Wien, Austria

Phonogrammarchiv Der Österreichischen Akademie Der Wissenschaften

Das Österreichische Phonogrammarchiv, im historischen Zentrum Wiens gelegen, ist das älteste Tonarchiv der Welt und wurde 1899 von der Österreichischen…

Einleitung

Das Österreichische Phonogrammarchiv, im historischen Zentrum Wiens gelegen, ist das älteste Tonarchiv der Welt und wurde 1899 von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gegründet. Das Archiv ist bekannt für seine Pionierrolle bei der systematischen Sammlung, Erhaltung und Erforschung von Tonaufnahmen und bewahrt über ein Jahrhundert sprachliches, musikalisches und kulturelles Erbe. Seine Sammlungen, die vom UNESCO-Weltdokumentenerbe-Register anerkannt sind, bieten seltene Einblicke in gefährdete Sprachen, traditionelle Musik, mündliche Überlieferungen und wissenschaftliche Forschung aus aller Welt. Dieser Leitfaden bietet einen ausführlichen Einblick in die Geschichte, Bedeutung, Besucherinformationen, Besonderheiten und praktische Tipps für das Phonogrammarchiv, um Ihren Besuch in dieser bemerkenswerten Wiener Institution optimal zu gestalten. Für die aktuellsten Informationen konsultieren Sie bitte stets die offizielle Website des Österreichischen Phonogrammarchivs und die Dokumentation der UNESCO zur Aufnahme in das Weltdokumentenerbe (UNESCO Österreich).


Geschichte und Gründungsgedanken

Gründung und frühe Mission (1899–1914)

Das Phonogrammarchiv wurde 1899 unter der Schirmherrschaft der damaligen Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien gegründet und markierte die Geburtsstunde der systematischen Audioarchivierung (Geschichte des Phonogrammarchivs). Die Gründungsintention war, die sprachliche, musikalische und ökologische Vielfalt der Welt durch Tonaufnahmen zu erfassen und zu bewahren – ein revolutionäres Konzept im Zeitalter der Aufnahmetechnologie. Die frühesten Ziele umfassten:

  • Dokumentation europäischer und globaler Sprachen und Dialekte.
  • Aufnahme von traditioneller und Volksmusik.
  • Erstellung von „Stimmenporträts“ historischer Persönlichkeiten.

Das Phonogrammarchiv erweiterte schnell seinen Umfang um zoologische, medizinische und umweltbezogene Klanglandschaften, was seinen wissenschaftlichen Anspruch widerspiegelte, die Bandbreite des Klangerlebnisses zu archivieren (SAL Veranstaltung).

Technologische Innovationen und Feldforschung

Das Phonogrammarchiv wurde zu einem Zentrum für technologische Fortschritte bei der Tonaufzeichnung:

  • Frühes 20. Jahrhundert: Forscher nutzten Wachszylinder-Phonographen für die Feldforschung, was bis 1950 zu Tausenden von einzigartigen Audiokumenten führte.
  • Bemerkenswerte Expeditionen: Rudolf Pöchs Expeditionen nach Papua-Neuguinea und in die Kalahari lieferten die frühesten Aufnahmen von Tok Pisin und Khoisan-Sprachen. Rudolf Trebitschs Arbeit dokumentierte unter anderem seltene keltische und Inuit-Dialekte.
  • Kriegsbeiträge: Während des Ersten Weltkriegs zeichnete das Archiv Kriegsgefangene verschiedener Herkunft auf und schuf so eine unersetzliche Ressource für linguistische und kulturelle Studien (OEAW Phonogrammarchiv).

Expansion, Internationales Modell und Technologische Meilensteine

Der wissenschaftliche Ansatz des Phonogrammarchivs diente als globales Vorbild und inspirierte die Gründung von Tonarchiven in Zürich, Berlin und darüber hinaus (Habsburger.net). Wichtige technologische Meilensteine umfassen:

  • 1951: Einführung von Magnetband.
  • 1958: Einsatz von tragbaren Bandgeräten für die Feldforschung.
  • 1985: Einführung der Digitalaufzeichnung.
  • 2002: Erweiterung des Archivs um Video, unter Anwendung derselben strengen Standards (Geschichte des Phonogrammarchivs).

Internationaler Einfluss und UNESCO-Anerkennung

UNESCO Weltdokumentenerbe

1999 wurden die historischen Sammlungen (1899–1950) des Phonogrammarchivs in das Weltdokumentenerbe-Register der UNESCO aufgenommen, was ihren universellen Wert anerkennt. Seitdem hat das Archiv zahlreiche Editionen seiner Sammlungen veröffentlicht und macht seltene Aufnahmen Forschern und der Öffentlichkeit zugänglich (UNESCO Österreich). Das Phonogrammarchiv hat den UNESCO-Jikji-Preis für Exzellenz in der Dokumentenerhaltung gewonnen (Geschichte des Phonogrammarchivs).

Globale Partnerschaften und Forschung

Das Archiv unterstützt internationale Zusammenarbeit, Ausbildung und methodische Innovationen in der Tonbestandserhaltung und dient weiterhin als Vorbild für audiovisuelle Archive weltweit (Habsburger.net).


Archivierungspraktiken und Wissenschaftlicher Einfluss

Der Ansatz des Phonogrammarchivs zur Annotation und Katalogisierung hat internationale Standards gesetzt und ermöglicht detaillierte, multidisziplinäre Analysen seiner Bestände. Seine Digitalisierungsinitiativen, wie das Projekt „Displaced Voices“, haben den Online-Zugang zu seinen Sammlungen drastisch erweitert (OEAW Phonogrammarchiv).


Praktische Besucherinformationen

Standort und Anreise

  • Adresse: Wohllebengasse 12-14, 1040 Wien, Österreich
  • Öffentliche Verkehrsmittel: U-Bahn (Station Karlsplatz: Linien U1, U2, U4), Straßenbahnen 1 und 62 (Haltestelle Paulanergasse). Die öffentlichen Verkehrsmittel Wiens sind effizient und umweltfreundlich (Wiener Verkehrsinfo).

Öffnungszeiten und Eintrittspreise

  • Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 9:00 – 16:00 Uhr (Einige Quellen nennen 17:00 Uhr; bitte vor dem Besuch überprüfen.)
  • Eintritt: Der Eintritt ist für Einzelpersonen in der Regel kostenlos; Gruppenbesuche oder Sonderprogramme können eine geringe Gebühr erheben.
  • Voranmeldung: Alle Besuche – einschließlich Führungen – müssen im Voraus gebucht werden. Spontane Besuche sind nicht möglich.
  • Kontakt: [email protected] | +43 1 51581-2510 | Offizielle Website

Barrierefreiheit

Das Gebäude ist vollständig rollstuhlgerecht, mit Aufzügen, Rampen und barrierefreien Toiletten. Besucher mit besonderen Bedürfnissen sollten das Personal im Voraus informieren (Barrierefreiheit in Wien).

Führungen und Veranstaltungen

  • Führungen: Für Gruppen (bis zu 15 Personen) auf Deutsch oder Englisch verfügbar. Führungen behandeln die Geschichte des Archivs, seine Technologie und seine Sammlungen und beinhalten oft Demonstrationen historischer Wiedergabegeräte. Mindestens zwei Wochen im Voraus buchen.
  • Sonderveranstaltungen: Das Archiv veranstaltet gelegentlich Ausstellungen, Vorträge und Hörsessions. Informieren Sie sich auf der Website über Ankündigungen.

Besuchereinrichtungen

  • Rezeption und Informationsschalter
  • Lese- und Hörräume mit beaufsichtigtem Zugang zu digitalisierten Aufnahmen
  • Toiletten (einschließlich barrierefreier Einrichtungen)
  • Kostenfreies WLAN

Sehenswürdigkeiten in der Nähe

  • Schloss Belvedere
  • Wiener Staatsoper
  • Österreichische Nationalbibliothek
  • Stephansdom
  • MuseumsQuartier Wien

Kombinieren Sie Ihren Besuch im Phonogrammarchiv mit nahegelegenen kulturellen Sehenswürdigkeiten für ein vollständiges Wiener Erlebnis.


Höhepunkte und Besonderheiten

  • Wachszylinder-Sammlung: Hören Sie einige der frühesten Tonaufnahmen, darunter Stimmen historischer Persönlichkeiten.
  • Gefährdete und Minderheitensprachen: Erleben Sie Aufnahmen, die nirgendwo sonst erhalten sind.
  • Projekte zu mündlicher Überlieferung und Musik: Erkunden Sie Zeugnisse aus wichtigen historischen Perioden und vielfältige Musiktraditionen.
  • Interaktiver Katalog: Erkunden Sie 85 % der Bestände über den Online-Katalog des Phonogrammarchivs.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F: Was sind die Öffnungszeiten des Österreichischen Phonogrammarchivs? A: Montag bis Freitag, 9:00 bis 16:00 Uhr (Änderungen an Feiertagen oder bei Veranstaltungen bitte erfragen).

F: Gibt es einen Eintrittspreis? A: Der Eintritt ist für Einzelpersonen kostenlos; Gruppenbesuche können eine geringe Gebühr kosten.

F: Sind Führungen verfügbar? A: Ja, nach Voranmeldung.

F: Kann ich Originalaufnahmen anhören? A: Originale werden vom Personal gehandhabt. Besucher können digitalisierte Versionen in den Hörsälen anhören.

F: Ist das Archiv rollstuhlgerecht? A: Ja, vollständig zugänglich.

F: Darf ich fotografieren? A: Fotografieren ist nur mit Genehmigung des Personals und in der Regel während Führungen gestattet.

F: Sind die Sammlungen online verfügbar? A: Viele Aufnahmen und Katalogeinträge sind über den Online-Katalog verfügbar.


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