DDer Gouverneur der österreichischen Nationalbank verlangte eine „streng wirtschaftliche Bauweise unter Vermeidung wertlosen Luxus“. Sein Architekt, siebenundzwanzig Jahre alt und brennend vor Ehrgeiz, gab 1,897,600 Gulden aus — heute ungefähr €25 million — und lieferte Marmorarkaden, einen Nixenbrunnen und den Raum, in dem Leon Trotzki später bei Kaffee eine Revolution planen würde. Das Palais Ferstel steht an der Freyung in Wien, Österreich — ein Gebäude, das schlicht bestellt wurde und stattdessen zu einem Plädoyer für Ungehorsam wurde.
Der Name führt in die Irre. Dies war nie die Residenz eines Adeligen. Als das Gebäude 1860 eröffnete, war es das Bank- und Börsengebäude: Hauptsitz der Österreichischen Nationalbank, Sitz der Wiener Börse, ein Geschäftsbazar und später auch das Café Central. Die Bezeichnung „Palais“ kam erst nach der Restaurierung von 1982 dazu, ein Marketing-Upgrade, das die ursprünglichen Nutzer wohl verblüfft hätte.
Durch die Tür zieht Sie die überdachte Passage, die Herrengasse und Freyung verbindet, nur einen Block von der Hofburg entfernt. Ihre Arkaden steigen unter Gewölbedecken auf, die an die Galleria in Mailand erinnern — kleiner im Maßstab, aber nicht weniger theatralisch. Im Zentrum steht der Donaunixenbrunnen, ein 1861 gegossener Brunnen mit Danube-Wassernymphen, der das Licht noch immer so einfängt wie damals, als Börsenmakler auf dem Weg zum Handel daran vorbeieilten.
Das Café Central, das hier am 16 April 1876 eröffnete, wurde zu einer der prägenden Institutionen Wiens — ein Raum, in dem Sigmund Freud, Stefan Zweig, Arthur Schnitzler und ein schachbesessener Exilant namens Lew Bronstein dieselbe Luft teilten. Das Gebäude wurde bombardiert, ausgeweidet, in einen Basketballplatz verwandelt und zweimal restauriert. Es kommt immer wieder zurück. Diese Hartnäckigkeit ist die eigentliche Geschichte.
01 Sehenswertes
Die Ferstel Passage und der Nixenbrunnen
Der Arkadenhof
Gehen Sie die ganze Folge: von der Freyung zur Herrengasse
02 Entdecke Palais Ferstel in Bildern
Innenarchitektur des Palais Ferstel in Wien, Österreich
Palais Ferstel und Cafe Central in Wien, Österreich
Innenarchitektur des Palais Ferstel in Wien, Österreich
Historische Architektur des Palais Ferstel in Wien, Österreich
Innenarchitektur des Palais Ferstel in Wien, Österreich
Palais Ferstel Wien: Historische Architekturgravur aus dem 19. Jahrhundert
Innenarchitektur des Palais Ferstel in Wien, Österreich
Architektur und Straßenansicht des Palais Ferstel in Wien, Österreich
Reich verzierte Innenarchitektur des Palais Ferstel in Wien, Österreich
Architektur des Palais Ferstel in Wien, Österreich
Innenarchitektur des Palais Ferstel in Wien, Österreich
Innenraum des Palais Ferstel, historische Einkaufspassage in Wien, Österreich
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03 Besucherlogistik
Anreise
Öffnungszeiten
Benötigte Zeit
Kosten
05 Tipps für Besucher
Café Central geschlossen
Besuch in der Dämmerung
Fotografieren ohne Einschränkungen
Essen abseits des Platzes
Auf die U3 achten
Mit der Herrengasse verbinden
Wo essen
Das sollten Sie unbedingt probieren
Restaurant-Tipps
- check Reservieren Sie im Voraus im Café Central (direkt im Palais Ferstel) — selbst im Winter gibt es das ganze Jahr über Warteschlangen. Die Reservierung lohnt sich für das UNESCO-anerkannte Kaffeehauserlebnis und das historische Interieur.
- check Die Ferstel Passage (die innere Arkade, die Herrengasse und Freyung verbindet) ist Ihre stimmungsvolle Abkürzung zwischen den Restaurants und bietet kleine Cafés für einen schnellen Imbiss.
- check Auf dem Freyung-Platz finden saisonale Märkte statt — prüfen Sie die Termine und Zeiten vor Ort bei Ihrer Ankunft.
- check In Wiener Cafés können Sie stundenlang bei nur einer Tasse Kaffee sitzen, ohne dass jemand Sie drängt, mehr zu bestellen. Das gehört zur Kultur.
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04 Historischer Kontext
Der Raum, der sich nicht schließen lässt
Jede Funktion, für die das Palais Ferstel gebaut wurde, ist verschwunden. Die Nationalbank zog 1925 aus. Die Börse ging 1877. Die Läden im Basar wechselten Dutzende Male. Und doch hat der eigentliche Zweck des Gebäudes überlebt: einen öffentlichen Raum zu bieten, in dem Wiener Leben stattfindet. Die Architektur ist die Hülle. Das Zusammensein ist der Organismus darin.
Bevor hier Heinrich von Ferstels Bau aufragte, stand auf dem Grundstück seit 1651 ein Palais der Familie Abensperg-Traun. Quellen belegen, dass es 1652 Wiens erste private Wasserversorgung erhielt — ein häuslicher Luxus in einer Stadt, in der man noch Eimer schleppte. Dieses Palais brannte während der osmanischen Belagerung von 1683 nieder, wurde um 1700 wieder aufgebaut und stand, bis die Nationalbank das Grundstück 1855 kaufte. Seit fast vier Jahrhunderten ist dieser Ort ein Platz von Gewicht. Die Gebäude ändern sich. Die Anziehungskraft nicht.
Der Siebenundzwanzigjährige, der ein Denkmal des Übermaßes schuf
Heinrich von Ferstel war siebenundzwanzig, als er 1855 den Architekturwettbewerb für Österreichs neues Bank- und Börsengebäude gewann. Er war begabt, in diesem Maßstab ungetestet und arbeitete für Josef Ritter von Pipitz, den Bankgouverneur, der ausdrücklich Sparsamkeit verlangt hatte. Was Pipitz stattdessen bekam, war eine toskanische Renaissancefantasie mitten im habsburgischen Wien: Marmorsäulen, Arkaden aus Eisen und Glas, vergoldete Decken und ein Zierbrunnen — für eine Summe, mit der sich ein kleines Palais hätte bauen lassen. Das Budget sollte einen Tresorraum finanzieren. Ferstel baute eine Bühne.
Das Wagnis prägte seine Karriere. Das Gebäude wurde 1860 eröffnet, und seine schiere visuelle Selbstgewissheit half dabei, Ferstel als einen jener Architekten zu etablieren, die das Wien der Ringstraßenzeit formen sollten. Später entwarf er die Votivkirche und das Hauptgebäude der Universität Wien. Doch das Palais Ferstel blieb der Machbarkeitsbeweis — das Projekt, bei dem ein junger Architekt entschied, dass auch ein Finanzinstitut schön sein durfte, und es wagte, einem Bankier zu widersprechen.
Die endgültige Rechtfertigung kam ein Jahrhundert nach Ferstels Tod im Jahr 1883. Als das Gebäude 1982 restauriert und wiedereröffnet wurde, erhielt es nicht den Namen der Bank oder der Börse, sondern seinen: Palais Ferstel. Wien benannte ein Gebäude nach dem Architekten, der sich weigerte, es langweilig werden zu lassen.
Was verschwand
Was blieb
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06 Häufig gefragt
Lohnt sich ein Besuch im Palais Ferstel? add
Ja — allein die Ferstel Passage rechtfertigt einen Umweg, und sie ist kostenlos. Eine gewölbte Arkade im Stil der Neorenaissance durchschneidet den Block von der Herrengasse bis zum Platz Freyung, während der Nixenbrunnen unter der steinernen Decke widerhallt. Die Passage, der Arkadenhof und die Außenfassaden bieten Ihnen in weniger als fünfzehn Minuten drei klar unterschiedliche Architekturerlebnisse.
Kann man das Palais Ferstel kostenlos besuchen? add
Die Ferstel Passage und der Arkadenhof sind kostenlos öffentlich zugänglich. Sie können die überdachte Arkade jederzeit von der Herrengasse zur Freyung durchqueren — sie dient als öffentlicher Fußweg, gesäumt von gehobenen Geschäften. Die Veranstaltungssäle in den oberen Stockwerken sind nur bei privaten Veranstaltungen oder während der jährlichen Kunstmesse WIKAM zugänglich.
Ist das Café Central im Palais Ferstel im Jahr 2026 geöffnet? add
Das Café Central schloss am 16. März 2026 für eine umfassende Renovierung; die Wiedereröffnung ist für den Herbst 2026 geplant. Prüfen Sie vor Ihrem Besuch auf cafecentral.wien den aktuellen Stand. Die Ferstel Passage und der Innenhof bleiben auch während der Schließung des Cafés zugänglich.
Wie komme ich vom Stadtzentrum von Wien zum Palais Ferstel? add
Nehmen Sie die U3 bis zur Station Herrengasse — das Gebäude ist von dort in zwei Minuten zu Fuß erreichbar. Wenn Sie vom Stephansdom kommen, gehen Sie etwa zehn Minuten nordwestlich über den Graben und den Kohlmarkt. Die Hofburg liegt ungefähr acht Gehminuten südlich entlang der Herrengasse.
Wie viel Zeit braucht man für das Palais Ferstel? add
Für einen Gang durch die Passage und einen Blick in den Innenhof brauchen Sie 15 bis 30 Minuten. Wenn das Café Central geöffnet ist, rechnen Sie für Kaffee und Kuchen mit mindestens 45 Minuten zusätzlich — an Wochenenden länger, wenn sich Schlangen bilden. Zusammen mit dem Palais, der nahen Freyung und den Fassaden der Herrengasse ergibt das einen lohnenden Spaziergang von etwa einer Stunde.
Was sollte ich im Palais Ferstel auf keinen Fall verpassen? add
Den Nixenbrunnen in der Passage — die meisten laufen daran vorbei, ohne stehen zu bleiben, dabei lohnt schon der Klang des Wassers, das unter der gewölbten Steindecke widerhallt, eine Pause. Den Eingang zum Arkadenhof finden Sie etwa 30 Meter nördlich der Tür des Café Central in der Herrengasse: Das Glas-Stahl-Dach, das Ferstel Ende der 1850er Jahre entwarf, war avantgardistische Ingenieurskunst und ging der üblichen Stahlbauweise in Wien um Jahre voraus.
Wann ist die beste Zeit für einen Besuch im Palais Ferstel? add
In der Dämmerung. Die Passage leert sich, wenn die Geschäfte schließen, die gewölbte Arkade fängt das letzte gefilterte Licht ein, und am Brunnen stellt sich eine Ruhe ein, die Sie mittags nicht hören werden. Zum Fotografieren eignet sich die blaue Stunde an der Ecke Herrengasse-Strauchgasse, wenn gelegentlich Fiaker vor der beleuchteten Renaissancefassade vorbeiziehen.
Wofür wird das Palais Ferstel heute genutzt? add
Im Erdgeschoss befinden sich die Einkaufspassage Ferstel Passage und das Café Central, während die oberen Stockwerke als private Veranstaltungsräume für Galas, Hochzeiten und Konferenzen genutzt werden — mit Platz für bis zu 700 Gäste. Das Gebäude war tatsächlich nie ein Wohnpalais; es eröffnete 1860 als Sitz der Österreichischen Nationalbank und der Wiener Börse, und der Name „Palais Ferstel“ setzte sich erst nach einer Renovierung im Jahr 1982 durch.
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Palais Events — Palais Ferstel
Offizielle Veranstaltungsseite mit detaillierter Baugeschichte, Zeitleiste der Nutzungen, Restaurierungsgeschichte und Informationen zu Veranstaltungen
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VisitingVienna — Palais Ferstel
Umfassender Besucherführer mit architektonischen Details, der Geschichte des Café Central und zeitgenössischen Pressezitaten aus dem Jahr 1860
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Habsburger.net — Palais Ferstel im italienischen Stil
Analyse des Baustils und Einordnung in die Entwicklung Wiens zur Ringstraßenzeit
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Wien Geschichte Wiki — Ferstelpalais
Historisches Wiki der Stadt Wien mit dem Eröffnungsdatum des Café Central (16. April 1876) und dem Hinweis, dass der Name des Palais irreführend ist
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Austria Forum — Café Central
Detaillierte Geschichte des Kaffeehauses mit dem Gründungsbetreiber Wenzel Prückel, berühmten Stammgästen und der Trotski-Anekdote
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Oesterreichische Nationalbank — Geschichte
Geschichte der Nationalbank, die die ursprüngliche Funktion des Gebäudes und den Umzug der Bank 1925 an den Otto-Wagner-Platz bestätigt
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Wiener Börse — Geschichte
Geschichte der Wiener Börse, die die Nutzung des Palais Ferstel von 1860 bis 1877 bestätigt
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Klimt-Datenbank — Café Central
Kultureller Kontext des Café Central im Wien um 1900, einschließlich der Übernahme durch die Brüder Pach im Jahr 1900 und des Auszugs der Bank 1925
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Planet Vienna — Palais Ferstel
Geschichte des Grundstücks vor 1683, einschließlich des Palais Abensperg-Traun und seiner Zerstörung während der osmanischen Belagerung
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Burgenkunde.at — Palais Ferstel
Eintrag in einer Burg- und Schlösserdatenbank mit Details zum Erwerb durch Abensperg-Traun im Jahr 1651 und zur ersten privaten Wasserversorgung
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AustriaSites — Palais Ferstel
Architektonische Details, darunter Hanns Gassers zwölf Fassadenskulpturen und der Donaunixenbrunnen
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Austria Forum — Donaunixenbrunnen
Details zum Najadenbrunnen von 1861 mit seinen Figuren eines Kaufmanns, Schiffbauers und Fischers
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Café Central — Offizielle Website
Bestätigte vorübergehende Schließung im März 2026 wegen Renovierung mit geplanter Wiedereröffnung im Herbst 2026
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ORF Wien — Renovierung des Palais Ferstel
Berichterstattung über die Renovierung 2026 und den Erwerb durch die Karl-Wlaschek-Stiftung im Jahr 2001
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TripAdvisor — Palais Ferstel
Besucherbewertungen mit Hinweisen zu den Öffnungszeiten der Passage, zur Stimmung bei Einbruch der Dunkelheit und zu Beschwerden über die Silvesterveranstaltung
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Meeting.vienna.info
Offizielle Tourismusseite der Stadt Wien mit detaillierten Verbindungen des öffentlichen Verkehrs zum Palais Ferstel
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Photohound — Café Central
Fototipps für das Café Central und den Zugang zum Arkadenhof von der Herrengasse aus
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Bundesdenkmalamt — Wiener Denkmalliste
Offizielle österreichische Denkmalschutzliste, die das Palais Ferstel als geschütztes Denkmal bestätigt
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Meinbezirk.at — Geschichte der Ferstel Passage
Lokale Berichterstattung über die Kulturgeschichte der Passage, einschließlich ihres Auftretens in Spionagefilmen
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Wikipedia — Heinrich von Ferstel
Biografie des Architekten mit Lebensdaten (1828–1883) und Kontext zu seiner Karriere
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