JDas Erste, das einen in Juba trifft, ist der Geruch von Staub und Diesel, sonnengebackener Erde und trocknenden Fischen, durchbrochen vom süßen Rauch der Straßengrills. Dies ist die Hauptstadt des Südsudan, eine Stadt mit einer halben Million Einwohnern, durch die der Weiße Nil breit und braun fließt und in deren Straßen eine raue, drängende Energie herrscht, die noch dabei ist, ihre eigene Geschichte zu schreiben. Vergessen Sie, was Sie über Afrikas jüngste Nation zu wissen glauben – Juba wird es für Sie vor Sonnenuntergang neu schreiben.
Blickt man über das chaotische Gewirr des Konyo-Konyo-Marktes hinauf, sieht man die Hügelsilhouette des John-Garang-Mausoleums, ein bewachtes Denkmal für den Anführer, der die Unabhängigkeit 2011 nicht mehr erleben durfte. Diese Spannung – zwischen Streben und Wirklichkeit, Erinnerung und der hektischen Gegenwart – ist Jubas prägendes Rhythmusgefühl. Die Stadt wirkt weniger gebaut als zusammengesetzt: ein Flickenteppich aus griechischen Kaufmannshäusern der 1920er Jahre, spätkolonialen Verwaltungsblöcken und improvisierten Ständen, an denen SIM-Karten und gebrauchte Jeans verkauft werden.
Verbringen Sie einen Nachmittag am Flussufer. Beobachten Sie Fischer, die im Schatten der Akazienbäume ihre Netze flicken, während mit Waren beladene Langboote nach Mongalla aufbrechen. Das Licht verwandelt das Wasser in geschmolzenes Kupfer. Wenn dann die Dämmerung hereinbricht, folgen Sie dem Klang eines Chores in die katholische Kirche St. Theresa, wo der mit dem Kolonialismus angekommene Glaube vollständig von der Gemeinde angeeignet worden ist, die sie heute füllt.