Männerwohnheim Meldemannstraße

Wien, Österreich

Männerwohnheim Meldemannstraße

Das Meldemannstraße Wohnheim im Wiener Bezirk Brigittenau ist ein Wahrzeichen der sozialen Reform und der kommunalen Wohnungsbauinnovation des frühen 20.

Einleitung

Das Meldemannstraße Wohnheim im Wiener Bezirk Brigittenau ist ein Wahrzeichen der sozialen Reform und der kommunalen Wohnungsbauinnovation des frühen 20. Jahrhunderts. Erbaut zwischen 1905 und 1906, war es eine der ersten groß angelegten Bemühungen, während einer Periode schnellen städtischen Wachstums und Industrialisierung eine würdige Unterkunft für die arbeiterklasse Männer der Stadt bereitzustellen. Obwohl es heute als Seniorenresidenz dient und nicht öffentlich zugänglich ist, machen sein architektonisches Erbe und seine Sozialgeschichte – insbesondere als ehemaliger Wohnort Adolf Hitlers – es zu einem interessanten Punkt für Besucher, die Wiens facettenreiche Vergangenheit erkunden (Wien Geschichte Wiki; Der Standard).

Dieser Leitfaden bietet einen detaillierten Überblick über die Ursprünge des Wohnheims, seine architektonischen Merkmale, seinen sozialen Einfluss und praktische Ratschläge für Besucher – sowie Empfehlungen für verwandte historische Stätten in Wien.


Ursprünge und Bau

Um die Jahrhundertwende erlebte Wien einen Bevölkerungsboom, der die Wohnungsnot der Stadt verschärfte – insbesondere für alleinstehende Männer, die sogenannten "Bettgeher", die oft Betten stundenweise in überfüllten Wohnungen mieteten. Als Reaktion darauf wurde das Meldemannstraße Wohnheim von der Gemeinnützigen Baugesellschaft für Männerwohnheime in Auftrag gegeben und 1905 eröffnet (Wien Geschichte Wiki; Austria-Forum).

Die Architekten Leopold Ramsauer und Otto Richter ließen sich von den Londoner Rowton Houses inspirieren und entwarfen die Einrichtung so, dass sie sowohl Privatsphäre als auch gemeinschaftliche Unterstützung bot. Das Gebäude bot bis zu 544 Männern in einzelnen Kabinen Platz, die jeweils ungefähr 1,4 mal 2,2 Meter maßten und mit einem Bett, Tisch, Kleiderhaken, Spiegel und abschließbarer Tür ausgestattet waren (Wikipedia; Rote Spuren).


Architektonische Merkmale und Einrichtungen

Das Meldemannstraße Wohnheim setzte neue Standards für die Unterbringung der Arbeiterklasse in Wien. Zu den Hauptmerkmalen gehörten:

  • Individuelle Schlafkabinen mit elektrischem Licht (zentral nachts abgeschaltet).
  • Moderne Gemeinschaftseinrichtungen: Speisesaal, Lesesäle, Bibliothek, Waschräume, Duschen, Krankenzimmer und Wäscherei.
  • Soziale Räume: Raucher-/Nichtraucherlounges und Aufenthaltsräume.
  • Selbstversorgerküchen mit Gasherden und Utensilien für die Bewohner.
  • Werkstätten und Lagerräume für Fahrräder und Gepäck im Keller.

Die Wochenmiete betrug 2,50 Kronen, was für damalige Verhältnisse für Arbeiter erschwinglich war (more.io.vn). Die Presse lobte das Wohnheim als "Paradies auf Erden" und "Wunder an Eleganz und Preisgünstigkeit".


Sozialer und historischer Kontext

Das Wohnheim war ein wegweisendes Beispiel für sozialen Wohnungsbau, noch vor Wiens gefeierter "Roter Wien"-Ära. Es stellte eine fortschrittliche Reaktion auf akute städtische Armut und öffentliche Gesundheitsbedenken dar und zielte darauf ab, den marginalisierten Männern nicht nur Schutz, sondern auch Würde und soziale Integration zu bieten (Wien Museum).


Adolf Hitlers Wohnsitz (1910–1913)

Das Meldemannstraße Wohnheim ist wohl am bekanntesten dafür, Adolf Hitler während seiner prägenden Jahre in Wien beherbergt zu haben. Zwischen 1910 und 1913 lebte Hitler hier, während er versuchte, seine Karriere als Künstler zu starten. Seine Erfahrungen mit Armut, sozialer Ausgrenzung und die Auseinandersetzung mit den politischen Strömungen Wiens in dieser Zeit gelten weithin als prägend für sein späteres Leben (BBC History; United States Holocaust Memorial Museum). Diese Verbindung hat den Ort zu einem Zentrum historischer Forschung, Literatur und bildungsbezogener Spaziergänge gemacht.


Spätere Geschichte und aktueller Status

Nach dem Ersten Weltkrieg diente das Gebäude weiterhin den Armen und Obdachlosen Wiens und war kurzzeitig ein militärisches und ziviles Krankenhaus. 1922 wurde es von der Stadt erworben und später zu einem Pflegeheim umfunktioniert. Nach dem Zweiten Weltkrieg beherbergte es Displaced Persons und diente weiterhin als Obdach für bedürftige Männer (Rote Spuren).

Das Wohnheim schloss im Jahr 2003. Seit 2009 wird es als „Seniorenschlössl Brigittenau“ als Seniorenresidenz genutzt, wobei seine historische Fassade erhalten bleibt (Der Standard; Stadt Wien).


Besuch des Meldemannstraße Wohnheims: Informationen und Praktisches

Besichtigungszeiten und Tickets

  • Zugang zum Inneren: Das Meldemannstraße Wohnheim ist nicht zur Besichtigung von Innenräumen oder für Führungen zugänglich.
  • Tickets: Es werden keine Tickets benötigt; es fallen keine Eintrittsgebühren an.
  • Außenbesichtigung: Die Fassade und das Äußere sind jederzeit von der Straße aus sichtbar. Bitte nehmen Sie Rücksicht auf die Bewohner.

Barrierefreiheit und Anreise

  • Adresse: Meldemannstraße 27, 1200 Wien, Österreich (Haupteingang in der Winarskystraße).
  • Öffentliche Verkehrsmittel: U-Bahn Linie U6 (Station Dresdner Straße), Straßenbahnlinien 2 und 31.
  • Mit dem Auto: Begrenzte Parkmöglichkeiten auf der Straße; öffentliche Verkehrsmittel werden empfohlen.
  • Nachbarschaft: Brigittenau ist ein Arbeiterbezirk mit ebenen, rollstuhlgerechten Gehwegen.

Führungen und Alternativen

  • Keine offiziellen Führungen für das Wohnheim selbst verfügbar.
  • Wiener Stadtspaziergänge zu sozialen und politischen Themen können das Äußere des Geländes und seinen Kontext einschließen (Vienna Tourist Information; City-Walks).
  • In der Nähe:
    • Karl-Marx-Hof: Ein ikonisches Gemeindebauprojekt des "Roten Wien".
    • Augartenpark: Historischer Park und Gärten.
    • Wiener Prater: Vergnügungspark und Grünfläche.
    • Kunst Haus Wien: Museum Hundertwasser.
    • Stephansdom: Wiens ikonische gotische Kathedrale.

Einrichtungen und Annehmlichkeiten

  • Keine öffentlichen Toiletten vor Ort.
  • Geschäfte und Cafés in der Nähe; die meisten Geschäfte schließen sonntags.
  • Öffentliches WLAN in einigen Verkehrsknotenpunkten verfügbar (Wien Info).
  • Unterkünfte: Zahlreiche Optionen in Brigittenau und ganz Wien (Booking.com).

Besuchertipps

  • Am besten tagsüber besuchen für Sicherheit und beste Sichtbarkeit.
  • Fotografie: Von der Straße aus gestattet; verwenden Sie Alt-Texte wie „Meldemannstraße Wohnheim Wien Außenansicht“ für Barrierefreiheit und SEO.
  • Etikette: Seien Sie respektvoll – dies ist eine aktive Seniorenresidenz. Stören Sie keine Bewohner oder fotografieren Sie private Bereiche.

Kulturelle Bedeutung und sozialer Einfluss

Das Meldemannstraße Wohnheim symbolisiert Wiens frühes Engagement für Wohlfahrt und Stadterneuerung. Sein innovatives Modell beeinflusste die "Rote Wien"-Wohnungsbewegung und inspirierte ähnliche Initiativen in Europa. Die vielschichtige Geschichte des Gebäudes, einschließlich seines berüchtigten Bewohners, lädt zur Reflexion über die Schnittpunkte von Armut, Stadtplanung und politischer Geschichte ein (Austria-Forum).


Verantwortungsbewusster Besuch & Etikette

Angesichts der sensiblen Geschichte des Wohnheims und seiner jetzigen Funktion als Seniorenheim sollten Besucher mit Respekt vorgehen. Konzentrieren Sie sich auf seine breitere Bedeutung als soziale Wohlfahrtseinrichtung und vermeiden Sie eine Sensationslust hinsichtlich der Verbindung zu Hitler. Wahren Sie die Privatsphäre der aktuellen Bewohner und der umliegenden Gemeinschaft.


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F: Kann ich das Meldemannstraße Wohnheim betreten? A: Nein, der Zugang zum Inneren ist eingeschränkt, da es sich nun um eine private Seniorenresidenz handelt.

F: Gibt es Führungen? A: Es gibt keine offiziellen Führungen durch das Wohnheim, aber einige Wiener Geschichtswege beinhalten das Äußere.

F: Was sind die Besichtigungszeiten? A: Es gibt keine festgelegten Zeiten; das Äußere kann jederzeit besichtigt werden.

F: Gibt es Tickets oder Eintrittsgebühren? A: Nein, die Besichtigung des Äußeren ist kostenlos.

F: Ist das Gebiet für Besucher mit Behinderungen zugänglich? A: Ja, Gehwege und die nahegelegenen öffentlichen Verkehrsmittel sind zugänglich.


Ressourcen und weiterführende Lektüre

Für mehr Informationen über das Meldemannstraße Wohnheim und die Wiener Sozialgeschichte:


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