Römische Zeit
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c. 50 CE
Doclea wird römisches Municipium
Kaiser Vespasian verleiht der Siedlung am Zusammenfluss von Zeta und Morača volle Stadtrechte. Ein gepflasterter Cardo und Decumanus werden angelegt, Marmorbäder über ein 13 km langes Aquädukt gespeist, und auf dem Forum streiten Händler auf Latein, Griechisch und Illyrisch über Weinpreise.
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518 CE
Ein Erdbeben zertrümmert Doclea
Das Morgengebet im Dianatempel bricht mitten im Satz ab, als Säulen einknicken. Das Beben stürzt den Triumphbogen ein, sprengt die Kuppel der Basilika und treibt die Bürger zum Fluss. Der Wiederaufbau schleppt sich dahin; die Stadt erreicht nie wieder ihre frühere Größe.
Mittelalterliche slawische Epoche
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1042
Stefan Vojislav erkämpft die Freiheit
Bei Tudjemili schlägt der slawische Fürst ein byzantinisches Heer und hisst das Banner eines unabhängigen Duklja. Die zerstörte Akropolis von Doclea wird Sitz eines neuen slawischen Staates. Zum ersten Mal hallen serbische Gesänge über die Flussufer.
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c. 1117
Stefan Nemanja wird geboren
In einem Holzhaus nahe den Mühlen an der Ribnica holt der spätere Gründer der serbischen Nemanjić-Dynastie seinen ersten Atemzug. Später schreibt er den Namen der Stadt — Ribnica — in jede serbische Chronik und sichert ihr Gedächtnis gegen alle Eroberer.
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1326
Erste Erwähnung von „Podgorica“
Im Handelsbuch eines Kaufmanns aus Ragusa steht, er habe Stoff in „Podgorica sub monte Gorica“ verkauft. Der neue Name bleibt. Unterhalb des Gorica-Hügels ersetzen enge Gassen das römische Raster; Rauch steigt aus Schmieden auf, die Kettenpanzer für den Balkan reparieren.
Osmanische Zeit
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1496
Osmanische Fahnen über der Stadt
Die Sipahis von Sultan Bayezid II reiten durch die alten Tore. Moscheen wachsen an Stellen, wo einst Kirchen standen, und der Gebetsruf zieht über rote Ziegeldächer. Mit muslimischen Siedlern, sephardischen Juden und orthodoxen Händlern, die Salz und Silber handeln, wächst die Bevölkerung stark.
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1667
Der Uhrturm entsteht
Baumeister Hasan Aga setzt den letzten Stein auf einen 16 Meter hohen quadratischen Turm über Stara Varoš. Die italienische Uhr im Inneren schlägt zum ersten Mal die Stunde, ihr Klang hallt durch Basargassen, in denen Kaffeedampf mit dem Duft von geröstetem Sesam zusammenkommt.
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1833
Marko Miljanov wird geboren
In einem Bergturm nahe Podgorica kommt der künftige Krieger und Schriftsteller schreiend zur Welt. Seine Chroniken über Stammesfehden und osmanische Steuern verewigen später das gebirgige Hinterland der Stadt und zeigen Generationen, wie Freiheit schmeckt.
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1878
Der Berliner Kongress befreit die Stadt
Als europäische Diplomaten die Karte neu zeichnen, übergeben osmanische Beamte die Schlüssel an die Offiziere von Fürst Nikola. Zur Feier fallen Schüsse; zum ersten Mal seit 382 Jahren läuten die Kirchenglocken, ohne dass ein Muezzin darauf antwortet.
Königreich Montenegro
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1916
Österreichische Truppen marschieren ein
K.u.k.-Soldaten paradieren nach dem Beschuss des Königspalasts am Uhrturm vorbei. König Nikola verfolgt die Besatzung aus dem Exil in Frankreich. Lebensmittel werden knapp, und auf dem Schwarzmarkt handeln sie mit Kaffeebohnen wie mit Gold.
Jugoslawische Zeit
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1941
Titograd, Zielscheibe Nummer eins
Staffeln der Luftwaffe verwandeln die Stadt in Trümmer. Von 13,000 Einwohnern sterben mehr als 4,000 unter den Bomben. Als der Krieg endet, stehen zwischen Kilometern aus Asche und verbogenen Straßenbahnschienen nur noch Stara Varoš und der Uhrturm.
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1946
Die Stadt wird in Titograd umbenannt
Tito unterzeichnet das Dekret persönlich. Über Nacht verschwindet Podgorica von den Karten und wird durch den Namen des Staatschefs ersetzt. Wohnblöcke aus Beton wachsen aus den Ruinen, Slogans schreien von frisch gestrichenen Fassaden.
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1966
Dejan Savićević wird geboren
In einem neuen Hochhaus oberhalb der Morača lernt der Junge, der Arrigo Sacchi im San Siro tunneln wird, seine ersten Täuschungen auf einem aufgerissenen Asphaltplatz. Die Betonhöfe der Stadt bringen den elegantesten linken Fuß des Balkans hervor.
Postjugoslawische Zeit
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1993
Beginn des Baus der Auferstehungskathedrale
Bautrupps legen das Fundament für einen serbisch-orthodoxen Riesen: eine 60 Meter hohe Kuppel, zwei Glockentürme und Fresken, auf denen Karl Marx in der Hölle brennt. Jeder Stein wird mit Spenden der Diaspora bezahlt, überwiesen von Detroit bis Sydney.
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2005
Die Millennium-Brücke wird eröffnet
In der Dämmerung leuchtet die 173 Meter lange Schrägseilbrücke wie eine Harfe über der Morača. Die Einheimischen spazieren über den Fußweg und staunen noch immer, dass ihre Hauptstadt endlich wie eine Hauptstadt aussieht. Verkehrslärm mischt sich mit dem Stimmengewirr aus den Cafés am Flussufer.
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3 June 2006
Unabhängigkeitstag
Feuerwerk explodiert über der neuen Kuppel der Kathedrale, als Montenegro mit 55.5 % für die Trennung von Serbien stimmt. Auf dem Platz der Republik fallen sich Fremde in die Arme, während die alte jugoslawische Flagge zum letzten Mal eingeholt wird. Der Name der Stadt — Podgorica — kehrt nach 60 Jahren auf die offiziellen Karten zurück.