Politiker und Schriftsteller
1944–2006
Ibrahim Rugova
Leitete die Politik des Kosovo von Pristina aus; starb und wurde hier begraben
Rugova machte Pristina zur Bühne einer beharrlichen, fast literarischen Form des Widerstands, indem er für die Unabhängigkeit des Kosovo mit Schals, Büchern und der Weigerung kämpfte, wie ein Warlord zu klingen. Er würde den heutigen Appetit der Hauptstadt auf Debatten wiedererkennen, auch wenn die riesigen Flaggen und der lautere Verkehr seine Geduld auf die Probe stellen könnten.
Schriftsteller und Menschenrechtsaktivist
1936–2018
Adem Demaçi
Lebte sein öffentliches Leben in Pristina und starb hier
Demaçi verbrachte 28 Jahre in jugoslawischen Gefängnissen und kehrte dann nach Pristina zurück – nicht abgeschwächt, sondern geschärft –, um zum moralischen Reizpunkt der Stadt zu werden, wenn die Macht zu bequem wurde. Er würde wahrscheinlich begrüßen, dass Pristina immer noch bei Kaffee über Politik spricht, als wäre der Tisch selbst ein Debattierclub.
Sängerin
geboren 1990
Rita Ora
Hier geboren
Rita Ora wurde in Pristina geboren, kurz bevor ihre Familie nach London aufbrach, was der Stadt eine jener biografischen Zeilen verleiht, die für die Popgeschichte fast zu perfekt klingen. Wenn sie heute durch das Zentrum liefe, fände sie eine Hauptstadt vor, die viel selbstbewusster ist als die, die ihre Eltern verlassen mussten.
Singer-Songwriterin
geboren 1995
Dua Lipa
Lebte als Teenager nach der Unabhängigkeit des Kosovo 2008 in Pristina
Duas Verbindung zu Pristina ist keine Geburtsurkunden-Geschichte, sondern eine Rückkehr-Geschichte: Sie lebte hier als Teenager nach der Unabhängigkeit, als die Stadt gerade lernte, wie sie neu klingen kann. Das erklärt Sunny Hill und ihre wiederholten Heimkehren; Pristina ist für sie nicht nur familiärer Hintergrund, sondern Teil des Rhythmus.
Schriftsteller und katholischer Erzbischof
1627–1689
Pjetër Bogdani
Starb während der Pest von 1689 in Pristina
Bogdani kam mitten in Krieg und Pest nach Pristina und brachte die Kraft eines der frühesten großen Werke in sich, die auf Albanisch geschrieben wurden, sowie die Last eines anti-osmanischen Aufstands. Die Nationalbibliothek der Stadt trägt heute seinen Namen, was passend erscheint: In Pristina haben Bücher und Politik selten weit voneinander entfernt gelebt.