Islamisches Zentrum Wien

Einleitung: Geschichte und kulturelle Bedeutung

Das Islamische Zentrum Wien (Islamisches Zentrum Wien) im Wiener Stadtteil Floridsdorf ist die größte Moschee Österreichs und ein Eckpfeiler sowohl des religiösen als auch des kulturellen Lebens in Wien. Es dient nicht nur als Gebetsstätte, sondern spiegelt auch über ein Jahrtausend islamischer Präsenz in Österreich wider und symbolisiert den multikulturellen Erbe der Stadt sowie den fortlaufenden Dialog zwischen den Religionen. Die Wurzeln des Islams in Österreich reichen bis ins 9. Jahrhundert zurück, mit bedeutenden Entwicklungen nach der österreichisch-ungarischen Annexion von Bosnien und Herzegowina im Jahr 1878. Die Gründung der Moschee im späten 20. Jahrhundert markierte eine neue Ära für die muslimische Gemeinschaft Wiens und förderte Integration, Bildung und interreligiöses Verständnis.

Das Islamische Zentrum Wien wurde in den 1960er Jahren konzipiert, um den Bedürfnissen der wachsenden muslimischen Bevölkerung gerecht zu werden. Trotz anfänglicher finanzieller und politischer Hindernisse wurde das Projekt mit entscheidender Unterstützung von König Faisal von Saudi-Arabien vorangetrieben. Der Bau begann 1977 und wurde 1979 abgeschlossen, die Einweihung fand in Anwesenheit des österreichischen Bundespräsidenten Rudolf Kirchschläger statt. Architektonisch kombiniert die Moschee traditionelle islamische Motive – allen voran ihr 32 Meter hohes Minarett und die 16 Meter hohe Kuppel – mit Wiener städtischer Ästhetik und verkörpert kulturelle Harmonie und Austausch.

Heute begrüßt das Zentrum Besucher aus der ganzen Welt, bietet kostenlosen Eintritt, Führungen und die Möglichkeit, mit der lebendigen multikulturellen Gemeinschaft Wiens in Kontakt zu treten. Seine zugänglichen Einrichtungen, Gemeindeprogramme und herausragenden Outreach-Initiativen machen es zu einem lebendigen Symbol der Integration in Österreich.


Historische Entwicklung

Frühe islamische Präsenz in Österreich

Die islamischen Wurzeln in Österreich reichen bis ins 9. Jahrhundert zurück, mit deutlichem osmanischem Einfluss im 16. und 17. Jahrhundert. Die bedeutendste demografische Veränderung fand 1878 statt, als die Besetzung Bosnien und Herzegowinas durch Österreich-Ungarn eine beträchtliche muslimische Bevölkerung in das Reich brachte. Die erste Moschee in Wien wurde für bosnische Muslime in der österreichischen Armee errichtet und bildete die Grundlage für das heutige islamische Leben in der Stadt.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts, insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg und während des wirtschaftlichen Aufschwungs in den 1970er Jahren, wuchs die muslimische Bevölkerung Wiens mit neuen Einwanderungswellen.

Konzeption und Bau

Als Reaktion auf die Bedürfnisse einer zunehmend vielfältigen Bevölkerung erwarb die Islamische Glaubensgemeinschaft in Wien 1969 ein Grundstück in Floridsdorf mit dem Ziel, eine Zentralmoschee zu errichten. Finanzielle Schwierigkeiten verzögerten den Fortschritt bis Mitte der 1970er Jahre, als König Faisal von Saudi-Arabien Unterstützung zusagte. Der Bau begann 1977 unter der Leitung des Architekten Richard Siegfried Lugner und gipfelte in der Einweihung der Moschee im Jahr 1979.


Architektur und Symbolik

Das Islamische Zentrum Wien ist eine beeindruckende Mischung aus islamischer Tradition und Wiener Sensibilität. Seine Merkmale umfassen:

  • Minarett: Ein 32 Meter hoher Turm, der von weitem sichtbar ist und als spiritueller und architektonischer Orientierungspunkt dient.
  • Kuppel: Die Kuppel erhebt sich 16 Meter hoch und hat einen Durchmesser von 20 Metern. Sie ist mit geometrischen Mustern und einer Mondsichel verziert, die die Einheit des Islams symbolisiert.
  • Gebetshalle: Geräumig und säulenfrei, nach Mekka ausgerichtet, mit einer Mihrab-Nische und verziert mit Kalligraphie, Arabesken und Buntglasfenstern.
  • Hilfseinrichtungen: Das Zentrum beherbergt eine Bibliothek, ein Auditorium, Klassenzimmer für Arabisch- und Koranunterricht, Gemeinschaftsräume und Verwaltungsbüros.
  • Materialien: Stahlbeton, weiße Putzfassaden, Marmor, edles Holz und importierte Kronleuchter schaffen eine einladende und authentische Atmosphäre.

Öffnungszeiten, Tickets und Eintritt

  • Öffnungszeiten: In der Regel geöffnet Montag bis Donnerstag, 9:00 – 17:00 Uhr für Besucher. Gebetszeiten können die Verfügbarkeit beeinträchtigen; prüfen Sie die offizielle Website auf Aktualisierungen, insbesondere während Ramadan und islamischer Feiertage.
  • Tickets: Der Eintritt ist kostenlos; Spenden zur Unterstützung der Aktivitäten des Zentrums sind willkommen.
  • Führungen: Nach Vereinbarung verfügbar – typischerweise Montag bis Mittwoch, 10:00 – 14:00 Uhr, und freitags nach Absprache. Einige Gruppenführungen können eine geringe Gebühr erheben.
  • Barrierefreiheit: Das Zentrum ist rollstuhlgerecht und verfügt über Rampen, einen Plattform-Treppenlift und barrierefreie Toiletten.

Anreise

Adresse: Am Bruckhaufen 3, 1210 Wien, Bezirk Floridsdorf.

  • Mit der U-Bahn: U6 bis Station Neue Donau oder Floridsdorf, dann kurzer Fußweg.
  • Mit Bus/Straßenbahn: Mehrere Linien bedienen das Gebiet; prüfen Sie die Website der Wiener Linien für barrierefreie Routen.
  • Mit dem Auto: Begrenzte Parkmöglichkeiten vorhanden; öffentliche Verkehrsmittel werden aufgrund von Stadtverkehr und Parkraumbeschränkungen empfohlen.

Führungen und Gemeinschaftsaktivitäten

  • Führungen: Sie führen Besucher in islamische Glaubenslehren, architektonische Merkmale und die muslimische Gemeinschaft Wiens ein. Vorausbuchung ist dringend empfohlen, insbesondere für Gruppen und während der Hauptsaison.
  • Tage der offenen Tür und Veranstaltungen: Jährliche Tage der offenen Tür und die „Lange Nacht der Moscheen“ laden die Öffentlichkeit ein, die Gastfreundschaft, Vorträge und gemeinsamen Mahlzeiten des Zentrums während des Ramadan zu erleben.
  • Bildungsprogramme: Kurse in Arabisch, Koran und islamischen Studien für alle Altersgruppen, Workshops für neue Muslime und interreligiöse Seminare.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe

  • Donauinsel: Eine malerische Insel in der Donau, die sich ideal für Outdoor-Aktivitäten eignet.
  • Floridsdorfer Museum: Zeigt lokale Geschichte und Kultur.
  • Donauturm: Bietet einen Panoramablick über die Stadt.
  • Lokale Märkte und Cafés: Erleben Sie Wiener Gastfreundschaft und kosten Sie Halal-Küche.

Barrierefreiheit für Besucher mit Behinderungen

Wien ist bekannt für seine Barrierefreiheit und das Islamische Zentrum Wien ist ausgestattet mit:

  • Ebenerdige Eingänge und breite, gepflasterte Wege
  • Rampen und Plattform-Treppenlifte
  • Barrierefreie Toiletten und geräumige Gebetshalle
  • Personal, das auf die Unterstützung von Besuchern mit Behinderungen spezialisiert ist.

Die öffentlichen Verkehrsmittel zum Zentrum sind vollständig barrierefrei, und für Reisende mit besonderen Bedürfnissen stehen spezielle Dienstleistungen zur Verfügung. Kontaktieren Sie das Zentrum im Voraus, um Unterstützung zu arrangieren.


Kleiderordnung und Verhaltensregeln für Besucher

  • Anstandsvolle Kleidung: Männer sollten lange Hosen tragen und die Schultern bedecken; Frauen sollten lange Röcke oder Hosen und ein Kopftuch tragen.
  • Schuhe ausziehen: Schuhe müssen vor Betreten der Gebetshalle ausgezogen werden.
  • Fotografie: In den meisten Bereichen gestattet, aber fragen Sie immer um Erlaubnis, insbesondere während des Gebets oder bei Veranstaltungen.
  • Ruhe und Respekt: Halten Sie während des Gebets die Stille ein und vermeiden Sie es, Betende zu stören.
  • Interreligiöser Respekt: Das Zentrum setzt sich für Inklusivität ein und verurteilt Extremismus.

Praktische Reisetipps

  • Beste Besuchszeiten: Wochentags außerhalb der Gebetszeiten für ein friedliches Erlebnis; Freitage sind aufgrund der gemeinschaftlichen Gebete belebter.
  • Gesprochene Sprachen: Personal spricht Deutsch, Arabisch, Englisch und Türkisch.
  • Vorausbuchung: Erforderlich für Führungen und Gruppenbesuche.
  • Sicherheit: Wien gehört zu den sichersten Städten Europas; das Zentrum verfügt über robuste Sicherheitsvorkehrungen.

Digitale Ressourcen und virtuelle Touren

  • IZWAPP: Die offizielle App des Islamischen Zentrums Wien (iOS/Android) mit Gebetszeiten, Veranstaltungen und einem Qibla-Kompass.
  • Virtuelle Touren: Erkunden Sie die Architektur und das Innere der Moschee online über 360°-Touren.
  • Soziale Medien: Folgen Sie dem Zentrum auf Facebook, Instagram und YouTube für Updates und Bildungsinhalte.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F: Was sind die Öffnungszeiten des Islamischen Zentrums Wien? A: Generell 9:00 – 17:00 Uhr, Montag bis Donnerstag; prüfen Sie die offizielle Website auf Änderungen.

F: Gibt es Eintrittsgebühren oder sind Tickets erforderlich? A: Der allgemeine Eintritt ist kostenlos. Für Führungen ist eine Vorabreservierung oder eine geringe Gebühr möglich.

F: Sind Nicht-Muslime willkommen? A: Ja, Besucher aller Glaubensrichtungen sind eingeladen, zu besuchen, Gebete zu beobachten und an Bildungsprogrammen teilzunehmen.

F: Ist die Moschee rollstuhlgerecht? A: Ja, mit Rampen, Aufzügen und barrierefreien Toiletten.

F: Darf ich fotografieren? A: In den meisten Bereichen erlaubt, aber fragen Sie im Inneren um Erlaubnis, besonders während der Gebetszeiten.

F: Was soll ich anziehen? A: Anstandsvolle Kleidung; Frauen sollten ein Kopftuch mitbringen.


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