Medina.

24° N · 39° E Saudovskaya Araviya

Was in Medina zuerst auffällt, ist diese besondere Stille, die sich über Tausende Menschen legt, sobald sie die marmorgefassten Höfe der Prophetenmoschee betreten. Es ist, als lausche die ganze Stadt auf etwas, das noch hinter dem Gebetsruf liegt. In Saudi-Arabien ist Medina der Ort, an dem sich Glaube, Dattelpalmen und das helle Wüstenlicht seit Jahrhunderten miteinander verbunden haben. Dennoch wirkt die Stadt nicht wie ein erstarrtes Heiligtum, sondern wie ein lebendiger Organismus, der Neuankömmlinge unaufgeregt in seinen Rhythmus aufnimmt.

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Medina, Saudovskaya Araviya
Medina · Saudovskaya Araviya
12
Attraktionen
3–4 Tage
days suggested
November bis Februar
best season
DE · EN
narration

01 An einleitung

synthesized from 240+ sources ·

MWas in Medina zuerst auffällt, ist diese besondere Stille, die sich über Tausende Menschen legt, sobald sie die marmorgefassten Höfe der Prophetenmoschee betreten. Es ist, als lausche die ganze Stadt auf etwas, das noch hinter dem Gebetsruf liegt. In Saudi-Arabien ist Medina der Ort, an dem sich Glaube, Dattelpalmen und das helle Wüstenlicht seit Jahrhunderten miteinander verbunden haben. Dennoch wirkt die Stadt nicht wie ein erstarrtes Heiligtum, sondern wie ein lebendiger Organismus, der Neuankömmlinge unaufgeregt in seinen Rhythmus aufnimmt.

Schon wenige Minuten von der Prophetenmoschee entfernt verändert sich die Atmosphäre. Aus offenen Säcken steigt der Duft von Ajwa-Datteln auf, an den alten Mauern rund um die historischen Moscheen bricht sich das tiefe Abendlicht, und auf dem Quba Walking Trail ersetzt das Geräusch von Schritten das gedämpfte Murmeln der Gebete. Medina war immer mehr als nur eine Stadt der heiligen Stätten. Sie ist eine Oase, deren Palmenhaine, verborgene Brunnen und der alte Bahnhof der Hedschasbahn von Auswanderung, Kämpfen und erstaunlicher Beständigkeit erzählen.

Viele Besucher überrascht, wie selbstverständlich hier das Sakrale und das Alltägliche nebeneinanderstehen. Eben noch steht man an den Gräbern der Märtyrer von Uhud, kurz darauf sitzt man unter Palmen bei einem Kaffee, während Familien mit müden Kindern vorbeiziehen. Das Licht Medinas ist streng und schön zugleich: Mittags verwandelt es die weißen Moscheehöfe in ein beinahe blendendes Meer, am Abend taucht es die Berge A'yr und Thawr in ein weiches Rosa.

Family Friendly Photography Hotspot Budget Friendly

02 Why Medina.

What makes this place worth slowing down for.

Die Prophetenmoschee

Im Zentrum Medinas liegt die Prophetenmoschee Al-Masjid an-Nabawi, über der die markante grüne Kuppel die Grabstätte des Propheten kennzeichnet. Besonders eindrucksvoll sind die weiten Marmorphöfe am Abend, wenn sich die riesigen automatischen Schirme wie weiße Flügel über den Platz entfalten und moderne Technik in den Dienst eines uralten Wallfahrtsortes stellen.

Schichten der Frühgeschichte des Islam

Jenseits des Haram erschließt sich das frühe islamische Medina: mit der Quba-Moschee, der ersten Moschee des Islam, und der Al-Qiblatain-Moschee, die mit dem Wechsel der Gebetsrichtung verbunden ist. Dazu kommen weitere historische Gebetsorte, deren schlichte Formen mehr über die Anfänge des Islam erzählen als viele Geschichtsbücher.

Oase und moderne Freizeit

Medina ist nicht nur Pilgerstadt, sondern auch Oase. Im King Fahd Park, auf Farmanlagen im Süden und entlang moderner Freiräume wie dem Quba-Korridor zeigt sich die Stadt von ihrer entspannten Seite. In den kühleren Monaten flanieren Familien unter Dattelpalmen, sitzen an Aussichtspunkten oder genießen die offenen Plätze, die bewusst zwischen Tradition und Gegenwart vermitteln.

Verborgene Museen

Zu den lohnendsten Adressen abseits der großen Moscheen gehört das Hijaz Railway Museum in einem ehemaligen osmanischen Bahnhof, der einst die Verbindung bis nach Damaskus herstellte. Zusammen mit dem Dar Al-Madinah Museum eröffnet es einen selten ruhigen Blick auf das alte Medina, auf Alltagsleben, Stadtgeschichte und die Zeit vor den großen Ausbauprojekten der Gegenwart.


03 Sehenswürdigkeiten.

Not every monument, just the ones we'd walk you past ourselves.

Prophetenmoschee
Editor's pick
01 · Place

Prophetenmoschee

622 als Gebetsstätte mit Palmstämmen gegründet, wurde die Prophetenmoschee zum heiligen Zentrum Medinas, wo Tore, Gebetsrhythmen und Erinnerung die Stadt bis heute prägen.

Qubāʾ-Moschee
02 Place

Qubāʾ-Moschee

Die älteste Moschee des Islam, gegründet 622 n. Chr., verspricht für jedes hier verrichtete Gebet einen Lohn, der der Umra entspricht — und Einheimische kehren jeden Samstag zurück, um ihn sich zu sichern.

Grüne Kuppel
03 Place

Grüne Kuppel

Der Prophet wurde hier 632 in Aishas Zimmer bestattet, und Medina wuchs um diese Tatsache herum. Die Grüne Kuppel ist weniger ein Monument als der heilige Kompass der Stadt.

04 Place

Al-Salam-Museum

Die Ausstellungen des Museums sind sorgfältig zusammengestellt, um verschiedene historische Epochen zu reflektieren, einschließlich der frühen islamischen…

Hasan Ibn ʿAlī
05 Place

Hasan Ibn ʿAlī

Ein Besuch des Grabes von Hassan ibn Ali in Medina ist eine Reise durch die Tiefe der islamischen Geschichte, Spiritualität und des Erbes.

06 Place

Die Sieben Moscheen

---

Schlacht Von Uhud
07 Place

Schlacht Von Uhud

Der Berg Uhud, nördlich von Medina, Saudi-Arabien gelegen, ist ein Ort von immenser historischer und spiritueller Bedeutung für das islamische Erbe.

All 48 places in Medina

04 Neighborhoods.

Where to wander, by quarter — each with its own rhythm.

01

Rund um die Prophetenmoschee

Das Schwerezentrum Medinas. Riesige automatische Schirme spenden auf den Marmorphöfen Schatten für gewaltige Menschenmengen, während ringsum bis tief in die Nacht Cafes, Dattelläden und Hotels vom ständigen Kommen und Gehen der Besucher leben. Selbst um zwei Uhr morgens wirkt dieses Viertel selten wirklich still.

02

Quba

Ein südlicher Stadtteil, geprägt von der ersten Moschee des Islam. Der Quba Walking Trail, der Quba Square und Maqsad Quba haben aus dem früher eher schlichten Umfeld eine angenehme Fußgängerzone mit schattigen Wegen, Restaurants am Quba Boulevard und einer entspannteren Stimmung gemacht, etwas abseits vom dichten Trubel des Haram.

03

Al-Hayy

Eines der interessantesten neueren Projekte der behutsamen Umnutzung in der Altstadt. Enge Gassen, restaurierte Häuser mit kleinen Cafes und Restaurants wie Shuaib, Taghamira oder Beit Sa'af und ein bewusst langsames Tempo lassen diesen Ort näher an historischem Medina wirken als viele der neueren Geschäftsachsen.

04

Sultanah Road

Eine lebhafte Geschäftsader, auf der man das alltägliche Medina besonders gut spürt. Entlang des langen Straßenzugs reihen sich Restaurants, Cafes, kleinere Läden und Märkte aneinander, parallel zu den stärker religiös geprägten Zonen der Stadt.

05

Das Heritage Quarter

Ein sorgfältig gestaltetes Altstadtviertel mit traditioneller Architektur, dem Suwaiqah Market und den Al-Ainiyah Workrooms, in denen Handwerk und von Frauen geführte Unternehmen sichtbar werden. Es wirkt weniger wie eine Kulisse als wie ein bewohnbares Museum.

06

Aliat Farms / Palmenhaine

Hier zeigt sich die landwirtschaftliche Seele Medinas. Dattelpalmen ziehen sich kilometerweit durch die Landschaft, und Orte wie Aliat Al-Madinah oder ROW Farm machen verständlich, dass Medina nicht nur Pilgerzentrum, sondern auch Oasenstadt ist. Am schönsten ist es in der goldenen Stunde, wenn das Licht durch die Palmwedel fällt.

07

Uhud-Viertel

Nördlich des Zentrums liegt das von der Schlacht von Uhud geprägte Gebiet mit dem Märtyrerplatz, dem Schützenhügel und kleineren historischen Moscheen wie Fash und Bani Haritha. Wer sich für die frühe islamische Geschichte interessiert, findet hier eine stillere, nachdenklichere Seite der Stadt.

08

Gegend um den King Fahd Park

Die grüne Lunge im Süden Medinas mit dem King Fahd Park, dem Madinah Arts Center und dem As Safiyyah Museum & Park. Familien picknicken hier, Paare spazieren auf den Wegen, und die Stadt zeigt eine gelassenere, zeitgenössische Seite jenseits der heiligen Kernzone.

Historische Zeitleiste

Von der Oase Yathrib zur Stadt des Propheten

Medinas Wandel von einer alten Siedlung zum pulsierenden Herzen des frühen Islam und darüber hinaus

Vorislamisches Yathrib
ca. 550 v. Chr.

Eine Oasensiedlung entsteht

Yathrib entwickelt sich im Hedschas zu einer kultivierten Oase, deren Dattelpalmen und Brunnen Menschen in die trockene Landschaft locken. Jüdische Stämme prägen nach und nach die fruchtbaren Zonen zwischen den Lavafeldern und schaffen ein Mosaik befestigter Dörfer. Der Duft feuchter Erde nach seltenem Regen und das Rascheln der Palmwedel bestimmen diese vorislamische Welt. Aus der unscheinbaren Siedlung sollte später eine neue Zivilisation hervorgehen.

ca. 135 n. Chr.

Jüdische Stämme blühen auf

Nach der römischen Unterdrückung in Palästina festigen neue jüdische Siedlerwellen ihre Stellung in Yathrib. Sie entwickeln einen hochentwickelten Dattelanbau und bauen starke Stammesstrukturen auf, neben den arabischen Clans der Aws und Chasradsch. Die Oase wird für ihre Brunnen und Gärten bekannt, ein seltener grüner Rückzugsort in der Wüste. Unter der Oberfläche des Alltags schwelen jedoch Spannungen zwischen den Gruppen.

617 n. Chr.

Schlacht von Bu'ath

Die Stämme der Aws und Chasradsch erschöpfen sich in Bu'ath in einem brutalen Bürgerkrieg. Blut tränkt die Palmenhaine, als jahrelange Rivalitäten ihren verheerenden Höhepunkt erreichen. Die geschwächten Gruppen beginnen, nach einem Außenstehenden als Schlichter zu suchen. Noch ahnt niemand, dass dieser Konflikt den Boden für einen Mann aus Mekka bereitet, der die Stadt für immer verändern wird.

Prophetische Zeit
622 n. Chr.

Die Hidschra

Muhammad und seine Gefährten erreichen Yathrib nach ihrer gefährlichen Reise aus Mekka und markieren damit den Beginn des islamischen Kalenders. Die Oase erhält den Namen Madinat Rasul Allah. Der Prophet beginnt sofort damit, eine neue Gemeinschaft zu formen, die alte Stammesbindungen überwindet. Die Atmosphäre der Wüstenstadt scheint sich zu wandeln, als sie zur Wiege einer Weltreligion wird.

622 n. Chr.

Die Verfassung von Medina

Muhammad verfasst die Verfassung von Medina und schafft damit die erste Umma, indem er Muslime, Juden und heidnische Stämme in einem gemeinsamen politischen Abkommen zusammenführt. Das wegweisende Dokument regelt Fragen von gegenseitiger Verteidigung bis hin zu Blutgeld. Aus dem einstigen Yathrib mit seinen rivalisierenden Gruppen wird ein geeintes Gemeinwesen. Seine Grundideen hallen durch Jahrhunderte islamischer Herrschaftsgeschichte nach.

622 n. Chr.

Muhammad kommt an

Der Prophet Muhammad wandert nach Medina aus, richtet in seinem Hof die erste Moschee ein und prägt fortan das geistige und städtebauliche Gesicht der Stadt. Er lebt hier das letzte Jahrzehnt seines Lebens und formt zugleich Religion und Staat. Der schlichte Bau aus Lehmziegeln wird zum Vorbild für Moscheen in aller Welt. Durch seine Anwesenheit wird aus einer Oasenstadt ein heiliger Mittelpunkt des Islam.

624 n. Chr.

Der Wechsel der Qibla

Während des Gebets an dem Ort, der später als Al-Qiblatain-Moschee bekannt wird, empfängt Muhammad die Offenbarung, sich von Jerusalem zur Kaaba in Mekka zu wenden. Die Betenden drehen sich mitten im Gebet und erleben einen Augenblick tiefgreifender Wende. Damit löst sich die junge Gemeinschaft von der bisherigen rituellen Ausrichtung und betont ihre eigene islamische Identität. Das Licht, das damals durch die Fenster fiel, war Zeuge eines historischen Einschnitts.

625 n. Chr.

Schlacht von Uhud

An den Hängen des Berges Uhud werden die Muslime von mekkanischen Truppen geschlagen; rund siebzig Menschen sterben, darunter Hamza, der Onkel des Propheten. Das Schlachtfeld nördlich der Stadt wird zu einem Ort der Trauer und der inneren Einkehr. Die Niederlage führt der Gemeinschaft vor Augen, dass selbst mit göttlichem Beistand kein Sieg selbstverständlich ist. Bis heute ziehen die Gräber der Märtyrer stille Besucher an, die zwischen den Steinen nachdenklich verweilen.

627 n. Chr.

Die Grabenschlacht

Medina verteidigt sich während der Belagerung durch ein mekkanisch geführtes Bündnis mit einem Schutzgraben rund um die Stadt. Dieses ungewöhnliche Verteidigungswerk setzt die Angreifer fest und zwingt sie schließlich zum Rückzug. Frauen und Kinder helfen unter harten Bedingungen bei der schweren Arbeit. Der Erfolg sichert Medinas Überleben und festigt zugleich die politische Autorität des Propheten.

632 n. Chr.

Der Tod des Propheten

Muhammad stirbt in Medina und wird in der Kammer seines Hauses beigesetzt, die später in die Prophetenmoschee integriert wird. Die Stadt versinkt in Trauer, während die Gemeinschaft begreift, dass ihr Gründer nicht mehr unter ihr ist. Das schlichte Grab unter der Grünen Kuppel zieht über die Jahrhunderte Millionen Menschen an. Dass er hier und nicht in Mekka starb, prägt Medinas besondere spirituelle Stellung bis heute.

Raschidun-Kalifat
644 n. Chr.

Umar ibn al-Khattab wird ermordet

Der zweite Kalif Umar wird während des Gebets in der Prophetenmoschee tödlich verletzt. Sein Blut färbt den Gebetsraum, den er zuvor erweitert hatte, um den wachsenden Andrang der Gläubigen aufzunehmen. Der asketische Herrscher, unter dem Medina Hauptstadt eines rasch expandierenden Reiches wurde, stirbt innerhalb ihrer Mauern. Mit seinem Tod beginnt der langsame Abschied Medinas von seiner Rolle als politisches Zentrum.

656 n. Chr.

Uthman wird ermordet

Kalif Uthman wird in seinem Haus in Medina von ägyptischen Rebellen getötet, während sein Blut auf den Koran tropft, den er gerade liest. Die Tat löst die Erste Fitna aus und stürzt die muslimische Welt in einen Bürgerkrieg. Die Gewalt innerhalb der heiligen Stadt erschüttert die frühe Gemeinschaft tief. Nach diesem Trauma setzt der politische Bedeutungsverlust Medinas endgültig ein.

Umayyadenzeit
706-709 n. Chr.

Umayyadische Erweiterung der Moschee

Kalif al-Walid I. lässt die bescheidenen ursprünglichen Bauten abtragen und die Prophetenmoschee in weit größerem Maßstab neu errichten, einschließlich der Grabkammer. Handwerker aus dem ganzen Reich schaffen Mosaike und vergoldete Elemente, wie man sie im Hedschas zuvor nicht kannte. Der Ausbau ist Ausdruck von Frömmigkeit ebenso wie von imperialem Anspruch. Damit beginnt die Entwicklung der Moschee zu jenem architektonischen Wunderwerk, das Besucher heute kennen.

ca. 715 n. Chr.

Geburt von Malik ibn Anas

Malik ibn Anas wird in Medina geboren und verbringt sein gesamtes Leben damit, Hadithe zu sammeln und zu lehren. In den schattigen Höfen der Stadt entsteht um ihn ein Gelehrtenkreis, aus dem die malikitische Rechtsschule hervorgeht, geprägt von der gelebten Praxis der Menschen in Medina. Sein Werk al-Muwatta zählt zu den grundlegenden Rechtstexten des Islam. Die Stadt formt ihn ebenso stark, wie er das islamische Denken prägt.

Mittelalter
1256 n. Chr.

Brand und Vulkanausbruch

Ein verheerendes Feuer erfasst die Prophetenmoschee, während ein gewaltiger Ausbruch des Harrat Rahat Lava gefährlich nah an die Stadt heranführt. Diese doppelte Katastrophe stellt die Widerstandskraft der Bewohner auf eine harte Probe. Schwefelgeruch mischt sich mit dem Rauch brennender Holzbalken. Dennoch baut die Gemeinschaft alles wieder auf und beweist damit, wie stark die spirituelle Anziehungskraft Medinas selbst in Zeiten von Naturgewalten bleibt.

Osmanische Zeit
1517 n. Chr.

Beginn der osmanischen Herrschaft

Nach der Eroberung Ägyptens bringt Sultan Selim I. Medina unter osmanische Kontrolle. Es folgen Jahrhunderte der Fürsorge für die heiligen Stätten und die Infrastruktur der Pilger, trotz gewaltiger Entfernungen innerhalb des Reiches. Osmanische Statthalter und Architekten hinterlassen feine, aber dauerhafte Spuren im Stadtbild. Medina wird zu einer geschätzten Provinz in einem Imperium, das sich von Wien bis zum Indischen Ozean erstreckt.

1908 n. Chr.

Die Hedschasbahn erreicht Medina

Der letzte Abschnitt der Hedschasbahn erreicht Medina und verkürzt die Reise von Damaskus von vierzig Kameltagen auf nur fünf Tage. Dampfpfeifen hallen durch die Wüste, als osmanische Ingenieurskunst die alten Karawanenrouten übertrifft. Der große Bahnhof wird zum Symbol von Modernisierung und imperialer Kontrolle zugleich. Pilger kommen nun im Rhythmus der Züge an statt im Klang von Kamelglocken.

1916-1919 n. Chr.

Belagerung von Medina

Der osmanische Kommandeur Fakhri Pascha hält Medina während des Arabischen Aufstands trotzig, lange nachdem das Reich anderswo bereits zusammengebrochen ist. Die Stadt erlebt Jahre der Belagerung, während die Bahnlinie immer wieder sabotiert wird. Die Verteidiger essen schließlich ihre Pferde, während die heilige Moschee mitten im Leid bestehen bleibt. Erst 1919 endet die Belagerung und damit das letzte Kapitel osmanischer Herrschaft in der heiligen Stadt.

Moderne saudische Zeit
1925 n. Chr.

Die saudische Eroberung

Im Dezember 1925 nehmen die Truppen Ibn Sauds Medina ein und gliedern die Stadt in den entstehenden saudischen Staat ein. Die Stadt erlebt fortan die strenge Auslegung des Islam, wie sie von den Wahhabiten vertreten wird. Zahlreiche traditionelle Schreine und Markierungen werden im Einklang mit dieser Sichtweise entfernt. Damit beginnt Medinas Wandel von einer osmanischen Heiligenstadt zu einer saudischen.

1984-1994 n. Chr.

König Fahds große Erweiterung

Unter König Fahd erlebt die Prophetenmoschee ihre bislang tiefgreifendste Erweiterung: Weite Höfe und automatische Schirmdächer heben die Kapazität auf mehr als 400.000 Gläubige. Moderne Ingenieurskunst trifft hier auf jahrhundertealte Ehrfurcht, während der Komplex alle früheren Dimensionen überragt. Aus der einst bescheidenen Moschee wird eine der größten der Welt. Medina verändert sich baulich grundlegend, um Millionen moderner Pilger aufnehmen zu können.

2018 n. Chr.

Haramain-Hochgeschwindigkeitsbahn

Die Haramain-Hochgeschwindigkeitsbahn nimmt den Betrieb auf und verbindet Medina in nur zwei Stunden mit Mekka. Glänzende Züge gleiten nun durch die Wüste, wo einst Kamele tagelang unterwegs waren. Was früher die Hingabe der Pilger auf die Probe stellte, wird zu einer mühelosen Reise. Medina tritt in das Zeitalter schneller Verbindungen ein und bleibt doch fest in seiner heiligen Vergangenheit verankert.

2022 n. Chr.

Vision Rua Al Madinah

Als Teil der Vision 2030 startet das ehrgeizige Projekt Rua Al Madinah, das die Umgebung der Prophetenmoschee mit 47.000 neuen Hotelzimmern neu gestalten soll. Riesige Baukräne ragen rund um das heilige Areal auf, während sich die Stadt auf 30 Millionen Besucher pro Jahr vorbereitet. Staub liegt über dem Himmel der Wüste, denn hier entsteht das größte Stadterneuerungsprojekt in Medinas Geschichte. Wieder einmal formt sich die Stadt neu für ihre ewige Rolle.

Gegenwart

06 Who lived here.

The people who shaped the city — and were shaped by it.

Prophet des Islam ca. 570–632

Muhammad

Lebte und starb hier

Nach seiner Auswanderung aus Mekka im Jahr 622 gründete er in Medina die erste muslimische Gemeinschaft und errichtete die ursprüngliche Moschee, die bis heute das Herz der Stadt bildet. Wer durch dieselben Straßen geht, in denen er unter Palmen Streit schlichtete und das Gebet leitete, spürt, wie aus einer kleinen Oasenstadt das moralische Zentrum einer neuen Zivilisation wurde. Er starb hier im Jahr 632 und wurde in der an seine Moschee angeschlossenen Kammer beigesetzt.

Islamischer Rechtsgelehrter ca. 715–795

Malik ibn Anas

Lebte und lehrte hier

Er verbrachte fast sein ganzes Leben in Medina, studierte im Schatten der Prophetenmoschee und begründete später die malikitische Rechtsschule. Bis heute erzählt man sich in der Stadt von dem Gelehrten, der es ablehnte, Medina zu verlassen, selbst als Einladungen aus Bagdad kamen. Seine ruhige, an der gelebten Praxis der Einwohner Medinas orientierte Methode prägt das islamische Rechtsdenken bis heute.

Gelehrte und Ehefrau des Propheten 614–678

Aisha bint Abi Bakr

Lebte und starb hier

Sie kam als junge Braut nach Medina und blieb dort fast ihr gesamtes langes Leben. Im Lauf der Zeit wurde sie zu einer der bedeutendsten Überlieferinnen von Hadithen. Nach den politischen Erschütterungen ihrer mittleren Jahre kehrte sie nach Medina zurück und unterrichtete dort; ihr Haus nahe der Moschee zog Schüler aus der gesamten frühen islamischen Welt an. Ihr Grab auf dem Friedhof al-Baqi ist bis heute ein Ort, an dem Besucher über das bemerkenswerte intellektuelle Leben dieser Stadt nachdenken.

Journalist und Dissident 1958–2018

Jamal Khashoggi

Hier geboren

Khashoggi wurde in Medina geboren und blieb der Stadt zeitlebens verbunden, auch als seine journalistische Arbeit ihn weit über Saudi-Arabien hinausführte. Die Straßen seiner Kindheit stehen in starkem Kontrast zu jenem autoritären Kurs, den er später offen kritisierte. Seine Biografie erinnert daran, dass Medina nicht nur Religionsgelehrte hervorgebracht hat, sondern auch Stimmen, die Machtverhältnisse innerhalb der saudischen Gesellschaft infrage stellten.

08 Wo essen.

Where locals actually book dinner — not the tourist menus.

Zaitoon Restaurant Zaitoon Restaurant
Local favorite €€

Zaitoon Restaurant

4.8 View
Sea Spice Restaurant Sea Spice Restaurant
Local favorite €€

Sea Spice Restaurant

4.6 View
ALBAIK ALBAIK
Quick bite

ALBAIK

4.1 View
Starbucks Starbucks
Cafe €€

Starbucks

4 View
Dar Al-Taqwa Hotel Madinah Dar Al-Taqwa Hotel Madinah
Cafe €€

Dar Al-Taqwa Hotel Madinah

4.4 View
Pizza Hut Pizza Hut
Quick bite €€

Pizza Hut

4.4 View

09 Insider tips.

Small things that change how the city treats you.

Im Winter reisen

Von November bis Februar liegen die Tageshöchstwerte meist bei angenehmen 24 °C. Das ist ideal, um den rund 3 Kilometer langen Weg zwischen der Prophetenmoschee und der Quba-Moschee zu Fuß zurückzulegen. Von Mai bis September wird es dagegen oft über 43 °C heiß.

Linie 400 nehmen

Vom Flughafen Prince Mohammad Bin Abdulaziz fährt die offizielle Madinah-Buslinie 400 direkt zur Prophetenmoschee. Die Fahrt kostet 11,5 SAR, die Busse verkehren rund um die Uhr etwa alle 40 Minuten. Bezahlt wird nur per Karte oder App.

Lokale Regeln beachten

Alkohol, Drogen und öffentliche Zärtlichkeiten sind in Medina strikt verboten. Achten Sie auf zurückhaltende Kleidung, besonders rund um die Prophetenmoschee und in traditionellen Marktbereichen wie dem Souq Al-Tabbakha.

Zuerst Datteln kosten

Probieren Sie vor allem Ajwa- oder Safawi-Datteln vom Zentralen Dattelmarkt. Sie sind das eigentliche kulinarische Aushängeschild Medinas und erzählen weit mehr über die Stadt als die vielerorts angebotenen Reisgerichte für Besucher.

Am besten bargeldlos

In Bussen, vielen Restaurants und den meisten Geschäften kann man in Medina problemlos mit mada, Visa, Apple Pay und kontaktlos bezahlen. Bargeld braucht man meist nur in kleiner Menge, etwa für Straßenstände oder kleine Marktbuden.

Den Quba Trail gehen

Folgen Sie dem offiziellen, etwa 3 Kilometer langen Quba Walking Trail zwischen der Prophetenmoschee und der ersten Moschee des Islam. Schattige Abschnitte und Sitzgelegenheiten machen ihn zu einer der angenehmsten Arten, Medina zu erleben.

10 Watch.

A few films to set the scene before you go.

Peaceful 4K Walk Around the Prophet’s Mosque | Medina Walking Tour
Adel | Walking Tours

Peaceful 4K Walk Around the Prophet’s Mosque | Medina Walking Tour

12 Häufig gefragt

Lohnt sich ein Besuch in Medina?

Ja, besonders wenn Sie sich für frühe islamische Geschichte und sakrale Orte interessieren. Medina wirkt stiller und nachdenklicher als Mekka und verbindet bedeutende Stätten wie die Quba-Moschee, den Uhud-Märtyrerplatz und die weiten Höfe der Prophetenmoschee mit modernen Spazierwegen und Museen. So erschließt sich die mehr als 1400 Jahre alte Geschichte der Stadt auf anschauliche Weise.

Wie viele Tage sollte man für Medina einplanen?

Ideal sind drei bis vier Tage. So bleibt genug Zeit für die Prophetenmoschee mit ihrem Museum, den Quba Walking Trail, Uhud, das Hedschas-Eisenbahnmuseum und mindestens einen Abend am Quba Boulevard oder auf einer Dattelfarm. Zwei Tage reichen für die wichtigsten Ziyara-Orte nur knapp.

Wie kommt man vom Flughafen Medina zur Prophetenmoschee?

Am günstigsten ist die Madinah-Buslinie 400 für 11,5 SAR; sie fährt alle 40 Minuten rund um die Uhr. Lizenzierte Taxis verlangen für die zentrale Haram-Zone meist pauschal etwa 75 bis 90 SAR. Außerdem stehen am Flughafen Uber, Careem und Jeeny zur Verfügung.

Ist Medina für Touristen sicher?

Für respektvolle Besucher gilt Medina im Allgemeinen als sicher. Die wichtigsten praktischen Risiken sind Gedränge rund um die Prophetenmoschee sowie die üblichen Vorsichtsmaßnahmen in belebten Marktvierteln. Alkohol, Drogen und unangemessenes öffentliches Verhalten werden in Saudi-Arabien streng geahndet.

Für welches Essen ist Medina bekannt?

Medina ist vor allem für Ajwa- und Safawi-Datteln bekannt, außerdem für Kabli- und Bukhari-Reisgerichte, das Dessert Heesah und Manto. Die authentischste Marktstimmung findet man im Souq Al-Tabbakha, während das Tomah Restaurant traditionelle Küche in einem kuratierten Heritage-Rahmen präsentiert.

Gibt es in Medina eine Metro oder Straßenbahn?

Nein. Medina stützt sich auf das Netz der Madinah Busse mit 15 Linien. Eine Metro, U-Bahn oder Straßenbahn gibt es nicht. Für die zentralen historischen Viertel sind der Quba Walking Trail und Careem Bike besonders praktische Optionen.

Ready to book?

13Before you go

Praktische Informationen

Flight

Anreise

Das wichtigste Eingangstor ist der internationale Flughafen Prince Mohammad bin Abdulaziz (MED), von dem das Zentrum in etwa 30 Minuten zu erreichen ist. Wer über Dschidda anreist, kann bequem die Haramain-Hochgeschwindigkeitsbahn nutzen, die Medina direkt mit Dschidda, dem dortigen Flughafen und Mekka verbindet. Für viele Reisende ist der Zug die angenehmste Verbindung auf dem Landweg.

Directions transit

Unterwegs in der Stadt

In Medina gibt es weder Metro noch Straßenbahn; die Stadt erkundet man am besten als Folge einzelner Pilger- und Geschichtsorte, die per Taxi, Ride-Hailing oder Bus miteinander verbunden sind. Das Netz von Madinah Bus deckt wichtige Achsen ab, während der etwa drei Kilometer lange Quba Walking Trail die angenehmste Strecke für Fußgänger ist. Für erste Orientierung ist auch der Hop-on-Hop-off-Bus praktisch.

Thermostat

Klima und beste Reisezeit

Medina hat ein heißes Wüstenklima mit sehr langen, trockenen Sommern und deutlich milderen Wintern. Am angenehmsten ist die Zeit von Mitte November bis Ende März, wenn Besichtigungen zwischen Moscheen, Museen und Plätzen auch tagsüber gut möglich sind. Im Hochsommer wird die Hitze schnell zur Belastung, während Ramadan zwar besonders atmosphärisch, aber auch deutlich voller ist.

Shield

Sicherheit und Etikette

Medina gilt im Alltag als geordnet und vergleichsweise ruhig, doch rund um die Prophetenmoschee muss man jederzeit mit großem Andrang rechnen. Wichtig sind respektvolle Kleidung, Rücksicht auf religiöse Gepflogenheiten und der Verzicht auf Alkohol, der für Besucher verboten ist. Die Notrufnummern lauten 999 für die Polizei und 997 für den Rettungsdienst; vom Flughafen aus sind lizenzierte Taxis oder bekannte Fahrdienste die verlässlichste Wahl.

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Alle Sehenswürdigkeiten.

48 Orte zu entdecken

Prophetenmoschee
Place

Prophetenmoschee

Qubāʾ-Moschee
Place

Qubāʾ-Moschee

Grüne Kuppel
Place

Grüne Kuppel

Place

Al-Salam-Museum

Hasan Ibn ʿAlī
Place

Hasan Ibn ʿAlī

Place

Die Sieben Moscheen

Schlacht Von Uhud
Place

Schlacht Von Uhud

Al Jum'Ah Moschee
Place

Al Jum'Ah Moschee

Al Jum'Ah Moschee
Place

Al Jum'Ah Moschee

Place

Al-Madinah Museum

Place

Amberiye-Moschee

Place

Al-Ijabah-Moschee

Mada'In Salih
Place

Mada'In Salih

Place

As-Sabaq-Moschee

Place

Moschee Von Al-Saqiya

Place

Al-Fuqair-Moschee

Place

Moschee Von Al-Fadeekh

Place

Al-Ghamama Moschee

Place

Moschee Von Bani Haram

Place

Bani Bayadhah Moschee

Place

Moschee Von Atban Ibn Malik

Place

Bani Haritsah Moschee

Place

As-Sajadah-Moschee

Manartain-Moschee
Place

Manartain-Moschee

Place

Al-Rayah-Moschee

Place

Hejaz-Eisenbahnmuseum

Dschannat-Ul-Baqi
Place

Dschannat-Ul-Baqi

Place

Sayyid Ash-Shuhada Moschee

Place

Moschee Der Zwei Gebetsrichtungen

Uhud
Place

Uhud

Al-'Ula
Place

Al-'Ula

Place

Flughafen Medina

Heilige Prophetische Kammer
Place

Heilige Prophetische Kammer

Qasr Al-Farid
Place

Qasr Al-Farid

Sela
Place

Sela

Qasr Albint Group
Place

Qasr Albint Group

قصر الصانع
Place

قصر الصانع

Place

Al Romat Berg

Place

ديوان جبل أثلب

Place

قلعة موسى بن نصير

قلعة الحجر
Place

قلعة الحجر

Place

König-Fahad-Industriehafen Yanbu

Place

متحف محافظة العلا

Place

Bibliothek Der Prophetenmoschee

Fort Al-Faqir
Place

Fort Al-Faqir

Q16125427
Place

Q16125427

Place

Prince Mohammed Bin Abdul Aziz Stadion

Place

Boustan Mostazal