Kanaanäische Periode
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um 2000 v. Chr.
Erster schriftlicher Name erscheint
Ägyptische Ächtungstexte ritzen den Namen Rušalimum in eine Tonschüssel. Die Stadt lag bereits an der Gihon-Quelle, deren Wasser in den Hügeln Judäas wertvoller war als Gold. Bald erhoben sich Mauern aus vier Tonnen schweren Felsbrocken am Osthang. Schon damals war Jerusalem ein begehrtes Gut.
Eisenzeitliches Königreich
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um 1000 v. Chr.
David nimmt die Stadt ein
Der Hirtenkönig stürmte die Jebusiterfestung und machte sie zu seiner Hauptstadt. Er brachte die Bundeslade unter Tanz und Jubel den Hang hinauf. Von diesem Moment an war die Stadt nicht mehr nur eine Bergfestung unter vielen. Sie wurde das Herz eines Königreichs.
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um 960 v. Chr.
Salomo baut den Ersten Tempel
Zedernholzbalken aus dem Libanon trafen auf einheimischen Stein auf dem Berg Moria. Der fertige Tempel roch nach frisch gefallenem Holz, Weihrauch und Opfern. Zum ersten Mal hatte der Gott der Israeliten eine feste Adresse. Pilger würden den Geruch tausend Jahre lang in Erinnerung behalten.
Babylonisches Exil
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586 v. Chr.
Babylon verbrennt den Tempel
Nebukadnezars Soldaten schlugen die Mauern nieder, steckten die Zedernbalken in Brand und trieben die Elite in Ketten nach Osten. Der Rauch hing tagelang über dem Tal. Ein kleines Volk verlor sein zentrales Symbol und bewahrte dennoch seine Identität. Das Exil begründete die lange Gewohnheit, Jerusalem aus der Ferne zu erinnern.
Persische und hellenistische Periode
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um 515 v. Chr.
Der Zweite Tempel entsteht
Zurückgekehrte Exilanten legten unter persischer Erlaubnis neue Steine auf die alten Grundmauern. Das neue Bauwerk wirkte kleiner, seine Pracht geringer. Dennoch stand es. Juden würden hier fünf weitere Jahrhunderte beten, streiten und auf etwas Größeres warten.
Römische Periode
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37 v. Chr.
Herodes gestaltet den Tempelberg um
Der idumäische König verdoppelte die Plattform, fügte Stützmauern hinzu, die noch heute stehen, und ließ das Heiligtum mit Gold verkleiden. Pilger aus dem Süden sahen den weißen Stein gegen den Himmel leuchten. Selbst seine Feinde gestanden die Großartigkeit der Architektur ein.
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um 30 n. Chr.
Jesus stirbt vor den Mauern
Römische Soldaten nagelten einen galiläischen Prediger an ein Kreuz auf einer kleinen Anhöhe namens Golgotha. Der Himmel verdunkelte sich, so berichten es die Quellen. Innerhalb einer Generation würden seine Anhänger diesen Tod zur zentralen Geschichte eines neuen Glaubens machen. Jerusalem gewann einen weiteren Anspruchsteller.
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70 n. Chr.
Titus zerstört Jerusalem
Nach einer brutalen Belagerung durchbrachen die Legionen die Mauern und steckten den Zweiten Tempel in Brand. Josephus berichtet, das Feuer sei so heiß gewesen, dass das Gold schmolz und zwischen den Steinen verlief. Die Zerstörung zerstreute das jüdische Volk und hinterließ nur die Klagemauer als Zeuge.
Byzantinische Periode
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335 n. Chr.
Grabeskirche wird geweiht
Konstantins Ingenieure räumten die Trümmer von Hadrians Venus-Tempel beiseite und errichteten eine Kuppelbasilika über der vermuteten Grabstätte Christi. Die Luft im Inneren roch nach Weihrauch und feuchtem Putz. Christliche Pilger hatten nun ein physisches Zentrum, das der jüdischen Klagemauer entsprach.
Frühislamische Periode
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638 n. Chr.
Kalif Umar nimmt die Stadt ein
Die byzantinische Garnison ergab sich ohne Massaker. Umar weigerte sich, in der Grabeskirche zu beten, damit Muslime sie später nicht beanspruchen würden. Stattdessen fegte er den Tempelberg mit eigenen Händen. Drei Religionen teilten sich nun dieselben wenigen Hektar Kalkstein.
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691 n. Chr.
Felsendom wird fertiggestellt
Umayyadische Handwerker vollendeten den achteckigen Schrein über dem Felsen, von dem Muslime glauben, dass Mohammed von dort aufgestiegen ist. Seine goldene Kuppel fing die Sonne ein, lange bevor der Gebetsruf erklang. Das Bauwerk prägt bis heute jedes Foto der Altstadt. Es veränderte die Silhouette für immer.
Kreuzfahrerkönigreich
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1099 n. Chr.
Kreuzfahrer massakrieren Jerusalem
Ritter wateten nach der Erstürmung der Mauern knöcheltief durch Blut. Juden und Muslime wurden gleichermaßen auf den Straßen niedergemetzelt. Der Felsendom wurde zur Kirche. Achtundachtzig Jahre lang regierten lateinische Könige aus Davids Stadt, während der Gebetsruf verstummte.
Ayyubidische Periode
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1187 n. Chr.
Saladin erobert die Stadt zurück
Nach der Schlacht bei Hattin zog Saladins Heer durch dieselben Tore, die die Kreuzfahrer benutzt hatten. Diesmal wurde die Übergabe ausgehandelt. Christen konnten sich freikaufen. Das goldene Kreuz wurde vom Felsendom abgenommen und der Gebetsruf kehrte zurück.
Osmanische Periode
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1538 n. Chr.
Suleiman lässt die Mauern neu errichten
Osmanische Ingenieure errichteten die Kalksteinbefestigungen, auf denen Besucher noch heute spazieren gehen. Der Sultan ließ die Kacheln des Felsendoms restaurieren und gab der Stadt ihre heutige Silhouette. Vier Jahrhunderte lang schlummerte Jerusalem als ruhige Provinzstadt mit vielleicht fünfzehntausend Einwohnern.
Spätosmanische Periode
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1881
Eliezer Ben-Jehuda kommt an
Der litauische Linguist ließ sich in Jerusalem nieder mit einer einzigen Obsession: Hebräisch wieder zur lebendigen Sprache zu machen. Sein Sohn Itamar war das erste Kind seit Jahrhunderten, das ausschließlich Hebräisch als Muttersprache aufwuchs. Nachbarn nannten den Jungen eine Kuriosität. Innerhalb weniger Jahrzehnte hallte die alte Sprache neu geboren durch die Straßen vor Ben-Jehudas Haus.
Britisches Mandat
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1917
Allenby betritt die Stadt zu Fuß
Der britische General Edmund Allenby stieg am Jaffa-Tor vom Pferd und ging zu Fuß in die Altstadt, anstatt triumphierend einzureiten. Nach vierhundert Jahren osmanischer Herrschaft wechselte die Stadt überraschend ruhig ihre Herren. Eine neue Landkarte wurde in den Sand gezeichnet.
Geteilte Stadt
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1948
Die Stadt wird geteilt
Jordanische Streitkräfte eroberten die Altstadt und vertrieben ihre jüdischen Bewohner. Die Klagemauer stand hinter Stacheldraht. Neunzehn Jahre lang konnten Juden den Tempelberg nur durch Ferngläser von fernen Dächern aus betrachten. Die vierundvierzigmal eroberte Stadt war nun physisch geteilt.
Wiedervereinigtes Jerusalem
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Fallschirmjäger erreichen die Klagemauer
Am dritten Tag des Sechstagekriegs drangen israelische Soldaten durch das Löwentor in die Altstadt ein. Oberst Motta Gurs Stimme überschlug sich im Funk: „Der Tempelberg ist in unseren Händen.
gavel
1980
Jerusalem zur ewigen Hauptstadt erklärt
Die Knesset verabschiedete das Jerusalem-Gesetz und bekräftigte den vollständigen und vereinten Status der Stadt. Die meisten Staaten weigerten sich, ihre Botschaften zu verlegen. Das Gesetz änderte auf dem Boden wenig, in der diplomatischen Sprache jedoch alles. Der Streit dauert an.
Modernes Israel
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2000
Agnons Jerusalem atmet noch
Der Nobelpreisträger, der die engen Gassen und Streitigkeiten der Stadt in unvergängliche Literatur verwandelt hatte, war dreißig Jahre zuvor gestorben, doch sein Haus in Talpiot war geblieben, wie er es verlassen hatte. Besucher meinen noch immer das Klackern von Schreibmaschinen zu hören und starken Kaffee zu riechen. Die Literatur überlebte den Mann.