Der Stolperstein für Abel Lazar Bernstein
Der Stolperstein für Abel Lazar Bernstein befindet sich in Trondheim, Norwegen. Der kleine, mit Messing überzogene Stein ist in das Stadtpflaster eingelassen und erinnert an Bernsteins persönliches Schicksal, an die Opfer des Holocaust und an die jüdische Gemeinde Trondheims. Als Teil einer europäischen Gedenkinitiative macht er individuelle Erinnerung im Alltag sichtbar.
Geschichte
Das Stolperstein-Projekt
Der deutsche Künstler Gunter Demnig rief das Stolperstein-Projekt in den frühen 1990er Jahren ins Leben. Der Name „Stolpersteine“ bezieht sich auf kleine, mit Messing überzogene Pflastersteine, die vor den letzten frei gewählten Wohnsitzen von Menschen verlegt werden, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden. Auf jedem Stein stehen der Name des Opfers, sein Geburtsdatum und sein Schicksal sowie, sofern bekannt, Sterbedatum und -ort. Das Projekt soll die Identität der Verfolgten wieder ins Bewusstsein rücken und ihre Erinnerung zu einem sichtbaren Teil des Alltags machen (Stolpersteine.eu).
Die Steine werden von Hand gefertigt. Recherche, Finanzierung und Verlegung beziehen Überlebende, Nachkommen, Anwohner und historische Gesellschaften ein. Das Projekt gilt als Kunstinstallation und soziale Skulptur: Die auf Straßenhöhe eingelassenen Steine ermöglichen spontane Begegnungen mit der Geschichte und regen zu Reflexion und Empathie an (Stolpersteine.eu).
Heute gibt es über 107.000 Stolpersteine in fast 1.900 Gemeinden in Europa. Das Projekt ist das größte dezentrale Gedenkprojekt der Welt.
Stolpersteine in Norwegen und Trondheim
Während der nationalsozialistischen Besatzung Norwegens von 1940 bis 1945 wurde die jüdische Bevölkerung systematisch verfolgt. 2010 kam das Stolperstein-Projekt nach Norwegen; inzwischen wurden über 600 Steine in Städten wie Oslo, Bergen und Trondheim verlegt (Stolpersteine.eu). In Trondheim, das vor dem Zweiten Weltkrieg eine lebendige jüdische Gemeinde hatte, erinnern die Steine an Menschen, die verhaftet, deportiert und ermordet wurden.
Abel Lazar Bernstein
Abel Lazar Bernstein (1885–1942) war eine zentrale Figur in der jüdischen Gemeinde Trondheims. Er wurde als Sohn von Dora und Levi Bernstein aus Kovno (heute Kaunas, Litauen) geboren, ließ sich in Trondheim nieder, heiratete Cecilie Fischer und hatte einen Sohn. Bernstein wurde stellvertretender Vorsitzender von Det mosaiske trossamfunn i Trondheim, der jüdischen Gemeinde der Stadt (fanger.no).
Während der nationalsozialistischen Besatzung verhaftete ihn die Gestapo am 8. Februar 1942. Am 7. März 1942 wurde er zusammen mit anderen jüdischen Männern in der Festung Kristiansten hingerichtet (Scandinavian Jewish Forum).
Was vor Ort zu sehen ist
Der Stolperstein ist ein mit Messing überzogener Betonwürfel mit den Maßen 10 × 10 cm (ca. 4 × 4 Zoll). Er liegt flach im Gehweg der Erling Skakkes gate 53. Die norwegische Inschrift lautet:
HER BODDE
ABEL LAZAR BERNSTEIN
FØDT 1885
ARRESTERT 08.02.1942
DREPT 07.03.1942
Praktische Besuchsinformationen
Standort und Erreichbarkeit
Der Stolperstein befindet sich in der Erling Skakkes gate 53, Trondheim (Traces of War). Die GPS-Koordinaten sind 63.429361, 10.382862. Der zentrale Standort ist zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Die Gegend kann unebene Gehwege haben.
Öffnungszeiten und Eintritt
- Zugang Der Stolperstein liegt auf einem öffentlichen Gehweg und ist jederzeit kostenlos zugänglich.
- Besuchszeit Tageslicht wird empfohlen, damit die Inschrift gut sichtbar ist. Trondheim lässt sich das ganze Jahr über gut zu Fuß erkunden; die besten Bedingungen herrschen vom Frühling bis zum frühen Herbst.
Geführte Touren und Veranstaltungen
Lokale Organisationen und historische Gesellschaften bieten Führungen zu den Stolpersteinen und zur jüdischen Geschichte Trondheims an. Touren finden häufig zum Holocaust-Gedenktag und bei anderen Gedenkveranstaltungen statt. Aktuelle Termine sind bei lokalen Museen und Touristenbüros erhältlich.
Unterstützende Ressourcen
- Register der Stolpersteine in Trondheim und Norwegen: (lokalhistoriewiki.no)
- Weitere Informationen zu Bernsteins Leben: (fanger.no)
Tipps für einen bedeutungsvollen Besuch
- Lies die Inschrift, halte inne und denke über Bernsteins Geschichte und den historischen Zusammenhang nach.
- Behandle den Ort mit Respekt. Als Zeichen des Gedenkens kannst du einen kleinen Stein oder eine Blume hinterlassen.
- Für weitere Informationen bieten sich das Jüdische Museum oder eine geführte Tour an.
- Teile deinen Besuch in sozialen Medien oder unterstütze lokale Denkmalschutzorganisationen, die sich für den Erhalt solcher Gedenkstätten einsetzen.
- Lade die Audiala-App für geführte Audiotouren herunter und nimm, wenn möglich, an lokalen Gedenkveranstaltungen teil.
Nahegelegene Orte
- Festung Kristiansten Historische Stätte und Hinrichtungsort.
- Jüdisches Museum Trondheim Das Museum zeigt vertiefende Ausstellungen über das jüdische Leben in der Region (Jüdisches Museum Trondheim).
- Synagoge Trondheim Eine der wenigen erhaltenen Synagogen Norwegens.
- Nidarosdom, Erzbischöfliches Palais und Alte Stadtbrücke Diese Orte sind zu Fuß erreichbar und bieten einen breiteren Kontext zum vielfältigen Erbe Trondheims.
Synagoge Trondheim
Die Ende des 19. Jahrhunderts gegründete Synagoge ist ein bedeutendes Denkmal für die anhaltende Präsenz und Widerstandsfähigkeit der jüdischen Gemeinde Norwegens. Vor dem Zweiten Weltkrieg spielte sie eine zentrale Rolle und dient weiterhin als Zentrum des kulturellen und religiösen Lebens (Jüdisches Museum Trondheim).
- Standort Kongens Gate 15, zentral gelegen.
- Öffnungszeiten Montag–Freitag 10:00–16:00 Uhr; Sonntag 12:00–15:00 Uhr; Samstag geschlossen.
- Eintritt 100 NOK allgemein; 70 NOK für Studenten und Senioren; Kinder unter 12 Jahren frei.
- Führungen Auf Norwegisch und Englisch verfügbar; Voranmeldung empfohlen. Gruppenführungen sind nach Vereinbarung möglich.
- Barrierefreiheit Rollstuhlgerecht, mit Rampen und Toiletten.
- Fotografieren Außerhalb von Gottesdiensten gestattet.
- Veranstaltungen Die Synagoge beherbergt Holocaust-Gedenkveranstaltungen, Kulturfestivals und Bildungsworkshops. Aktuelle Informationen gibt es auf der offiziellen Website.