Reiterstatue Von Karl Ii.

Einleitung

Die Reiterstatue Karls II. befindet sich im Parliament Square in Edinburgh und ist nicht nur das älteste öffentliche Denkmal der Stadt, sondern auch die älteste erhaltene Reiterstatue aus Blei im Vereinigten Königreich. Die 1685 in Auftrag gegebene und errichtete Statue erinnert an die Wiederherstellung der Monarchie nach dem Englischen Bürgerkrieg und dem Interregnum und ist ein Zeugnis des politischen und künstlerischen Erbes Schottlands im 17. Jahrhundert. Ihre klassisch-römische Ikonographie und ihr barocker Stil symbolisieren königliche Autorität und die Verflechtung von Monarchie und bürgerlicher Identität Edinburghs. Dieser Reiseführer bietet einen detaillierten Überblick über die Geschichte, die künstlerischen Merkmale, die Restaurierung, Besucherinformationen sowie Sehenswürdigkeiten und praktische Tipps, um Ihren Besuch zu bereichern (Historic Environment Scotland; National Galleries Scotland).


Historischer Hintergrund

Auftrag und künstlerische Zuschreibung

Die 1685 im Auftrag des Edinburgher Stadtrats errichtete Statue ehrt Karl II., den „fröhlichen Monarchen“, dessen Regentschaft die Wiederherstellung der Monarchie nach einer Zeit des Umbruchs markierte (Edinburgh World Heritage). Obwohl das Design dem gefeierten Bildhauer Grinling Gibbons oder seiner Werkstatt zugeschrieben wird, könnte die tatsächliche Gießerei unter Gibbons' Leitung andere Handwerker involviert haben. Der Sockel aus Craigleith-Stein wurde von Robert Mylne, dem königlichen Baumeister, geschaffen (English 18th Century Portrait Sculpture).

Künstlerische Merkmale und Symbolik

Karl II. wird in römischer Militärkleidung dargestellt, kopfbedeckungslos, aber mit einem Lorbeerkranz gekrönt, was klassische Tugenden von Führung und Legitimität symbolisiert. Seine Pose auf einem dynamisch modellierten Pferd – eine Anspielung auf die antike römische Statue des Marcus Aurelius – unterstreicht Bewegung und kaiserliche Autorität. Das Fehlen von Steigbügeln und Sporen ordnet den König eher mythologischen Darstellungen als der zeitgenössischen militärischen Realität zu. Der barocke Stil der Statue zeigt sich in ihrer dramatischen Haltung und den detaillierten Gewändern (National Galleries Scotland; Royal Collection Trust).

Politische und städtische Bedeutung

Die Statue steht im Parliament Square, neben der St Giles' Cathedral und dem Parliament House (dem historischen Sitz des schottischen Parlaments). Ihr Standort unterstreicht die Wiederherstellung der königlichen Autorität und die zentrale Rolle der Monarchie in der schottischen Regierung Ende des 17. Jahrhunderts. Ihre öffentliche Platzierung markierte Edinburghs Status als Hauptstadt und diente als Brennpunkt für royalistische Gefühle und bürgerliche Zeremonien (Edinburgh World Heritage).


Materialien, Konstruktion und Restaurierung

Konstruktionstechniken

Die Statue ist vollständig aus Blei gegossen, das wegen seiner Formbarkeit und Kosteneffizienz im Vergleich zu Bronze, die damals in Schottland knapp und teuer war, gewählt wurde. Intern wurde die Skulptur ursprünglich von einem Eichenrahmen getragen, der im Rahmen laufender Restaurierungen später durch Stahlverstärkungen ergänzt wurde. Die ursprüngliche Vergoldung ist größtenteils abgetragen, aber Spuren zeugen von ihrem ehemaligen Glanz (Canmore).

Wichtige Meilensteine der Konservierung

Bleistatuen sind besonders anfällig für Risse und Korrosion, insbesondere im schottischen Klima. Frühe Reparaturen sind bereits aus dem Jahr 1835 belegt, als bedeutende Restaurierungs- und Verstärkungsarbeiten stattfanden (EdinburghGuide.com). In den Jahren 2010–2011 wurde die Statue im Rahmen des „Twelve Monuments Restoration Project“ umfassend restauriert. Der Prozess umfasste:

  • Sorgfältige Entnahme und Transport zu einer spezialisierten Konservierungsanlage.
  • Austausch verwitterter interner Halterungen durch Edelstahl.
  • Reinigung der Bleioberfläche und Nachbildung fehlender Elemente (Schwert und Scheide) anhand historischer Referenzen.
  • Aufbringen einer schützenden Wachsschicht, um die Statue vor Schadstoffen und Feuchtigkeit zu schützen (BBC News).

Heute wird die Statue im Rahmen der Denkmalpflegestrategie Edinburghs regelmäßig inspiziert und gewartet.


Besucherinformationen

Standort und Zugang

  • Adresse: Parliament Square, Edinburgh, EH1 1RF
  • Nächste Wahrzeichen: St Giles' Cathedral, Parliament House, Royal Mile
  • Transport: Kurzer Spaziergang vom Bahnhof Waverley; erreichbar mit Bus und Straßenbahn; Parkplätze in der Nähe vorhanden.

Öffnungszeiten und Eintritt

  • Die Statue befindet sich im Freien im Parliament Square und ist rund um die Uhr, das ganze Jahr über zugänglich.
  • Kein Eintrittspreis oder Ticket erforderlich.

Barrierefreiheit

  • Der Parliament Square ist für Fußgänger und Rollstuhlfahrer zugänglich, obwohl auf einigen Kopfsteinpflasterflächen Vorsicht geboten ist.

Geführte Touren

  • Viele lokale Reiseveranstalter und Denkmalschutzorganisationen nehmen die Statue in ihre Stadtrundgänge durch die Altstadt und die Royal Mile auf. Besondere Veranstaltungen und Tage der offenen Denkmäler bieten möglicherweise Vorträge und Aktivitäten zur Geschichte der Statue an.

Fototipps

  • Das beste Licht findet sich am frühen Morgen oder späten Nachmittag.
  • Die Statue kann aus mehreren Blickwinkeln fotografiert werden, mit dem Parliament House und der St Giles' Cathedral als beeindruckende Kulisse.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe

  • St Giles’ Cathedral: Bekannt für ihre Architektur und historische Bedeutung.
  • Parliament House: Ehemaliger Sitz des schottischen Parlaments, heute Sitz des Obersten Zivilgerichts.
  • The Royal Mile: Edinburghs ikonische historische Straße mit Geschäften, Museen und Restaurants.
  • The Scottish Storytelling Centre: Bietet Ausstellungen und Veranstaltungen zur schottischen Kultur.
  • Palace of Holyroodhouse und National Museum of Scotland: Beide sind zu Fuß erreichbar.

Interpretationen und zeitgenössische Perspektiven

Ursprünglich als Symbol königlicher Autorität und Einheit errichtet, hat sich die Bedeutung der Statue im Laufe der Zeit weiterentwickelt. Zeitgenössische Diskussionen beleuchten oft das komplexe Erbe Karls II., einschließlich seiner Beteiligung am transatlantischen Sklavenhandel über die Royal Africa Company. Lokal wird die Statue manchmal als „zweigesichtiger Monarch“ bezeichnet, was die zwiespältigen schottischen Ansichten über seine Herrschaft widerspiegelt. Es gab Forderungen nach Kontextualisierung und Bildungsprogrammen, um ein nuanciertes öffentliches Engagement mit historischen Monumenten zu fördern (The Scotsman).


Zeitplan der Restaurierung: Wichtige Konservierungsmaßnahmen

  • 1835: Frühe Reparaturen und Verstärkung aus Eichenholz.
  • 2010–2011: Umfassende Restaurierung (Entnahme, Reinigung, Verstärkung mit Edelstahl, Nachbildung fehlender Elemente, Wachsschutz).
  • Laufend: Regelmäßige Wartung und Überwachung (BBC News; EdinburghGuide.com).

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F: Wie sind die Besuchszeiten für die Reiterstatue Karls II.? A: Die Statue ist jederzeit, das ganze Jahr über zugänglich.

F: Benötige ich ein Ticket, um die Statue zu sehen? A: Nein, der Besuch ist kostenlos; kein Ticket erforderlich.

F: Ist die Statue für Rollstuhlfahrer zugänglich? A: Ja, obwohl einige Kopfsteinpflaster einige kleine Hindernisse darstellen könnten.

F: Gibt es geführte Touren? A: Ja, viele Stadtführungen durch die Royal Mile und die Altstadt beinhalten die Statue.

F: Wann ist die beste Besuchszeit? A: Wochentags morgens oder spätnachmittags, besonders im Frühling oder Sommer.

F: Darf ich Fotos machen? A: Ja, Fotografie ist erwünscht.


Visuelles und Medien

  • Hochwertige Bilder und virtuelle Touren finden Sie auf den Seiten von Historic Environment Scotland und Canmore.
  • Interaktive Karten und digitale Ressourcen stehen für Ihre Reiseplanung zur Verfügung.

Abschließende Tipps und Empfehlungen

  • Kombinieren Sie Ihren Besuch der Statue mit anderen nahegelegenen historischen Stätten, um ein umfassenderes Erlebnis der Edinburgher Altstadt zu erhalten.
  • Nutzen Sie die Audiala-App für geführte Touren und aktuelle Informationen zu Denkmälern und Veranstaltungen.
  • Für eine barrierefreie Reise informieren Sie sich bei den örtlichen Tourismusbüros über die neuesten Touren und Mobilitätshilfen.

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