Linné-Garten
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Einleitung

Der Linné-Garten (Linnéträdgården) im Herzen von Uppsala, Schweden, ist der älteste botanische Garten des Landes und ein lebendiges Zeugnis des Erbes von Carl Linnaeus, dem wegweisenden Botaniker, der die Grundlagen der modernen Taxonomie legte. Der 1655 von Olof Rudbeck dem Älteren gegründete Garten erlangte unter der Leitung von Linnaeus im 18. Jahrhundert internationale Anerkennung. Mit seinen sorgfältig restaurierten Beeten, historischen Gebäuden und Bildungsausstellungen bietet der Linné-Garten den Besuchern eine immersive Reise in die Wissenschaft der Aufklärung und das schwedische Kulturerbe (Universität Uppsala; Besuchen Sie Uppsala; BGCI).

Dieser Leitfaden bietet detaillierte Informationen zur Geschichte des Gartens, seiner Anlage, den Besuchszeiten, Eintrittspreisen, Führungen, Zugänglichkeit und den nahegelegenen Attraktionen sowie praktische Tipps für Ihren Besuch.


Historische Grundlagen und Entwicklung

Ursprünge und frühe Entwicklung (1655–1702)

Der 1655 von Olof Rudbeck dem Älteren, damals Professor für Medizin an der Universität Uppsala, gegründete Linné-Garten war Schwedens erster botanischer Garten (Universität Uppsala). Rudbecks ursprüngliche Vision sah über 1.800 kultivierte Pflanzenarten vor, darunter Schwedens erste Kartoffeln, die als lebende Klassenzimmer für Medizinstudenten dienten (The Crazy Tourist).

Der Garten gedieh bis zum verheerenden Brand von Uppsala im Jahr 1702, danach geriet er in Vernachlässigung und wurde teilweise für die Landwirtschaft umfunktioniert (Universität Uppsala).

Linnaeus’ Transformation (1741–1778)

Die Wiederbelebung erfolgte unter der Direktion von Carl Linnaeus im Jahr 1741. Linnaeus, bekannt für seine binäre Nomenklatur, gestaltete den Garten in Zusammenarbeit mit dem Architekten Carl Hårleman neu. Die neuen systematischen Beete spiegelten Linnaeus’ taxonomische Prinzipien wider und verwandelten den Raum in ein internationales Modell für botanische Forschung und Lehre (Dumbarton Oaks; Universität Uppsala).

Verlegung und Niedergang (spätes 18. – 19. Jahrhundert)

Bis 1787 war der Garten zu klein für die wachsenden Sammlungen. Unter Carl Peter Thunberg, einem Schüler von Linnaeus, wurde die Hauptbotaniksammlung auf das Schlossgelände verlegt, während der ursprüngliche Garten als Linné-Garten bekannt wurde und weniger intensiv genutzt wurde.

Restaurierung und Erhaltung (20. Jahrhundert bis heute)

Die Schwedische Linné-Gesellschaft, gegründet 1917, leitete die Restaurierung des Gartens in seinem Erscheinungsbild des 18. Jahrhunderts, wofür sie Linnaeus’ eigene Unterlagen als Vorlage nutzte (Universität Uppsala). Heute wird der Garten von der Universität Uppsala verwaltet, wobei das Linné-Museum in Linnaeus’ ehemaligem Wohnhaus untergebracht ist und von der Schwedischen Linné-Gesellschaft betrieben wird (BGCI).


Wissenschaftliche und kulturelle Bedeutung

Linnaeus’ Systematische Botanik und Taxonomie

Linnaeus’ revolutionäres System der binären Nomenklatur, das Pflanzen nach Gattung und Art klassifiziert, bildet bis heute die Grundlage der modernen Taxonomie. Die systematischen Beete des Gartens, die nach diesen Prinzipien angeordnet sind, bieten eine lebende Demonstration seiner wissenschaftlichen Methodik (BGCI).

Bildungs- und Forschungserbe

Der Garten war Ausbildungsstätte für Linnaeus’ Studenten, bekannt als seine „Apostel“, die die Welt bereisten, um Pflanzen zu sammeln. Heute unterstützt er weiterhin die öffentliche Bildung, Forschung und den Naturschutz durch Workshops, Vorträge und die Integration in Universitätsprogramme (Universität Uppsala).

Naturschutz und Biodiversität

Während der moderne Botanische Garten der Universität Uppsala Tausende von Arten beherbergt, bewahrt der Linné-Garten eine kuratierte Auswahl, die für die Zeit von Linnaeus von Bedeutung ist, und betont historische Authentizität und Pflanzenvielfalt (BGCI).


Gartenlayout und Hauptmerkmale

Systematische Pflanzenbeete

Der Kern des Gartens besteht aus nach Pflanzenfamilien geordneten Beeten mit rund 1.300 heimischen und exotischen Arten, die nach Linnaeus’ Klassifizierung beschriftet sind (Destination Uppsala).

Das Orangerie

Am südlichen Ende befindet sich die Orangerie, die subtropische und empfindliche Pflanzen beherbergt, darunter vier Lorbeerbäume (Laurus nobilis), die von Linnaeus selbst gepflanzt wurden (Coimbra Group PDF). Im Sommer dient sie auch als Ausstellungsfläche.

Wasserflächen und Teich

Ein kleiner Teich in der Nähe der systematischen Beete beherbergt Wasserpflanzen und bietet Lebensraum für die lokale Tierwelt (Coimbra Group PDF).

„Affenhütten“

Diese reetgedeckten Unterstände, die einst von Linnaeus’ Studenten zur Beobachtung und zum Studium genutzt wurden, bieten Einblicke in das akademische Leben des 18. Jahrhunderts (Destination Uppsala).

Das Linné-Museum

Angrenzend an den Garten bewahrt das Museum die originalen Möbel, wissenschaftlichen Instrumente und persönlichen Artefakte von Linnaeus und bereichert den historischen Kontext (Destination Uppsala).

Zugänglichkeit und Besuchereinrichtungen

  • Eingänge und Wege: Haupteingang an der Svartbäcksgatan 27; ebene Schotterwege bieten gute Zugänglichkeit.
  • Café und Shop: Genießen Sie Erfrischungen und stöbern Sie in Souvenirs mit botanischen Themen (Destination Uppsala).

Besucherinformationen

Öffnungszeiten (2025)

  • Mai: Dienstag–Sonntag, 11:00–17:00
  • Juni–August: Montag–Sonntag, 11:00–17:00
  • September: Dienstag–Sonntag, 11:00–17:00

Der Garten ist von Oktober bis April und an schwedischen Feiertagen geschlossen. Nach 17:00 Uhr ist das Gelände kostenlos zugänglich, wobei die Einrichtungen möglicherweise geschlossen sind (Universität Uppsala).

Tickets und Eintritt

  • Erwachsene: 120 SEK
  • Senioren (65+) und externe Studenten: 100 SEK
  • Kinder unter 18 und Studenten/Mitarbeiter der Universität Uppsala: Kostenlos
  • Jahreskarte: 250 SEK (beinhaltet Eintritt zum Linné-Museum, Linné-Garten, Linné Hammarby und dem Tropenhaus)
  • Tickets sind online, im Museumsshop oder im Gartenbüro erhältlich (Universität Uppsala).

Führungen und Bildungserlebnisse

  • Tägliche Führungen (11:30 und 14:30) auf Schwedisch; Englischsprachige Führungen verfügbar, besonders im Sommer.
  • Themenführungen und Workshops können für Gruppen gebucht werden.
  • Tourtickets: 50–60 SEK; beinhalten den Zugang zum Tropenhaus.

Zugänglichkeit

  • Die meisten Wege sind für Rollstühle zugänglich; einige Schotterbereiche können uneben sein.
  • Barrierefreie Toiletten und Unterstützung durch das Personal sind verfügbar (Universität Uppsala).

Anreise

  • Adresse: Svartbäcksgatan 27, Uppsala
  • Zu Fuß: 10–15 Minuten vom Hauptbahnhof Uppsala
  • Öffentliche Verkehrsmittel: Mehrere Bushaltestellen in der Nähe; ausreichend Parkplätze im Stadtzentrum (The Crazy Tourist).

Einrichtungen

  • Café: Im Sommer geöffnet für traditionellen schwedischen Fika.
  • Souvenirshop: Botanische und auf Linnaeus bezogene Souvenirs.

Sonderveranstaltungen und gemeinschaftliches Engagement

  • Jährliche Linné-Gartenparty: Feiert den Geburtstag von Linnaeus mit Nachstellungen, Führungen und Workshops (Universität Uppsala).
  • Markt des 18. Jahrhunderts: Historischer Markt mit Spielen und Handwerk aus der Zeit im Mai.
  • Musik im Garten: Saisonale Konzerte und Kulturveranstaltungen.
  • Workshops für Familien: Interaktive Bildungsaktivitäten während der Sommerferien.

Praktische Besuchertipps

  • Beste Besuchszeit: Später Frühling und Frühsommer für volle Blüte.
  • Kombinieren Sie mit anderen Attraktionen: Kathedrale von Uppsala, Schloss Uppsala, Gustavianum-Museum und der moderne Botanische Garten.
  • Fotografie: Nicht-kommerzielle Fotografie erlaubt; kontaktieren Sie das Personal für professionelle Shoots.
  • Wetter: Freigelände – prüfen Sie die Vorhersage und kleiden Sie sich entsprechend.
  • Haustiere: Nur Assistenztiere erlaubt.
  • Bezahlung: Kredit-/Debitkarten werden überall akzeptiert.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F: Wie sind die Öffnungszeiten des Linné-Gartens? A: Geöffnet Mai–September, die Zeiten variieren je nach Monat; siehe offiziellen Zeitplan.

F: Wie viel kosten Tickets? A: Erwachsene 120 SEK; Ermäßigungen für Senioren, Studenten; Kinder unter 18 Eintritt frei.

F: Ist der Garten für Besucher mit Behinderungen zugänglich? A: Größtenteils ja – rollstuhlgerechte Wege und barrierefreie Toiletten.

F: Werden Führungen auf Englisch angeboten? A: Ja, besonders im Sommer. Prüfen Sie den Zeitplan für Details.

F: Kann ich das Linné-Museum separat besuchen? A: Der Eintritt beinhaltet sowohl den Garten als auch das Museum.

F: Kann ich mein Haustier mitbringen? A: Nur Assistenztiere erlaubt.

F: Ist Fotografie erlaubt? A: Nicht-kommerzielle Fotografie ist willkommen; professionelle Shoots erfordern eine Genehmigung.


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