Myrelaion

Einleitung

In Istanbuls historischem Viertel Fatih gelegen, ist die Bodrum Moschee (Bodrum Camii), auch bekannt als Mesih Paşa Moschee, ein lebendiges Zeugnis des sich entwickelnden religiösen und architektonischen Erbes der Stadt. Ursprünglich im 10. Jahrhundert als Myrelaion-Kirche von Kaiser Romanos I. Lekapenos erbaut, verkörpert dieses Monument den Übergang vom byzantinischen Christentum zum osmanischen Islam. Der Name "Bodrum" (türkisch für "Keller") bezieht sich auf die riesige unterirdische Zisterne unter der Moschee, was ihre vielschichtige Geschichte unterstreicht. Für Reisende und Geschichtsinteressierte bietet die Bodrum Moschee eine einzigartige Reise durch Jahrhunderte imperialer Ambitionen, religiöser Hingabe und architektonischer Genialität – und macht sie zu einem Muss unter den historischen Stätten Istanbuls.


Historischer Hintergrund und architektonische Entwicklung

Byzantinische Fundamente: Die Myrelaion-Kirche

Die von Kaiser Romanos I. Lekapenos (reg. 920–944) in Auftrag gegebene Myrelaion-Kirche wurde auf den Überresten einer enormen Rotunde, die in eine Zisterne umgewandelt wurde – die zweitgrößte Roms nach dem Pantheon. Als kaiserliche Kapelle und Mausoleum war die Kirche Teil eines privaten Palastkomplexes und diente als dynastische Grabstätte. Romanos, seine Frau Theodora und sein Sohn Christopher wurden hier bestattet, was den Status des Ortes innerhalb der byzantinischen imperialen Sphäre unterstreicht.

Der ursprüngliche Entwurf umfasste einen klassischen Kreuzkuppelbau mit einer prominenten zentralen Kuppel, die von vier Säulen getragen wurde. Darunter blieb die unterirdische Zisterne mit ihren robusten Säulen und gewölbten Decken eines der markantesten Merkmale des Ortes.

Transformation und osmanische Umwandlung

Die Myrelaion-Kirche wurde während des Vierten Kreuzzugs (1204) erheblich beschädigt und lag zeitweise brach, wurde aber von der Palaiologen-Dynastie restauriert. Nach der osmanischen Eroberung Konstantinopels im Jahr 1453 wurde das Gebäude um 1500 von Mesih Pascha, einem ehemaligen byzantinischen Adligen, der zum Großwesir der Osmanen wurde, in eine Moschee umgewandelt. Der Name der Moschee, "Bodrum", bezieht sich auf die darunterliegende riesige Zisterne, die später umfunktioniert und zeitweise als Geschäftsraum genutzt wurde.

Zu den osmanischen Modifikationen gehörten die Hinzufügung islamischer Elemente wie des Mihrabs (Gebetsnische) und des Minbars (Kanzel) sowie der Bau eines schlanken Minaretts aus Kalkstein. Trotz dieser Veränderungen bleibt viel vom byzantinischen Charakter des Gebäudes sichtbar.

Restaurierung und Erhaltung

Die Moschee erlitt Ende des 18. und Anfang des 20. Jahrhunderts Brandschäden. Bedeutende Restaurierungsarbeiten, insbesondere in den 1960er und 1980er Jahren, belebten die Struktur für Gottesdienste und öffentliche Besichtigungen wieder. Heute ist die Moschee ein aktives religiöses Zentrum, wobei der Zisternenbereich als Gebetsraum für Frauen dient.


Architektonische und künstlerische Höhepunkte

Äußere und strukturelle Merkmale

  • Kreuzkuppelbau: Der Hauptsaal veranschaulicht den architektonischen Stil des mittleren Byzantinischen Reiches mit einer zentralen Kuppel, die von vier Pfeilern getragen wird.
  • Cloisonné-Mauerwerk: Die Außenwände weisen abwechselnde Ziegel- und Steinschichten auf, ein Markenzeichen byzantinischer Handwerkskunst.
  • Kuppel und Dach: Die 17 Meter hohe Kuppel, auf einem Fensterkranz aufliegend, flutet den Innenraum mit natürlichem Licht.
  • Minarett: Das während der osmanischen Periode hinzugefügte schlanke Minarett aus Kalkstein spiegelt islamische architektonische Traditionen wider.

Innere Elemente

  • Schiff und Kuppel: Unter der Kuppel sind noch Reste byzantinischer Fresken und geometrischer Motive zu finden.
  • Mihrab und Minbar: Filigran geschnitzte Marmorelemente, die bei der Umwandlung zur Moschee hinzugefügt wurden, sind mit islamischer Kalligrafie und arabesken Verzierungen geschmückt.
  • Marmorsäulen: Wiederverwendete Säulen mit korinthischen und kompositen Kapitellen stützen den Gebetssaal.
  • Fenster: Zahlreiche Rundbogenfenster sorgen für eine strahlende Atmosphäre.

Innenhof und Zisterne

  • Innenhof: Der marmorierte Innenhof der Moschee verfügt über eine Säulenhalle und einen zentralen Waschbrunnen.
  • Zisterne: Die riesige unterirdische Rotunde, ursprünglich eine byzantinische kaiserliche Krypta, wird heute für Gottesdienste, insbesondere von Frauen, genutzt und ist für Besucher, die sich für die einzigartige Ingenieurskunst des Ortes interessieren, zugänglich.

Besucherinformationen

Besuchszeiten und Eintritt

  • Öffnungszeiten: Im Allgemeinen täglich von 9:00 bis 18:00 Uhr geöffnet, außer während der Gebetszeiten und an religiösen Feiertagen.
  • Eintritt: Kostenlos; Spenden sind willkommen, aber nicht erforderlich.

Kleiderordnung und Etikette

  • Bescheidene Kleidung: Männer sollten lange Hosen tragen und ärmellose Hemden meiden; Frauen sollten ihre Köpfe, Arme und Beine bedecken. Schuhe müssen vor dem Betreten ausgezogen werden.
  • Verhalten: Ruhe bewahren, Besuche während der Gebetszeiten (insbesondere am Freitagnachmittag) vermeiden und vor dem Fotografieren im Inneren um Erlaubnis bitten.

Barrierefreiheit

  • Zugänge: Die Moschee ist über Rampen am Haupteingang zugänglich.
  • Zisterne: Die Zugänglichkeit zur Zisterne kann aufgrund von Treppen und unebenen Oberflächen eingeschränkt sein.

Führungen

  • Verfügbarkeit: Lokale Reiseveranstalter und Stadtführungen nehmen die Bodrum Moschee oft in ihre Routen über byzantinische und osmanische Sehenswürdigkeiten in Istanbul auf. Erkundigen Sie sich im Voraus nach geführten Besichtigungen der Zisterne.

Anreise

  • Öffentliche Verkehrsmittel: Nehmen Sie die Straßenbahnlinie T1 bis zur Station Laleli-Üniversite; die Moschee ist nur einen kurzen Spaziergang entfernt.
  • Taxi: Taxen sind weit verbreitet, aber der Verkehr kann dicht sein.
  • Zu Fuß: Leicht erreichbar vom Sultanahmet oder vom Beyazıt-Platz.

Religiöse und kulturelle Bedeutung

Die Bodrum Moschee ist ein starkes Symbol für Istanbuls religiösen Pluralismus. Ihre Geschichte als griechisch-orthodoxe Kirche und osmanische Moschee verkörpert die Transformation der Stadt über verschiedene Reiche hinweg. Heute dient sie als lebendiges Zentrum für Gottesdienste und Gemeinde, insbesondere für die muslimische Bevölkerung im Fatih-Bezirk.


Sehenswürdigkeiten in der Nähe

  • Laleli Moschee: Bekannt für ihr barockes osmanisches Design.
  • Beyazıt-Platz und Universität Istanbul: Historische Orte mit lebhaftem lokalen Charakter.
  • Großer Basar: Einer der ältesten überdachten Märkte der Welt.
  • Süleymaniye Moschee: Ein Meisterwerk osmanischer Architektur.
  • Myrelaion Zisterne: Das unterirdische Reservoir unter der Bodrum Moschee.

Praktische Tipps für Besucher

  • Beste Zeit: Frühe Morgenstunden oder späte Nachmittage unter der Woche sind ruhiger.
  • Sprache: Grundlegende Englischkenntnisse sind in Tourismusgebieten weit verbreitet; Türkisch ist die Hauptsprache.
  • Ausstattung: Cafés, Restaurants und Geschäfte in der Nähe; öffentliche Toiletten sind vorhanden.
  • Sicherheit: Der Fatih-Bezirk ist sicher, aber achten Sie wie immer auf Taschendiebe, besonders in überfüllten Märkten.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F: Werden Tickets benötigt? A: Nein, der Eintritt ist kostenlos. Spenden werden geschätzt.

F: Was sind die Öffnungszeiten? A: Normalerweise von 9:00 bis 18:00 Uhr, außer während der Gebetszeiten und an religiösen Feiertagen.

F: Ist die Moschee für Menschen mit Behinderungen zugänglich? A: Der Eingang ist über eine Rampe zugänglich, aber der Zisternenbereich kann aufgrund von Treppen und unebenen Oberflächen eingeschränkt sein.

F: Gibt es Führungen? A: Ja, über lokale Reiseveranstalter; erkundigen Sie sich nach dem Zugang zur Zisterne.

F: Darf ich drinnen fotografieren? A: Ja, außerhalb der Gebetszeiten und mit Erlaubnis, wenn Gläubige anwesend sind.


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