Las Vegas.

36° N · 115° W United States of America

Wenn einen der Wüstenwind zum ersten Mal auf dem Las Vegas Strip streift, bringt er den Duft von Chlor aus den Hotelpools mit, dazu den leicht metallischen Hauch der Bellagio-Fontänen, die ihre Wasserfontänen hoch in den Abendhimmel schießen. Kaum eine Stadt in den Vereinigten Staaten steht so unbekümmert zu ihren Widersprüchen: Hier wurde das Motto "What happens here, stays here" weltberühmt, und zugleich erhebt sich mit der Sphere eine der kühnsten Eventbühnen der Gegenwart, während vor den Toren der Stadt eine geschützte Wüstenlandschaft beginnt. Las Vegas verbirgt seine Inszenierung nicht, sondern macht gerade daraus seinen Reiz.

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Las Vegas, United States of America
Las Vegas · United States of America
18
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Herbst (Oktober-November)
best season
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01 An einleitung

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LWenn einen der Wüstenwind zum ersten Mal auf dem Las Vegas Strip streift, bringt er den Duft von Chlor aus den Hotelpools mit, dazu den leicht metallischen Hauch der Bellagio-Fontänen, die ihre Wasserfontänen hoch in den Abendhimmel schießen. Kaum eine Stadt in den Vereinigten Staaten steht so unbekümmert zu ihren Widersprüchen: Hier wurde das Motto "What happens here, stays here" weltberühmt, und zugleich erhebt sich mit der Sphere eine der kühnsten Eventbühnen der Gegenwart, während vor den Toren der Stadt eine geschützte Wüstenlandschaft beginnt. Las Vegas verbirgt seine Inszenierung nicht, sondern macht gerade daraus seinen Reiz.

Hinter Neon, Themenhotels und großer Geste liegt eine Stadt, die sich längst auch als außergewöhnliches Tor zur Wüste lesen lässt. Im selben Tal, das das Mob Museum und das Neon Museum mit seinen geretteten Leuchtschildern hervorgebracht hat, warten auch Spuren sehr viel älterer Geschichten: Fossilienlandschaften, Felsbilder und die weiten, kargen Räume des Südwestens. Abends unter der Sphere eine Show erleben und am nächsten Morgen im Red Rock Canyon zwischen uralten roten Sandsteinformationen wandern: In Las Vegas liegen Spektakel und Natur überraschend nah beieinander.

Seine besondere Spannung gewinnt Las Vegas aus diesen Parallelwelten. Der Strip liefert genau jene Bilder, die man erwartet: die choreografierten Fontänen des Bellagio, den High Roller vor der Wüstenkulisse, die Kanäle des Venetian mit singenden Gondoliers und eine Dichte an Ikonen, wie sie kaum eine andere Stadt bietet. Wer genauer hinschaut, zieht weiter nach Downtown, nach Fremont East oder in den 18b Arts District, wo Bars, Galerien, Murals und kreative Nachtkultur eine deutlich lokalere Seite der Stadt zeigen. Auch Chinatown gehört zu diesem zweiten Las Vegas: ein Viertel, in dem man die Stadt eher erschmeckt als bestaunt.

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02 Why Las Vegas.

What makes this place worth slowing down for.

Die theatralische Architektur des Strip

In Las Vegas ist Architektur keine Kulisse, sondern große Bühne: ein Eiffelturm im halben Maßstab, venezianische Kanäle mit singenden Gondolieri und die Sphere mit ihrer programmierbaren Außenhülle von rund 580.000 Quadratfuß, in der derzeit The Wizard of Oz gezeigt wird. Erstaunlich ist, mit welchem Ernst die Stadt diese Nachahmungsarchitektur pflegt und Fantasie zu einem Teil ihrer urbanen Identität macht.

Tor zur Wüste

Nur etwa 15 Minuten von den Bellagio-Fontänen entfernt beginnt mit dem Red Rock Canyon eine völlig andere Welt. Die 13 Meilen lange Panoramastraße führt durch rostrotes Azteken-Sandsteinland, das besonders im Abendlicht spektakulär leuchtet. Gerade dieser Kontrast macht Las Vegas aus: eben noch Neon und Inszenierung, kurz darauf raue Wüstenlandschaft. Von Oktober bis Mai ist für die Scenic Drive eine Zeitreservierung erforderlich.

Neon Museum

Das Neon Museum bewahrt die Seele der Stadt inmitten ausrangierter Leuchtschilder, darunter auch die muschelförmige Lobby des La Concha Motel von Paul Revere Williams. Wer abends bei einer Führung zwischen diesen still gewordenen Ikonen unterwegs ist, versteht oft mehr über Las Vegas als in jedem Casino.

Mehr als Casinos

Abseits der Casinowelt zeigt Downtown eine andere Seite der Stadt: die Fremont Street Experience mit ihrem rund 90 Fuß hohen LED-Himmel, dazu Kulturadressen wie das Smith Center, dessen Art-déco-Architektur bewusst an den Hoover Dam erinnert. Im Beverly Theater laufen Independent-Filme, und beim First Friday wird das 18b Arts District zu einer lebendigen Kreativszene, die tatsächlich auch von Einheimischen getragen wird.


03 Sehenswürdigkeiten.

Not every monument, just the ones we'd walk you past ourselves.

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All 66 places in Las Vegas

04 Neighborhoods.

Where to wander, by quarter — each with its own rhythm.

01

Der Las Vegas Strip

Der rund 4,2 Meilen lange Boulevard der Megaresorts ist noch immer das schlagende Herz der Stadt. Hier leuchtet die gewaltige LED-Hülle der Sphere in die Wüstennacht, während die Bellagio-Fontänen nach Einbruch der Dunkelheit in dichter Folge ihre kostenlosen Wassershows aufführen. Nirgends zeigt sich Las Vegas spektakulärer: Aussicht von der Eiffel Tower Viewing Deck, venezianische Kanäle mit echten Gondeln und das berühmte Welcome-to-Fabulous-Las-Vegas-Schild liegen erstaunlich nah beieinander.

02

Downtown Las Vegas

Der historische Stadtkern wirkt rauer, kompakter und oft authentischer als der Strip. Sein Zentrum ist die Fremont Street Experience mit ihrer riesigen LED-Überdachung, die den Himmel Nacht für Nacht in eine digitale Bühne verwandelt. Rundherum entwickelt Fremont East eine jüngere, lokalere Ausgehkultur mit unabhängigen Bars und kreativen Adressen, während Mob Museum und Neon Museum den passenden historischen Hintergrund dazu liefern, wie Las Vegas zu dem wurde, was es heute ist.

03

18b Arts District

Rund um die Arts Factory zeigt sich Las Vegas von seiner kreativen Seite. Straßenkunst, kleine Galerien, Vintage-Läden, Cafés und unabhängige Spielstätten prägen das Viertel, das stärker vom Alltag der Stadt als vom Resortbetrieb lebt. Besonders beim First Friday entfaltet der Bezirk seinen Charakter: Dann wird aus den Straßen ein offenes Kunst- und Nachbarschaftsfest mit lokalen Künstlern, Live-Performances und einer Atmosphäre, die sich angenehm wenig nach Kulisse anfühlt.

04

Chinatown

Entlang der Spring Mountain Road westlich des Strip liegt eines der spannendsten kulinarischen Viertel der Stadt. Chinatown ist hier keine touristische Dekoration, sondern ein vielschichtiger asiatischer Restaurantkorridor, in dem Köche, Casinobeschäftigte und Nachtschwärmer nach Feierabend essen gehen. Thai, japanisch, koreanisch, vietnamesisch oder regionale chinesische Küchen, dazu Dessert-Lokale, Karaoke und Bars: Wer das heutige Las Vegas verstehen will, sollte diese Seite der Stadt nicht auslassen.

05

Fremont East

Östlich der großen Fremont-Überdachung beginnt ein Ausgehviertel, das jünger, lockerer und kreativer wirkt als die Clubwelt der großen Casinos. Hier treffen sich Barkeeper vom Strip, DJs, Künstler und ein lokales Publikum, das unabhängige Bars und individuelle Adressen schätzt. Fremont East ist ideal zum Bar-Hopping ohne strenge Dresscodes und ohne jene Preisniveaus, die man von den großen Nachtclubs am Strip kennt.

06

Symphony Park

Mit dem Smith Center for the Performing Arts besitzt Downtown auch ein Viertel, das für den kulturellen Ernstfall der Stadt steht. Dessen Art-déco-Architektur nimmt bewusst Anleihen beim Hoover Dam und setzt einen klaren Kontrapunkt zur theatralischen Resortwelt des Strip. Broadway-Gastspiele, Konzerte der Las Vegas Philharmonic und Tanzproduktionen machen Symphony Park zu einem städtischen Kulturort, der Las Vegas jenseits von Casino-Unterhaltung definiert.

Historische Zeitleiste

Von der Wüstenoase zum Neonreich

Kurze 200 Jahre, die sich wie ein Jahrtausend anfühlen

Oase der indigenen Völker
ca. 8000 v. Chr.

Erste Spuren an den Quellen

Lange bevor hier eine Stadt entstand, entdeckten Menschen die üppigen, von Quellen gespeisten Wiesen in der Mojave. Über Jahrtausende kehrten die Southern Paiute und ihre Vorfahren immer wieder an dieses Wasser zurück, jagten, sammelten und hinterließen feine Spuren in der roten Erde. Dieselben Quellen, die der Stadt später ihren Namen gaben, ermöglichten Leben in einer ansonsten unerbittlichen Wüste.

Zeit des Spanish Trail
1829

Rafael Rivera gibt den Wiesen ihren Namen

Der mexikanische Kundschafter Rafael Rivera verließ den Old Spanish Trail und stieß auf das grüne Tal, das die Spanier Las Vegas nannten, also „die Wiesen“. Seine Entdeckung machte aus einer verborgenen Oase einen wichtigen Wasserstopp zwischen Santa Fe und Los Angeles. In den folgenden zwei Jahrzehnten rasteten hier erschöpfte Karawanen unter Baumwollpappeln, dem einzigen Schatten weit und breit.

Amerikanische Eroberung
1844

Fremont schlägt sein Lager an den Quellen auf

Der Entdecker John C. Frémont schlug am 3. Mai sein Lager an den Las Vegas Springs auf und kartierte das Tal für die Vereinigten Staaten. Sein Bericht rückte die abgelegene Wüstenlandschaft ins Blickfeld Amerikas. Nur vier Jahre später ging die gesamte Region nach dem Mexikanisch-Amerikanischen Krieg von Mexiko an die USA über.

Siedlerzeit an der Frontier
1855

Mormonen errichten das erste Fort

Eine Gruppe mormonischer Missionare kam an die Quellen und errichtete dort ein Fort aus Lehmziegeln, die erste dauerhafte nicht-indigene Siedlung vor Ort. Sie legten Felder an, zogen Bewässerungsgräben und versuchten, die Southern Paiute zu missionieren. Zwei Jahre später gaben sie das Fort nach schlechten Ernten und angespannten Beziehungen wieder auf und kehrten nach Utah zurück.

Ranch-Ära
1882

Helen Stewart wird zur First Lady von Las Vegas

Nach der Ermordung ihres Mannes Archibald übernahm Helen J. Stewart die Kontrolle über die 1.800 Acre große Ranch, zu der auch das alte Mormon Fort gehörte. Sie führte den Besitz jahrzehntelang, war die erste Postmeisterin des Tals und verkaufte später das Land, aus dem Downtown Las Vegas entstand. Bis heute gilt sie vor Ort als die First Lady von Las Vegas.

Eisenbahnboom
1905

Die Eisenbahnstadt kommt unter den Hammer

Am 15. Mai wurde Helen Stewarts Land in einer zweitägigen Auktion der San Pedro, Los Angeles & Salt Lake Railroad versteigert. Käufer sicherten sich Parzellen unter der Wüstensonne, während in der Ferne bereits der erste Zug pfiff. Dieses eine Wochenende gilt als offizieller Geburtstag des modernen Las Vegas.

1911

Stadtrechtsgründung

Am 1. Juni stimmten die Wähler mit 168 zu 57 Stimmen für die offizielle Gründung. Las Vegas wurde damit formell zur Stadt. Im selben Jahr überschieb Helen Stewart zehn Acre Land zur Schaffung der Las Vegas Paiute Colony und gab den Southern Paiute damit einen dauerhaften rechtlichen Platz in dem Tal, das ihre Vorfahren seit Jahrtausenden kannten.

Beginn des Glücksspielzeitalters
1931

Glücksspiel wird legal

Am 19. März legalisierte Nevada das Casino-Glücksspiel in großem Stil. Im selben Jahr verkürzte der Bundesstaat zudem die Wohnsitzpflicht für Scheidungen auf sechs Wochen. Fast über Nacht wurde aus der verschlafenen Eisenbahnstadt ein Ziel für schnelle Hochzeiten, noch schnellere Scheidungen und legales Spiel.

1935

Einweihung des Hoover Dam

Präsident Franklin D. Roosevelt weihte den Hoover Dam vor 10.000 Menschen ein. Das gewaltige Projekt brachte Tausende Arbeiter, Strom und Wasser in die Wüste. Las Vegas, zuvor eher Randnotiz, stand plötzlich im Zentrum einer der größten Ingenieurleistungen seiner Zeit.

Resort-Ära
1941

El Rancho Vegas eröffnet

Das erste Hotel-Casino an der Straße, aus der später der Strip werden sollte, öffnete seine Türen. Mit seinem Westernthema und der Ausrichtung auf Reisende markierte El Rancho Vegas den Beginn des modernen Resort-Zeitalters. Innerhalb von fünf Jahren säumten leuchtende Kasinos die Wüstenstraße statt Joshua-Bäume.

Mafia-Ära
1946

Bugsy Siegel eröffnet das Flamingo

Am 26. Dezember eröffnete der Gangster Benjamin „Bugsy“ Siegel das Flamingo Hotel & Casino. Die Premiere geriet zum Desaster, doch nach einem zweiten Start im März 1947 wurde das luxuriöse Resort ein großer Erfolg. Siegels Vision und seine Ermordung im folgenden Jahr zementierten Las Vegas als Revier der Mafia.

1955

Das Moulin Rouge beendet die Rassentrennung am Strip

Mit dem Moulin Rouge eröffnete das erste ethnisch integrierte Hotel-Casino der USA. Schwarze Künstler, die am Strip als Stars auftraten, konnten nun endlich auch dort übernachten und spielen, wo sie arbeiteten. Obwohl das Haus schon nach sechs Monaten wieder schloss, leitete seine kurze Geschichte das Ende der Segregation in Las Vegas ein.

Atom- und Neonzeitalter
1959

Das Welcome-Schild erhebt sich

Betty Willis entwarf und errichtete für 2.400 Dollar das ikonische Schild „Welcome to Fabulous Las Vegas“. Das schlichte und zugleich markante Design wurde zum meistfotografierten Objekt der Stadt und zum perfekten Symbol des Optimismus der Nachkriegsmoderne. Bis heute steht es am südlichen Ende des Strip, leicht verblasst, aber unverwechselbar.

1969

Elvis kehrt auf die Bühne zurück

Am 31. Juli betrat Elvis Presley für seine erste Las-Vegas-Residency seit mehr als zehn Jahren die Bühne des International Hotel. Die Auftritte waren elektrisierend. Am Ende sollte er 636 ausverkaufte Konzerte in Las Vegas geben und das Comeback des King auf immer mit dem Glanz der Stadt verbinden.

Spektakel der Konzerne
1989

Das Mirage läutet die Ära der Megaresorts ein

Steve Wynn eröffnete das Mirage, ein 630 Millionen Dollar teures Megaresort im polynesischen Stil mit einem Vulkan, der alle fünfzehn Minuten ausbrach. Damit begann das korporative Las Vegas. Innerhalb eines Jahrzehnts war die Mafia weitgehend verschwunden und durch Wall-Street-Kapital und immer größere Inszenierungen ersetzt.

1995

Die Fremont Street Experience eröffnet

Downtown schlug mit einem 70 Millionen Dollar teuren Lichterdach zurück, das sich vier Häuserblocks über die Fremont Street spannte. Als es am 14. Dezember eröffnete, verwandelte der LED-Himmel das raue alte Herz von Las Vegas in ein kostenloses nächtliches Spektakel. Plötzlich hatte Downtown seine eigene Antwort auf den Strip.

2007

Das Springs Preserve öffnet

Nach Jahrzehnten sinkender Grundwasservorräte eröffnete die Stadt das 180 Acre große Springs Preserve auf dem Gelände der ursprünglichen Las Vegas Springs. Spazierwege, Museen und Wüstengärten bewahren heute genau jene Wasserquelle, die eine Besiedlung überhaupt erst möglich machte. Es ist bis heute einer der besten Orte, um sich daran zu erinnern, was vor dem Neonlicht hier war.

21. Jahrhundert
2017

Das Massaker vom 1. Oktober

In der letzten Nacht des Route 91 Harvest Festivals eröffnete ein Schütze aus dem 32. Stock des Mandalay Bay das Feuer, tötete 58 Menschen und verletzte Hunderte. Das schwerste Massenschießen der modernen amerikanischen Geschichte hinterließ tiefe Narben in einer Stadt, die stets die Illusion von Unverwundbarkeit verkauft hatte.

2023

Die Sphere bringt die Wüste zum Leuchten

Am 29. September weihten U2 die 2,3 Milliarden Dollar teure Sphere mit einer spektakulären Show auf ihrer 580.000 Quadratfuß großen programmierbaren Außenhülle ein. Der monumentale Veranstaltungsort steht für die jüngste Entwicklungsstufe des Las-Vegas-Spektakels: nicht mehr nur Kasinos und Fontänen, sondern immersive Architekturwunder, die neu definieren, was ein Gebäude sein kann.

Gegenwart

06 Who lived here.

The people who shaped the city — and were shaped by it.

Gangster 1906–1947

Bugsy Siegel

Errichtete 1946 das Flamingo Hotel

Bugsy Siegel sah in der Wüste vor allem Dollarzeichen und zwang das Flamingo trotz explodierender Kosten und skeptischer Partner in die Realität. Den wirtschaftlichen Erfolg seiner Vision erlebte er nicht mehr: Schon ein Jahr nach der Eröffnung wurde er in Beverly Hills erschossen. Auf den endlos wachsenden Strip würde er heute wohl mit einem schmalen Lächeln blicken, denn die Verbindung aus organisiertem Verbrechen und Showgeschäft, die er mitprägte, steckt noch immer in der DNA der Stadt.

Pianist und Entertainer 1919–1987

Liberace

Langjähriger Einwohner und Star der Las-Vegas-Bühnen

Liberace verwandelte den Las-Vegas-Showroom in eine Kathedrale aus Strass und Glanz. Er kam mit Kandelabern und hinterließ ein ganzes Museum der Opulenz. Bis heute trägt die Stadt seine Handschrift: die hemmungslose Lust am Spektakel und die Überzeugung, dass Unterhaltung größer sein muss als das Leben selbst. Auf die heutigen Residency-Shows würde er vermutlich nur trocken sagen: "Darling, damit habe ich angefangen."

Sänger 1935–1977

Elvis Presley

Legendäres Comeback-Engagement 1969

Als Elvis 1969 im International Hotel auf die Bühne trat, gab er nicht einfach ein Konzert, sondern erfand seine Karriere an dem einen Ort neu, der Wiedergeburt wirklich verstand. Er spielte hier Hunderte Shows und verankerte Las Vegas dauerhaft in seinem Mythos. Bis heute taucht seine Jumpsuit-Silhouette an jeder Ecke auf, als Erinnerung daran, dass diese Stadt genau weiß, wie man einen Geist im Rampenlicht hält.

Pilot und Industrieller 1905–1976

Howard Hughes

Lebte von 1966 bis 1970 in Las Vegas

Howard Hughes zog ins Desert Inn, kaufte das Hotel, um einer Räumung zu entgehen, und erwarb danach still und systematisch einen großen Teil der Stadt. Aus seinem Penthouse prägte er das Wachstum des Nachkriegs-Las-Vegas, während er selbst immer unsichtbarer wurde. Der Howard Hughes Parkway erinnert heute an einen Mann, der das ganze Tal behandelte wie eines seiner Flugzeuge: etwas, das man besitzen, verbessern und von oben kontrollieren kann.

Sängerin geboren 1968

Celine Dion

Prägende Residency im Caesars Palace

Celine Dion trat in Las Vegas nicht nur auf, sie professionalisierte das moderne Residency-Modell. Ihr mehrjähriges Engagement im Caesars Palace bewies, dass ein Weltstar in der Wüste dauerhaft Station machen und Abend für Abend ausverkaufen kann. Damit veränderte sie grundlegend, was eine "Vegas-Show" bedeutet, und machte langfristige Gastspiele auch für absolute A-Liga-Künstler salonfähig.

Musiker geboren 1981

Brandon Flowers

In Henderson geboren, gründete The Killers in Las Vegas

Brandon Flowers wuchs in den Vorstädten von Las Vegas auf und schrieb die neonflackernde Unruhe der Stadt in seine Indie-Rock-Hymnen hinein. Schon die frühen Bilderwelt von The Killers ist durchdrungen von Wüstenhighways und Casinolichtern. Selbst nach dem internationalen Erfolg kehrt die Band immer wieder hierher zurück, als wäre die Stadt selbst die Stimmgabel, die ihren Sound erst richtig in Schwingung versetzt.

08 Wo essen.

Where locals actually book dinner — not the tourist menus.

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09 Insider tips.

Small things that change how the city treats you.

Der Hitze entgehen

Im Sommer klettert das Thermometer in Las Vegas regelmäßig über 41 °C. Angenehmer sind Reisen zwischen Oktober und April, wenn die Tage deutlich milder ausfallen und Wanderungen im Red Rock Canyon wirklich Spaß machen.

Ridesharing statt Mietwagen

Uber und Lyft sind fast immer praktischer, als selbst zu fahren oder auf die Monorail zu warten. In Chinatown und Downtown sind Parkplätze knapp, und der Verkehr auf dem Strip kann selbst kurze Strecken schnell auf eine Stunde ausdehnen.

Essen wie die Einheimischen

Nach 22 Uhr lohnt sich ein Abstecher zur Spring Mountain Road in Chinatown: etwa für nächtliche Ochsenschwanzsuppe im The Cal oder thailändische Küche im Lotus of Siam. Die spannendere Food-Szene von Vegas beginnt abseits des Strip.

Buffets nicht überschätzen

Das moderne Las Vegas lebt nicht mehr von billigen All-you-can-eat-Buffets. Wer stattdessen Food Halls und Lokale in Chinatown ansteuert, isst oft besser und zahlt meist weniger als in den prominenten Strip-Restaurants.

Fremont richtig timen

Die Fremont Street Experience wirkt nach Einbruch der Dunkelheit am besten, wenn das LED-Dach aufleuchtet. Ideal ist die Kombination mit den Bars von Fremont East, wo Touristenkulisse und lokales Nachtleben direkt aufeinandertreffen.

Schild zur goldenen Stunde

Das berühmte "Welcome to Fabulous Las Vegas"-Schild fotografiert man am schönsten zum Sonnenuntergang oder kurz danach. Das Licht schmeichelt dem klassischen Neon dann deutlich mehr als die harte Mittagssonne.

10 Watch.

A few films to set the scene before you go.

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12 Häufig gefragt

Lohnt sich eine Reise nach Las Vegas?

Ja, vor allem wenn Sie eine der surrealsten Stadtkulissen der USA erleben möchten. Gerade der Kontrast zwischen der geschniegelt inszenierten Strip-Fantasie und den raueren, kreativen Vierteln wie Chinatown, dem Arts District und Fremont East macht Las Vegas weit interessanter, als es das Casinoklischee vermuten lässt.

Wie viele Tage sollte man für Las Vegas einplanen?

Ideal sind drei bis fünf Tage. Ein Tag gehört dem Strip mit Bellagio-Fontänen, Sphere und High Roller, ein weiterer Downtown und dem Arts District, dazu ein Ausflugstag für Red Rock Canyon oder den Hoover Dam. Mit weniger als drei Tagen wirkt die Stadt schnell wie im Schnelldurchlauf.

Ist Las Vegas für Touristen sicher?

Der touristische Korridor am Strip ist stark überwacht und im Allgemeinen recht sicher. Downtown und besonders die Fremont Street wirken nachts kantiger. Wie in jeder Großstadt gilt: nach Einbruch der Dunkelheit in belebten Bereichen bleiben und nicht allein in schlecht beleuchtete Wohnstraßen abbiegen.

Wann ist Las Vegas am günstigsten?

Die günstigsten Hotelpreise findet man meist unter der Woche im Januar und Februar, wenn weniger los ist. Große Messen und Feiertagswochenenden sollte man meiden, weil die Preise dann sprunghaft steigen. Auch der Sommer ist oft billiger, allerdings nur um den Preis extremer Hitze.

Sollte man am Strip oder in Downtown übernachten?

Für den ersten Besuch ist der Strip die beste Wahl, weil viele Hauptattraktionen direkt erreichbar sind. Wer lokaler wohnen, günstiger essen und das authentischere Nachtleben von Fremont East oder dem Arts District erleben möchte, ist in Downtown oder abseits des Strip besser aufgehoben.

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13Before you go

Praktische Informationen

Flight

Anreise

Der Harry Reid International Airport (LAS) liegt nur etwa 2 Meilen vom Strip und rund 15 Meilen von Downtown entfernt; die meisten großen Hotels erreicht man in ungefähr 15 Minuten. 2026 gelten für Taxis feste Zonentarife zum Strip zwischen 21,25 und 29,25 US-Dollar, während Uber und Lyft an ausgewiesenen Bereichen in den Parkhäusern abholen. Wer öffentliche Verkehrsmittel nutzt, findet unter anderem mit der Linie 109 eine Verbindung zum South Strip Transit Terminal.

Directions transit

Unterwegs in der Stadt

Las Vegas hat keine U-Bahn. Stattdessen setzt man auf den Mix, der für die Stadt typisch ist: Der RTC-Bus The Deuce fährt rund um die Uhr ungefähr alle 15 Minuten zwischen Strip und Downtown, die Las Vegas Monorail verbindet auf 3,9 Meilen mit sieben Stationen MGM Grand und SAHARA, und dazu kommen kostenlose Hotel-Trams wie der ARIA Express. 2026 kostet ein 24-Stunden-Buspass 8 US-Dollar, ein Monorail-Tagespass 15 US-Dollar. Das RTC Bike Share ist vor allem in Downtown praktisch.

Thermostat

Klima & beste Reisezeit

Las Vegas hat ein heißes Wüstenklima mit viel Sonne und sehr geringer Luftfeuchtigkeit. Im Juli steigen die Temperaturen oft auf 104 °F, Regen fällt dann kaum, während der Januar im Mittel bei 58,5 °F am Tag und 40,5 °F in der Nacht liegt. Am angenehmsten sind meist März bis April sowie Oktober bis November, wenn Spaziergänge am Strip und Ausflüge in den Red Rock Canyon gut möglich sind. Von Juni bis August sollte man nur kommen, wenn man extreme Hitze bewusst einplant.

Shield

Sicherheit

Die wichtigsten Risiken sind die typischen eines stark besuchten Touristenziels: Taschendiebstahl in vollen Casino-Bereichen und Ablenkungsdiebstähle. Die Polizei empfiehlt, Wertsachen nah am Körper zu tragen, keine Getränke von Straßenverkäufern anzunehmen und den Hotelsafe zu nutzen. Späte Wege am Strip gelten im Allgemeinen als unproblematisch, solange man auf gut beleuchteten Hauptachsen bleibt und nicht orientierungslos oder stark alkoholisiert unterwegs ist.

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