Einleitung: Das Vermächtnis des Schottenstifts
Das Schottenstift, auch bekannt als Schottenabtei, liegt am Wiener Freyung-Platz und ist eines der ältesten und bedeutendsten Benediktinerklöster der Stadt. Die 1155 von Herzog Heinrich II. Jasomirgott für irische Benediktinermönche gegründete Abtei hat eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der religiösen, kulturellen und bildungspolitischen Landschaft Wiens gespielt. Von seinen romanischen Ursprüngen über die barocke Umgestaltung bis hin zu den klassizistischen und neu-renaissancezeitlichen Neugestaltungen des 19. Jahrhunderts ist das Schottenstift ein lebendiges Denkmal der sich entwickelnden Identität Wiens.
Dieser Leitfaden behandelt alles, was Sie für Ihren Besuch benötigen: aktuelle Besuchszeiten des Schottenstifts, Ticketinformationen, Barrierefreiheit und die wichtigsten Aspekte seiner Kunst, Architektur und anhaltenden kulturellen Bedeutung. In der Nähe von wichtigen Sehenswürdigkeiten wie der Wiener Staatsoper und der Hofburg gelegen, bietet das Schottenstift ein einzigartiges Fenster in die vielschichtige Vergangenheit Österreichs. Für aktuelle Informationen und Führungen konsultieren Sie die offizielle Website des Schottenstifts und führende Reiseplattformen (SpottingHistory, VisitingVienna, Wien.info).
Fotogalerie
Entdecke Schottenkloster Wien, Österreich in Bildern
Scenic view of the Freyung market square in Vienna, featuring historic architecture and bustling market activities
Detailed 1880 illustration depicting the Schottenkloster monastery as it appeared in the 17th century, showcasing architectural and cultural elements of the period.
Watercolor and cardboard artwork depicting Der Schottenhof on Freyung in Vienna with relief facade effect, designed by Josef Kornhäusel between 1826-1832.
17th century illustration of Schottenstift Abbey in Vienna created by Gabriel Bucelin in 1667, sourced from Württembergische Landesbibliothek manuscript HB V 15a, fol 316v.
Drawing from the 1859 yearbook of the imperial royal Central Commission for the Research and Conservation of Architectural Monuments, depicting the medieval seal of the Benedictine monastery Schottenkloster, authored by Karl von Sava in his study of medieval seals of abbeys and regular monasteries i
Illustration depicting medieval seals of abbeys and regular monasteries in the Archduchy of Austria above and below the Enns. From the 1859 yearbook of the Imperial Royal Central Commission for the Research and Preservation of Monuments, essay by sphragist Karl von Sava.
Lithograph of Leander Knoepfer (1802-1881), priest and teacher at the Schottengymnasium in Vienna, created by Franz Eybl in 1840.
Lithograph of Meinhard Lichtensteiner (1759-1834), an Austrian academic who joined the Benedictine Abbey of Schotten in Vienna in 1778, later served as professor at Schottengymnasium, and became rector of the University of Vienna in 1825/26. Created by Friedrich Lieder around 1830.
Close-up image of the J.J. Pock epitaph featuring an elegant inscription on a polished dark stone with a decorative border, commemorating J.J. Pock's life and legacy.
Historic copper engraving of the Schotten Monastery in Vienna, created in 1672, showcasing the architectural details and layout of the monastery during that period.
Historical detail of the Schottenstift in Vienna, Austria, shown on an 1857 reproduction of Bonifaz Wolmuet's 1547 map of Vienna. The map is from the Vienna Municipal and Provincial Archives.
A detailed black and white image showing the Schottenkloster monastery from 1872, capturing its architectural features and historic significance.
Gründung und frühe Geschichte (12.–13. Jahrhundert)
Das 1155 von Heinrich II. Jasomirgott gegründete Schottenstift entstand als Benediktinerkloster für irische Mönche – „Scotia“ war der mittelalterliche lateinische Name für Irland (SpottingHistory). Das Kloster wurde strategisch außerhalb der ursprünglichen Stadtmauern Wiens angelegt, um Reisenden und Pilgern Gastfreundschaft zu gewähren. Der Bau begann 1160 und die 1200 geweihte romanische Kirche wurde 1177 zur letzten Ruhestätte des Herzogs.
Die Abtei entwickelte sich schnell zu einem Zentrum des Lernens und des geistlichen Lebens. Ein verheerender Brand im Jahr 1276 zerstörte einen Großteil des ursprünglichen Kreuzgangs, was den Weg für Jahrhunderte der Erneuerung und des Wiederaufbaus ebnete (SpottingHistory).
Reformen und barocke Erneuerung (14.–17. Jahrhundert)
Bis zum Beginn des 15. Jahrhunderts breiteten sich Klosterreformen in ganz Österreich aus. Im Jahr 1418 ersetzte die Melker Reform die ursprünglichen irischen Mönche durch eine neue Benediktinergemeinschaft, doch der Name „Schotten“ wurde beibehalten (SpottingHistory). Die Abtei blühte als Zentrum der religiösen und intellektuellen Erneuerung auf.
Im Jahr 1638 schlug ein Blitz in den Kirchturm ein und verursachte dessen Einsturz; der anschließende barocke Wiederaufbau unter der Leitung von Andrea d’Allio dem Jüngeren und Silvestro Carlone wurde 1648 abgeschlossen. Die Kirche wurde mit neuen Kunstwerken geschmückt, darunter ein Altarbild von Joachim von Sandrart. Nach der Belagerung durch die Türken im Jahr 1683 folgten Restaurierungen, wobei der schlichte barocke Westturm ein markantes Merkmal blieb (VisitingVienna).
Aufklärung und Blüte der Bildung (18.–19. Jahrhundert)
Das 18. und 19. Jahrhundert waren geprägt vom Wachstum der Abtei als Bildungs- und Kultureinrichtung. Architekt Andreas Zach errichtete in den 1770er Jahren ein neues Priorat und eine Schule, was die Bildungsmission der Abtei widerspiegelte (SpottingHistory). Das Schottengymnasium, das 1807 durch kaiserlichen Erlass gegründet wurde, festigte das intellektuelle Ansehen der Abtei.
Architekt Josef Kornhäusel gestaltete die zur Freyung hin gelegenen Gebäude im klassizistischen Stil um (1826–1832), während Heinrich Ferstels Renovierung von 1880 Elemente der Neorenaissance einführte, darunter ein zentrales Altar-Mosaik von Michael Rieser und Deckenfresken von Julius Schmid (Eichinger, TourMyCountry).
Architektonische Entwicklung und Museumshöhepunkte
Romanische Überreste: Die Kapelle des Tages bewahrt romanische Merkmale, darunter die Statue der Unserer Lieben Frau von den Schotten (ca. 1250) (Eichinger).
Barock und Neorenaissance: Das barocke Kircheninnere weist aufwendige Stuckarbeiten und hoch aufragende Säulen auf, ergänzt durch neu-renaissancezeitliche Deckenfresken von Julius Schmid und Ferstels Altarmosaik.
Klassizistische Bibliothek: Kornhäusels Bibliothek (1830) besticht durch ihre feinen Holzarbeiten und ihren ruhigen Raum. Führungen ermöglichen den Zugang zur Krypta, wo die Gräber von Heinrich II. Jasomirgott und seiner Frau Theodora zu sehen sind.
Museumssammlung: Das Schottenstift-Museum beherbergt den Schottenmeisteraltar (ca. 1470), die älteste topografische Darstellung Wiens, sowie Werke von Rubens, Maulbertsch und Schätze von liturgischen Objekten bis hin zu illuminierten Handschriften (Wien.info).
Hofskulpturen: Die Schwarze Muttergottes (1825) von Peter Nobile und der Jasomirgott-Brunnen (1651) sind Höhepunkte des äußeren Erscheinungsbildes der Abtei (Wikipedia, TourMyCountry).
Praktische Besucherinformationen: Öffnungszeiten, Tickets, Barrierefreiheit
Öffnungszeiten
- Kirche: Täglich, 9:00–18:00 Uhr
- Museum:
- Donnerstag & Freitag, 11:00–17:00 Uhr
- Samstag, 11:00–16:30 Uhr
- Führungen: Samstags um 14:30 Uhr (VisitingVienna)
Tickets
- Eintritt zur Kirche: Kostenlos
- Museum: 8 € (Erwachsene); Ermäßigungen für Studenten, Senioren und Inhaber der Vienna City Card
- Tickets sind im Klosterladen nahe dem Haupteingang und online erhältlich.
Barrierefreiheit
- Hauptkirche und Museum: Rollstuhlgerecht; einige historische Bereiche können eingeschränkten Zugang haben.
- Barrierefreie Toiletten in der Nähe des Eingangs; Kontaktieren Sie das Personal für Unterstützung.
Anreise
- U-Bahn: Schottentor (U2) und Herrengasse (U3)
- Straßenbahn: Linien 1, 71, D, 43/44
- Zu Fuß: 10 Minuten vom Stadtzentrum
Fotografie
- In den meisten Bereichen gestattet (kein Blitz/Stative); Einschränkungen können während Gottesdiensten oder Sonderausstellungen gelten.
Ausstattung für Besucher
- Geschenkeladen, Café, kostenloses WLAN und barrierefreie Einrichtungen vor Ort.
Das Schottenstift heute: Kultur, Gottesdienst und Veranstaltungen
Das Schottenstift ist ein aktives Benediktinerkloster, in dem tägliche Messen und die Tagzeitenliturgie abgehalten werden (für Besucher geöffnet). Die Abtei ist bekannt für Konzerte, insbesondere während der Wiener Festspielzeiten, und für ihre Bildungsworkshops zu Themen wie Buchmalerei und Klosterbrauerei. Regelmäßige Veranstaltungen umfassen Kunstausstellungen, Vorträge und das jährliche Schottenfest. Der umliegende Freyung-Platz belebt sich mit wöchentlichen Bio-Märkten und saisonalen Veranstaltungen (VisitingVienna).
Die Abtei setzt ihre Tradition der sozialen Fürsorge fort, unterstützt lokale Gemeinschaften und spielt durch das Schottengymnasium eine führende Rolle in der Bildung (TourMyCountry).
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F: Was sind die aktuellen Besuchszeiten des Schottenstifts? A: Kirche: täglich 9:00–18:00 Uhr; Museum: Donnerstag & Freitag 11:00–17:00 Uhr, Samstag 11:00–16:30 Uhr.
F: Wie viel kosten die Tickets? A: Der Eintritt zur Kirche ist frei. Museumstickets kosten 8 € für Erwachsene, mit Ermäßigungen für Studenten und Vienna City Card-Inhaber.
F: Gibt es Führungen? A: Ja, auf Deutsch und Englisch, hauptsächlich samstags um 14:30 Uhr. Eine vorherige Buchung wird empfohlen.
F: Ist das Schottenstift rollstuhlgerecht? A: Ja, die meisten Hauptbereiche sind zugänglich; kontaktieren Sie das Personal für Details zu historischen Bereichen.
F: Kann ich Gottesdienste besuchen? A: Ja, Besucher sind zu täglichen Messen und zur Liturgie der Stunden willkommen.
F: Was gibt es in der Nähe zu sehen? A: Hofburg Palace, Stephansdom, Burgtheater, Volksgarten und MuseumsQuartier.
Bilder (für die Artikelverbesserung empfohlen)
- Außenansicht der klassizistischen Fassade und barocken Kirche des Schottenstifts
- Innenansicht mit Schottenmeisteraltar und Deckenfresken
- Klassizistische Bibliothek mit Holzarbeiten
- Statue der Schwarzen Muttergottes im Klosterhof
- Jasomirgott-Brunnen vor der Kirche
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