PDie Luft riecht nach Salz und Jasmin, nach Diesel und Staub, nach einer Stadt, die nicht ganz Stadt ist. Ponneri in Tamil Nadu in Indien ist ein Ort, durch den man hindurchkommt - ein Vorortbahnknoten, an dem Nahverkehrszüge auf dem Weg nach Chennai seufzend zum Stehen kommen. Aber wenn Sie hier anhalten, finden Sie ein vergessenes Tor zu einer verlorenen niederländischen Kolonie und ein religiöses Ritual, das so alt ist, dass sogar die Götter sich ein Fest teilen.
Vergessen Sie ein großes Stadtzentrum. Ponneris Rhythmus wird von der Vorortbahn bestimmt, einem ständigen metallischen Puls, der den Ort mit der 40 Kilometer südlich gelegenen Hauptstadt verbindet. Das hier ist kein Reiseziel, sondern ein Zugangspunkt. Die Stadt selbst ist bescheiden und auf den Agastheeswarar-Tempel konzentriert, ein Heiligtum aus der Chola-Zeit, in dem Stein-Lingams Jahrhunderte geflüsterter Gebete aufgenommen haben. Die lokale Überlieferung sagt, dass dies einst ein altes Zentrum des Lernens war, eine stille Tatsache, die wie flirrende Hitze in der Luft hängt.
Der eigentliche Zauber liegt in dem, was Ponneri möglich macht. Dies ist der nächstgelegene Bahnknoten für Pulicat, einen Geisterrest der Niederländischen Ostindien-Kompanie. Von hier aus erreichen Sie eine Brackwasserlagune, in der jeden Winter Tausende Flamingos wie rosafarbene Wächter stehen. Selbst die Tourismusseite des Distrikts, erst in diesem Monat aktualisiert, weist Reisenden den Weg hierher. Sie kennen das Geheimnis.