Neolithisches Delta
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ca. 4000 v. Chr.
Die Siedlung Songze entsteht
Die frühesten bekannten Vorfahren Shanghais errichteten am sumpfigen Delta Häuser, gruben Brunnen und bauten Reis an. Die Fundstätte Songze bewahrt die ältesten menschlichen Überreste der Stadt, Keramikfunde und Spuren sesshafter Landwirtschaft. Aus verstreuten Fischerhütten in einer Feuchtlandschaft sollte eines Tages eines der größten urbanen Zentren der Erde hervorgehen.
Aufstieg des kaiserlichen Hafens
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751
Der Kreis Huating wird eingerichtet
Unter der Tang-Dynastie schnitten Beamte den Kreis Huating aus den weiten Feuchtgebieten heraus. Damit wurde die Region Shanghai erstmals offiziell als Verwaltungseinheit erfasst. Im lokalen Sprachgebrauch hielten sich jedoch weiterhin die Namen „Shen“ und „Hu“ – ein Hinweis darauf, dass die Stadt ihre eigene Identität noch nicht gefunden hatte.
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1074
Shanghai wird zum Marktort
Der Hof der Song erhob die Fischersiedlung in den Rang eines Marktortes. Bald darauf entstand eine Zollstation, die Abgaben auf den wachsenden Flusshandel erhob. Salz, Fisch und Baumwolle prägten nun die Luft am Huangpu.
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1292
Der Kreis Shanghai wird gegründet
Die Yuan-Dynastie schuf offiziell den Kreis Shanghai und markierte damit den klarsten administrativen Beginn der Stadt. Der Hafen verschiffte zu dieser Zeit bereits Baumwolltextilien durch das ganze Reich. Nun setzte sich auch der Name „Shanghai“ durch, wörtlich etwa „am Meer gelegen“.
Ming-Dynastie
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1553
Eine Stadtmauer schützt vor Piraten
Aus Angst vor wiederholten Überfällen durch Wokou-Piraten errichteten die Bewohner eine 4,5 Kilometer lange und 8 Meter hohe Backsteinmauer mit sechs Landtoren und drei Wassertoren. Fast 360 Jahre lang umschloss sie die alte chinesische Stadt und prägte ihren Grundriss, bis in der republikanischen Zeit der größte Teil abgetragen wurde.
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1559
Pan Yunduan lässt den Yuyuan anlegen
Der Ming-Beamte Pan Yunduan begann mit dem Bau jenes klassischen Gartens, der später als Yuyuan berühmt werden sollte. Felsen, Pavillons und Teiche wurden über Jahrzehnte so arrangiert, dass mitten in der geschäftigen Baumwollstadt ein privates Gelehrtenparadies entstand. Bis heute ist dies das meistbesuchte Stück Ming-Zeit in Shanghai.
Ära des Vertragshafens
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1842
Der Vertrag von Nanjing öffnet Shanghai
Nach der Niederlage im Ersten Opiumkrieg musste die Qing-Dynastie Shanghai als Vertragshafen öffnen. Die Stadt, bis dahin ein eher bescheidener Kreissitz, stand plötzlich an der Schwelle zu einer globalen Verwandlung. Dort, wo einst Fischerjunken das Bild bestimmten, ankerten nun fremde Kanonenboote.
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1845
Die britische Konzession entsteht
Die Briten richteten ihre Konzession am Bund ein. Wenige Jahre später folgten Amerikaner und Franzosen und schufen ein Flickwerk exterritorialer Zonen. Diese nebeneinander existierenden Städte prägten für das nächste Jahrhundert den einzigartigen Mischcharakter Shanghais.
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1853
Die Small Swords besetzen die Altstadt
Die Small Swords Society, verbündet mit den Taiping-Rebellen, nahm die ummauerte chinesische Altstadt ein. Flüchtlinge strömten in die ausländischen Konzessionen und beschleunigten so deren Wachstum. Die alten Stadtmauern wurden Zeugen heftiger Kämpfe, bevor Qing-Truppen das Viertel 1855 zurückeroberten.
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ca. 1860
Das Jiangnan-Arsenal nimmt den Betrieb auf
Am Huangpu begann Chinas erster moderner Industriekomplex mit der Produktion von Schiffen, Waffen und Maschinen. Das Arsenal markierte Shanghais Wandel vom Baumwollhafen zum industriellen Kraftzentrum und legte die Grundlage für spätere wissenschaftliche und militärische Entwicklungen.
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1896
Liu Haisu gründet eine Kunstschule
Der Maler Liu Haisu gründete die Shanghai School of Fine Arts, eine der ersten modernen Kunstakademien Chinas. Mit Aktmodellen und westlichen Techniken schockierte er die konservative Gesellschaft und trug dazu bei, eine unverkennbar moderne Ästhetik Shanghais zu formen.
Kosmopolitische Republik
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1921
Die Kommunistische Partei Chinas wird gegründet
Dreizehn Delegierte, unter ihnen der junge Mao Zedong, trafen sich heimlich in einem Shikumen-Haus in der Rue Wantz. Nachdem die Polizei misstrauisch geworden war, musste der erste Parteitag der KPCh auf einem Boot im nahen Jiaxing zu Ende geführt werden. Die Entscheidung jenes schwülen Sommers in Shanghai sollte das 20. Jahrhundert grundlegend verändern.
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1925
Die Bewegung des 30. Mai bricht aus
Britische Polizisten schossen vor einer japanischen Fabrik auf chinesische Demonstranten und töteten dreizehn Menschen. Das Massaker löste landesweite Proteste und Boykotte aus. In den ausländischen Konzessionen Shanghais wurde die Wucht des chinesischen Nationalismus plötzlich mit voller Härte spürbar.
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1927
Lu Xun kommt nach Shanghai
Chinas bedeutendster moderner Schriftsteller ließ sich 1927 in der Stadt nieder und lebte hier bis zu seinem Tod 1936. Aus seiner bescheidenen Wohnung heraus schrieb er scharfzüngige Essays, in denen er Nationalisten wie Linke gleichermaßen attackierte und die Widersprüche des Lebens im Vertragshafen festhielt.
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1927
Chiangs Massaker von Shanghai
Am 12. April ermordeten die Truppen Chiang Kai-sheks gemeinsam mit Verbündeten aus der Green Gang Tausende kommunistische Arbeiter und Gewerkschafter. Die Säuberung zerschlug die Erste Einheitsfront und färbte Shanghais Straßen rot. Die Stadt war danach nicht mehr dieselbe.
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1930
Eileen Changs Kindheit in Shanghai
In eine verarmende aristokratische Familie hineingeboren, sog die junge Eileen Chang Glanz und Verfall der Stadt gleichermaßen auf. Die Widersprüche, die sie im Shanghai der 1930er Jahre erlebte, nährten später ihre Meisterwerke der modernen chinesischen Literatur und hielten eine Welt am Rand der Katastrophe fest.
Krieg und Besatzung
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1932
Der Zwischenfall vom 28. Januar
Japanische Truppen griffen Shanghai an und lieferten damit eine brutale Vorahnung des totalen Krieges. Die 19. Route-Armee leistete mehr als einen Monat lang erbitterten Widerstand. Zivile Viertel wurden in Schutt und Asche gelegt und deuteten das noch größere Grauen von 1937 bereits an.
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1937
Die Schlacht um Shanghai
Drei entsetzliche Monate lang kämpften chinesische und japanische Truppen in den Straßen und Vororten der Stadt. Mehr als 250.000 chinesische Soldaten kamen ums Leben. Die heroische Verteidigung des Sihang-Lagers durch 420 Männer wurde zur nationalen Legende, während ringsum die Stadt brannte.
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1938
Jüdische Flüchtlinge erreichen Shanghai
Während Europa seine Türen schloss, fanden etwa 18.000 bis 20.000 jüdische Flüchtlinge im japanisch besetzten Shanghai Zuflucht. Die Stadt war einer der wenigen Orte der Welt, die sie ohne Visum aufnahmen. Im Bezirk Hongkou bauten sie mitten im Kriegschaos Fragmente eines europäischen Alltags neu auf.
Sozialistische Umgestaltung
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1949
Die Befreiung Shanghais
Am 27. Mai rückte die Volksbefreiungsarmee nach einer sorgfältig geführten Kampagne in die Stadt ein, ohne den Stadtkern zu zerstören. Die letzten ausländischen Kanonenboote glitten den Huangpu hinab. Damit begann ein neues Kapitel, und die Ära des Vertragshafens fand endgültig ihr Ende.
Globale Megastadt
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1990
Die Entwicklung Pudongs wird verkündet
Deng Xiaopings Entscheidung, das schlammige Farmland auf der anderen Seite des Huangpu zu entwickeln, veränderte Shanghais Schicksal grundlegend. Innerhalb eines Jahrzehnts wurden aus Reisfeldern Wälder aus Wolkenkratzern. Schon bald sollte der Oriental Pearl Tower zum Sinnbild dieses neuen Ehrgeizes aufsteigen.
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1994
Der Oriental Pearl Tower eröffnet
Mit 468 Metern war der Oriental Pearl bei seiner Eröffnung das höchste Bauwerk Asiens. Seine glitzernden Kugeln und die leuchtende Silhouette gaben Shanghais Skyline auf einen Schlag ein neues Gesicht. Genau dieser Kontrast zum kolonialen Bund auf der anderen Flussseite war das Bild, das das neue Shanghai der Welt zeigen wollte.
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2010
Die Weltausstellung in Shanghai
Die Stadt richtete die größte und meistbesuchte Weltausstellung der Geschichte aus und zog 73 Millionen Besucher an. Das Motto „Better City, Better Life“ spiegelte Shanghais eigenen Weg vom Vertragshafen zur Weltmetropole. Die gewaltigen Pavillons auf beiden Seiten des Huangpu feierten Chinas Rückkehr auf die Weltbühne.
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2015
Der Shanghai Tower wird vollendet
Mit 632 Metern Höhe und 127 Etagen wurde der Shanghai Tower zum höchsten Gebäude Chinas. Seine gedrehte Form und die eingesetzten grünen Technologien signalisierten, dass die Stadt dem Westen nicht länger nur hinterherlief, sondern eine neue asiatische Zukunft der Großstadt selbst definierte.