Einleitung
Das Österreichische Museum für Volkskunde in Wien ist eine führende Institution, die sich der reichen österreichischen Volkstradition und Sozialgeschichte widmet. Gegründet 1895 von den Ethnographen Michael Haberlandt und Wilhelm Hein, gilt das Museum als eines der Pionierinstitute für Volkskultur in Europa. Es beherbergt über 80.000 Artefakte, die jahrhundertealtes ländliches und städtisches Leben umfassen. Untergebracht im barocken Schönbornschen Gartenpalais, bietet das Museum ein immersives Erlebnis in österreichische Bräuche, Handwerke, religiöse Rituale und die sich entwickelnden Identitäten seiner Menschen (Österreichisches Museum für Volkskunde – Geschichte).
Als größtes volkskundliches Museum Österreichs bewahrt die Institution sowohl materielle Objekte als auch immaterielle kulturelle Praktiken – wie Musik, Feste und Handwerkskunst – und unterstützt damit die Bemühungen der UNESCO zur Kulturerhaltung (UNESCO Österreich). Derzeit ist das Museum aufgrund umfassender Renovierungsarbeiten bis Mitte 2026 vorübergehend in die Otto Wagner Areal verlegt, bleibt aber für Besucher mit aktualisierten Öffnungszeiten und Programmen geöffnet (Tickets Österreichisches Museum).
Fotogalerie
Entdecke Volkskundemuseum Wien in Bildern
Photograph of the interior sign displaying 'Volkskundemuseum Wien' at the Museum für Volkskunde in Vienna.
Albertitafel, an oil on canvas painting from Tyrol circa 1750, depicting Albertus Magnus revealing nine points for leading a godly life. Housed in the Austrian Museum of Folk Life, Vienna (ÖMV Inv. Nr. 26.465).
Altartuxer mask featuring a felt hat, wooden mask, horsehair wig, decorated with artificial flowers, sequins, gamecock feathers, and mirror, a Fasnachts figure from Rum, Tirol in 1897, exhibited in the Austrian Museum of Folk Life and Folk Art, Vienna
Historical sign Alte Stube from Bregenzerwald by Steffen around 1880, displayed at the Austrian Museum of Folk Life and Folk Art in Vienna
Colorized engraving portrait of Andreas Hofer in a wooden frame, Kunstverlag Franz Barth, Vienna circa 1810, displayed at the Austrian Museum of Folk Life in Vienna.
Softwood painted Aufsatzbett by Urban Huemer from 1781 featuring a wedding feast at the footboard and religious motifs of the Gnadenstuhl and Madonna with Child at the headboard, exhibited at the Austrian Museum of Folk Life and Folk Art in Vienna
Painted softwood bed headboard featuring religious motifs of Gnadenstuhl and Madonna with Child, created by Urban Huemer in 1781, housed in the Austrian Museum of Folk Life and Folk Art in Vienna, inventory number 31.277.
Softwood Aufsatzbett painted by Urban Huemer in 1781 showing a detailed scene of a wedding feast at the foot end. Exhibited in the Austrian Museum of Folk Life and Folk Art, Vienna, Austria.
Traditional beehive decorated with an eagle and a Turkish head, displayed at the Austrian Museum of Folk Life and Folk Art in Vienna, Austria
Handcrafted toy beer wagon from 1929, displayed at the Austrian Museum of Folk Life and Folk Art (ÖMV) in Vienna, showcasing traditional craftsmanship.
Painted lead cast figurine depicting Jägermusik, created in Vienna circa 1895, housed in the Austrian Museum of Folk Life and Folk Art (ÖMV), inventory numbers 50.531 – 50.553.
Image of the 'Türke' fountain figure from Pustertal in South Tyrol, dating back to around 1800, housed in the Austrian Museum of Folk Life and Folk Art in Vienna.
Historischer Überblick
Gründung und frühe Entwicklung (1894–1917)
Das Museum entstand aus der Gesellschaft für österreichische Volkskunde und wurde 1895 offiziell eröffnet. Anfänglich wurden die Sammlungen an verschiedenen Orten aufbewahrt, bevor sie 1898 in die Wiener Börse einzogen. Der Fokus lag auf dem breiten kulturellen Spektrum des österreichisch-ungarischen Kaiserreichs.
Umzug in das Schönbornsche Palais und die Zwischenkriegszeit (1917–1938)
1917 zog das Museum in das Schönbornsche Gartenpalais, ein Barockpalais von Johann Lucas von Hildebrandt. In den Jahren zwischen den Weltkriegen konzentrierte sich das Museum auf die deutschsprachigen Gebiete und erwarb Objekte aus Osteuropa, im Einklang mit den vorherrschenden kulturellen Erzählungen.
Austrofaschismus und NS-Zeit (1930er–1945)
Die 1930er Jahre brachten eine stärkere politische Ausrichtung mit einem Fokus auf die germanisch-österreichische Volkskunde. Unter nationalsozialistischer Herrschaft erweiterte das Museum seine Sammlungen – manchmal unter fragwürdigen Umständen – und verstärkte seinen Schwerpunkt auf germanische Traditionen.
Nachkriegszeit und Neuausrichtung (1945–1970er Jahre)
Nach dem Zweiten Weltkrieg distanzierte sich das Museum von ideologischen Nutzungen der Volkskultur und konzentrierte sich stattdessen auf wissenschaftliche Forschung und die Restitution von Objekten. Es entwickelte sich zu einem angesehenen Zentrum für volkskundliche Studien und öffentliche Vermittlung.
Erweiterung und Fokus auf Gegenwartskultur (1980er Jahre–Heute)
Heute spiegeln die Sammlungen des Museums die Vielfalt Österreichs wider, mit Trachten, Werkzeugen, Möbeln und Artefakten, die sich auf Migration und kulturellen Wandel beziehen. Es dokumentiert und fördert lebendige Traditionen auch in Partnerschaft mit der UNESCO (Österreichisches Museum für Volkskunde – Sammlung).
Besuch des Museums: Praktische Informationen
Öffnungszeiten
- Dienstag bis Sonntag: 10:00 – 18:00 Uhr
- Geschlossen: Montags und an ausgewählten Feiertagen
Ticketpreise
- Erwachsene: 10 €
- Ermäßigt (Studenten, Senioren): 7 €
- Kinder unter 19 Jahren: Kostenlos
- Familienticket: 20 € Erwerb vor Ort oder online (Tickets Österreichisches Museum).
Barrierefreiheit
- Rollstuhlgerecht mit Aufzügen und angepassten Toiletten.
- Unterstützung auf Anfrage verfügbar.
Standort und Anfahrt
- Vorübergehender Standort (bis Mitte 2026): Otto Wagner Areal, Wien
- Dauerhafter Standort: Laudongasse 15–19, 1080 Wien
- Erreichbar mit der Wiener U-Bahn (Josefstädter Straße/U6), Straßenbahnen und Bussen.
Führungen und Sonderveranstaltungen
- Regelmäßige Führungen auf Deutsch und Englisch (Voranmeldung empfohlen).
- Saisonale Ausstellungen, Workshops und kulturelle Veranstaltungen – aktuelle Informationen auf der offiziellen Website.
Attraktionen in der Nähe
- Wiener Volksoper
- Augartenpark und Porzellanmuseum
- Schloss Belvedere
- Wiens historisches Zentrum
Das Schönbornsche Palais: Architektonische Bedeutung
Das Schönbornsche Gartenpalais, entworfen von Johann Lucas von Hildebrandt, ist ein Beispiel barocker Eleganz. Während das Innere für die Museumsnutzung angepasst wurde, sind die repräsentative Treppenanlage und der Gartenhof Höhepunkte, die sich ideal für Fotos und ruhige Besinnung eignen (Schönbornsches Gartenpalais).
Renovierungen und vorübergehende Verlegung
Von Herbst 2024 bis Mitte 2026 ist das Museum wegen umfassender Renovierungsarbeiten vorübergehend in das Otto Wagner Areal verlegt. Diese Modernisierungen sollen den Besucherkomfort erhöhen und die historischen Merkmale des Schönbornschen Palais erhalten. Bestätigen Sie vor Ihrem Besuch immer den aktuellen Standort und die Öffnungszeiten auf der Website des Museums.
Sehenswerte Ausstellungen und Höhepunkte
- Traditionelle Trachten: Über 10.000 Kleidungsstücke, die die regionale Vielfalt zeigen (Österreichische Tracht).
- Bürgerliche Wohnkultur: Authentische Rekonstruktionen mit Biedermeier-Möbeln.
- Werkzeuge und ländliches Leben: Landwirtschaftliche, forstwirtschaftliche und handwerkliche Geräte.
- Religiöse Volkskunst: Votivbilder, Krippen, Fahnen (Religiöse Volkskunst).
- Festtraditionen: Masken, Prozessionsobjekte, Maibaumschmuck.
- Bemalte Möbel und Keramik: Einschließlich Gmunden Keramik (Gmunden Keramik).
- Spielzeug und Kindheit: Historisches Spielzeug und Lehrmaterialien.
- Städtische Volkskultur: Wiener Kaffeehäuser, Heurigen-Traditionen (Wiener Kaffeehauskultur).
- Migration und Moderne: Zeitgenössische Ausstellungen, die die Auswirkungen der Migration beleuchten.
Regelmäßige Wechselausstellungen bereichern das Besuchererlebnis (Aktuelle Ausstellungen).
Besuchereinrichtungen und Barrierefreiheit
- Rampen und Aufzüge für die Haupträumlichkeiten.
- Barrierefreie Toiletten und Garderoben-/Schließfachdienste.
- Wickelmöglichkeiten.
- Kontaktieren Sie das Museum im Voraus für spezifische Barrierefreiheitsbedürfnisse.
Veranstaltungen und Bildungsprogramme
- Führungen auf Deutsch und Englisch.
- Thematische und familienfreundliche Workshops.
- Bildungsaktivitäten für Kinder und Schulklassen.
- Öffentliche Vorträge und Gemeinschaftsveranstaltungen (Community Projekte).
Besucherlebnis
Die Atmosphäre des Museums wird durch seine barocke Architektur und die immersiven Ausstellungen verstärkt. Zweisprachige Beschilderung, multimediale Darstellungen und interaktive Stationen sind verfügbar. Familien können Aktivitätshefte und Schnitzeljagden nutzen. Ruhige Sitzbereiche bieten Gelegenheit zur Besinnung.
Museumsshop und Cafés in der Nähe
Ein kuratierter Museumsshop bietet Bücher, Postkarten, Handwerkskunst und Souvenirs. Obwohl kein eigenes Café vorhanden war, gibt es viele charmante Cafés und Restaurants in Gehweite im Wiener Gemeindebezirk Josefstadt.
FAQ
F: Was sind die Öffnungszeiten des Museums? A: Dienstag bis Sonntag, 10:00 bis 18:00 Uhr; montags geschlossen.
F: Wie kann ich Tickets kaufen? A: Tickets sind vor Ort und online über die offizielle Website erhältlich.
F: Ist das Museum barrierefrei zugänglich? A: Ja, mit Rampen, Aufzügen und barrierefreien Toiletten.
F: Gibt es Führungen auf Englisch? A: Ja, eine Voranmeldung wird empfohlen.
F: Ist Fotografieren erlaubt? A: Nicht blitzende Fotografie ist in den Dauerausstellungen gestattet. Manche Sonderausstellungen können Einschränkungen haben.
F: Was sind die besten Besuchszeiten? A: Wochentags morgens ist es in der Regel ruhiger.
Empfehlungen für visuelle Darstellungen und Medien
- Nehmen Sie hochwertige Bilder vom Schönbornschen Palais (Außenansicht, Innenräume) und den wichtigsten Exponaten auf (mit beschreibenden Alt-Texten).
- Virtuelle Touren und interaktive Karten sind auf der Website des Museums verfügbar.
- Für professionelle Fotoaufnahmen holen Sie bitte vorher die Genehmigung ein.
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- Leitfaden zur Besichtigung der Wiener Barockarchitektur
Mehr Entdecken
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