Bahnhof Bang Sue Junction
BangkokThailand 13° N · 100° E Aktualisiert May 2026
1898 eröffnet, wurde Bang Sue Junction 1927 zum wichtigsten Eisenbahnknoten Thailands — sein riesiger Nachbar diente später als größtes COVID-Impfzentrum Bangkoks.
Foto: MNXANL · CC BY-SA 4.0
- Zeitbedarf
- 30–60 Minuten
- Eintritt
- Eintritt frei
- Zugang
- Ebenerdiger Bahnhof mit stufenlosem Zugang zu den Bahnsteigen
- Beste Reisezeit
- November–February (kühle Jahreszeit)
Dass früher jeder Zug in Thailand einen einzigen Punkt passieren musste — von Norden nach Süden, von der Küste bis in den Dschungel — führt zurück zu einem bescheidenen Bahnsteig an der Thoet Damri Road in Bangkok. Der Bahnhof Bang Sue Junction ist dieser Punkt seit 1898, und selbst jetzt, wo 200 Meter entfernt ein glänzendes neues Mega-Terminal aufragt, weigert sich der alte ebenerdige Bahnhof zu schließen. Er kann es nicht. Der neue ist noch immer nicht mit allen Strecken verbunden, die der alte bedient.
Diesen Ort suchen die wenigsten Touristen gezielt auf. Kein vergoldeter Turm, kein Orchideengarten, kein Nachtmarkt, der sich über die Bahnsteige ergießt. Dafür gibt es hier den konkreten Punkt, an dem Thailands Eisenbahnnetz wirklich zu einem Netz wurde — dort, wo die Strecke aus dem Norden den Chao Phraya überquerte und auf die Strecke nach Süden traf. Diese Verbindung entstand am 1. Januar 1927 und machte aus einem unauffälligen Halt den folgenschwersten Eisenbahnknoten des Landes.
Heute liegt der Bahnhof im Schatten des Krung Thep Aphiwat Central Terminal, des größten Bahnhofs Südostasiens, der im Januar 2023 für Fernzüge eröffnet wurde. Der Kontrast ist fast komisch — ein flacher, menschlich wirkender Bahnsteig mit handgemalten Schildern neben einer hoch aufragenden Kathedrale des Verkehrs aus Stahl und Glas. Doch der alte Bahnhof bedient noch immer Pendlerzüge. Er riecht noch immer nach Diesel und warmem Beton. Er funktioniert noch immer.
Komm nicht wegen der Schönheit hierher, sondern weil sich hier alles lesen lässt. Bang Sue Junction gehört zu jenen seltenen Orten, an denen sich die gesamte Verkehrsgeschichte eines Landes entziffern lässt — kolonialer Ehrgeiz, Zerstörung im Krieg, Reparaturen der Nachkriegszeit, politische Skandale — allein daran, was innerhalb weniger hundert Meter Gleis gebaut, bombardiert, wieder aufgebaut und umbenannt wurde.
Sehenswürdigkeiten
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Der alte Bahnsteig von Bang Sue Junction
Was von Bang Sue Junction übrig ist, ist ein eingeschossiger Bahnhof mit Wellblechdach, eröffnet 1898 — im selben Jahr, in dem Émile Zola „J'Accuse“ veröffentlichte —, der noch immer Fahrkarten der dritten Klasse nach Hua Lamphong für 2 Baht verkauft. Das sind sechs US-Cent. Stell dich auf Bahnsteig 4, und die Zeitreise wird greifbar: vor dir Holzbänke, blank gescheuert von mehr als einem Jahrhundert wartender Fahrgäste, Diesellokomotiven, die so nah vorbeibrummen, dass du den heißen Luftzug im Gesicht spürst, Händler, die Reisgerichte aus Karren verkaufen. Hinter dir erhebt sich wie eine verchromte Klippe die 600 Meter lange Wand des neuen Krung Thep Aphiwat-Terminals — ein Gebäude von ungefähr der Länge von sechs aneinandergelegten Fußballfeldern. Auf dem Schild steht noch immer „Bang Sue 2“, ein Überbleibsel aus der Zeit, als 200 Meter weiter nördlich der Begleitbahnhof Bang Sue 1 stand; er wurde 2016 abgerissen, doch niemand hat die Beschilderung aktualisiert. Hier riecht es nach Diesel, Chili und heißem Metall. Das Essen auf dem Bahnsteig ist billig und gut. Und der ganze Ort lebt auf geliehener Zeit — sobald die Missing-Link-Schienenverlängerung fertig ist, schließt dieser Bahnhof endgültig. Geh hin, bevor er seine letzte Abfahrt verkündet. -
Krung Thep Aphiwat Central Terminal
Das neue Terminal ist Thailands Versuch einer Eisenbahnkathedrale des 21. Jahrhunderts, und es gelingt ihm nur halb — genau das macht es interessanter als einen glatten Erfolg. Die klimatisierte Halle im Erdgeschoss ist kühl und hell, Sonnenlicht fällt durch getönte Glasscheiben, polierte Böden spiegeln die hohe Decke — es fühlt sich an wie ein Flughafen, der sich noch nicht ganz entschieden hat, was er sein will. Ein kleines Museum nahe dem Wartebereich zeigt Stücke aus den 125 Jahren Geschichte des alten Knotenbahnhofs: Fahrpläne, Ausrüstung, Fotografien. Fast alle laufen daran vorbei. Tu das nicht. Fahre dann mit der Rolltreppe in den zweiten Stock, wo sich 12 Bahnsteige in die Ferne ziehen und sich die Atmosphäre vollständig ändert — keine Klimaanlage, nur Bangkoks Hitze und der schwere ölige Geruch von Dieselabgasen der Fernzüge. Nach Beschwerden am Eröffnungstag im Januar 2023 wurden Luftreiniger installiert. Sie helfen, aber nicht genug. Noch merkwürdiger ist das dritte Stockwerk: 10 Bahnsteige für Hochgeschwindigkeitszüge, die es noch gar nicht gibt, leer unter einem schönen geschwungenen Dach mit Lichtkanälen, die dem berühmten Glasdach von Hua Lamphong nachempfunden sind. Ein Geistergeschoss, das wartet. Und außen am Gebäude steht noch immer „Bang Sue Grand Station“ — ein Vertrag über 33 Millionen Baht, um den Schriftzug durch den per königlichem Erlass festgelegten Namen zu ersetzen, wurde 2023 nach öffentlicher Empörung über die Kosten ausgesetzt. Thailändische Politikgeschichte, in Glas und Stahl auf die Fassade geschrieben. -
Der 2-Baht-Zug und der Weg zwischen zwei Bahnhöfen
Beginne unterirdisch an der Station Bang Sue der MRT Blue Line. Gehe durch den Innenhof nach oben — eine weite, leicht trostlose Fläche, die sich fast über die gesamte Länge des neuen Terminals zieht — und betrete die Halle von Krung Thep Aphiwat. Suche das kleine Museum, betrachte das Maßstabsmodell der geplanten Anlage (ein 186.000 Quadratmeter großer Gedenkpark ist noch im Bau), dann tritt hinaus in Richtung des alten Knotenbahnhofs. Wechsle zu Bahnsteig 4, um den Kontrast zu sehen, der diesen Ort bestimmt: 1898 gegen 2023, Wellblech gegen gebogenen Stahl. Steige in einen gewöhnlichen Zug der dritten Klasse Richtung Süden nach Hua Lamphong. Die Fahrt dauert etwa 10 Minuten und kostet 2 Baht — weniger als eine Flasche Wasser aus dem Automaten, an dem du in der Halle vorbeigekommen bist. Du rumpelst durch den nördlichen Rand des Bahnkorridors von Bangkok, vorbei am Güterbahnhof Phahonyothin — Thailands größtem, ungefähr 50 Gleise breit, eine verborgene Industrielandschaft aus abgestellten Lokomotiven und rostenden Waggons, sichtbar aus dem Zugfenster. Die ganze Runde, vom neuen Terminal über den alten Knotenbahnhof nach Hua Lamphong, dauert weniger als zwei Stunden und kostet fast nichts. Dafür bekommst du den gesamten Bogen der thailändischen Eisenbahngeschichte, verdichtet auf einen einzigen Vormittag.
Deinen Besuch planen
- Anreise
- Die MRT Blue Line ist deine beste Option — die Station Bang Sue (BL11) liegt im Untergeschoss des benachbarten Krung Thep Aphiwat Central Terminal, rund 150 Meter vom alten Knotenbahnhof entfernt. Von Hua Lamphong nimmst du die Blue Line über den Umstieg in Tha Phra; etwa 31 Minuten, 43 THB. Du kannst auch einen gewöhnlichen Nahverkehrszug von Hua Lamphong nach Bang Sue Junction für nur 2 THB nehmen — eine 22-minütige Fahrt, die dich direkt am Bahnsteig des alten Bahnhofs absetzt, auch wenn Verspätungen häufig sind. Grab ist hier verlässlicher als Straßentaxis; Taxis mit Taxameter aus dem Stadtzentrum kosten etwa 130 THB, aber Fahrer, die den Bahnhofsbereich verlassen, weigern sich regelmäßig, das Taxameter einzuschalten.
- Öffnungszeiten
- Stand 2026 ist der alte Bahnhof Bang Sue Junction täglich für gewöhnliche Züge und Pendlerzüge in Betrieb, ohne feste Besuchszeiten — er ist ein funktionierender Bahnhof, kein Museum. Das benachbarte Krung Thep Aphiwat Central Terminal ist 24 Stunden geöffnet, die Fahrkartenschalter der SRT sind von 06:00–22:00 besetzt. Die Bahnsteigsperren im neuen Terminal öffnen sich nur 20 Minuten vor jeder Abfahrt, ähnlich wie am Flughafen. Die darunterliegende MRT Blue Line fährt von 05:30–00:58, und der Pendlerverkehr der SRT Red Line verkehrt von 05:00–00:12.
- Benötigte Zeit
- Der alte Bang Sue Junction selbst ist ein bescheidener ebenerdiger Bahnhof — Eisenbahnfans und Fotografen sollten 30–60 Minuten einplanen, um die Atmosphäre an den Gleisen und die Imbissstände auf sich wirken zu lassen. Wenn du das mit einer Erkundung des neuen Krung Thep Aphiwat-Terminals verbinden (274,192 Quadratmeter, ungefähr die Fläche von 38 Fußballfeldern), rechne insgesamt mit 2–3 Stunden. Wenn du einen Zug vom neuen Terminal nimmst, solltest du mindestens 40 Minuten früher da sein — allein der Weg von Gate 4 zu Gate 13 dauert 10 Minuten.
- Barrierefreiheit
- Das neue Krung Thep Aphiwat-Terminal ist vollständig rollstuhlgerecht, mit Aufzügen, die alle Ebenen vom MRT-Untergeschoss bis zu den erhöhten Bahnsteigen verbinden, dazu Rampen an jedem Eingang und taktile Leitsysteme im ganzen Gebäude. Der alte Bang Sue Junction ist ebenerdig, mit flachen Bahnsteigen und ohne Treppen. Beide Bahnhöfe haben barrierefreie Toiletten. Die eigentliche Herausforderung sind die enormen Distanzen im neuen Terminal — bring Geduld und bequemes Schuhwerk für die langen Korridore mit.
- Kosten & Tickets
- Der Eintritt in den alten Bahnhof wie auch in das neue Terminal ist frei — für Nichtreisende gibt es keine Besuchsgebühr. Die Zugpreise variieren stark: Ein Sitzplatz der 3. Klasse nach Chiang Mai kostet etwa 278 THB, während ein Schlafwagen 1. Klasse bei 1,200+ THB liegt. Kauf Fahrkarten an den Schaltern nahe Gate 14 oder gegenüber von Gate 3 im neuen Terminal oder online über 12go.asia (250 THB Buchungsgebühr) oder das eigene Portal der SRT unter dticket.railway.co.th. Während Songkran (Mitte April) und zum Neujahr sind Schlafwagen oft Wochen im Voraus ausverkauft — buche bis zu 6 Monate vorher.
Fotogalerie
Geschichte
Der Knotenbahnhof, der alles überlebte
Eine Funktion hält sich an diesem Ort seit mehr als 125 Jahren: Züge halten hier, Fahrgäste steigen ein, Fahrgäste steigen aus. Reiche sind um ihn herum aufgestiegen und zerfallen. Die absolute Monarchie, die ihn bauen ließ, wurde 1932 gestürzt. Die Brücke, die ihm seinen Zweck gab, wurde 1945 in den Chao Phraya gebombt. Das neue große Terminal nebenan wurde erst als Impfzentrum umfunktioniert, bevor es auch nur einen einzigen Fernreisenden bediente. Und durch all das hindurch ließ Bang Sue Junction weiter Züge fahren.
Der Bahnhof wurde 1898 als Halt an Thailands erster Eisenbahnlinie eröffnet, der Strecke Bangkok–Ayutthaya unter König Chulalongkorn. In den ersten drei Jahrzehnten war er nur ein Zwischenstopp — noch gar kein Knotenbahnhof. Das Wort „junction“ kam erst am 1. Januar 1927 hinzu, als die Rama-VI-Brücke eröffnet wurde und die Nord- und Südlinien über den Fluss miteinander vernähte. Dieses eine Infrastrukturprojekt verwandelte Bang Sue von einer Fußnote in einen Drehpunkt. Jeder Fernzug des Landes kam hier durch. Und fast ein Jahrhundert lang änderte sich daran nichts.
Der Wendepunkt
Der Prinz, der den Knotenbahnhof baute und im Exil starb
Prinz Purachatra Jayakara war der 35. Sohn von König Chulalongkorn, ausgebildet in Harrow und Cambridge, als Ingenieur geschult in Frankreich und den Niederlanden. 1917 ernannte ihn König Vajiravudh zum ersten Leiter der vereinigten Königlichen Eisenbahnbehörde und legte damit Nord- und Südlinie unter eine einzige Verwaltung. Für ihn stand nicht weniger auf dem Spiel als die Frage, ob Siam — nie kolonisiert, trotzig unabhängig — ein modernes Verkehrssystem ohne ausländische Kontrolle bauen konnte. Er beaufsichtigte den Bau der Rama-VI-Brücke, jener Struktur, die Bang Sue überhaupt erst zum Knotenbahnhof machte. 1928 führte er Thailands erste Diesellokomotiven ein und machte das Land zum ersten in Asien, das sie einsetzte. Sogar die ersten Radiosendungen des Landes gingen auf seine Initiative zurück.
Dann der Wendepunkt. Am 24. Juni 1932 stürzte eine Gruppe aus Militärs und zivilen Beamten die absolute Monarchie. Prinz Purachatra — der Mann, der Thailand physisch von Norden nach Süden verbunden hatte — zog sich aus dem öffentlichen Leben zurück. 1933 verließ er mit seiner Familie das Land in Richtung Singapur. Dort starb er am 14. September 1936 im Alter von 55 Jahren, ohne je zurückgekehrt zu sein, um das System zu leiten, das er aufgebaut hatte. Die Eisenbahnen blieben. Die Brücken blieben. Der Knotenbahnhof von Bang Sue funktionierte weiter. Sein Architekt nicht.
Seine Statue steht heute auf dem Gelände der Fernmeldeabteilung der Königlich Thailändischen Armee in Bangkok — an keinem einzigen Bahnhof. Die Brücke, die er baute, jene also, die den Knotenbahnhof schuf, wurde nach König Rama VI benannt, der noch vor ihrer Eröffnung starb. Der Prinz, der sie tatsächlich errichtete, bekam in Bang Sue nicht einmal eine Gedenktafel. Den Zügen ist es natürlich gleich, welcher Name auf dem Schild steht.
Was sich änderte: Bomben, Brücken und ein Schild für Milliarden Baht
Was blieb: Diesel, Beton und der Pendlerzug um 6:30
Tipps für Besucher
Die Namensverwirrung
Sage deinem Taxifahrer „Bang Sue Grand“ — nicht den offiziellen königlichen Namen „Krung Thep Aphiwat“, der meist nur einen leeren Blick hervorruft. Selbst Google Maps und die örtliche Beschilderung mischen Stand 2026 noch die alten und neuen Namen.Imbissstände an den Gleisen
Lass den spärlichen Food Court im neuen Terminal aus. Gehe zum Bahnsteigbereich des alten Bang Sue Junction, wo einfache Stände gebratenes Hähnchen mit Knoblauch und Pad Gra Pao auf Plastikstühlen direkt neben den Gleisen für 40–80 THB servieren. Für eine richtige Mahlzeit im Sitzen geh ins Einkaufszentrum Gateway at Bangsue nahe der MRT-Station Tao Poon; dort gibt es im 3. Stock das Mookata-Buffet Ping-Hi-Suk für 318 THB pro Person.Taxameter-Abzocke
Taxifahrer, die vom neuen Terminal abfahren, sind berüchtigt dafür, das Taxameter abzulehnen und Festpreise zu verlangen, die doppelt so hoch sind wie der echte Fahrpreis. Nutze stattdessen die Grab-App — eine Fahrt nach Sukhumvit sollte mit Taxameter 80–120 THB kosten, nicht die 200 THB, die Fahrer am Taxistand nahe Gate 7 verlangen.Bester Ort zum Fotografieren
Die offenen Bahnsteige des alten Bang Sue Junction bieten freie Sicht auf Züge, die sowohl aus dem Norden als auch aus dem Süden einfahren — genau die niedrigen Aufnahmen auf Gleishöhe, die durch die geschlossenen Bahnsteigsperren des neuen Terminals unmöglich geworden sind. Das späte Nachmittagslicht streicht besonders schön über die Schienen.Mit Chatuchak verbinden
Der Chatuchak Weekend Market liegt eine MRT-Station weiter südlich (Station Kamphaeng Phet). Besuche den Markt am Samstag- oder Sonntagvormittag, fahre dann eine Station nach Norden nach Bang Sue für ein spätes Mittagessen an den Imbissständen an den Gleisen und einen Spaziergang durch den alten Knotenbahnhof — eine Kombination, die zwei sehr unterschiedliche Seiten von Bangkok zeigt.Beste Besuchszeit
Bangkoks kühlere Trockenzeit (November–February) macht den offenen alten Bahnhof deutlich angenehmer als die drückende Hitze im April. Für das ruhigste Erlebnis im neuen Terminal kommst du an Werktagen am späten Vormittag — die riesigen Hallen wirken fast unheimlich leer, was je nach Temperament entweder meditativ oder irritierend ist.
Häufig gefragt
Lohnt sich ein Besuch des Bahnhofs Bang Sue Junction?
Ja, aber aus Gründen, die die meisten Besucher nicht erwarten. Der alte ebenerdige Bahnhof Bang Sue Junction — 1898 eröffnet — ist ein funktionierender Bahnhof, an dem du an den Essensständen direkt am Gleis gebratenes Hähnchen mit Wokgemüse für 60 Baht essen kannst, während Diesellokomotiven in greifbarer Nähe vorbeidonnern. Der eigentliche Reiz liegt im Kontrast: Ein paar Schritte über den Vorplatz, und du stehst im kolossalen Krung Thep Aphiwat Central Terminal, einer 274.000 Quadratmeter großen Megastation, die noch bevor hier je ein Zug fuhr, als größtes COVID-Impfzentrum Thailands diente. Zusammen verdichten die beiden Bahnhöfe 127 Jahre thailändischer Eisenbahngeschichte auf einen Spaziergang von drei Minuten.
Wie komme ich vom Stadtzentrum Bangkoks zum Bahnhof Bang Sue Junction?
Die MRT Blue Line ist die schnellste und günstigste Option — steig an der Station Bang Sue (BL11) aus, die im Untergeschoss des neuen Krung Thep Aphiwat-Terminals liegt. Von Sukhumvit dauert die Fahrt etwa 15 Minuten und kostet rund 40 Baht; von Hua Lamphong sind es ungefähr 31 Minuten und 43 Baht. Der alte Bahnhof Bang Sue Junction ist 152 Meter vom MRT-Ausgang entfernt. Wenn du die reizvollere Strecke willst, nimm einen gewöhnlichen Zug der 3. Klasse von Hua Lamphong nach Bang Sue Junction: Er kostet nur 2 Baht — einer der billigsten Bahntarife der Welt.
Was ist der Unterschied zwischen Bang Sue Junction und dem Krung Thep Aphiwat Central Terminal?
Es sind zwei getrennte Bahnhöfe, etwa 200 Meter voneinander entfernt, und Besucher wie Taxifahrer bringen sie ständig durcheinander. Bang Sue Junction ist der alte ebenerdige Bahnhof von 1898, von dem noch immer gewöhnliche Pendlerzüge nach Hua Lamphong fahren. Krung Thep Aphiwat Central Terminal — früher Bang Sue Grand Station genannt, im September 2022 per königlichem Erlass umbenannt — ist die neue erhöhte Megastation, die am 19. Januar 2023 alle 52 Fernexpressverbindungen übernahm. Sag deinem Taxifahrer lieber „Bang Sue Grand“ statt des offiziellen neuen Namens; die meisten Fahrer kennen „Krung Thep Aphiwat“ noch immer nicht.
Wie viel Zeit braucht man am Bahnhof Bang Sue Junction?
Plane 45 bis 90 Minuten ein, wenn du sowohl den alten Knotenbahnhof als auch das neue Terminal erkunden möchtest, ohne einen Zug zu nehmen. Allein das neue Gebäude von Krung Thep Aphiwat zieht sich 600 Meter entlang der Bahnsteige — von Tor 4 bis Tor 13 läufst du gut 10 Minuten. Rechne auch Zeit für das kleine Bang-Sue-Museum auf der Verteilerebene ein, für die unheimlich leere dritte Etage, die für Hochgeschwindigkeitszüge gebaut wurde, die es noch gar nicht gibt, und für eine Mahlzeit an den Essensständen am Gleis beim alten Bahnhof.
Kann man den Bahnhof Bang Sue Junction kostenlos besuchen?
Ja — der Zugang zum alten Bahnhof und zur Verteilerebene des neuen Terminals ist kostenlos, ein Ticket ist nicht nötig. Du kannst durch das klimatisierte Erdgeschoss von Krung Thep Aphiwat gehen, die kleine Museumsausstellung besuchen und dich im Food Court umsehen, ohne Eintritt zu bezahlen. Der Zugang zu den Bahnsteigen im zweiten Stock erfordert ein gültiges Zugticket und öffnet sich erst 20 Minuten vor Abfahrt, ähnlich wie am Flughafen.
Was sollte ich am Bahnhof Bang Sue Junction auf keinen Fall verpassen?
Drei Dinge, an denen die meisten Besucher einfach vorbeigehen. Erstens das kleine Bang-Sue-Museum auf der Verteilerebene des neuen Terminals — alte Fahrpläne, Ausrüstungsstücke und Fotografien aus 125 Jahren Bahnhofsgeschichte, versteckt und fast ohne Beschilderung. Zweitens trägt die Außenseite des Gebäudes noch immer den Schriftzug „Bang Sue Grand Station“, weil ein Vertrag über 33 Millionen Baht für den Austausch der Schilder im Januar 2023 mitten in einem Korruptionsskandal gestoppt wurde — ein Stück thailändischer Politikgeschichte, das du an der Fassade fotografieren kannst. Drittens: Nimm den gewöhnlichen 2-Baht-Zug vom alten Knotenbahnhof hinunter nach Hua Lamphong; die Fahrt dauert 10 Minuten durch das Rückgrat des Bangkoker Bahnnetzes, und fast niemand macht sich die Mühe.
Wann ist die beste Zeit für einen Besuch des Bahnhofs Bang Sue Junction?
Früh am Morgen oder am späten Nachmittag, wenn die Hitze erträglich ist und Fernzüge ankommen oder abfahren. Die offenen Bahnsteige des alten Knotenbahnhofs sind nicht klimatisiert, und Bangkoks heiße Jahreszeit (März bis Mai) macht Besuche zur Mittagszeit unerquicklich. Vermeide Zugbuchungen während Songkran (11.–16. April) und Neujahr (30. Dezember–3. Januar) — Schlafwagen sind Wochen im Voraus ausverkauft. Die Verteilerebene des neuen Terminals ist klimatisiert und rund um die Uhr geöffnet, daher spielt der Zeitpunkt eine geringere Rolle, wenn du drinnen bleibst.
Wie kaufe ich Zugtickets an der Bang Sue Grand Station in Bangkok?
Die Fahrkartenschalter im Krung Thep Aphiwat sind von 06:00 bis 22:00 geöffnet. Sie liegen nahe Tor 14 und gegenüber von Tor 3; außerdem gibt es Selbstbedienungsautomaten. Für Vorausbuchungen — besonders Schlafwagen nach Chiang Mai oder Surat Thani — nutze 12Go.Asia oder Baolau online, am besten mindestens drei Tage vorher; die offizielle SRT-Seite (dticket.railway.co.th) funktioniert, ist aber langsam. Für Fernstrecken kannst du bis zu sechs Monate im Voraus buchen. Gib auf der SRT-Seite als Abfahrtsbahnhof „Krung Thep Aphiwat Central“ ein, nicht „Bang Sue“.
Quellen 23
- Wikipedia — Bahnhof Bang Sue Junction — Geschichte, Betriebsstatus, Bahnsteigdetails, Eröffnungsdatum 1898, Einstufung als Knotenpunkt 1927, Teilung in Bang Sue 1 und 2 im Jahr 1989, Schließung von Bang Sue 1 im Jahr 2016, Buslinien
- Wikipedia — Krung Thep Aphiwat Central Terminal — Architektur des neuen Bahnhofs, Eröffnungsdaten, Bahnsteigaufteilung, Nutzung als COVID-Impfzentrum, königliche Umbenennung, Details zum Güterbahnhof Phahonyothin
- Wikipedia — Rama-VI-Brücke — Bauzeit (1922–1926), Eröffnung am 1. Januar 1927, Bombardierung im Zweiten Weltkrieg am 7. Februar 1945, Reparatur 1950–1953, Umwandlung von Straßen- zu Schienenverkehr 1999
- Wikipedia — Purachatra Jayakara — Die Rolle von Prinz Purachatra als Leiter der Royal Railway Department, Einführung von Diesellokomotiven, Exil und Tod in Singapur 1936
- Seat 61 — Leitfaden für Zugreisen in Thailand — Praktische Informationen zu Tickets, Zeiten der Bahnsteigsperren, Buchungsvorlauf, Ticketabholung im Paketbüro des Bahnhofs Bang Sue Junction, Fahrpreisschätzungen
- AsiaTransHub — Leitfaden zu Krung Thep Aphiwat — Öffnungszeiten des Bahnhofs, Anordnung der Zugänge, Taxi-Ein- und Ausstiegspunkte, Details zur Verbindung mit Red Line und MRT, Barrierefreiheit
- The Thaiger — Berichte zum Beschilderungsskandal, Verzögerungen am Eröffnungstag, Beschwerden über Straßenbeleuchtung, Details zum COVID-Impfzentrum ohne Termin
- 40th Bomb Group Association — Erinnerungen von Ira V. Matthews — Bericht aus erster Hand über den B-29-Bombenangriff auf die Rama-VI-Brücke am 7. Februar 1945, Details zu Mission 35
- WHO Thailand — Start der COVID-19-Impfkampagne — Offizieller WHO-Bericht über die Nutzung der Bang Sue Grand Station als größtes Impfzentrum Thailands, mit Kapazitätsangaben
- Thaizer — Leitfaden zu Bangkoks neuem Bahnhof — Verwirrung um die Benennung von altem und neuem Bahnhof, Regeln für den Zugang zu den Bahnsteigen, Problem der fehlenden Namenskenntnis bei Taxifahrern
- Mitzie Mee — Spätes Abendessen an den Bahngleisen — Bericht aus erster Hand über Essen an den Imbissständen an den Gleisen des alten Bahnhofs Bang Sue Junction, August 2024
- ReadTheCloud — Architektonische Beschreibung von Krung Thep Aphiwat — Detaillierte Beschreibung auf Thai des geschwungenen Dachs, der Lichtkanäle und der architektonischen Merkmale Stockwerk für Stockwerk
- RailTravelStation — Reisebericht zum Express 76 — Reisebericht vom ersten Betriebstag in Krung Thep Aphiwat, Beschreibung des Innenhofs, Beobachtungen an den Bahnsteigen, Kontrast zum alten Bahnhof
- Thai Train Guide (Richard Barrow) — Verteidigung des Standorts KTW, Betriebsdetails der Red Line, Parkplatzkapazität, praktische Hinweise für Besucher
- Nation Thailand — Beschwerden über Dieselrauch auf den Bahnsteigen im zweiten Stock, Installation von Luftreinigern, Untersuchung des Beschilderungsvertrags
- Coconuts Bangkok — Eröffnung des COVID-Impfzentrums, Profil des Viertels Bang Sue einschließlich der Geschichte der Zementfabrik Tao Poon
- Backpackers Thailand — Beschreibung des Bang-Sue-Museums auf der Verteilerebene, Bestätigung des Eröffnungsdatums 1898, Details zum Food Court
- Wikipedia — Bangkok Elevated Road and Train System (Hopewell-Projekt) — Geschichte des aufgegebenen Hopewell-Projekts, die Betonpfeiler von „Bangkok Stonehenge“ entlang des Korridors Bang Sue–Don Mueang
- Moovit — Öffentlicher Nahverkehr in Bangkok — Betriebszeiten der MRT Blue Line und Purple Line, erste/letzte Züge der SRT Red Line, Fußwege zwischen den Bahnhöfen
- Structurae — Rama-VI-Brücke — Technische Daten der Brücke, Reparaturarbeiten von Dorman Long und Christiani & Nielsen, Zitat aus dem Aufsatz von Kerensky & Hyatt aus dem Jahr 1954
- GoAsia — Zugfahrpläne und Fahrpreise in Thailand — Beispielpreise für Tickets von Bangkok nach Chiang Mai, Bangkok nach Surat Thani und andere Strecken ab Krung Thep Aphiwat
- Grokipedia — Bombardierung von Bangkok im Zweiten Weltkrieg — Daten und Details mehrerer Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg auf die Rangierbahnhöfe von Bang Sue: 21. April 1943, 27. November 1944, 14. Dezember 1944, 2. Januar 1945
- Wikipedia — Bezirk Bang Sue — Etymologie des Namens „Bang Sue“, Verweis auf ein Gedicht von Sunthorn Phu (1807), Volkserzählung über den Schatz von Lord Uthong
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Bildnachweise (6)
- 201701 Information boards at Bang Sue Junc — MNXANL — CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/) — Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:201701_Information_boards_at_Bang_Sue_Junc.jpg
- 201701 No smoking and drinking signs at Bang Sue Junc — MNXANL — CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/) — Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:201701_No_smoking_and_drinking_signs_at_Bang_Sue_Junc.jpg
- 201701 Platform 1,2 at Bang Sue Junction — MNXANL — CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/) — Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:201701_Platform_1,2_at_Bang_Sue_Junction.jpg
- Bang Sue I Junc. Station before demolishing — NC-MyLifeArm — CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/) — Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bang_Sue_I_Junc._Station_before_demolishing.jpg
- Bang Sue Railway Station 202104-2 — Suikotei — CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/) — Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bang_Sue_Railway_Station_202104-2.jpg
- Bang Sue II Junc. Station - New Sign — NC-MyLifeArm — CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/) — Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bang_Sue_II_Junc._Station_-_New_Sign.jpg
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