Dharmasthala
Das spirituelle und praktische Zentrum des Taluks liegt entlang des Netravati-Flusses und wird vom Sri-Manjunatha-Tempel geprägt. Doch die Stadt bietet weit mehr als nur das Heiligtum: das Volkskunstmuseum Manjusha, eine beachtliche Oldtimer-Sammlung, die S.D.M. Oriental Library und jainistische Basadis füllen auch den Tagesplan weltlich gesinnter Besucher. Die kostenlosen Gemeinschaftsspeisesäle, die täglich Tausende verköstigen, verleihen den Straßen eine fast schwebende Gemeinschaftsenergie, die in keiner anderen Tempelstadt Karnatakas zu finden ist. Unterkünfte gibt es reichlich und erschwinglich — Dharmasthala ist für die meisten Reisenden der natürliche Ausgangspunkt.
Ratnagiri-Hügel
Über Dharmasthala thront auf diesem Hügel ein zwölf Meter hoher Bahubali-Monolith, der weithin ins Tal sichtbar ist. Der Aufstieg — über Steinstufen oder eine geschwungene Straße — wird mit einem Panorama über das Netravati-Becken und die bewaldeten Ghatrücken belohnt. Frühe Besuche lohnen sich: Das Licht ist besser und die Menschenmengen dünner. Dass eine jainistische Skulptur über eine Shaiva-Tempelstadt wacht, macht den interreligiösen Charakter des Taluks auf eine Weise sichtbar, die kein Schild erklären könnte — in Granit gemeißelt.
Venur
Als ruhiges Gegenstück zum betriebsamen Dharmasthala bewahrt diese kleine Flusssiedlung das jainistische Erbe der Ajila-Dynastie in verwitterten Basadis und einer eigenen Bahubali-Statue. Das Tempo ist gemächlich, die Steinmetzarbeiten sind fein genug, um die Aufmerksamkeit zu fesseln, und das Flussufer lädt zu einer beschaulichen Halbtagsausflug ein. Venur belohnt all jene, die Atmosphäre über Infrastruktur stellen.
Ujire
Eine Universitätsstadt, deren Energie von Studierenden und Bildungseinrichtungen geprägt wird statt von Pilgern. Das S.D.M. College bildet den Mittelpunkt eines kleinen Geschäftsstreifens mit mehr Chai-Ständen und Buchläden pro Quadratmeter als anderswo im Taluk. Ujire dient als praktischer Knotenpunkt zwischen den Trekkingrouten der Ghats und dem Tempelrundkurs im Flachland.
Jamalabad-Fort
Auf einem steilen Felsvorsprung westlich von Belthangady thront diese verfallene Höhenburg, die einen echten Aufstieg über in den Stein gehauene Stufen verlangt — die Karnataka-Tourismusbehörde warnt ausdrücklich vor der Gefahr bei Monsunregen. Die Belohnung ist einer der schönsten Aussichtspunkte über die Westghats in Dakshina Kannada: grüne Bergrücken, die sich in alle Richtungen im Dunst verlieren. Trockenzeit-Morgende sind ideal; Wasser und griffige Schuhsohlen sind Pflicht.
Bandaje-Wasserfälle
Das wichtigste Trekking-Ziel des Taluks — kein Wasserfall für eine schnelle Rast, sondern eine echte Waldwanderung durch Ghats-Vegetation mit Blutegeln im Monsun, Wildblumen in der Zeit danach und Vogelgesang das ganze Jahr über. Am Ende wartet ein eindrucksvoller Wasserfall in einer Umgebung, die sich tatsächlich unberührt anfühlt. Gutes Schuhwerk, ausreichend Proviant und realistische Erwartungen an den Wegzustand sind unverzichtbar.
Kutlur
Ein Dorf, das nationale Anerkennung als Abenteuertourismus-Destination erhalten hat, steht Kutlur für das neue Gesicht des Belthangady-Taluks — ländliches Karnataka, neu entdeckt von Reisenden, die Kajak fahren, auf Bauernhöfen übernachten und geführte Naturwanderungen dem Tempel-Parcours vorziehen. Noch im Aufbruch und an den Rändern ungeschliffen — genau das ist der Reiz für Reisende, die von polierten Reiserouten gelangweilt sind.
Guruvayanakere
Eine Marktstadt und Knotenpunkt zwischen dem Arekapalmen- und Reisland der Tiefebene und dem Ghat-Hinterland. Weniger Reiseziel als Durchgangsstation — doch der Wochenmarkt bietet einen ungefilterten Einblick in das Leben des Taluks: Gewürzhändler, Landmaschinen und das beiläufige Sprachengemisch aus Tulu, Kannada und Konkani, das hier zum Alltag gehört.