Lubomirski-Museum

Einleitung

Das Lubomirski-Museum (Muzeum Książąt Lubomirskich) im Herzen der Breslauer Altstadt ist ein Denkmal für das aristokratische Erbe Polens und den beständigen Geist der Kulturerhaltung. Entstanden aus einer historischen Vereinbarung von 1823 zwischen Graf Józef Maksymilian Ossoliński und Prinz Henryk Lubomirski, wurde das Museum gegründet, um Polens Kunst und Geschichte sowie die Sammlungen der Familie Lubomirski und des Nationalinstituts Ossoliński zu schützen und zu fördern. Über fast zwei Jahrhunderte hinweg hat das Museum Kriege, Umzügen und Phasen der Inaktivität getrotzt und seinem Engagement für die Bewahrung des polnischen und mitteleuropäischen Erbes treu gedient.

Heute können Besucher eine Fülle von Manuskripten, seltenen Büchern, bildender Kunst, Münzsammlungen und Dekorationsgegenständen erkunden, die die Komplexität der polnischen Geschichte und Identität beleuchten. Das Lubomirski-Museum, das nun Teil des Ossolineum-Komplexes ist, bietet permanente und temporäre Ausstellungen, Bildungsprogramme und Führungen. Es ist somit ein lebendiger Knotenpunkt für akademische Forschung und öffentliches Engagement. Seine barocke Umgebung verstärkt das Erlebnis zusätzlich und verbindet die architektonische Pracht Breslaus mit dem intellektuellen Erbe der Nation.

Für die aktuellsten Besucherinformationen, einschließlich Ausstellungen und Veranstaltungen, konsultieren Sie bitte die offiziellen Websites des Ossolineums und des Museums der Lubomirski-Fürsten. Begeben Sie sich auf eine Reise durch die polnische Geschichte und tauchen Sie ein in die Schätze, die in den Mauern des Museums aufbewahrt werden. (Ossolineum, Muzeum Książąt Lubomirskich, Ossoliński National Institute)


Historischer Überblick

1823–1870: Gründung und frühe Entwicklung

Das Lubomirski-Museum wurde durch eine wegweisende Vereinbarung am 25. Dezember 1823 zwischen Graf Józef Maksymilian Ossoliński und Prinz Henryk Lubomirski gegründet. Ziel war die Errichtung eines Aufbewahrungsortes zur Erhaltung und öffentlichen Präsentation von Kunst und historischen Erinnerungsstücken der Familien Ossoliński und Lubomirski, mit dem Namen „Musaeum Lubomirscianum“ auf Dauer. Die Anfangssammlung des Museums wuchs durch Schenkungen und Ankäufe, und seine finanzielle Nachhaltigkeit wurde durch das fideikommissarische Erbe von Przeworsk gesichert, dessen Einkünfte die Institution unterstützten. Dank der Bemühungen von Prinz Jerzy Lubomirski wurde das Museum in den frühen 1870er Jahren in Lemberg für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. (Muzeum Książąt Lubomirskich)

1870–1939: Das Goldene Zeitalter

Mit öffentlichem Zugang wurde das Museum zu einem der ersten privaten Museen in polnischen Gebieten, das für jedermann offen war. Seine Sammlungen umfassten:

  • Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen
  • Grafiken, Fotografien und historische Artefakte
  • Münzen, Medaillen, Siegel und phaleristische Objekte (Orden und Auszeichnungen) Das Museum spielte eine bedeutende wissenschaftliche und kulturelle Rolle in Lemberg, organisierte Ausstellungen, veröffentlichte Kataloge und diente als Zentrum für wissenschaftliche Forschung. Die Schirmherrschaft und Kuratierung durch die Familie Lubomirski waren entscheidend für sein Wachstum und seinen Ruf. (Ossolineum, janlubomirski.pl)

1939–1945: Kriegswirren und Verluste

Der Zweite Weltkrieg brachte immense Verluste. Die sowjetische Besetzung führte 1940 zur Nationalisierung und Auflösung des Museums, wobei die Sammlungen auf Lemberger Institutionen verteilt wurden. Die deutsche Besatzung führte zu weiteren Beschlagnahmungen, darunter 26 Zeichnungen von Albrecht Dürer, die nach Berlin gebracht wurden. Nur ein Teil der Sammlung überlebte und wurde nach dem Krieg nach Breslau verlagert. (Ossolineum)

1945–1995: Nachkriegsübergang

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden das Ossolineum und Teile seiner Sammlungen von Lemberg nach Breslau verlegt. Aufgrund der geringen Anzahl überlebender Artefakte und des politischen Klimas wurde das Lubomirski-Museum jedoch nicht sofort wiedereröffnet. Die erhaltenen grafischen und numismatischen Materialien bildeten die Grundlage für neue Abteilungen innerhalb des Ossolineums. (Muzeum Książąt Lubomirskich)

1995–Gegenwart: Wiederbelebung und moderne Ära

Der Stiftungsstatus des Museums wurde 1995 wiederhergestellt, was zu verstärkten Bemühungen zur Wiederaufbau und Erweiterung seiner Sammlungen führte. Seit 2016 besteht das Lubomirski-Museum als eigenständige Einheit innerhalb des Ossolineums, mit Ausstellungen, die sowohl aus den überlebenden Vorkriegssammlungen als auch aus Neuerwerbungen schöpfen. Ein eigenes Gebäude für Ausstellungen und Bildung wird für 2026 eröffnet. (Ossolineum)


Besuch des Lubomirski-Museums

Standort

  • Adresse: ul. Szewska 37, 50–139 Breslau, Polen
  • Lage: Innerhalb des historischen Ossolineum-Komplexes, nur wenige Schritte vom Breslauer Marktplatz entfernt (Offizielle Website des Ossolineums)

Öffnungszeiten

  • Dienstag–Sonntag: 10:00–17:00 Uhr
  • Montag: Geschlossen
  • Hinweis: Die Öffnungszeiten können an Feiertagen variieren; überprüfen Sie immer die Website des Museums, bevor Sie Ihren Besuch planen.

Ticketinformationen

  • Erwachsene: 20 PLN
  • Senioren, Studenten, Kinder: 10 PLN
  • Familien- und Gruppenermäßigungen: Verfügbar
  • Freier Eintritt: Kinder unter 7 Jahren, an besonderen Tagen oder bei ausgewählten Veranstaltungen
  • Kauf: Am Eingang oder online über die Website des Ossolineums

Barrierefreiheit

Das Museum ist rollstuhlgerecht, mit Aufzügen und angepassten Toiletten. Besucherservice ist auf Anfrage erhältlich.

Führungen

Führungen sind auf Polnisch und Englisch verfügbar. Im Voraus zu buchen wird empfohlen, insbesondere für Gruppen. Für Arrangements kontaktieren Sie das Museum direkt (Kontaktdaten).

Anreise

  • Zentral gelegen, ist das Museum vom Marktplatz zu Fuß oder mit der Straßenbahn oder dem Bus erreichbar (Haltestellen: Uniwersytecka, Hala Targowa).
  • Begrenzte Parkmöglichkeiten in der Nähe; öffentliche Verkehrsmittel werden empfohlen (destinationabroad.co.uk).

Ausstellungen und Sammlungen

Dauerhafte Sammlungen

  • Manuskripte und seltene Bücher: Mittelalterliche Kodizes, Inkunabeln, frühe Drucke und einzigartige literarische Manuskripte.
  • Kunstwerke und Porträts: Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen, die polnische Adelige und historische Ereignisse vom 16. bis 19. Jahrhundert darstellen.
  • Numismatik: Eine der größten Sammlungen von Münzen, Medaillen und Siegeln Polens.
  • Dekorative Kunst: Porzellan, Silberwaren und Textilien, die den aristokratischen Geschmack widerspiegeln.

Temporäre Ausstellungen

Ausstellungen wechseln regelmäßig und befassen sich mit Themen wie dem kulturellen Leben Lembergs, der jüdischen Geschichte in Breslau und dem Schicksal polnischer Sammlungen im 20. Jahrhundert. Zu den bemerkenswerten Ausstellungen gehören:

  • „Die Dämmerung des Tabakzeitalters“ – Eine Untersuchung von Tabakzubehör und seiner Kunstfertigkeit.
  • „Galerie gefeierter Breslauer Bürger“ – Porträts und Geschichten namhafter Persönlichkeiten der Stadt. (Visit Wrocław – Das Museum der Lubomirski-Fürsten)

Bildungsprogramme und Besuchereinrichtungen

  • Workshops und Vorträge: Verfügbar für Schulen, Universitäten und erwachsene Lerner.
  • Museumsshop: Bücher, Postkarten und Souvenirs.
  • Lesesaal: Für die Forschung geöffnet (vorherige Anmeldung erforderlich).

Besuchererlebnis und Highlights

Atmosphäre

Die barocken Innenräume des Museums, die ruhigen Innenhöfe und das wissenschaftliche Ambiente bieten einen friedlichen Rahmen für Reflexion und Erkundung. Die Besucherströme sind allgemein geringer als bei größeren Attraktionen, insbesondere an Werktagen am Vormittag.

Fotografie

Fotografie ist in den meisten Dauerausstellungen gestattet (kein Blitz oder Stativ). Für Wechselausstellungen erkundigen Sie sich beim Personal nach den aktuellen Richtlinien.

Mehrsprachige Unterstützung

Die Ausstellungstexte sind auf Polnisch mit englischen Übersetzungen. Einige Mitarbeiter sprechen Englisch; Übersetzungs-Apps können hilfreich sein.


Reisetipps

  • Planen Sie im Voraus: Überprüfen Sie die neue Website des Museums, um sich über aktuelle Ausstellungen und Öffnungszeiten zu informieren.
  • Kombinieren Sie Attraktionen: Besuchen Sie am selben Tag den Breslauer Marktplatz, die Universität und die Dominsel.
  • Souvenirs: Der Museumsshop bietet einzigartige Geschenke und Bücher an.
  • Bezahlung: Obwohl Karten akzeptiert werden, empfiehlt es sich, etwas Bargeld für Ticketautomaten oder öffentliche Verkehrsmittel mitzunehmen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F: Wie sind die Öffnungszeiten des Museums? A: Dienstag–Sonntag, 10:00–17:00; Montags geschlossen.

F: Wie viel kosten die Tickets? A: Erwachsene 20 PLN; Studenten, Senioren und Kinder 10 PLN; Rabatte und Familientickets verfügbar.

F: Ist das Museum barrierefrei? A: Ja, mit Rampen, Aufzügen und angepassten Toiletten.

F: Sind Führungen auf Englisch verfügbar? A: Ja, nach vorheriger Absprache.

F: Darf ich fotografieren? A: Ja, in Dauerausstellungen ohne Blitz; überprüfen Sie die Einschränkungen für Wechselausstellungen.

F: Wie komme ich dorthin? A: Im Zentrum gelegen, leicht zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.


Kulturelle und historische Bedeutung

Das Lubomirski-Museum dient als Hüter des polnischen Kulturbewusstseins. Seine Sammlungen – von seltenen Manuskripten bis hin zu numismatischen Schätzen – bieten wertvolle Einblicke in die Vergangenheit der Nation und die breitere Geschichte Mitteleuropas. Indem es Kriege, Teilungen und politische Veränderungen überstanden hat, ist das Museum ein Symbol für Widerstandsfähigkeit und den beständigen Wert der Kulturerhaltung.

Durch dynamische Ausstellungen, Bildungsprogramme und seine Rolle im Ossolineum fördert das Museum Wissenschaft, bürgerliches Engagement und kulturelle Identität. Seine zukünftige Erweiterung verspricht noch größere Möglichkeiten für Lernen und Entdeckung.


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