Einleitung: Venedigs zeremonielle Tore

Die Säulen des Markusplatzes und des Heiligen Theodor erheben sich an der Piazzetta di San Marco und bilden beständige Wächter am symbolischen Eingang von Venedig von der Lagune aus. Diese in das 12. Jahrhundert zurückreichenden Granitmonumente – gekrönt vom geflügelten Löwen des Heiligen Markus und dem Heiligen Theodor – sind mehr als nur architektonische Wunderwerke. Sie repräsentieren Venedigs Wandel von einem byzantinischen Außenposten zu einer maritimen Republik, und ihre Präsenz ist in Jahrhunderte alte lokale Traditionen, Rituale und Mythen eingewoben. Die Säulen sind rund um die Uhr offen und zugänglich und bieten Besuchern eine greifbare Verbindung zur geschichtsträchtigen Vergangenheit und lebendigen Gegenwart der Stadt. Sie sind somit ein unverzichtbares Erlebnis für jeden Venedig-Reisenden (Venice City Guide - Damn Column; Venice Insider Guide; Google Arts & Culture).


Die Geschichte und Symbolik der Säulen

Ursprünge und Bau

Im späten 12. Jahrhundert erhielt Venedig drei kolossale Granitsäulen aus dem östlichen Mittelmeerraum – wahrscheinlich als Beutestücke oder Geschenke von byzantinischen Verbündeten als Dank für venezianische Militärhilfe. Nur zwei Säulen konnten erfolgreich aufgerichtet werden; die dritte ging bekanntermaßen in der Lagune verloren und bleibt dort bis heute verschollen, was zu jahrhundertealangen lokalen Legenden führte. Jahrzehntelang lagen die überlebenden Säulen flach, bis 1196 der Ingenieur Niccolò Barattieri ein System aus Hanfseilen und Flaschenzügen entwickelte, um sie aufzurichten. Zum Dank erhielt er das Recht, den einzigen Spieltisch der Stadt zwischen den Säulen zu betreiben, was ihre Verbindung zu Glück und Unglück zementierte (Venice City Guide - Damn Column).

Zwischen Himmel und Lagune: Der Löwe und der Heilige Theodor

Jede Säule ist mit einer Statue gekrönt. Die westliche Säule trägt den bronzenen geflügelten Löwen des Heiligen Markus, der den Schutzpatron Venedigs und die Macht, den Glauben und die Gerechtigkeit der Stadt symbolisiert. Die östliche Säule zeigt den Heiligen Theodor – Venedigs ersten Schutzpatron –, der mit einem Speer und einem besiegten Drachen dasteht, ein Zeichen des Triumphs über das Böse. Zusammen repräsentieren sie die spirituelle Abstammung Venedigs und seinen Wandel von byzantinischen Wurzeln hin zu einer westlich-christlichen Identität (Google Arts & Culture).


Künstlerischer und architektonischer Kontext

Materialien und Meisterdetails

Die Säulen sind aus rotem Granit gefertigt – wahrscheinlich ägyptischen Ursprungs – und stehen auf massiven Podesten aus istrischem Stein, die dem weichen, sumpfigen Boden standhalten sollen. Ihre Kapitelle verbinden klassische korinthische und byzantinische Motive und spiegeln das einzigartige interkulturelle Erbe Venedigs wider.

Der geflügelte Löwe: Ein venezianisches Symbol

Der Löwe des Heiligen Markus, aus Bronze gegossen, ist ein ikonisches Bild in ganz Venedig. Seine Pranke ruht auf einem geöffneten Buch mit der Inschrift "Pax tibi Marce, evangelista meus" ("Friede sei mit dir, Markus, mein Evangelist"). Die Skulptur wurde aufgrund von Beschädigungen während Napoleons Herrschaft und des Zweiten Weltkriegs mehrfach restauriert (Basilica di San Marco; Venice Insider Guide).


Rituale, Legenden und lokaler Volksglaube

Zeremonielle Funktionen: Tor zur Macht

Jahrhundertelang war der Bereich zwischen den Säulen die Bühne für offizielle Proklamationen, religiöse Prozessionen und öffentliche Hinrichtungen. Der Doge schritt während staatlicher Veranstaltungen zwischen ihnen hindurch, was die Verbindung der Stadt zwischen weltlicher und sakraler Macht symbolisierte. Die dunkle Assoziation dieses Ortes mit Hinrichtungen führte zu einem anhaltenden Aberglauben; selbst heute meiden Venezianer den Gang zwischen den Säulen (Google Arts & Culture).

Die Legende von der dritten Säule und heutige Aberglauben

Die venezianische Legende besagt, dass eine dritte Säule beim Entladen ins Wasser fiel und bis heute verloren ist. Der Aberglaube, zwischen den Säulen hindurchzugehen habe Unglück gebracht, da sie als Ort der öffentlichen Hinrichtungen diente, hält sich bis heute hartnäckig.

Feste und Traditionen

Die Säulen spielen eine zentrale Rolle während des Festes San Marco am 25. April, das Venedigs Schutzpatron mit Gottesdiensten, bürgerlichen Zeremonien und dem romantischen Austausch von roten Rosenknospen – einer Tradition namens Festa del Bocolo – ehrt (Italia.it). Große Stadtfeste wie der Carnevale und die Regata Storica beinhalten ebenfalls Prozessionen und Aktivitäten rund um die Piazzetta.


Praktische Besucherinformation

Besuchszeiten & Zugänglichkeit

  • Öffnungszeiten: Die Säulen befinden sich auf einem öffentlichen Platz und sind rund um die Uhr zugänglich.
  • Zugänglichkeit: Die Piazzetta ist flach und gepflastert, somit für Rollstühle und Kinderwagen geeignet; einige angrenzende Gassen können uneben sein.

Tickets & Tour-Optionen

  • Eintritt: Es ist kein Ticket oder keine Gebühr erforderlich, um die Säulen zu besichtigen.
  • Touren: Die Säulen werden bei vielen Stadtführungen durch Venedig vorgestellt, die oft den Dogenpalast, den Markusdom und andere nahegelegene Sehenswürdigkeiten einschließen.

Anfahrt & Sehenswürdigkeiten in der Nähe

  • Lage: Piazzetta di San Marco, 30124 Venedig, Italien.
  • Anfahrt: Erreichbar per Vaporetto (Haltestellen San Zaccaria oder Vallaresso), zu Fuß vom Rialtobrücke (10-15 Minuten) oder mit dem Wassertaxi.
  • Nahegelegene Attraktionen:
    • Markusdom
    • Dogenpalast
    • Campanile di San Marco
    • Museo Correr
    • Seufzerbrücke

Verhaltensregeln für Besucher & Sicherheit

  • Fotografie: Erlaubt und erwünscht – bei Sonnenauf- oder -untergang besonders schön.
  • Traditionen respektieren: Vermeiden Sie es, zwischen den Säulen hindurchzugehen.
  • Sicherheit: Klettern Sie nicht auf die Sockel und stellen Sie sich nicht darauf; seien Sie in Stoßzeiten auf Taschendiebe gefasst.

Tipps für Ihren Besuch

  • Beste Zeit: Früher Morgen oder später Abend für weniger Menschenmassen und das beste Licht.
  • Wetter: Achten Sie auf das Phänomen Acqua alta (Hochwasser) im Herbst/Winter.
  • Gastronomie: Erkunden Sie nahegelegene Seitengassen für authentische venezianische Küche und bessere Preise.
  • Festivals: Planen Sie Ihren Besuch rund um wichtige Veranstaltungen für ein tieferes kulturelles Erlebnis.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F: Benötigt man Tickets, um die Säulen des Markusplatzes zu besuchen? A: Nein, die Säulen sind im Freien frei zugänglich.

F: Was sind die besten Besuchszeiten? A: Jederzeit, aber der frühe Morgen oder der späte Abend werden für weniger Andrang empfohlen.

F: Sind Führungen verfügbar? A: Ja, viele Stadtführungen beinhalten die Säulen.

F: Ist die Gegend für Besucher mit Beeinträchtigungen zugänglich? A: Ja, die Hauptpiazza ist flach und zugänglich.

F: Was besagt der Aberglaube über das Durchqueren der Säulen? A: Aufgrund der historischen Nutzung als Hinrichtungsstätte gilt es als Unglück bringend.


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