Das Rijksmuseum in Amsterdam
Das Rijksmuseum in Amsterdam zählt zu den renommiertesten Kunstmuseen der Welt und zieht jährlich Millionen von Besuchern an. Seine Sammlung umfasst mehr als 800 Jahre niederländische Kunst und Geschichte. Zu sehen sind Meisterwerke des Goldenen Zeitalters der Niederlande, darunter Werke von Rembrandt, Vermeer und Frans Hals, sowie dekorative Kunst, historische Artefakte und asiatische Kunst.
Das von dem niederländischen Architekten Pierre Cuypers entworfene Museumsgebäude wurde 1885 eingeweiht. Seine Mischung aus gotischem und Renaissance-Stil macht es selbst zu einem Kunstwerk. Weitere Informationen bieten Besuchszeiten, Eintrittskarten und Geschichte des Rijksmuseums und der Der ultimative Guide zum Besuch des Rijksmuseums.
Das Rijksmuseum greift durch Ausstellungen, Bildungsprogramme und öffentliche Veranstaltungen auch aktuelle gesellschaftliche Themen auf. Das Rijksstudio-Programm ermöglicht es Besuchern, mithilfe von Bildern aus der Sammlung eigene Kunstwerke zu erstellen. Operation Night Watch ist ein Restaurierungsprojekt zu Rembrandts berühmtem Gemälde.
Geschichte des Rijksmuseums
Ursprünge und Umzug nach Amsterdam
Das Rijksmuseum wurde 1798 in Den Haag als Nationale Kunst-Galerij gegründet. Die von der Batavischen Republik ins Leben gerufene Sammlung war zunächst im Huis ten Bosch untergebracht und bestand vor allem aus Gemälden des Goldenen Zeitalters der Niederlande sowie Artefakten der Republik der Vereinigten Niederlande.
1808 wurde das Museum unter König Louis Bonaparte nach Amsterdam verlegt und in Koninklijk Museum umbenannt.
Das heutige Gebäude
Das von Pierre Cuypers entworfene Gebäude wurde 1885 offiziell eröffnet. Sein Entwurf vereint gotische und Renaissance-Stile und umfasst aufwendige Backsteinarbeiten, Buntglasfenster und dekorative Skulpturen.
Zweiter Weltkrieg und Nachkriegszeit
Während des Zweiten Weltkriegs wurden viele wertvolle Werke wegen der Besetzung durch die Nazis evakuiert und versteckt. In der Nachkriegszeit folgten umfangreiche Restaurierungs- und Erweiterungsmaßnahmen. Dabei wurden moderne Konservierungstechniken eingesetzt, um die Sammlung langfristig zu erhalten.
Renovierung und kulturelle Bedeutung
Von 2003 bis 2013 wurde das Rijksmuseum unter der Leitung der spanischen Architekten Cruz y Ortiz umfassend renoviert. Ziel war es, die Einrichtungen zu modernisieren und zugleich den historischen Charakter des Gebäudes zu bewahren. Zu den Neuerungen gehörten eine Eingangshalle, das Atrium, hochmoderne Klimaanlagen und erweiterte Ausstellungsflächen.
Die Sammlung umfasst neben Gemälden auch dekorative Kunst, historische Artefakte und asiatische Kunst. Das Museum setzt sich mit gesellschaftlichen Themen auseinander und bietet Ausstellungen, Bildungsprogramme und öffentliche Veranstaltungen an.
Was es zu sehen gibt
Ehrengalerie und Eregalerij
Die Ehrengalerie ist eine der bekanntesten Bereiche des Museums. Die große Halle ist Meisterwerken des Goldenen Zeitalters der Niederlande gewidmet und zeigt Werke von Rembrandt, Vermeer und Frans Hals. Hohe Decken und natürliches Licht prägen den Raum; sein Mittelpunkt ist Rembrandts „Die Nachtwache“. (Ehrengalerie des Rijksmuseums)
Die Eregalerij, auch Ruhmeshalle genannt, ist eine lange, schmale Galerie mit bedeutenden Werken der Sammlung, darunter Gemälde von Rembrandt, Vermeer und Jan Steen. Sie zeigt die künstlerischen Errungenschaften des Goldenen Zeitalters und macht die Entwicklung der niederländischen Kunst nachvollziehbar. (Eregalerij)
Die Nachtwache
Rembrandts „Die Nachtwache“ aus dem Jahr 1642 zeigt eine Gruppe Amsterdamer Bürgerwehrmänner. Das Gemälde ist etwa 3,63 mal 4,37 Meter groß und für seinen dramatischen Einsatz von Licht und Schatten sowie seine dynamische Komposition bekannt. Ein großes Restaurierungsprojekt namens „Operation Night Watch“ hat neue Einblicke in Rembrandts Techniken und die Geschichte des Bildes geliefert. Während dieses Projekt auch als laufendes Restaurierungsvorhaben beschrieben wird, wurde ein großes Restaurierungsprojekt kürzlich als abgeschlossen bezeichnet. (Operation Nachtwache)
Das Milchmädchen
Johannes Vermeers „Das Milchmädchen“, entstanden um 1658, zeigt eine Magd beim Eingießen von Milch. Vermeers Einsatz von Licht und Farbe und seine Detailgenauigkeit prägen das kleine Gemälde. Es fängt einen Moment stiller Schönheit im Alltag ein und ist bei Besuchern beliebt. (Das Milchmädchen)
Die Bibliotheken
Die Cuypers Bibliothek ist die größte und älteste kunsthistorische Bibliothek der Niederlande. Sie wurde von Pierre Cuypers entworfen und ist ein Beispiel für die Architektur des 19. Jahrhunderts. Ihre Bücher, Zeitschriften und Manuskripte zur Kunstgeschichte machen sie zu einer wichtigen Ressource für Forscher und Wissenschaftler. Besucher können das Interieur mit Wendeltreppen und kunstvollen Eisenarbeiten bewundern und die Sammlung erkunden. (Cuypers Bibliothek)
Die Forschungsbibliothek umfasst über 400.000 Bände zu Themen von mittelalterlichen Manuskripten bis hin zu zeitgenössischer Kunst. Sie bietet außerdem digitale Ressourcen, darunter Online-Datenbanken und E-Books. Auch sie dient Wissenschaftlern und Forschern als wichtige Ressource für das Studium der Kunstgeschichte und verwandter Bereiche.
Das Asien-Pavillon
Der vom Architekturbüro Cruz y Ortiz entworfene moderne Anbau besitzt eine Glas- und Stahlstruktur, die sich vom historischen Hauptgebäude abhebt. Der Pavillon zeigt asiatische Kunst aus China, Japan, Indonesien und anderen Ländern, darunter Keramiken, Skulpturen und Textilien. Zu den Höhepunkten zählen eine chinesische Guanyin-Statue aus dem 12. Jahrhundert und japanische Drucke. (Asien-Pavillon)
Die Große Halle
Die Große Halle im Herzen des Museums dient als zentraler Treffpunkt. Sie ist mit Wandgemälden, Buntglasfenstern und dekorativen Kacheln geschmückt und wird häufig für temporäre Ausstellungen und besondere Veranstaltungen genutzt. (Große Halle)
Der Schiffmodellsaal
Der Schiffmodellsaal zeigt das maritime Erbe der Niederlande. Zur Sammlung gehören Schiffsmodelle, Navigationsinstrumente und Marinemalereien. Zu den Höhepunkten zählen ein detailliertes Modell des niederländischen Kriegsschiffs „William Rex“ aus dem 18. Jahrhundert und kunstvolle Galionsfiguren. Der Saal veranschaulicht das Seefahrer-Erbe der Niederlande und dessen Einfluss auf globalen Handel und Erforschung. (Schiffmodellsaal)
Die Delfterware-Sammlung
Die Sammlung umfasst Keramiken aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Delfterware, auch Delfter Blau genannt, ist eine Zinnglasur-Keramik aus der niederländischen Stadt Delft. Zu sehen sind große dekorative Vasen, Teller und Kacheln sowie ein Paar großer Blumenpyramiden und eine bemalte Tulpenvase. (Delfterware-Sammlung)
Die Gärten des Rijksmuseums
Die Gärten bieten Skulpturen, Brunnen und saisonale Blumendisplays und sind kostenlos zugänglich. Zu den Höhepunkten zählen ein viktorianisches Gewächshaus aus dem 19. Jahrhundert, zeitgenössische Skulpturen und ein Teehaus. (Gärten des Rijksmuseums)
Die Sonderabteilungen
Die Sonderabteilungen zeigen unter anderem Kostüme, Musikinstrumente, Waffen und Rüstungen. Zu den Höhepunkten gehören niederländische Kostüme aus dem 17. Jahrhundert und seltene Musikinstrumente. Die Objekte sind in thematisierten Räumen ausgestellt, die unterschiedliche Perspektiven auf die niederländische Geschichte und Kultur bieten. (Sonderabteilungen)
Shop, Café und Auditorium
Der Rijksmuseum Shop bietet Kunstbücher, Drucke, Schmuck und Wohnaccessoires. Viele Artikel wurden eigens für das Museum entworfen und zeigen Reproduktionen von Werken aus der Sammlung. Zum Angebot gehören außerdem Kinderspielzeug und Lehrmaterialien. (Rijksmuseum Shop)
Das Café serviert niederländische und internationale Gerichte sowie Gebäck, Sandwiches und Getränke. Von der Außenterrasse blickt man auf die Museumsgärten. Das Café ist sowohl für Museumsbesucher als auch für die Öffentlichkeit zugänglich. (Rijksmuseum Café)
Das Auditorium bietet Platz für bis zu 300 Gäste und ist mit moderner Audio- und Videotechnik ausgestattet. Hier finden Vorträge, Filmvorführungen, Aufführungen, Bildungsprogramme und kulturelle Veranstaltungen statt. (Rijksmuseum Auditorium)
Praktische Besucherinformationen
Adresse und Öffnungszeiten
Das Rijksmuseum befindet sich in der Museumstraat 1, 1071 XX Amsterdam, Niederlande. Es ist täglich von 9:00 bis 17:00 Uhr geöffnet und am 1. Januar geschlossen.
Eintrittskarten
Eintrittskarten können online über die offizielle Webseite des Rijksmuseums erworben werden. Die Preise variieren je nach Alter. Ermäßigungen gibt es für Kinder, Studenten und Senioren; für Gruppenbuchungen gelten Sondertarife. Weitere Informationen finden sich auf der Besucher-Informationsseite.
Einrichtungen und Barrierefreiheit
Das Museum bietet barrierefreien Zugang, geführte Touren, Audioguides und mehrere Gastronomieoptionen.