Musée Du Vigneron

Mont-Sur-RolleSchweiz 46° N · 6° E Aktualisiert Aug 2026

Das Musée du Vigneron, das nur nach Voranmeldung zugänglich ist und sich in einer funktionierenden Weinkellerei befindet, beherbergt Tausende von geerbten Weinwerkzeugen auf einem Gut, das seit 1536 im Besitz derselben Familie ist.

Sechs Franken kosten den Eintritt in ein Schweizer Museum, das noch nach gärendem Wein riecht. Das Musée du Vigneron in Mont-sur-Rolle, Schweiz, ist keine nachgestellte Ausstellung – es ist der Arbeitskeller des Domaine de Montbenay, wo eine Winzerfamilie jahrhundertealte Traubenmesser, Pressen und Gläser zwischen lebenden Fässern stapelt.

Das Museum befindet sich am Chemin de Jérusalem 2 in Mont-sur-Rolle. Die offizielle Gemeindegeschichte bezeichnet das Schloss als ein im 17. Jahrhundert umgebautes Herrenhaus, nicht als Burg. Die Adresse deutet auf ältere Schichten hin: Laut einer regionalen Weinstraßengeschichte errichteten Zisterziensermönche aus der Abtei Montbenoît das Gut und bepflanzten die Hänge mit Reben, die sie aus Frankreich mitbrachten.

Wenn du eintrittst, ist der Geruch von Wein kein Umwelteffekt. Das Weingut produziert immer noch Wein, sodass das Museum seine eigene Geschichte zwischen den Fässern weiterschreibt. Maurice de Watteville, der Winzer-Konservator, hat Tausende von Objekten in fünf Gruppen sortiert: Arbeit in den Reben, die Presse, der Keller, die Küferei sowie Gläser und Karaffen.

Eine Warnung: Das Musée du Vigneron ist nicht das Maison des Vins de La Côte, das moderne Verkostungszentrum, das im Juni 2024 in Mont-sur-Rolle eröffnet wurde. Besuche im Museum finden auf Anfrage für Gruppen statt, und diese Selektivität ist Teil des Reizes.

Sehenswürdigkeiten

  1. Das Winzermuseum im Domaine de Montbenay

    Chemin de Jérusalem 2a wirkt weniger wie ein Museumseingang als vielmehr wie eine Pause im Dorf. Die Familie de Watteville besitzt dieses Gut seit 1543, doch die Ausstellungen bewegen sich im Rhythmus einer einzigen Ernte: zuerst Werkzeuge für die Reben, dann die Presse, dann der Keller, die Küferei und die Gläser, die schließlich den Wein trugen. Sie enden in der alten Kellerei, wo die Schritte von Stein widerhallen und die Luft nach altem Eichenholz und aktiver Gärung neben ockerfarbenen Amphoren aus Castelnaudary hängt, kalkverschmiert und immer noch in Gebrauch.
  2. Die Foudre von 1771

    Dieses Fass hat mehr als 2,5 Millionen Liter durch seine Eichenbretter gepresst, bevor es 2016 ausgemustert wurde; das Gut bewahrt es immer noch auf wie einen ehemaligen Athleten, der zu schwer zum Bewegen ist. Lege deine Hand auf das Holz: Die Ringe sind keine Dekoration, sie sind der Druck von Jahrhunderten. Der Kontrast zu den neuen Amphoren zwei Schritte weiter ist der eigentliche Sinn: altes Holz und poröser Ton, beide atmen in derselben kühlen Dunkelheit.
  3. Von klösterlich erbauten Kellern zum begrünnten Dach

    Verlasse das Gut zu Fuß und folge den Weinbergwegen hinunter zum neueren Weinviertel von Mont-sur-Rolle. Das Maison des Vins liegt hinter Natursteinmauern, die die Terrassen der Weinberge der Region widerspiegeln sollen – schau nach oben, ein Teil des Daches ist mit Reben bepflanzt. Im Inneren werden über 200 Flaschen von 83 Winzern der Côte vaudoise in einer 450 m² großen Halle ausgeschenkt, und an einem klaren Nachmittag öffnet die Terrasse direkt zum Genfersee.
  4. Maison des Vins de La Côte

    Das Maison des Vins de La Côte ist eine moderne Verkostungsstätte, die im Juni 2024 eröffnet wurde. Es ist ein Ort, an dem du die Weine der Region probieren kannst, ohne einen Termin vereinbaren zu müssen. Die Architektur mit ihren Natursteinmauern und dem begründeten Dach spiegelt die Weinbautradition der Region wider. Die Terrasse bietet einen atemberaubenden Blick auf den Genfersee.
  5. Weinberge von Mont-sur-Rolle

    Die Weinberge von Mont-sur-Rolle erstrecken sich über sanfte Hügel mit Blick auf den Genfersee. Die Region La Côte ist bekannt für ihre hochwertigen Weißweine, insbesondere Chasselas. Die Weinberge sind Teil eines malerischen Weinlehrpfads, der zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkundet werden kann und atemberaubende Ausblicke auf die umliegende Landschaft und die Alpen bietet.

Deinen Besuch planen

Anreise
Nimm die A1 bis Ausfahrt Rolle, dann folge den Schildern nach Mont-sur-Rolle – 20 Minuten von Lausanne, 30 von Genf. Oder fahre mit dem CFF-Zug nach Rolle und nimm den PostAuto 840 zur Haltestelle "Mont-sur-Rolle, Maison de Ville"; die Haltestelle liegt nur wenige Schritte vom Maison des Vins und einen kurzen Spaziergang vom Domaine de Montbenay am Chemin de Jérusalem 2 entfernt. Straßenbauarbeiten im Dorf von 2025 bis 2027 können Parkplätze und den Verkehr beeinträchtigen.
Öffnungszeiten
Ab 2026 veröffentlicht das Musée du Vigneron keine öffentlichen Öffnungszeiten mehr – es ist eine private Sammlung in einem funktionierenden Schloss, das nur nach Vereinbarung für Gruppen über die Association des Vins de Mont-sur-Rolle ([email protected]) geöffnet ist. Die öffentliche Alternative der Stadt, das Maison des Vins de La Côte, ist mittwochs von 16:00 bis 20:00 Uhr, donnerstags bis samstags von 11:00 bis 20:00 Uhr und sonntags von 11:00 bis 19:00 Uhr geöffnet und montags und dienstags geschlossen.
Benötigte Zeit
Für das Museum selbst rechnest du mit einem strukturierten Gruppenbesuch von 1 bis 1,5 Stunden – eher 2 Stunden, wenn du dir Zeit für die Tausenden von geerbten Werkzeugen und Pressen nimmst. Wenn du auch das Maison des Vins besuchst, plane 30–45 Minuten für ein schnelles Glas und einen Bummel ein, oder 1,5–2 Stunden für eine vollständige Verkostung auf der Terrasse über den Weinbergen.
Barrierefreiheit
Es gibt keine Angaben zur Barrierefreiheit des Musée du Vigneron – es befindet sich in Kellerräumen unter dem Domaine de Montbenay, daher sind Stufen und unebene Steinböden wahrscheinlich; bestätige dies bei der Buchung. Das neuere Maison des Vins de La Côte hingegen ist vollständig barrierefrei für Menschen mit eingeschränkter Mobilität und verfügt über angepasste Toiletten.
Kosten/Tickets
Für das Musée du Vigneron wird kein Eintrittspreis veröffentlicht; als private Sammlung nach Vereinbarung werden die Kosten direkt mit den Gastgebern abgerechnet. Der Eintritt in das Maison des Vins de La Côte ist anscheinend kostenlos, mit kostenpflichtigen Verkostungspaketen – die Preise sind online nicht aufgeführt, frage daher an der Bar, bevor du dich entscheidest.

Geschichte

Ein Keller mit acht Jahrhunderten Geschichte

Die Geschichte des Musée du Vigneron beginnt mit einer klösterlichen Grangie, nicht mit einem Museum. Laut einer regionalen Weinstraßengeschichte errichteten Zisterziensermönche aus der Abtei Montbenoît im Mittelalter das Gut in Mont-sur-Rolle und bepflanzten die Hänge mit Reben, die sie aus Frankreich mitbrachten. Eine Quelle datiert die Kellerei auf das Jahr 1185, obwohl unklar bleibt, worauf sich diese Zahl tatsächlich bezieht.

Was die Besucher heute sehen, ist später: Die kommunalen Geschichtsquellen beschreiben ein im 17. Jahrhundert umgebautes Herrenhaus. Nach der bernischen Eroberung der Waadt im Jahr 1536 wurden Klostergüter beschlagnahmt, verkauft oder neuen Herren übergeben. Der Name einer Adelsfamilie wurde mit den Kellern verbunden, und sie öffnet noch heute die Tür.

Der Wendepunkt

Der Winzer, der nichts wegwerfen wollte

Die meisten Winzer bewahren Ersatzfässer auf. Maurice de Watteville bewahrt das gesamte materielle Gedächtnis seines Handwerks auf.

Laut einer französischen Önotourismus-Quelle ist die Familie de Watteville seit 1536 mit dem Domaine de Montbenay verbunden – dem Jahr, in dem Bern die Waadt eroberte. Dieser Anspruch stimmt nicht mit der offiziellen Aufzeichnung überein, dass ein Berner, Franz Jenner aus Köniz, das Schloss 1809 kaufte, und kein öffentliches Archiv hat den Widerspruch geklärt. Niemand bestreitet, was Maurice geerbt hat: Tausende von Werkzeugen, von Traubenmessern und mit Wachs ausgekleideten Pressen bis hin zu Flaschenformen und Gläsern.

Der Wendepunkt kam, als er beschloss, den Arbeitskeller für kleine Gruppen nach Voranmeldung zu öffnen, wobei Tania de Watteville die Besuche koordinierte. Für einen Bewahrer eines schwindenden Handwerks waren die Einsätze klar. Jedes Objekt, das nicht gezeigt, beschriftet und erinnert wurde, riskierte, mit dem Rest des jahrhundertealten Winzergedächtnisses im Müll zu landen.

Die importierten Reben der Mönche

Zisterziensermönche aus Montbenoît bauten nicht nur Mauern. Laut der Weinstraßen-Geschichte brachten sie Rebstöcke aus Frankreich mit und bepflanzten Hänge oberhalb des Genfersees, auf denen noch heute Chasselas angebaut wird. Diese eine Rebsorte macht heute etwa 70 Prozent des Anbaus in der Region aus. Die von ihnen gewählten Parzellen bildeten das Skelett der AOC La Côte Appellation.

Ein Schloss, das kein Schloss ist

Das Wort Schloss verspricht Zinnen, aber die offizielle Geschichte von Mont-sur-Rolle beschreibt ein Herrenhaus, das im 17. Jahrhundert umgebaut wurde. Das ergibt Sinn: Das Gut diente immer dem Wein, nicht dem Krieg. Nach 1536 ging es von der savoyardischen Herrschaft unter die bernische Kontrolle, und 1809 kaufte Franz Jenner aus Köniz das Haus. Doch der Name de Watteville ist derjenige, der diese Keller in ein Museum verwandelte.

Tipps für Besucher

  • Buche das echte Museum

    Das Musée du Vigneron nimmt keine Laufkundschaft auf – es ist nur für Gruppen nach Voranmeldung zugänglich. Sende daher gut vor deiner Ankunft eine E-Mail an [email protected]. Wenn du unangekündigt erscheinst, findest du am Chemin de Jérusalem 2 eine verschlossene Kellertür.
  • Spaziere durch die Rebsorten

    Nach deinem Besuch folge dem kostenlosen 6 Kilometer langen Parcours des Cépages durch 250 Hektar Weinberge. Er beginnt und endet am Caveau de Mont-sur-Rolle, Route du Château 4, und bietet dir das Panorama von Mont-sur-Rolle mit See und Alpen ohne Auto.
  • Iss, wo die Einheimischen trinken

    Für ein preiswertes Frühstück oder einen Aperitif probierst du das Café-bar Le Rond Point an der Place de l'Église. Zum Mittagessen serviert die Auberge 'Au Cœur de la Côte' in der Route du Château 2 frischen Fisch aus dem See von einem Fischer aus Perroy; die Hauptgerichte kosten etwa 25–40 CHF.
  • Kaufe direkt beim Erzeuger

    Restaurants in Genf und Lausanne schlagen auf Schweizer Wein kräftig auf. Kaufe stattdessen Flaschen im Maison des Vins oder im Caveau de Mont-sur-Rolle – der Caveau schenkt wechselnde lokale Produzenten freitags, samstags und an Feiertagen von 17:00 bis 21:00 Uhr, sonntags von 11:00 bis 12:30 Uhr und von 17:00 bis 21:00 Uhr aus, von März bis Dezember.
  • Frage vor dem Fotografieren

    Es gibt kein formelles Fotografieverbot im Museum, aber die Sammlung befindet sich in den Arbeitskellern der Familie de Watteville im Domaine de Montbenay – frage deine Gastgeber, bevor du fotografierst. Wahrscheinlich erhältst du ein Ja und eine Geschichte über eine Presse.
  • Wähle den richtigen Zeitpunkt

    Die Caves Ouvertes Vaudoises Ende Mai öffnen lokale Keller von 10:00 bis 18:00 Uhr – überprüfe das genaue Wochenende 2026, bevor du planst. Ansonsten komm an einem klaren Nachmittag an, damit die Terrasse im Maison des Vins Licht über dem See einfängt, und pack auch im Sommer eine leichte Jacke für kühle Kellerräume ein.

Häufig gefragt

Lohnt sich ein Besuch des Musée du Vigneron?

Ja, wenn du einen Gruppentermin vereinbaren kannst – dies ist ein privates, lebendiges Winzereimuseum, keine Attraktion, die man einfach so besuchen kann. Der Winzer und Kurator Maurice de Watteville hat Tausende von geerbten Weinbauobjekten zusammengetragen, damit die Besucher eine Weinsaison vom Rebstock bis zur Presse und in die alte Kellerei im Domaine de Montbenay verfolgen können. Wenn du keine Gruppe buchen kannst, ist das moderne Maison des Vins de La Côte die einfachere öffentliche Alternative, aber es ist nicht das Museum.

Wie komme ich vom Genfersee zum Musée du Vigneron?

Zug von Genf nach Rolle CFF, etwa 45 Minuten, dann nimm den PostAuto Linie 840 bis zur Haltestelle 'Mont-sur-Rolle, Maison de Ville' und gehe zum Chemin de Jérusalem 2. Mit dem Auto verlässt du die A1 bei Rolle und folgst den Schildern nach Mont-sur-Rolle; das Weingut liegt am Ortseingang. Von Lausanne aus dauert die Zug-Bus-Verbindung etwa eine Stunde.

Kann man das Musée du Vigneron kostenlos besuchen?

Nein, in der Praxis. Eine Schweizer Weinstraßen-Liste gibt den Eintritt für Erwachsene mit 6 CHF an, aber das Museum öffnet nur für Gruppen nach Voranmeldung, also bestätige den aktuellen Preis, wenn du buchst. Ein Brisolée im November auf dem Gut, etwa 35 CHF pro Person, beinhaltet den Eintritt und geröstete Kastanien.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch des Musée du Vigneron?

Ein Samstag im November ist der stimmungsvollste Zeitpunkt – das Gut veranstaltet ein Brisolée mit gerösteten Kastanien, Käse, Trockenfleisch und Wein für etwa 35 CHF pro Person, inklusive Museumseintritt. Die Weinstraßen-Liste gibt saisonale Besichtigungstage vom 18. März bis 11. September und vom 4. November bis 11. Dezember, Donnerstag bis Samstag, an. Rufe Maurice oder Tania de Watteville an, um zu reservieren, anstatt von offenen Besuchszeiten auszugehen.

Was sollte man im Musée du Vigneron nicht verpassen?

Nimm dir Zeit für die Foudre von 1771 – ein riesiges altes Eichenfass, das mehr als 2,5 Millionen Liter vinifizierte, bevor es 2016 ausgemustert und im Keller aufbewahrt wurde. Dann betrachte die handgefertigten Terrakotta-Amphoren, die seit dem Jahrgang 2019 verwendet werden; ihre kalkweißen Rückstände stammen von Verdunstung und Zeit. Der Besuch selbst gliedert sich in fünf thematische Abschnitte: Rebarbeit und Ernte, die Presse, der Keller des Guts, die Küferei sowie Gläser und Karaffen.

Wie viel Zeit benötigt man im Musée du Vigneron?

Rechne mindestens eine Stunde ein; ein ausführlicher Gruppenbesuch mit Besichtigung des Arbeitskellers dauert normalerweise eineinhalb bis zwei Stunden. Da die Besuche nach Vereinbarung organisiert werden, wirst du nicht anstehen müssen, aber die Tausenden von Objekten belohnen langsames Betrachten. Wenn du eine Verkostung oder ein Brisolée im November hinzufügst, plane mehr Zeit ein.

Ist das Musée du Vigneron dasselbe wie das Maison des Vins de La Côte?

Nein – es sind zwei verschiedene Stationen in Mont-sur-Rolle. Das Museum ist eine Privatsammlung in den Kellern des Domaine de Montbenay am Chemin de Jérusalem 2, nur für Gruppen nach Voranmeldung geöffnet. Das Maison des Vins de La Côte ist ein separates, modernes Verkostungszentrum, das im Juni 2024 mit über 200 Weinen von 83 Winzern und regelmäßigen öffentlichen Öffnungszeiten eröffnet wurde.

Quellen 6

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Bildnachweise (2)
  1. Mackenzie — Unsplash License (https://unsplash.com/license) — Quelle: https://images.unsplash.com/photo-1528825871115-3581a5387919
  2. Zachary Kadolph — Unsplash License (https://unsplash.com/license) — Quelle: https://images.unsplash.com/photo-1516594915697-87eb3b1c14ea

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