Palais Czernin

Einleitung: Warum den Černín-Palast besuchen?

Der Černín-Palast (Černínský palác) ist ein monumentales barockes Wahrzeichen im Prager Stadtteil Hradčany und repräsentiert jahrhundertelanges böhmisches Adelswesen, architektonische Pracht und politische Intrigen. Der aufwendige Bau wurde Ende des 17. Jahrhunderts von Graf Humprecht Jan Černín von Chudenitz in Auftrag gegeben und sollte es mit kaiserlichen Residenzen aufnehmen können. Seine prächtige Fassade, die sich über 150 Meter erstreckt und mit 365 Fenstern und 30 korinthischen Halbsäulen verziert ist, stellt die längste barocke Palastfassade Prags dar. Die Geschichte des Palastes ist eng mit der Entwicklung des tschechischen Staates, der Diplomatie und einigen der dramatischsten Episoden des 20. Jahrhunderts verbunden, darunter der geheimnisvolle Tod von Jan Masaryk im Jahr 1948.

Obwohl der Černín-Palast hauptsächlich Sitz des Außenministeriums ist und nicht täglich für die Öffentlichkeit zugänglich, bietet er Besuchern die einzigartige Möglichkeit, seine prächtigen Barockgärten während Sonderveranstaltungen und ausgewählter Zeiträume zu erleben. Seine Lage nahe der Prager Burg, der Loreto-Kirche und des Klosters Strahov macht ihn zu einem wichtigen Anlaufpunkt für alle, die das Herz der historischen Prager Landschaft erkunden (Außenministerium; Radio Prag International; Prague Guide).

Dieser Leitfaden bietet einen ausführlichen Einblick in die Ursprünge des Černín-Palastes, sein architektonisches und gartengestalterisches Design, seine historische Bedeutung sowie praktische Besucherinformationen und Tipps, um Ihren Besuch optimal zu gestalten.


Ursprünge und Bau des Černín-Palastes

Der Bau des Černín-Palastes wurde 1669 von Graf Humprecht Jan Černín – einem einflussreichen Diplomaten – in Auftrag gegeben. Der Palast sollte als Symbol des adligen Prestiges und als Konkurrenz zum habsburgischen Hof konzipiert werden. Der schweizerisch-italienische Architekt Francesco Caratti leitete den Entwurf und verband italienisch-barocke Pracht mit mitteleuropäischen Traditionen. Der Bau des Palastes erstreckte sich über Jahrzehnte, mit Beiträgen von Architekten wie G.B. Alliprandi, F.M. Kaňka und später Anselmo Lurago, der 1740 Veranden und einen Balkon hinzufügte.

Die Innenräume, die vom Bildhauer Matyáš Bernard Braun und dem Maler Václav Vavřinec Reiner geschmückt wurden, spiegeln höchste barocke Kunstfertigkeit wider. Die monumentale Fassade des Palastes mit ihrer beeindruckenden Rustizierung und den massiven Säulen wurde explizit entworfen, um Besucher und Würdenträger in ihren Bann zu ziehen (Pragitecture; Old Town Explorer).


Die Familie Černín und frühe Nutzung

Die Familie Černín, eine der ältesten Adelsfamilien Böhmens, investierte stark in die Dekoration des Palastes und füllte ihn mit Kunst, Wandteppichen und Schätzen aus ganz Europa. Er wurde zum Zentrum aristokratischer Zusammenkünfte – am bemerkenswertesten war der Ball zur Krönung von Kaiser Leopold II. Die Instandhaltung des Palastes belastete jedoch die Familiengeschäfte stark und führte dazu, dass die Familie nach Wien zog und das Anwesen schließlich verkaufte.


Verfall, Krieg und Umwidmung

Das Schicksal des Černín-Palastes verschlechterte sich im 18. und 19. Jahrhundert. Er wurde von französischen und preußischen Truppen beschädigt, dann als Armenhaus, Militärkaserne und Lagerhaus umfunktioniert. Die Familie Černín verkaufte das Anwesen 1851 an den Staat und beendete damit seine Ära als Adelsresidenz (Radio Prag International).


Restaurierung und moderne Rolle

Nach der Gründung der Tschechoslowakei im Jahr 1918 wurde der Palast unter der Leitung des Architekten Pavel Janák restauriert, der sensibel moderne Verwaltungsflügel einfügte, ohne den barocken Charakter zu beeinträchtigen. Seit 1934 beherbergt der Černín-Palast das Außenministerium und dient als Veranstaltungsort für wichtige diplomatische Ereignisse – darunter die Auflösung des Warschauer Paktes im Jahr 1991 und in jüngerer Zeit hochkarätige Gipfeltreffen (Prague Forum).


Das Geheimnis um Jan Masaryk

Am 10. März 1948 wurde Jan Masaryk – Außenminister und Sohn des ersten Präsidenten der Tschechoslowakei – auf dem Innenhof des Palastes tot aufgefunden. Offiziell wurde Selbstmord festgestellt, doch viele glauben, er sei während des kommunistischen Putsches ermordet worden, was den Černín-Palast zu einem Symbol für die Kämpfe der tschechischen Demokratie macht. Der Ort bleibt ein Fokus laufender historischer Untersuchungen (Radio Prag International).


Besuch des Černín-Palastes: Öffnungszeiten, Tickets & Praktische Tipps

Allgemeine Besucherinformationen

  • Palastinnenräume: Nicht regelmäßig öffentlich zugänglich aufgrund der staatlichen Nutzung.
  • Sonderöffnungen: Öffentliche Führungen und begrenzter Innenzugang während der Tage des offenen Denkmals (Mitte September), an Nationalfeiertagen und ausgewählten Kulturveranstaltungen. Eine Voranmeldung ist unerlässlich.
  • Tickets: Führungen sind in der Regel kostenlos, erfordern jedoch eine Vorabregistrierung. Prüfen Sie die offizielle Website des Außenministeriums für Ankündigungen.
  • Zugang zum Garten: Der Černín-Garten ist von Mai bis September geöffnet, typischerweise von 10:00 bis 17:00 Uhr. Der Eintritt ist frei, die Öffnungszeiten können jedoch variieren – überprüfen Sie die offiziellen Quellen auf Aktualisierungen.
  • Fotografie: Im Garten und am Palastäußeren gestattet; im Inneren während der Führungen eingeschränkt.
  • Sicherheit: An Sonderführungsdagen ist mit Sicherheitskontrollen zu rechnen. Große Taschen und verbotene Gegenstände sind nicht erlaubt.
  • Kleiderordnung: Keine formale Anforderung, aber respektvolle Kleidung wird während Veranstaltungen empfohlen (Lonely Planet).

Gartengestaltung und Besonderheiten

Der Černín-Garten (Černínská zahrada) wurde als barocke Erweiterung des Palastes konzipiert, entworfen von Francesco Caratti und später von Domenico Rossi (Kaskadenteiche) und Anselmo Lurago (Sommerhaus) erweitert. Die beiden Hauptterrassen sind durch Treppen verbunden und um Zierbecken zentriert, geschmückt mit Balustraden, Vasen und einer prominenten Herkules-Statue von Ignác František Platzer.

Nach jahrzehntelanger Vernachlässigung und Umgestaltung im 19. Jahrhundert wurde mit einer umfassenden Restaurierung im Jahr 1929 die ursprüngliche Terrassenstruktur und die Merkmale des Gartens wiederhergestellt. Im Jahr 1990 wurde ein Grenzstein von der tschechisch-bayerischen Grenze hinzugefügt, um die Öffnung der Grenzen nach dem Kommunismus zu symbolisieren (prague.cz).


Barrierefreiheit und Anreise

  • Barrierefreiheit: Die historische Struktur und die Gartenterrassen umfassen Stufen und unebene Oberflächen; Rollstuhlzugang ist begrenzt – kontaktieren Sie das Ministerium im Voraus für Unterstützung.
  • Lage: Loretánské náměstí 5, 118 00 Praha 1-Hradčany. Erreichbar mit der Straßenbahn (Linien 22, 23 – Haltestelle Pohořelec) oder zu Fuß von der Prager Burg (PragueWise).
  • Einrichtungen: Keine öffentlichen Toiletten im Garten; die nächsten Annehmlichkeiten befinden sich in der Prager Burg oder in nahegelegenen Cafés.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe

Die zentrale Lage des Černín-Palastes bringt viele der Top-Sehenswürdigkeiten Prags in Reichweite:

  • Prager Burg: Der berühmteste Burganlage der Stadt.
  • Loreto-Kirche: Eine barocke Pilgerstätte gegenüber dem Palast.
  • Kloster Strahov: Berühmt für seine Bibliothek und den Panoramablick über die Stadt.
  • Nový Svět Viertel: Malerische Gassen mit historischem Charme.

Planen Sie Ihren Besuch so, dass diese Orte für ein umfassendes kulturelles Erlebnis miteinbezogen werden (Couple Travel the World).


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F: Ist der Černín-Palast für die Öffentlichkeit zugänglich? A: Die Innenräume sind im Allgemeinen geschlossen, aber während Sonderveranstaltungen sind Führungen verfügbar. Die Gärten sind von Mai bis September öffentlich zugänglich.

F: Sind Tickets erforderlich? A: Der Zugang zum Garten ist kostenlos; Führungen im Palast erfordern eine kostenlose Vorabregistrierung.

F: Ist das Gelände für Rollstuhlfahrer zugänglich? A: Aufgrund der historischen Architektur ist der Zugang begrenzt; kontaktieren Sie das Ministerium für Absprachen.

F: Wie gelange ich zum Černín-Palast? A: Mit der Straßenbahn nach Pohořelec oder zu Fuß von der Prager Burg.

F: Was gibt es in der Nähe zu sehen? A: Loreto, Prager Burg, Kloster Strahov und das Viertel Nový Svět.


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