Meidlinger Friedhof

Einleitung: Meidlinger Friedhof – Ein Fenster in Wiens Geschichte

Der Meidlinger Friedhof im 12. Wiener Gemeindebezirk Meidling ist eine ruhige und kulturell bedeutende Friedhofsanlage, die Besuchern eine differenzierte Perspektive auf die städtische Entwicklung, Bestattungstraditionen und künstlerischen Leistungen der Stadt bietet. Gegründet im 19. Jahrhundert während einer Phase rapider Industrialisierung und Expansion spiegelt der Friedhof die Verwandlung Meidlings von einem ländlichen Vorort zu einem blühenden Stadtviertel wider. Im Gegensatz zum prächtigen Zentralfriedhof bietet der Meidlinger Friedhof eine lokale, gemeinschaftsorientierte Atmosphäre, die natürliche Schönheit, architektonische Kunstfertigkeit und Denkmäler verbindet, die das vielfältige soziale Gefüge des Bezirks dokumentieren.

Mit über 130.000 Quadratmetern Fläche und etwa 17.000 Gräbern ist der Meidlinger Friedhof durch die Eibesbrunnergasse in ältere und neuere Abschnitte unterteilt. Seine vielfältigen Gräber und Denkmäler zeigen klassizistische und Jugendstil-Elemente, mit Höhepunkten wie der modernistischen Aufbahrungshalle, historischen Familiengruften und bemerkenswerten Skulpturen. Der Friedhof ist auch die letzte Ruhestätte bedeutender Persönlichkeiten wie Josef Leopold Gierster und Otto Glöckel, deren Gräber das bürgerliche und kulturelle Erbe Meidlings erzählen.

Durch öffentliche Verkehrsmittel, kostenlosen Eintritt und gepflegte Wege ist der Friedhof zugänglich und einladend. Als Begräbnisstätte und lebendiges Archiv beherbergt er Gedenkveranstaltungen und Bildungsprogramme und engagiert sich für Erhaltungs- und Stadtbegrünungsmaßnahmen. Für Geschichtsinteressierte, Kunstliebhaber und Ruhesuchende ist der Meidlinger Friedhof ein wichtiger Anlaufpunkt unter Wiens historischen Stätten (Friedhöfe Wien, Vienna Tourist Guide, geschichtewiki.wien.gv.at).


Geschichte und Entwicklung

Gegründet im 19. Jahrhundert zur Versorgung der wachsenden Bevölkerung Meidlings, sind die Ursprünge des Meidlinger Friedhofs eng mit der Stadterweiterung Wiens und der Eingemeindung umliegender Dörfer verbunden. Sein sich entwickelnder Grundriss und das kontinuierliche Wachstum spiegelten demografische Verschiebungen und sich ändernde gesellschaftliche Einstellungen zur Bestattung und öffentlichen Gesundheit wider (Friedhöfe Wien). Die ursprünglichen Gründe entlang der Haidackergasse wurden wegen ihrer Zugänglichkeit und Ruhe gewählt. In den folgenden Jahrzehnten wurde der Friedhof erweitert und passte sich neuen Bestattungssitten und den Bedürfnissen der Gemeinde an.


Architektonische und künstlerische Höhepunkte

Aufbahrungshalle

Die heutige Aufbahrungshalle, entworfen von Erich Boltenstern im Jahr 1984, bildet einen modernistischen Kontrast zu den historischen Grabsteinen und Mausoleen. Sie dient als würdiger Raum für Zeremonien und spiegelt die fortlaufende architektonische Entwicklung Wiens wider (austria-forum.org).

Mausoleen und Familiengruften

Renommierte Familiengruften wie die Sommaruga-Gruft und die Miller von Aichholz-Gruft zeigen filigrane Steinmetzarbeiten und skulpturale Verzierungen, die den sozialen Status und die künstlerischen Geschmäcker ihrer Bewohner bezeugen (geschichtewiki.wien.gv.at).

Klassizistische und Jugendstil-Elemente

Ältere Abschnitte zeigen klassizistische Motive – Säulen, Giebel, Reliefs – während neuere Bereiche Jugendstil-Elemente mit geschwungenen Linien und floralen Mustern hervorheben, was die sich ändernden künstlerischen Trends in Wien widerspiegelt (geschichtewiki.wien.gv.at).

Urnenhain

Der 1927 angelegte Urnenhain beherbergt Urnenbestattungen in einer ruhigen, dezenten Anlage und markiert sich entwickelnde Erinnerungspraktiken (austria-forum.org).

Skulpturen und Denkmäler

Zwei große Engelsstatuen flankieren die älteste Friedhofsallee und symbolisieren Hoffnung und Transzendenz. Zahlreiche künstlerische Grabsteine, Medaillons und Familienwappen bereichern die Umgebung, während minimalistische Denkmäler Opfer historischer Ereignisse ehren, wie des Februaraufstands 1934 (geschichtewiki.wien.gv.at).


Namhafte Bestattungen und Gedenkstätten

Der Meidlinger Friedhof ist die letzte Ruhestätte prominenter Persönlichkeiten, darunter:

  • Josef Leopold Gierster – Bürgermeister von Gaudenzdorf, ein wichtiger lokaler Verwalter (Vienna Tourist Guide)
  • Otto Glöckel – Bildungsreformer und Politiker
  • Emanuel Hermann – Erfinder der Ansichtskarte
  • Hanna Berger – Bekannte Tänzerin und Choreografin
  • Weitere Künstler, Intellektuelle und Gemeindeführer (Benu)

Spezielle Bereiche umfassen Ehrengräber, Denkmäler für Franziskanerinnen und Opfer des Ringtheaterbrands von 1881.


Die Rolle des Friedhofs in der Wiener Kultur

Der Meidlinger Friedhof ist ein Beispiel für Wiens Netzwerk gemeinschaftsorientierter Friedhöfe und bietet eine persönlichere und nachbarschaftlichere Alternative zu größeren Begräbnisstätten wie dem Zentralfriedhof (Friedhöfe Wien). Er ist integraler Bestandteil lokaler Rituale, beherbergt Gedenkfeiern an Allerheiligen und Allerseelen und dient als friedlicher Grünraum zur Reflexion und Erinnerung (Evendo).

Seine multikulturellen Grabsteine und Inschriften zeugen von Wiens vielfältigem Erbe, während Führungen und Bildungsveranstaltungen dazu beitragen, das Gemeinschaftsgedächtnis zu bewahren und die öffentliche Teilhabe zu fördern (Vienna Tourist Guide).


Erhaltungsbemühungen und moderne Nutzung

Laufende Erhaltungsinitiativen konzentrieren sich auf die Pflege historischer Denkmäler und die Integration von Stadtbegrünung. Der Friedhof ist auch ein geschütztes Habitat für gefährdete Arten wie den Feldhamster, der seit 2018 mit einer Tafel geehrt wird (grabsteineposch.at). Diese Bemühungen, unterstützt von der Friedhöfe Wien GmbH und lokalen Organisationen, stellen sicher, dass der Friedhof eine lebendige Kulturerbestätte bleibt (Friedhöfe Wien).


Besucherinformationen: Öffnungszeiten, Tickets, Barrierefreiheit

  • Öffnungszeiten:

    • April–September: 7:00–19:00 Uhr
    • Oktober–März: 7:00–17:00 Uhr (Die Zeiten können an Feiertagen abweichen; aktuelle Informationen finden Sie unter Friedhöfe Wien.)
  • Eintritt: Frei.

  • Barrierefreiheit:

    • Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: U6 (Niederhofstraße), Straßenbahnlinien 60 und 62, Buslinien 12A, 7A und 15A.
    • Mit dem Auto: Begrenzte Parkmöglichkeiten in umliegenden Wohnstraßen.
    • Hauptwege sind rollstuhlgerecht; einige ältere oder Seitenwege können uneben sein.
  • Einrichtungen:

    • Keine Cafés oder Geschäfte im Inneren; Toiletten können begrenzt sein – nutzen Sie nahegelegene Cafés oder den Meidlinger Bahnhof.
    • Die meisten Beschilderungen sind auf Deutsch; weitere Details finden Sie auf der offiziellen Website.
  • Fotografie: Für persönliche Zwecke erlaubt; bitte vermeiden Sie das Fotografieren von Zeremonien oder Besuchern.


Reisetipps und Sehenswürdigkeiten in der Nähe

  • Kombinieren Sie Ihren Besuch mit nahegelegenen Sehenswürdigkeiten wie Schloss Schönbrunn, dem Technischen Museum Wien und dem belebten Meidlinger Markt (scmp.com).
  • Beste Besuchszeiten: Frühling und früher Herbst für mildes Wetter und üppige Umgebung; frühe Morgenstunden und späte Nachmittage für Ruhe.
  • Sprache: Eine Übersetzungs-App oder Grundkenntnisse in Deutsch sind hilfreich zum Lesen von Beschilderungen und Denkmälern.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F: Was sind die Öffnungszeiten des Meidlinger Friedhofs? A: April–September: 7:00–19:00 Uhr; Oktober–März: 7:00–17:00 Uhr.

F: Gibt es einen Eintrittspreis? A: Nein, der Eintritt ist frei.

F: Wie erreiche ich den Meidlinger Friedhof mit öffentlichen Verkehrsmitteln? A: Nehmen Sie die U6 bis Niederhofstraße, oder die Straßenbahnen 60/62 oder die Busse 12A, 7A, 15A.

F: Sind Führungen verfügbar? A: Gelegentlich über lokale Organisationen; prüfen Sie die Website des Vienna Tourist Guide oder die Aushänge der Gemeinde für aktuelle Informationen.

F: Ist der Friedhof vollständig rollstuhlgerecht? A: Die Hauptalleen sind zugänglich; einige ältere Wege können uneben sein.

F: Darf ich fotografieren? A: Ja, aber respektvoll und nicht während Zeremonien.


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