Ghaziabad

Indien Aktualisiert Apr 2026

Das Erste, was dich in Ghaziabad trifft, ist der Geruch von Moonglets, die zischend auf einem gusseisernen Tawa braten, scharf nach Ingwer und grüner Chili, herüberwehend an einem Metropfeiler aus den 1980ern, an dem noch handgemalte Filmposter für Filme kleben, die längst nicht mehr im Kino laufen. Das ist nicht das Indien der Palast-Postkarten; es ist eine Randstadt der NCR, in der Zuckerrohr-Laster aus Meerut mit Softwareingenieuren Richtung Delhi um Platz rangeln und plötzlich ein 175 Acres großer Wald am Fluss zwischen betonierten Verteilerstraßen auftaucht. Ghaziabad in Indien belohnt Reisende, die neugierig darauf sind, wie zwanzig Millionen Menschen im Schatten der Hauptstadt tatsächlich leben, essen und beten.

Ghaziabad, Indien Foto: Satya Nandigam / Pexels
Attraktionen
12
Audio
20 min
Reisedauer
1-2 Tage
Beste jahreszeit
Okt-Mär (kühl, trocken)

Warum Ghaziabad

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Lokale Verwaltungsstellen geben zu, dass der Bezirk „sehr wenige Sehenswürdigkeiten“ hat - und genau das macht ihn nützlich. Vergiss das übliche Abhaken von Attraktionen: Stattdessen fährst du um 5:00 Uhr morgens mit der Metro zwischen Büroreinigungskräften, beobachtest den Sonnenaufgang bei einer Bootsfahrt auf einer ehemaligen Auenlandschaft, die heute City Forest heißt, und stellst dich dann in eine 40 Personen tiefe Schlange für Saiyya Jis aufgeblähte Puris mit Kartoffelcurry, bevor der Großteil Delhis überhaupt wach ist. Tempelglocken klingen aus Schreinen des 18. Jahrhunderts, weniger als 200 m von Co-Working-Spaces für Start-ups entfernt; Schornsteine von Zuckerfabriken aus dem Jahr 1933 dienen heute als Gerippe für 5G-Paneele. Der ganze Ort lebt von produktiver Reibung.

Ghaziabads wahres Genie ist der Verkehr. Der Endbahnhof der Red Line bei New Bus Adda bringt dich in 28 Minuten ins Zentrum von Delhi, in 45 nach Meerut und mit dem morgendlichen Gatimaan in weniger als zwei Stunden nach Agra. Übernachtest du hier, zahlst du nur die Hälfte der Hotelpreise von Connaught Place und kannst trotzdem noch das Taj Mahal fotografieren, bevor die Pendler in der Hauptstadt ihren ersten Kaffee ausgetrunken haben. Abends fährst du zurück zu Spießen mit Malai Chaap, einem Theaterstück im Indirapuram Habitat Centre und Thandai, das nach Kardamom und industriellem Ehrgeiz schmeckt. Die Stadt schmeichelt sich nicht mit Postkartenidylle ein, aber sie serviert dir die National Capital Region auf einem Wegwerf-Stahlteller - dampfend heiß, leicht ölig, unmöglich zu vergessen.

  • Shiva im Morgengrauen

    Dudheshwar Nath Mandir öffnet um 4 a.m.; um 4:15 hallen die Ghats schon von Glocken wider und es riecht nach warmer Milch, die über den Shiva-Lingam gegossen wird. Der Bezirk nennt es Ghaziabads einen klaren Hauptanziehungspunkt - Einheimische sagen einfach „der Tempel, der älter ist als die Stadt“.
  • Ein Stadtwald am Hindon

    City Forest Park umfasst 175 Acres zurückgewonnene Flusslandschaft, in der du an Heilbäumen vom Typ Arjuna vorbeiradeln, reiten und dann beobachten kannst, wie Fleckschnabelenten auf einem neu angelegten Feuchtgebiet landen. Der Eintritt kostet ₹10 und das Tor schließt um 7:30 p.m. - genau dann, wenn die Languren anfangen, über die Fußgängerbrücken zu springen.
  • Mit der Metro in 90 Minuten zum Taj

    Züge der Red Line fahren alle vier Minuten von der Station Vaishali ab; mit Umstieg in New Delhi bist du in Agra, bevor sich der Morgennebel verzogen hat. Ghaziabads wahre Superkraft ist sein Bahnsteig, nicht seine Monumente.
  • Mall-Hopping ohne Delhi-Preise

    Shipra Mall (Indirapuram) und Pacific Mall (Sahibabad) vereinen zusammen über 250 Marken, eine Rollschuhbahn und Kinos, in denen Tickets am Freitag noch immer ₹200 kosten. In den Food Courts gibt es besseres Paneer Tikka als in vielen legendären Adressen von Connaught Place - zum halben Preis.

Viertel

Wo es sich zu schlendern lohnt, Viertel für Viertel — jedes mit eigenem Rhythmus.

  • Old Ghaziabad (Ghanta Ghar & Agrasen Bazaar)

    Der ursprüngliche Stadtkern dreht sich um einen Uhrturm aus den 1930ern, an dem die Gassen kaum schulterbreit sind und sich Motorradabgase mit dem Dampf der Süßwarenläden mischen. Komm im Morgengrauen für Moonglet direkt vom Tawa, bleib für Loknaths sirupschwere Jalebis und die Stände mit alten Büchern, die öffnen, sobald die Gemüsekarren verschwunden sind. Der Ziegenmarkt am Freitag bei der Jama Masjid und der Blumenbasar am Dienstag für Tempelopfergaben erzeugen ein synkretisches Verkehrschaos, das du noch zwei Blocks weiter hörst.
  • Indirapuram

    Dieses Raster aus 25-stöckigen Türmen wurde in den 2000er Jahren auf trocken gelegter Aue gebaut und wirkt wie ein Reagenzglasversuch für das aufstiegsorientierte Indien. Im Swarn Jayanti Park versteckt sich hinter den Toren ein kompletter japanischer Garten, während das Habitat Centre Hindi-Stand-up-Abende veranstaltet, bei denen Comedians aus Delhi neues Material bei billigerem Bier testen. Die Auffahrten zur Metro klingen zur Rushhour wie ein ununterbrochener Tabla-Wirbel aus Hupen; in den Hintergassen findest du tibetische Momo-Stände, betrieben von Geflüchteten, die über Majnu-ka-tilla hierherkamen.
  • Vaishali

    Fünf Stationen von Delhi auf der Red Line entfernt schützen Vaishalis Wohnblöcke Callcenter-Trainer und Airline-Crews im Zwischenstopp. Dachbars wie The Terrace schenken Alkohol mit strenger UP-Lizenz unter Heizstrahlern aus, während die Besitzer per WhatsApp Schwarzbrenner für alles Stärkere kontaktieren. Morgendliche Spaziergänger drehen ihre Runden auf der zentralen Grünfläche von Sector 4, bevor sie in den Mohan Nagar Market eintauchen, wo Kachori-Subzi aus Aluminiumschalen verkauft wird, die auf Milchkisten balancieren.
  • Raj Nagar Extension

    2010 noch halb Ackerland, heute eine lineare Schlucht aus Glastürmen und rund 150 Cafés mit Open-Mic-Abenden. Am östlichen Rand liegt das City Forest Wildlife Sanctuary - 175 Acres, auf denen du für ₹30 ein Fahrrad mieten und zwischen Neem- und Peepalbäumen fahren kannst, bis das Summen der Stadt nur noch ein Murmeln ist. Bauträger bewerben es als „Singapur in der NCR“; die Wirklichkeit umfasst streunendes Vieh auf unfertigen Zufahrtsstraßen und Espresso, der so viel kostet, wie ein Rikschafahrer in einer Stunde verdient.
  • Sahibabad Industrial Area

    Entstanden in den 1970er Jahren, als Traktorenwerke und Brennereien Mangoplantagen ersetzten, riecht das Raster noch immer um 6:00 a.m. nach Melasse aus der Mohan-Meakin-Brauerei. Die Klimaanlage des 5-Lakh-Square-Foot großen Pacific Mall bietet Arbeitern in der Mittagspause Zuflucht, während du hinter den Laderampen Dhabas findest, die dickes Dal in Stahlschalen servieren, sauber gewischt mit der Zeitung von gestern. Verpasse nicht das halb verlassene Backlot eines Filmstudios, auf dem TV-Soaps Dorfszenen unter Natriumlicht drehen.
  • Modinagar

    Zweiundzwanzig Kilometer nördlich an der Grand Trunk Road hat diese frühere Zuckerwerksstadt ihre baumgesäumte Hauptallee und die Kolonialbungalows von 1936 behalten, heute mintgrün gestrichen und von Versicherungsangestellten bewohnt. Die Modi-Zuckerfabrik schloss 2005, doch der Laxmi-Narayan-Tempel der Familie beherbergt noch immer donnerstags Bhajans, laut genug, um die Schnellstraße zu übertönen. Halte für Makkhan-Chai in Tontassen an, die du danach unter den Füßen zerschlägst - ein bäuerliches Ritual, das das Pendlerzeitalter überlebt hat.
  • Trans-Hindon (Vasundhara & Crossing Republik)

    Östlich des Flusses wachsen geplante Sektoren entlang 40 m breiter Straßen, in denen Polizeihäuschen nachts zugleich als Stände für Egg Rolls dienen. Die 30-stöckigen Türme von Crossing Republik tragen Namen wie „Panchtatva“ und versprechen Wohnen nach den fünf Elementen; die Wirklichkeit bietet Stromausfälle und einen Golfplatz, der neun Löcher eröffnete und dann das Wasser verlor. An klaren Tagen siehst du die Rauchfahne des Kraftwerks Dadri, die den Sonnenuntergang wie einen fernen Vulkan einrahmt.

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Bevor es losgeht

Anreise
Fliege zum Indira Gandhi International Airport (DEL), 45 km südwestlich; ein Prepaid-Taxi bis zur Metrostation Vaishali kostet ₹900-1,200. Der Bahnhof Ghaziabad Junction liegt an der Hauptstrecke Delhi-Howrah - Rajdhani- und Shatabdi-Express halten hier. Die NH9 (Delhi-Meerut Expressway) führt direkt in die Stadt; aus dem Zentrum von Delhi brauchst du um 2 a.m. 35 Minuten, um 8 a.m. 90 Minuten.
Unterwegs vor Ort
Die Red Line der Delhi Metro (Rithala-New Bus Adda) hat 8 Stationen innerhalb von Ghaziabad; ein Einzelfahrttoken bis Rajiv Chowk kostet ₹40. Die Schnellbahn RRTS eröffnete Phase 1 im Jahr 2023 - Züge mit 180 km/h bringen dich in 55 Minuten nach Meerut. Geteilte E-Rikschas übernehmen die letzte Meile für ₹10-15; Autos fahren selten mit Taxameter, also handle vor dem Einsteigen. Ein stadtweites Bike-Sharing gibt es noch nicht, aber im City Forest werden Fahrräder für ₹30 pro Stunde vermietet.
Klima & beste Reisezeit
Oktober und Februar sind die besten Monate: 20-30 °C am Tag, 12-18 °C nachts, AQI unter 150. Im Mai steigt das Thermometer auf 44 °C; Juli und August bringen 200 mm Monsunregen und verwandeln tiefer liegende Nebenfahrbahnen der NH9 in knietiefe Wasserbecken. Reise zwischen Dussehra und Holi; meide den Smog von November bis Januar, wenn der AQI über 450 steigen kann.
Sprache & Währung
Auf der Straße spricht man Hindi; das Personal in den Malls kann genug Englisch, um deine Karte durchzuziehen. Nimm Bargeld mit - kleine Dhabas und Tempelstände akzeptieren keine Karten. Geldautomaten gibt es überall, aber ₹2,000-Scheine lösen Seufzer aus; wechsle sie an den Kiosken der Metrostationen.
Sicherheit
Taschendiebstahl erreicht im Navyug Market gegen 6 p.m. seinen Höhepunkt, wenn Pendler auf Großhändler treffen. Frauenabteile in der Metro sind mit rosa Schildern markiert; nutze sie - in der Rushhour kann die Menge aggressiv werden. Die NH9 zu Fuß zu überqueren ist statistisch riskanter als jede Straßenkriminalität; benutze die Fußbrücken oder warte auf das Signal.

Sieben Kriege, eine Eisenbahn und eine Stadt, die einfach nicht stillstehen will

Vom Indus-Außenposten zum Pendlerknoten der NCR erfindet sich Ghaziabad im Schatten der Reiche immer wieder neu

  1. ca. 2500 v. Chr.

    Indus-Händler erreichen den Hindon

    Töpfer in Alamgirpur drücken Ton zu quadratischen Würfeln und Amuletten mit Buckelstier, wodurch die bislang östlichsten bekannten Harappa-Brennöfen 120 km jenseits aller früher bekannten Siedlungen entstehen. Ihre Dachziegel, dicker als zwei Finger, überstehen 4,000 Monsune und beweisen, dass sich die Indus-Welt weiter nach Osten erstreckte, als irgendjemand vermutet hatte.

  2. ca. 1000 v. Chr.

    Die Pandavas errichten bei Ahar eine Hauptstadt

    Der Legende nach entwässern die fünf verbannten Brüder die sumpfige Aue des Hindon und errichten eine Hauptstadt mit Wällen aus Lehm. Ob Mythos oder Erinnerung - der Name Ahar bleibt, und Einheimische zeigen noch heute auf einen niedrigen Ziegelhügel, auf dem Janamejaya angeblich sein Schlangenopfer vollzog und jede Kobra der Gangesebene herbeirief.

  3. 335 n. Chr.

    Samudraguptas Pferd läuft frei

    Ein schwarzer Hengst galoppiert über die Felder von Kot, bewacht von Soldaten mit klaren Befehlen: Haltet jeden auf, der versucht, ihn einzufangen. Als niemand es wagt, beansprucht Kaiser Samudragupta göttliche Billigung und vollzieht am Ufer des Hindon das Ashvamedha-Opfer, wodurch aus einem Bauerndorf eine Bühne imperialer Inszenierung wird.

  4. 335 n. Chr.

    Samudragupta

    Der Napoleon Indiens wählte die staubige Ebene von Kot für seine Pferdeopfer-Zeremonie und schrieb den Namen Ghaziabads in die Inschrift der Allahabad-Säule ein. Seine Goldmünzen trugen den Ortsnamen nie, doch in einer Woche des Jahres 335 n. Chr. blickte jeder Priester Nordindiens zu dieser Biegung des Hindon.

  5. Dezember 1398

    Timur brennt das Fort von Loni nieder

    Zentralasiatische Reiter kommen durch mondhellen Nebel, erklimmen die Lehmziegelmauern von Loni und töten jeden Verteidiger. Timur lässt das Fort so gründlich schleifen, dass Reisende drei Jahrhunderte später seine Ziegel für einen natürlichen Höhenzug halten. Der Brandgeruch zieht westwärts nach Delhi, als Warnung, die die Hauptstadt ignoriert.

  6. 1740

    Ghaziuddin gründet eine neue Stadt

    Nach dem Massaker Nadir Shahs von 1739 verlässt der Adlige Ghaziuddin Khan Feroze Jung II die blutgetränkten Straßen von Delhi und schlägt 120 Zelte neben der Grand Trunk Road auf. Er nennt das Lager Ghaziuddinnagar, finanziert eine Karawanserei mit 120 Zimmern und träumt von einer Oase der Gelehrsamkeit. Die Lehmgassen überleben seine Dynastie.

Ganze Zeitleiste zeigen (16 Momente)
  1. 1740

    Ghaziuddin Feroze Jung II

    Als ältester Sohn des ersten Nizam von Hyderabad gründete dieser in Ungnade gefallene General Ghaziabad als persönlichen Zufluchtsort, nachdem es ihm nicht gelungen war, den Thron des Dekkan an sich zu reißen. Er kehrte nie zurück, doch sein Name steht noch heute auf jeder Fahrkarte, die am Bahnhof der Stadt ausgestellt wird.

  2. 1759

    Ein Mogulkaiser stirbt um Mitternacht

    Imad-ul-Mulk, der skrupellose Enkel Ghaziuddins, lädt Kaiser Alamgir II zum Abendessen ein und lässt ihn dann im Palast am Fluss erstechen. Der Mord zerschlägt den Rest an Autorität, den die Mogulkrone noch besitzt; Schreiber der East India Company in Kalkutta notieren das Ereignis und beginnen, Pläne für direkte Herrschaft zu entwerfen.

  3. 25 Dec 1763

    Suraj Mal fällt bei Shahdara

    Der Jat-König Suraj Mal lagert am linken Ufer des Hindon, überzeugt, dass seine 20,000 Soldaten den Rohilla-Führer Najib-ud-Daulah ausmanövrieren können. Ein einziger Musketenschuss ins Auge beendet sein Leben und den Traum eines Jat-Pufferstaats. Sein Tod räumt vierzig Jahre später britischen Armeen aus Meerut den Weg nach Delhi frei.

  4. 1803

    Britische Kanonen überqueren den Hindon

    Die Artillerie von General Gerard Lake bringt sich in derselben Aue in Stellung, auf der Suraj Mal starb. Marathen-Kanoniere kämpfen hinter Lehmwällen, ziehen sich aber zurück, als die britischen 12-Pfünder ihre Reichweite gefunden haben. Die East India Company annektiert Ghaziabad, ohne ein einziges Fort zu bauen - sie benennt einfach das Distrikt-Kollektorat um.

  5. 30-31 May 1857

    Die Schlacht von Ghazee-ood-din Nugger

    Von Dadri bis Pilkhuwa schlagen Dorftrommeln und rufen Bauern dazu auf, Pflüge liegen zu lassen und Luntenschlossgewehre zu greifen. Fünftausend Aufständische schwärmen über den Bahndamm, brennen die Telegrafenhütte nieder und werfen die Kohlewaggons der Company auf die Schienen. Britische Berichte nennen es „ein heftiges Scharmützel“; lokale Balladen zählen 17 gehängte Märtyrer auf, deren Namen bei Dorffesten noch immer rezitiert werden.

  6. 1857

    Umrao Singh

    Der Zamindar von Dadri führte 400 Dorfbewohner gegen das britische Arsenal, wurde gefangen genommen und tanzte singend vom Krishna zum Galgen. In den Akten der Company heißt er „Rebellenführer“; Schulkinder in Ghaziabad lernen seinen letzten Zweizeiler darüber auswendig, dass Freiheit nach Mangoblüten riecht.

  7. 1864

    Der erste Zug pfeift durch Ghaziabad

    Eisenschienen erreichen die Ein-Straßen-Stadt, und das Bahnhofsschild - weiße Buchstaben auf blauem Email - kürzt „Ghaziuddinnagar“, damit der Name aufs Schild passt. Binnen eines Jahres rollen 40,000 Maund Zucker und Rohbaumwolle über den Bahnsteig, ziehen den Bezirk in die Exportwirtschaft Kalkuttas hinein und beenden die Ära der Ochsengespann-Karawanen für immer.

  8. 1977

    Betontürme wachsen in Indirapuram

    Die Ghaziabad Development Authority legt einen Masterplan vor: gerade Boulevards, 22 Meter breite Sektorstraßen und Hochhäuser für Delhi-Angestellte, denen die Hauptstadt zu teuer geworden ist. Bulldozer ebnen über Nacht Senffelder ein; bis 1985 werfen die Wohnblöcke längere Schatten, als es die alte Karawanserei je tat.

  9. 1978

    Lara Dutta

    Geboren in einem Bungalow einer Eisenbahnersiedlung nahe dem Rangierbahnhof, wo nachts noch Dampfloks standen. Sie kletterte als Kind auf Banyanbäume auf dem Gelände, ging ins St. Francis Convent und trug Ghaziabads Akzent - leicht, mit flachen Vokalen - bis auf die Bühne der Miss Universe auf Zypern. Die Stadt beansprucht sie noch immer als Beweis dafür, dass Schönheitswettbewerbe und Kleinstadtwurzeln sich nicht ausschließen.

  10. 2009

    Eine Metrobrücke spannt sich über den Hindon

    Der erste Zug der Delhi Metro gleitet über ein 1.2 Kilometer langes Viadukt und verkürzt die Fahrt nach Connaught Place um 45 Minuten. Pendler am Morgen sehen den Fluss - einst Schauplatz von Gupta-Pferdeopfern und Kanonendonner von 1857 - unter lautlosen Gummirädern vorbeiziehen. Die vierte Neuerfindung der Stadt ist vollendet: Schlafvorstadt, Industriezone, Pilgerort, nun auch Eisenbahnknoten im Kreislaufsystem der Hauptstadt.

Wer hier lebte

  • Miss Universe 2000, Schauspielerin · geboren 1978

    Lara Dutta

    Hier geboren

    Sie verbrachte ihre ersten Jahre in einer Mittelschichtsgasse von Ghaziabad, bevor sie nach Bangalore zog. Würde sie heute zurückkehren, würde sie den Morgennebel über dem Hindon und die Schlange vor Saiyya Jis Kachori-Laden noch wiedererkennen - nur die Metropfeiler wären neu.

Wo essen

Wo Einheimische wirklich zum Abendessen einkehren — keine Touristenmenüs.

Insider- Tipps

Kleine Dinge, die verändern, wie die Stadt dir begegnet.

  • Mit der Metro schneller als im Stau

    Die Red Line fährt zur Hauptverkehrszeit alle 4 min; von Vaishali bis Rajiv Chowk dauert es exakt 28 min - halb so lang wie mit dem Taxi auf der NH-9.
  • Wasser in Flaschen mitnehmen

    Straßenhändler verwenden Leitungswasser; verlange ausdrücklich nach „Bisleri“. ₹20 können dir einen Tag im Bett ersparen.
  • Frühstück vor 9 Uhr

    Saiyya Jis Kachori ist bis 8:30 ausverkauft. Die Schlange bildet sich ab 7:45 - in der Gasse hinter Ghanta Ghar in Old Ghaziabad.
  • Shravan-Sonntage meiden

    Dudheshwar Nath empfängt 200k Kanwariyas; für 800 m Straße brauchst du dann 45 min. Komm stattdessen an einem Wochentag.
  • Bargeld für Streetfood

    Moonglet-Stand, Kanji-Vada-Wagen, Pandit Pakode - keiner akzeptiert UPI. Nimm ₹100-Scheine mit; um 8 Uhr morgens wechselt niemand ₹500.
  • Das Nachtleben endet um 11

    Nach den Verbrauchssteuervorschriften in Uttar Pradesh schließen die Zapfhähne in Bars um 23 Uhr. Die letzte Metro fährt um 11:30 von Vaishali - plane deinen Aufbruch, bevor die Türsteher zu gähnen beginnen.

Häufig gefragt

Lohnt sich ein Besuch in Ghaziabad?

Nur, wenn du deine Erwartungen anpasst. Der Bezirk selbst räumt ein, dass es hier „sehr wenige Sehenswürdigkeiten“ gibt. Komm wegen der Shiva-Tempel während der Feste, wegen des morgendlichen Streetfoods rund um Ghanta Ghar, oder nutze Ghaziabad als günstigen, per Metro gut angebundenen Ausgangspunkt für Tagesausflüge nach Delhi und Meerut.

Wie viele Tage sollte ich in Ghaziabad verbringen?

Ein voller Tag reicht für Dudheshwar Nath im Morgengrauen, einen Frühstücksbummel durch Old Ghaziabad, eine Bootsfahrt im City Forest und den Sonnenuntergang im Swarn Jayanti Park. Einen zweiten Tag brauchst du nur, wenn du die Café- und Mallkultur in Indirapuram erleben oder einen Abstecher in die Feuchtgebiete bei Dadri machen möchtest.

Was ist der schnellste Weg vom Flughafen Delhi nach Ghaziabad?

Mit dem Airport Express nach New Delhi (20 min), dort in die Blue Line umsteigen und bei Dilshad Garden in die Red Line Richtung Vaishali wechseln - insgesamt 90 min und ₹80. Ein Taxi kann um 3 Uhr morgens schneller sein (45 min), in der Rushhour solltest du aber mit 1 h 45 min und ₹900-1 200 rechnen.

Ist Ghaziabad sicher für alleinreisende Frauen?

Metro und Einkaufszentren fühlen sich sicher an, doch nach 22 Uhr leeren sich die Straßen. Bleib in gut beleuchteten Vierteln wie Vaishali oder Indirapuram, nutze App-Taxis statt Autos von der Straße und meide die Gassen von Old Ghaziabad während der Feste, wenn die Menschenmengen besonders dicht werden.

Welches lokale Gericht ist hier wirklich einzigartig?

Moonglet - ein dicker Pfannkuchen aus Mungbohnen, erfunden von Straßenhändlern in Old Ghaziabad. So etwas siehst du sonst nirgends in der NCR. Iss ihn heiß direkt vom Tawa nahe Ghanta Ghar; ein Teller kostet ₹40 und hält bis zum Mittag satt.

Kann ich das Taj Mahal als Tagesausflug von Ghaziabad aus besuchen?

Ja. Der Gatimaan Express fährt am nahe gelegenen Bahnhof Ghaziabad um 08:10 ab und erreicht Agra um 09:50. Zurück geht es um 17:50, sodass du um 19:30 wieder daheim bist. Buche den Chair Car im Voraus; der Fahrpreis beträgt ₹755 pro Strecke.

Alle Sehenswürdigkeiten.

2 Orte zu entdecken

Place

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Noida-Greater Noida Expressway

Bildnachweise (13)
  1. Satya Nandigam — Pexels License (https://www.pexels.com/license/) — Quelle: https://www.pexels.com/photo/12966707/
  2. BUILDING PHOTO (1) — Rugsinstyle — CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/) — Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:BUILDING_PHOTO_(1).jpg
  3. Delhi and sarroundings aerial photo 08-2016 img3 — Sumita Roy Dutta — CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/) — Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Delhi_and_sarroundings_aerial_photo_08-2016_img3.jpg
  4. Nasha Mukti Kendra in Indrapuram Ghaziabad — Gaurav090182 — CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/) — Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Nasha_Mukti_Kendra_in_Indrapuram_Ghaziabad.png
  5. Sunset at Ghaziabad — Ruchi Shakya — CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/) — Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sunset_at_Ghaziabad.jpg
  6. A View Of Ghaziabad — Thinklogic222 — CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/) — Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:A_View_Of_Ghaziabad.jpg
  7. Sai Darbar (Mata Vaishno Devi Mandir) Ghaziabad — Srdbhardwaj — CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/) — Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sai_Darbar_(Mata_Vaishno_Devi_Mandir)_Ghaziabad.jpg
  8. Pacific mall — Kashish sh — CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/) — Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Pacific_mall.jpg
  9. River Hindon - Aerial View - Ghaziabad 2016-08-04 5764 — Biswarup Ganguly — CC BY 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/) — Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:River_Hindon_-_Aerial_View_-_Ghaziabad_2016-08-04_5764.JPG
  10. Clock House — Akash Soni — CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/) — Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Clock_House.jpg
  11. River Hindon - Aerial View - Ghaziabad 2016-08-04 5763 — Biswarup Ganguly — CC BY 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/) — Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:River_Hindon_-_Aerial_View_-_Ghaziabad_2016-08-04_5763.JPG
  12. Ram Manohar Lohia Park — Mishra78 — CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/) — Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ram_Manohar_Lohia_Park.jpg
  13. SWARNJAYANTI PARK — Amy.Kanak — CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) — Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:SWARNJAYANTI_PARK.jpg

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