. Nun setzte sich auch der Name „Shanghai“ durch, wörtlich etwa „am Meer gelegen“.

Ming-Dynastie
1553

Eine Stadtmauer schützt vor Piraten

Aus Angst vor wiederholten Überfällen durch Wokou-Piraten errichteten die Bewohner eine 4,5 Kilometer lange und 8 Meter hohe Backsteinmauer mit sechs Landtoren und drei Wassertoren. Fast 360 Jahre lang umschloss sie die alte chinesische Stadt und prägte ihren Grundriss, bis in der republikanischen Zeit der größte Teil abgetragen wurde.

1559

Pan Yunduan lässt den Yuyuan anlegen

Der Ming-Beamte Pan Yunduan begann mit dem Bau jenes klassischen Gartens, der später als Yuyuan berühmt werden sollte. Felsen, Pavillons und Teiche wurden über Jahrzehnte so arrangiert, dass mitten in der geschäftigen Baumwollstadt ein privates Gelehrtenparadies entstand. Bis heute ist dies das meistbesuchte Stück Ming-Zeit in Shanghai.

Ära des Vertragshafens
1842

Der Vertrag von Nanjing öffnet Shanghai

Nach der Niederlage im Ersten Opiumkrieg musste die Qing-Dynastie Shanghai als Vertragshafen öffnen. Die Stadt, bis dahin ein eher bescheidener Kreissitz, stand plötzlich an der Schwelle zu einer globalen Verwandlung. Dort, wo einst Fischerjunken das Bild bestimmten, ankerten nun fremde Kanonenboote.

1845

Die britische Konzession entsteht

Die Briten richteten ihre Konzession am Bund ein. Wenige Jahre später folgten Amerikaner und Franzosen und schufen ein Flickwerk exterritorialer Zonen. Diese nebeneinander existierenden Städte prägten für das nächste Jahrhundert den einzigartigen Mischcharakter Shanghais.

1853

Die Small Swords besetzen die Altstadt

Die Small Swords Society, verbündet mit den Taiping-Rebellen, nahm die ummauerte chinesische Altstadt ein. Flüchtlinge strömten in die ausländischen Konzessionen und beschleunigten so deren Wachstum. Die alten Stadtmauern wurden Zeugen heftiger Kämpfe, bevor Qing-Truppen das Viertel 1855 zurückeroberten.

ca. 1860

Das Jiangnan-Arsenal nimmt den Betrieb auf

Am Huangpu begann Chinas erster moderner Industriekomplex mit der Produktion von Schiffen, Waffen und Maschinen. Das Arsenal markierte Shanghais Wandel vom Baumwollhafen zum industriellen Kraftzentrum und legte die Grundlage für spätere wissenschaftliche und militärische Entwicklungen.

1896

Liu Haisu gründet eine Kunstschule

Der Maler Liu Haisu gründete die Shanghai School of Fine Arts, eine der ersten modernen Kunstakademien Chinas. Mit Aktmodellen und westlichen Techniken schockierte er die konservative Gesellschaft und trug dazu bei, eine unverkennbar moderne Ästhetik Shanghais zu formen.

Kosmopolitische Republik
1921

Die Kommunistische Partei Chinas wird gegründet

Dreizehn Delegierte, unter ihnen der junge Mao Zedong, trafen sich heimlich in einem Shikumen-Haus in der Rue Wantz. Nachdem die Polizei misstrauisch geworden war, musste der erste Parteitag der KPCh auf einem Boot im nahen Jiaxing zu Ende geführt werden. Die Entscheidung jenes schwülen Sommers in Shanghai sollte das 20. Jahrhundert grundlegend verändern.

1925

Die Bewegung des 30. Mai bricht aus

Britische Polizisten schossen vor einer japanischen Fabrik auf chinesische Demonstranten und töteten dreizehn Menschen. Das Massaker löste landesweite Proteste und Boykotte aus. In den ausländischen Konzessionen Shanghais wurde die Wucht des chinesischen Nationalismus plötzlich mit voller Härte spürbar.

1927

Lu Xun kommt nach Shanghai

Chinas bedeutendster moderner Schriftsteller ließ sich 1927 in der Stadt nieder und lebte hier bis zu seinem Tod 1936. Aus seiner bescheidenen Wohnung heraus schrieb er scharfzüngige Essays, in denen er Nationalisten wie Linke gleichermaßen attackierte und die Widersprüche des Lebens im Vertragshafen festhielt.

1927

Chiangs Massaker von Shanghai

Am 12. April ermordeten die Truppen Chiang Kai-sheks gemeinsam mit Verbündeten aus der Green Gang Tausende kommunistische Arbeiter und Gewerkschafter. Die Säuberung zerschlug die Erste Einheitsfront und färbte Shanghais Straßen rot. Die Stadt war danach nicht mehr dieselbe.

1930

Eileen Changs Kindheit in Shanghai

In eine verarmende aristokratische Familie hineingeboren, sog die junge Eileen Chang Glanz und Verfall der Stadt gleichermaßen auf. Die Widersprüche, die sie im Shanghai der 1930er Jahre erlebte, nährten später ihre Meisterwerke der modernen chinesischen Literatur und hielten eine Welt am Rand der Katastrophe fest.

Krieg und Besatzung
1932

Der Zwischenfall vom 28. Januar

Japanische Truppen griffen Shanghai an und lieferten damit eine brutale Vorahnung des totalen Krieges. Die 19. Route-Armee leistete mehr als einen Monat lang erbitterten Widerstand. Zivile Viertel wurden in Schutt und Asche gelegt und deuteten das noch größere Grauen von 1937 bereits an.

1937

Die Schlacht um Shanghai

Drei entsetzliche Monate lang kämpften chinesische und japanische Truppen in den Straßen und Vororten der Stadt. Mehr als 250.000 chinesische Soldaten kamen ums Leben. Die heroische Verteidigung des Sihang-Lagers durch 420 Männer wurde zur nationalen Legende, während ringsum die Stadt brannte.

1938

Jüdische Flüchtlinge erreichen Shanghai

Während Europa seine Türen schloss, fanden etwa 18.000 bis 20.000 jüdische Flüchtlinge im japanisch besetzten Shanghai Zuflucht. Die Stadt war einer der wenigen Orte der Welt, die sie ohne Visum aufnahmen. Im Bezirk Hongkou bauten sie mitten im Kriegschaos Fragmente eines europäischen Alltags neu auf.

Sozialistische Umgestaltung
1949

Die Befreiung Shanghais

Am 27. Mai rückte die Volksbefreiungsarmee nach einer sorgfältig geführten Kampagne in die Stadt ein, ohne den Stadtkern zu zerstören. Die letzten ausländischen Kanonenboote glitten den Huangpu hinab. Damit begann ein neues Kapitel, und die Ära des Vertragshafens fand endgültig ihr Ende.

Globale Megastadt
1990

Die Entwicklung Pudongs wird verkündet

Deng Xiaopings Entscheidung, das schlammige Farmland auf der anderen Seite des Huangpu zu entwickeln, veränderte Shanghais Schicksal grundlegend. Innerhalb eines Jahrzehnts wurden aus Reisfeldern Wälder aus Wolkenkratzern. Schon bald sollte der Oriental Pearl Tower zum Sinnbild dieses neuen Ehrgeizes aufsteigen.

1994

Der Oriental Pearl Tower eröffnet

Mit 468 Metern war der Oriental Pearl bei seiner Eröffnung das höchste Bauwerk Asiens. Seine glitzernden Kugeln und die leuchtende Silhouette gaben Shanghais Skyline auf einen Schlag ein neues Gesicht. Genau dieser Kontrast zum kolonialen Bund auf der anderen Flussseite war das Bild, das das neue Shanghai der Welt zeigen wollte.

2010

Die Weltausstellung in Shanghai

Die Stadt richtete die größte und meistbesuchte Weltausstellung der Geschichte aus und zog 73 Millionen Besucher an. Das Motto „Better City, Better Life“ spiegelte Shanghais eigenen Weg vom Vertragshafen zur Weltmetropole. Die gewaltigen Pavillons auf beiden Seiten des Huangpu feierten Chinas Rückkehr auf die Weltbühne.

2015

Der Shanghai Tower wird vollendet

Mit 632 Metern Höhe und 127 Etagen wurde der Shanghai Tower zum höchsten Gebäude Chinas. Seine gedrehte Form und die eingesetzten grünen Technologien signalisierten, dass die Stadt dem Westen nicht länger nur hinterherlief, sondern eine neue asiatische Zukunft der Großstadt selbst definierte.

Gegenwart

06 Who lived here.

The people who shaped the city — and were shaped by it.

Schriftstellerin 1920–1995

Eileen Chang

In Shanghai geboren und ausgebildet

Eileen Chang machte das Shanghai der 1930er- und 1940er-Jahre zur literarischen Legende. In den engen Gassen und alternden Villen der Stadt schrieb sie Werke wie Liebe in einer gefallenen Stadt und Lust, Caution. Wer heute durch die alte Französische Konzession geht, spürt noch immer jene schwebende, elegante Spannung, die ihre Texte so unverwechselbar macht.

Schriftsteller 1881–1936

Lu Xun

Lebte von 1927 bis zu seinem Tod in Shanghai

Lu Xun zog 1927 nach Shanghai und wurde hier zur schärfsten Stimme der modernen chinesischen Literatur. In den ausländischen Konzessionen schrieb er seine bissigsten satirischen Texte. Sein ehemaliges Wohnhaus in Hongkou wirkt bis heute wie ein stiller Rückzugsort inmitten der rasanten Stadtentwicklung.

Basketballspieler geboren 1980

Yao Ming

In Shanghai geboren und aufgewachsen

Yao Ming lernte im Shanghaier Bezirk Xuhui das Basketballspielen und wurde zunächst bei den Shanghai Sharks zum Star, bevor er in der NBA Weltruhm erlangte. In der Stadt spricht man noch immer mit sichtbarem Stolz über den sanften Riesen, der den chinesischen Basketball international bekannt machte.

Architekt 1893–1958

László Hudec

Lebte und arbeitete von 1918 bis in die 1940er-Jahre in Shanghai

Der ungarische Architekt László Hudec prägte mit Gebäuden wie dem Park Hotel und dem Grand Theatre das Vorkriegsbild Shanghais entscheidend mit. Seine Verbindung von Art déco und lokalem Gespür bestimmt bis heute weite Teile der historischen Skyline. Wer über die Nanjing Road läuft, bewegt sich direkt durch sein architektonisches Erbe.

08 Wo essen.

Where locals actually book dinner — not the tourist menus.

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09 Insider tips.

Small things that change how the city treats you.

Im Frühling reisen

April und Mai bringen meist angenehme 11 bis 24 Grad und noch gut beherrschbare Niederschläge, bevor im Juni die Pflaumenregen einsetzen. Nach offizieller Empfehlung sind das die besten Wochen für Spaziergänge am Bund, einen Besuch im Yu-Garten und Flanieren durch die ehemalige Französische Konzession.

Ausländische Karten nutzen

Auf dem gesamten Metronetz lassen sich ausländische Bankkarten inzwischen direkt nutzen, darunter Visa, Mastercard und UnionPay. Ein Tagespass für unbegrenzte Fahrten kostet 18 CNY; die Maglev-Strecke ist darin allerdings nicht enthalten.

Frühstück früh einplanen

Xiaolongbao und Shengjianbao isst man in Shanghai am besten früh. Wer vor 8 Uhr bei Jia Jia Tang Bao oder Yang’s Fry Dumpling auftaucht, entgeht den langen Schlangen und bekommt die noch dampfend heißen Teigtaschen aus der ersten Runde.

Kein Trinkgeld üblich

Trinkgeld gehört in Shanghai weder im Restaurant noch im Taxi zum Alltag. Nur manche Hotelrestaurants schlagen eine Servicegebühr von 10 bis 15 Prozent auf; sonst zahlt man einfach den Rechnungsbetrag.

Bund in der Abenddämmerung

Die 1,5 Kilometer lange Uferpromenade am Bund zeigt auf der einen Seite die kolonialen Fassaden und auf der anderen Pudongs Hochhauskulisse. Das schönste Licht und etwas weniger Andrang hat man etwa eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang.

Polizei mit Sprachhilfe

Im Notfall erreicht man die Polizei unter 110; offiziell werden dort auch mehrere Fremdsprachen, darunter Englisch, unterstützt. Für Taxifahrten und Wegfragen ist es trotzdem sinnvoll, die Hoteladresse in chinesischen Schriftzeichen im Handy zu speichern.

10 Watch.

A few films to set the scene before you go.

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12 Häufig gefragt

Lohnt sich eine Reise nach Shanghai?

Ja, Shanghai lohnt sich unbedingt. Kaum eine andere Metropole in Asien führt den Kontrast zwischen Alt und Neu auf so engem Raum so eindrucksvoll vor: Am Bund stehen koloniale Prachtbauten den futuristischen Türmen von Pudong direkt gegenüber. Dazu kommen hervorragende Museen, großartige Dumplings und historische Viertel, die sich wunderbar zu Fuß erkunden lassen.

Wie viele Tage sollte man für Shanghai einplanen?

Für die meisten Reisenden sind drei bis fünf Tage ideal. In drei vollen Tagen lassen sich Bund, Yu-Garten, Lujiazui, ein Museum und ein kulinarischer Spaziergang durch die ehemalige Französische Konzession gut unterbringen. Mit fünf Tagen bleibt zusätzlich Zeit für einen Ausflug in eine Wasserstadt oder entspannte Café-Touren in Xuhui.

Wie kommt man vom Flughafen Pudong ins Stadtzentrum?

Mit der Metrolinie 2 fährt man vom Flughafen Pudong in rund einer Stunde für 7 CNY bis zum People’s Square. Die Maglev braucht nur etwa acht Minuten bis Longyang Road; von dort steigt man in die Metro um. Ein Taxi kostet ungefähr 180 CNY und benötigt je nach Verkehr etwa 50 Minuten.

Ist Shanghai für Touristen sicher?

Shanghai gilt für Besucher als sehr sichere Großstadt. Auch abends wirken die Hauptstraßen meist geordnet und unproblematisch, Gewaltkriminalität ist selten. Am ehesten sollte man in vollen Touristenzonen auf Taschendiebe achten und in Ausgehvierteln typische Abzocken vermeiden.

Wann ist die beste Reisezeit für Shanghai?

Am angenehmsten sind Frühling und Herbst, vor allem April bis Mai sowie Oktober bis November. Dann bleibt man meist sowohl von den Pflaumenregen im Juni als auch von der schwülen Hochsommerhitze und dem erhöhten Taifunrisiko Ende August verschont.

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13Before you go

Praktische Informationen

Flight

Anreise

Der Flughafen Pudong (PVG) ist das wichtigste internationale Drehkreuz der Stadt, Hongqiao (SHA) liegt näher am Zentrum und bedient vor allem innerchinesische und regionale Verbindungen. Die Airport Link Line, eröffnet am 27. Dezember 2024, verbindet beide Flughäfen in etwa 40 Minuten. Ein Taxi von PVG zum People’s Square kostet ungefähr 180 CNY und benötigt bei normalem Verkehr rund 50 Minuten.

Directions transit

Unterwegs in der Stadt

Die Metro ist das Rückgrat der Stadt: 2026 umfasst das Netz 21 Linien, und kontaktloses Bezahlen mit internationalen Karten wie Visa ist inzwischen auf dem gesamten System deutlich einfacher geworden. Hinzu kommen Tages- und Mehrtagestickets, die prepaid Shanghai Pass Card für Metro, Busse, Fähren und teils Taxis sowie ein dichtes Netz an Leihfahrrädern wie Hellobike, Meituan oder Qingju. Entlang der Huangpu-Uferpromenaden gibt es zudem eigene Radspuren.

Thermostat

Klima & beste Reisezeit

Am angenehmsten ist Shanghai im Frühling von März bis Mai und im Herbst von September bis November. Dann liegen die Temperaturen meist in einem milden Bereich, ideal für Spaziergänge am Bund und ausgedehnte Citywalks. Der Sommer bringt schwüle Hitze, die Regenzeit von Mitte Juni bis Anfang Juli und zwischen Ende August und Mitte September ein erhöhtes Taifunrisiko; der Winter ist eher kühl und feucht als schneereich. Besonders empfehlenswert sind April bis Mai sowie Oktober bis November.

Shield

Sicherheit

Shanghai gilt im Alltag als geordnete und für eine Millionenmetropole vergleichsweise sichere Stadt, auch abends auf den großen Besucherachsen. Dennoch ist wegen der allgemeinen Lage in China erhöhte Aufmerksamkeit sinnvoll, vor allem bei rechtlichen Fragen, Online-Betrug und während der Taifunsaison am Flussufer. Polizei (110), Feuerwehr (119) und Rettungsdienst (120) sind die wichtigsten Notrufnummern; insgesamt zählt Shanghai zu den unkomplizierteren Einstiegszielen auf dem chinesischen Festland.

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