Florianikirche

Einleitung

Die Florianikirche, auch bekannt als „Rauchfangkehrerkirche“, war eine bescheidene, aber kulturell bedeutsame Barockkirche, die ein Zeugnis für das Erbe der Wiener Arbeiterschicht war. Erbaut im Jahr 1725 an der Stelle einer früheren Kapelle, diente die Florianikirche als geistiges Zentrum für Rauchfangkehrer und Feuerwehrleute unter dem Schutz des Heiligen Florian. Obwohl sie 1965 im Zuge der Stadterweiterung abgerissen wurde, lebt ihr Erbe durch Gedenkstätten, Museumssammlungen und fortlaufende Gemeindetraditionen weiter. Dieser Leitfaden bietet einen umfassenden Überblick über die reiche Geschichte der Kirche, ihre architektonischen Merkmale, Besucherinformationen und Tipps für die Erkundung ihres bleibenden Erbes in Wien (geschichtewiki.wien.gv.at, Austria-Forum).


Historischer Überblick

Frühe Ursprünge und Bau

Der Standort der Florianikirche, an der Wiedner Hauptstraße in den Wiener Bezirken 4 und 5, war ursprünglich die Stätte einer kleinen Kapelle, die der Vermählung Mariens geweiht war. Die 1709 erneuerte Kapelle wurde 1725 durch die Florianikirche ersetzt, eine schlichte Barockkirche, die dem Heiligen Florian, dem Schutzpatron der mit Feuer Arbeitenden – insbesondere Rauchfangkehrer und Feuerwehrleute – geweiht war. Diese Widmung begründete die wichtige Rolle der Kirche in den Arbeitervierteln Wiens (geschichtewiki.wien.gv.at, austriasites.com).

Gemeindeleben und Rolle in der Gemeinschaft

Im Jahr 1783 zur Pfarrei erhoben, wurde die Kirche zu einem Mittelpunkt für Gemeindeversammlungen, religiöse Zeremonien und jährliche Floriani-Feiern. Ihre zentrale Lage machte sie nicht nur zu einem Gotteshaus, sondern auch zu einem sozialen Zentrum, insbesondere für die Zünfte der Wiener Rauchfangkehrer und Feuerwehrmänner (austriasites.com, geschichtewiki.wien.gv.at).

Architektonische Merkmale

Die Florianikirche wies die zurückhaltende Eleganz auf, die für Wiener Barock-Pfarrkirchen des frühen 18. Jahrhunderts typisch war. Ihre einfache Fassade, der bescheidene Glockenturm und der einschiffige Grundriss spiegelten die praktischen Bedürfnisse und begrenzten Ressourcen ihrer Gemeindemitglieder wider. Zu den Höhepunkten des Innenraums gehörten ein Hauptaltar, der dem Heiligen Florian geweiht war, Seitenaltäre, die Christus am Kreuz und dem Heiligen Ignatius gewidmet waren, sowie religiöse Artefakte wie eine vergoldete Monstranz, Holzengel und Prozessionslaternen (Austria-Forum, Presse Wien).


Abriss und bleibendes Erbe

Stadtentwicklung und Erhaltungsbemühungen

Mit der Modernisierung der Wiener Stadtlandschaft wurde die Florianikirche zunehmend von wachsenden Straßen und öffentlichen Verkehrsprojekten bedrängt. Trotz starkem Widerstand – einschließlich einer Petition mit 13.000 Unterschriften – wurde die Kirche 1965 für städtebauliche Entwicklungen abgerissen, um Platz für Straßenbahnlinien und die Badnerbahn zu schaffen (austriasites.com). Dieses Ereignis unterstrich die Spannung zwischen Denkmalschutz und Modernisierung in der Wiener Geschichte.

Nachfolgekirchen und Gedenken

Eine moderne Florianikirche, entworfen von Rudolf Schwarz und Johann Petermaier, wurde zwischen 1961 und 1963 in der Nähe erbaut und dient weiterhin als Pfarr- und Jugendkirche. Eine Pietà-Statue und Gedenktafeln markieren heute den ursprünglichen Standort, während Pläne für einen Gedenkgeläuteturm nie verwirklicht wurden (austriasites.com).

Konservierung von Artefakten

Artefakte aus der ursprünglichen Kirche – darunter der mittelalterliche Sandsteinkopf, Orgelteile, Kreuze und Gemälde – sind im Rauchfangkehrer-Museum erhalten und ausgestellt. Dieses Museum, das sich dem Erbe der Wiener Rauchfangkehrer widmet, bietet Sonderausstellungen und Führungen an, die die Erinnerung an die Florianikirche lebendig halten (Presse Wien).


Besucherinformationen

Besuch des Standorts und des Museums

  • Urs ursprünglicher Standort: Wiedner Hauptstraße 17, Wien 1040. Gekennzeichnet durch ein Denkmal und erreichbar mit den Straßenbahnlinien 1, 62, D oder den U-Bahn-Linien U1/U4 bis Karlsplatz.
  • Nachfolgekirchen: Die moderne St. Florian-Kirche in der Nähe, geöffnet Montag–Freitag 9:00–18:00 Uhr, Samstag 10:00–16:00 Uhr, Sonntags geschlossen. Freier Eintritt; Führungen auf Anfrage verfügbar.
  • Rauchfangkehrer-Museum: Geöffnet Dienstag–Sonntag, 10:00–18:00 Uhr. Der Eintritt ist frei, aber für Führungen kann eine Voranmeldung erforderlich sein.

Barrierefreiheit

Sowohl die moderne Kirche als auch das Museum sind rollstuhlgerecht, mit Rampen und barrierefreien Toiletten ausgestattet.

Veranstaltungen und Gemeindeaktivitäten

  • Floriani-Feiern: Jährliche Feierlichkeiten im Mai mit Prozessionen und Gemeindeversammlungen zu Ehren des Heiligen Florian.
  • Führungen: „Adieu, du schlichte Schöne!“ und andere geschichtsorientierte Führungen im Museum verfügbar (Presse Wien).

Das Erbe erkunden: Nahe gelegene Attraktionen

  • Stephansdom: Wiens ikonisches gotisches Münster (Informationen zum Stephansdom))
  • Karlskirche: Ein Meisterwerk des Barock in der Nähe.
  • Schloss Belvedere: Berühmt für Kunst und Gärten (Belvedere Museum & Gärten))
  • Wiener Staatsoper, Hofburg: Leicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.

FAQ: Besuch des Erbes der Florianikirche

F: Kann ich die ursprüngliche Florianikirche besuchen? A: Die ursprüngliche Kirche wurde 1965 abgerissen, aber der Standort ist mit einem Denkmal und Gedenktafeln gekennzeichnet. Artefakte werden im Rauchfangkehrer-Museum ausgestellt.

F: Sind Führungen verfügbar? A: Ja. Das Museum und lokale Reiseveranstalter bieten Führungen zur Geschichte der Florianikirche an.

F: Gibt es Eintrittspreise? A: Der Eintritt in die moderne Kirche und das Museum ist frei. Einige Führungen sind möglicherweise kostenpflichtig.

F: Wie erreiche ich den Ort? A: Nehmen Sie die U-Bahn-Linien U1/U4 bis Karlsplatz oder die Straßenbahnen 1, 62 und D bis Wiedner Hauptstraße.

F: Welche Veranstaltungen erinnern an die Florianikirche? A: Jährliche Floriani-Feiern und Sonderausstellungen im Museum.


Besuchertipps

  • Beste Besuchszeit: Frühling und Herbst für weniger Andrang und angenehmes Wetter (Reisetipps für Wien).
  • Kleiden Sie sich bescheiden, wenn Sie religiöse oder Gedenkstätten besuchen.
  • Fotografie: Erlaubt, aber vermeiden Sie Blitzlicht und respektieren Sie Gottesdienstbesucher während der Gottesdienste.
  • Barrierefreiheit: Sowohl das Museum als auch die neue Kirche sind zugänglich; kontaktieren Sie uns im Voraus für spezielle Bedürfnisse.
  • Kombinieren Sie Ihren Besuch mit anderen Barockstätten oder einem Kaffee in einem der berühmten Wiener Kaffeehäusern (Wiener Kaffeehaus-Empfehlungen).

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