Michaelerkirche

Einleitung

Die Michaelerkirche (St. Michael's Church), ein herausragendes Zeugnis über 800 Jahre architektonischer Entwicklung, geistlicher Tradition und kultureller Bedeutung, befindet sich im Herzen des historischen Zentrums von Wien am Michaelerplatz. Als eines der ältesten Kirchengebäude der Stadt vereint sie romanische, gotische und barocke Elemente und bietet Besuchern eine einzigartige Reise durch das reiche Erbe Wiens. Die Michaelerkirche war einst die Pfarrkirche des habsburgischen Kaiserhauses und prägt seit jeher den Michaelerplatz mit Blick auf die Hofburg. Die Kirche ist berühmt für ihre Kunstschätze, darunter die Sieber-Orgel – die größte Barockorgel Wiens – und die stimmungsvolle Michaelergruft, die dank des einzigartigen Mikroklimas der Gruft über 4.000 natürlich mumifizierte Leichen birgt.

Dieser Leitfaden liefert alles, was Sie für einen unvergesslichen Besuch benötigen: historischen Kontext, architektonische Höhepunkte, Öffnungszeiten, Ticketinformationen, praktische Tipps und nahegelegene Attraktionen. Ob Sie sich für mittelalterliche Architektur, barocke Kunst oder Wiens geschichtsträchtige Musiktradition – einschließlich der gefeierten Konzertreihe „Orgel um 8“ – interessieren, die Michaelerkirche bietet jedem Reisenden ein bereicherndes Erlebnis. Aktuelle Details und weitere Ressourcen finden Sie auf der offiziellen Website der Michaelerkirche, sowie auf vertrauenswürdigen Reiseplattformen (allaboutvienna.com; vienna.net; infonewslive.com).


Historische Entwicklung: Romanik bis Barock

Romanische Ursprünge

Die Michaelerkirche wurde um 1220–1240 erbaut und ist damit eine der ältesten erhaltenen Kirchen Wiens. Ihr ursprünglicher romanischer Charakter ist in der festungsartigen unteren Westfassade mit ihrem Rundbogenportal und dem dicken Mauerwerk, das die SChwere und Einfachheit der damaligen Zeit widerspiegelt, noch sichtbar (allaboutvienna.com; Wikipedia).

Gotische Erweiterung

Zwischen dem 14. und 15. Jahrhundert durchlief die Kirche bedeutende gotische Erweiterungen, insbesondere den Bau eines hohen, schlanken Turms, der 1510 vollendet wurde. Die Spitzbögen, Kreuzrippengewölbe und die vertikale Betonung des Kirchenschiffs spiegeln die Erhabenheit des gotischen Stils wider (vienna.net).

Barocke Umgestaltung

Die Barockzeit brachte aufwendige Verbesserungen mit sich, darunter den Hochaltar, Seitenkapellen und atemberaubende Deckenfresken. Die bedeutendste Ergänzung war die 1714 erbaute Sieber-Orgel, die bis heute die größte Barockorgel Wiens ist. Das Hauptportal wurde mit einem barocken Portikus mit dynamischer Skulptur und korinthischen Säulen versehen (Vienna Unwrapped).


Architektonische und künstlerische Merkmale

Äußeres Erscheinungsbild

  • Romanisches Fundament: Die Rundbögen und das dicke Mauerwerk der Westfassade zeigen die romanischen Wurzeln der Kirche.
  • Gotischer Turm: Der 52 Meter hohe achteckige Turm, der in der Gotik hinzugefügt wurde, ist mit einem Kupferdach gekrönt und dominiert die Wiener Skyline.
  • Barocke Skulpturengruppe: Über dem Eingang fängt Lorenzo Mattiellis Skulptur von 1725, die den Erzengel Michael zeigt, wie er Luzifer besiegt, die Dramatik des Barock ein.

Inneres Erscheinungsbild

  • Schiff und Gewölbe: Das Innere verbindet gotische Spitzbögen und Kreuzrippengewölbe mit romanischen Säulen, von denen einige ihre ursprünglichen Blattkapitäle behalten haben (Sacred Destinations).
  • Hochaltar: Der von Jean-Baptiste d’Avrange 1782 entworfene Altar zeigt Michael Rottmayrs monumentales Gemälde „Der Fall der Engel“, umgeben von vergoldeten Engelsfiguren.
  • Seitenkapellen: Zu den bemerkenswerten Kapellen gehören die barocke Kapelle des Heiligen Johannes von Nepomuk und die gotische Kapelle zum Heiligen Kreuz mit ihrem ausdrucksstarken Kruzifix.
  • Fresken & Buntglasfenster: Fresken aus dem 18. Jahrhundert stellen Szenen aus dem Leben des Erzengels Michael dar; Buntglasfenster des 19. Jahrhunderts zeigen biblische Figuren in lebendigen Farben.

Kunstschätze

  • Grabmal von Pietro Metastasio: Der italienische Dichter und Librettist ist in der Gruft beigesetzt.
  • Bronzereliefs: Im Inneren erinnern Bronzetafeln an bedeutende musikalische Ereignisse, einschließlich der Erstaufführung von Mozarts Requiem bei dessen Beerdigung im Jahr 1791 (Wien Info).

Die Michaelergruft

Unter der Kirche befindet sich die Michaelergruft, eine Krypta, die über 4.000 Leichen beherbergt, viele davon auf natürliche Weise durch das einzigartige Mikroklima mumifiziert. Die Särge sind im Barockstil aufwendig verziert, und einige behalten ihre ursprünglichen Bestattungskleider und sogar Blumenkränze. Führungen enthüllen die Bestattungssitten der Wiener Elite vom 16. bis zum 18. Jahrhundert (vienna.net; Vienna Unwrapped).


Musikalisches Erbe und Veranstaltungen

Die Sieber-Orgel

Die 1714 installierte Sieber-Orgel ist ein Höhepunkt der Wiener Sakralmusikszene mit 40 Registern und über 2.500 Pfeifen. Sie ist bekannt für ihren reichen, resonanten Klang und ihre historische Bedeutung, wurde doch einst von einem jungen Joseph Haydn darauf gespielt.

Konzertreihe „Orgel um 8“

Von Juni bis September findet jeden Samstag um 20:00 Uhr die Konzertreihe „Orgel um 8“ statt, bei der die Sieber-Orgel in Darbietungen von Barock bis zeitgenössischem Repertoire zur Geltung kommt. Nach den Konzerten können Besucher die Orgelgalerie mit zweisprachigem Kommentar besichtigen.

Besondere Musikveranstaltungen

Die Michaelerkirche veranstaltet auch Festivals wie die bevorstehende Feier zu Ehren von Marianna Martines im Juni 2025 und Meisterkonzerte in Zusammenarbeit mit der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Ausgewählte Konzerte werden aufgezeichnet und über das digitale Archiv der Kirche zum Streamen bereitgestellt (Michaelerkirche Offiziell).


Praktische Besucherinformationen

Öffnungszeiten

  • Kirche: Täglich, 7:00 - 22:00 Uhr (Sonntags und feiertags 8:00 - 22:00 Uhr)
  • Pfarrbüro: Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag: 9:00 - 12:00 Uhr

(Michaelerkirche Offiziell)

Eintritt & Tickets

  • Hauptkirche: Eintritt frei; Spenden sind erwünscht.
  • Kryptenführungen: Nur geführt; Tickets erforderlich (ca. 5 €, mit Ermäßigungen für Studenten und Senioren).

Führungen

Führungen vermitteln tiefere Einblicke in die Geschichte, Kunst und Krypta der Kirche. Eine Vorabreservierung wird besonders während der Hauptsaison empfohlen.

Barrierefreiheit

  • Hauptschiff: Rollstuhlgerecht.
  • Krypta: Der Zugang erfolgt über Treppen und ist für Besucher mit eingeschränkter Mobilität nicht geeignet.

Kleiderordnung & Verhalten

  • Bescheidene Kleidung: Keine Shorts oder ärmellosen Oberteile.
  • Ruhe bewahren: Respektieren Sie die Stille, besonders während religiöser Zeremonien.

Fotografie

  • Erlaubt ohne Blitz.
  • Fotografieren Sie nicht während Gottesdiensten, um Gläubige zu respektieren.

Top Fotospots

  • Die romanischen Portale und gotischen Gewölbe.
  • Der barocke Hochaltar und die Deckenfresken.
  • Die Skulpturengruppe über dem Haupteingang.
  • Die archäologische Stätte Michaelerplatz außerhalb der Kirche.
  • Die inneren Bronzetafeln und die Kunstwerke der Krypta.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F: Was sind die Öffnungszeiten der Michaelerkirche? A: Täglich von 7:00 bis 22:00 Uhr (8:00 Uhr sonntags und feiertags).

F: Gibt es Eintrittsgebühren? A: Der Eintritt in die Kirche ist frei; für Kryptenführungen wird ein Ticket benötigt.

F: Sind Führungen verfügbar? A: Ja, sowohl für die Kirche als auch für die Krypta. Prüfen Sie den offiziellen Website für Zeitpläne.

F: Ist die Kirche rollstuhlgerecht? A: Das Hauptschiff ist zugänglich, die Krypta jedoch nicht.

F: Darf ich drinnen fotografieren? A: Ja, ohne Blitz und nicht während Gottesdiensten.


Nahegelegene Attraktionen

  • Hofburg: Direkt gegenüber der Kirche.
  • Römische Reste von Vindobona: Archäologische Ausgrabungen am Michaelerplatz (Explorial).
  • Spanische Hofreitschule & Sisi Museum: Neben dem Michaelerplatz.
  • Graben und Kohlmarkt: Berühmte Fußgängerzonen und historische Straßen.
  • Stephansdom: Nur wenige Gehminuten entfernt.

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