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Einleitung
Der Stolperstein für Gertrud Kuttner in Karlsruhe, Deutschland, lädt Besucher ein, sich intensiv mit der Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung und der fortlaufenden Erinnerungskultur der Stadt auseinanderzusetzen. Diese kleinen, von Hand gravierten Messingplatten, die am letzten frei gewählten Wohnort von Opfern des Nationalsozialismus verlegt werden, sind Teil eines europaweiten Erinnerungsprojekts des Künstlers Gunter Demnig. Mit über 100.000 Stolpersteinen europaweit im Jahr 2025 rücken die einzelnen Geschichten in das öffentliche Bewusstsein (Stolpersteine Guide; Stolpersteine von Gunter Demnig).
Der Stolperstein für Gertrud Kuttner, der sich in der Schlößleweg 2 im Karlsruher Stadtteil Durlach befindet, ist eine eindringliche Mahnung an die jüdischen Familien, die vor der Deportation in sogenannte "Judenhäuser" gezwungen wurden. Dieser Leitfaden bietet detaillierte Informationen zur Geschichte der Gedenkstätte, ihrer Zugänglichkeit, Besuchertipps und verwandten Orten, um einen bedeutungsvollen und respektvollen Besuch zu gewährleisten (Gedenkbuch Karlsruhe; Stadtwiki Karlsruhe).
Was sind Stolpersteine?
Ursprünge und Entwicklung
Das Projekt Stolpersteine begann in den frühen 1990er Jahren als Basisbewegung des Künstlers Gunter Demnig. Jeder Stolperstein ist ein 10 x 10 cm großer Betonwürfel mit einer Messingplatte, der bündig in den Gehweg vor dem letzten frei gewählten Wohnort oder Arbeitsplatz eines Opfers der nationalsozialistischen Verfolgung eingelassen wird. Die Gravur umfasst den Namen der Person, ihr Geburtsdatum, ihr Schicksal und, falls bekannt, das Sterbedatum und den Sterbeort. Dieser dezentrale Ansatz hat zu mehr als 100.000 Steinen geführt, die Juden, Roma und Sinti, politische Häftlinge, LGBTQ+-Personen und andere vom NS-Regime Verfolgte ehren (Stolpersteine Guide; Stolpersteine von Gunter Demnig).
Historischer Kontext in Karlsruhe
Die einst blühende jüdische Gemeinde Karlsruhes litt stark unter dem NS-Regime. Die Umsetzung von antisemitischen Gesetzen und die Ereignisse der Reichspogromnacht 1938 markierten den Beginn systematischer Verfolgung. Viele jüdische Einwohner, darunter die Familie Kuttner, wurden in "Judenhäuser" vertrieben, bevor sie in Lager wie Gurs und Auschwitz deportiert wurden (Stadtwiki Karlsruhe; Gedenkbuch Karlsruhe).
Die Geschichte von Gertrud Kuttner und der Schlößleweg 2
Gertrud Kuttner und ihre Familie lebten in der Schlößleweg 2, einem Gebäude, das später als "Judenhaus" ausgewiesen wurde. Mit zunehmender nationalsozialistischer Verfolgung wurden Juden aus kleineren Städten in diese ausgewiesenen Häuser in größeren Städten gezwungen. Die Familie Kuttner war zusammen mit anderen, wie den Franks, unter immer bedrückenderen Bedingungen zusammengepfercht. Dieser Ort steht sowohl für die systematische Vertreibung als auch für die Widerstandsfähigkeit der jüdischen Gemeinschaft angesichts eskalierender Bedrohungen (Stadtwiki Karlsruhe).
Am 22. Oktober 1940 wurde Gertrud Kuttner zusammen mit vielen anderen aus Baden in das Konzentrationslager Gurs in Frankreich deportiert, ein Schicksal, das mehr als 5.000 Juden aus der Region teilten (Stadtgeschichte Karlsruhe).
Kulturelle und Gedenkstättenbedeutung
Der Stolperstein für Gertrud Kuttner ist nicht nur eine persönliche Ehrung, sondern auch ein Symbol für die breitere Tragödie, die von jüdischen Familien in Karlsruhe und ganz Europa erlebt wurde. Das Projekt bringt die Gedenkkultur in das tägliche Leben und regt Passanten zum Nachdenken an. Im Jahr 2024 wurden in Karlsruhe fast 300 Stolpersteine verlegt, die alle zu einem Netz der Erinnerung in der Stadt beitragen (Stadtwiki Karlsruhe; stolpersteine.eu).
Gemeindemitglieder, Schulen und lokale Organisationen organisieren regelmäßig Reinigungs- und Gedenkveranstaltungen, um die Erinnerung an die Geehrten am Leben zu erhalten (BNN Karlsruhe).
Besuch des Stolpersteins für Gertrud Kuttner
Öffnungszeiten und Zugänglichkeit
- Rund um die Uhr geöffnet: Der Stolperstein ist in den öffentlichen Gehweg eingelassen und kann jederzeit, das ganze Jahr über, besichtigt werden.
- Kostenlos: Es sind keine Tickets oder Eintrittsgelder erforderlich.
- Barrierefreiheit: Die Gedenkstätte befindet sich auf einem flachen Gehweg und ist für Rollstühle, Kinderwagen und Besucher aller Altersgruppen geeignet.
Anreise
- Adresse: Schlößleweg 2, Stadtteil Durlach, Karlsruhe
- Öffentliche Verkehrsmittel: Vom Karlsruher Hauptbahnhof nehmen Sie die Straßenbahnlinien S4 oder S5 nach Durlach und gehen dann ein kurzes Stück zur Gedenkstätte.
- Mit dem Auto: Es stehen nur begrenzte Parkplätze zur Verfügung; bitte beachten Sie die Regeln für Anwohnerparkplätze (Mapcarta).
Praktische Besuchertipps
- Beste Besuchszeit: Jederzeit, wobei Tageslicht für das Lesen der Inschriften am besten geeignet ist. Berücksichtigen Sie wichtige Daten wie den Holocaust-Gedenktag (27. Januar) oder den Jahrestag der Deportationen am 22. Oktober 1940.
- Was Sie mitbringen sollten: Ein weiches Tuch zum Reinigen der Platte, wenn Sie möchten. Blumen oder kleine Steine sind traditionelle Gedenkgeschenke.
- Etikette: Halten Sie inne zum Lesen und Nachdenken. Fotografieren ist erlaubt, aber achten Sie auf die Wohngegend.
Verbindung zur Erinnerungskultur Karlsruhes
Die Karlsruher Stolpersteine sind Teil einer breiteren Erinnerungskultur. In der Nähe finden Sie Stolpersteine für Waldemar Kuttner, Elise Frank und Salomon Frank sowie Gedenkstätten wie den jüdischen Friedhof und verschiedene historische Tafeln (Stadtgeschichte Karlsruhe). Jährliche Veranstaltungen, Schulprojekte und Gemeinschaftsinitiativen bekräftigen das Engagement der Stadt für die Erinnerungskultur.
Vorgeschlagene Rundroute und nahegelegene Attraktionen
Bereichern Sie Ihren Besuch, indem Sie weitere wichtige Orte erkunden:
- Stolperstein für Gertrud Kuttner in der Schlößleweg 2
- Historisches Viertel Durlach: Erkunden Sie mittelalterliche Architektur und lokale Cafés
- Marktplatz: Zentraler Platz mit der Karlsruher Pyramide und historischen Gebäuden (Karlsruhe Highlights)
- Karlsruher Schloss und Schlossgarten: Erfahren Sie mehr im Badischen Landesmuseum und genießen Sie die Gärten
- ZKM | Zentrum für Kunst und Medien: Zeitgenössische Ausstellungen zu Erinnerung und Identität
Führungen und gemeinschaftliches Engagement
- Geführte Stolperstein-Touren: Erhältlich über das Karlsruhe Tourismusbüro und lokale Geschichtsvereine.
- Gemeinschaftsveranstaltungen: Nehmen Sie an Reinigungstagen und Gedenkfeiern teil, insbesondere an bedeutenden Jahrestagen (Culture Tourist Karlsruhe Guide).
Gastronomie und Unterkunft
Durlach und das Stadtzentrum bieten eine Vielzahl von Restaurants und Cafés zur Reflexion nach Ihrem Besuch. Für Übernachtungen können Sie für eine bequeme Anbindung an den Nahverkehr Optionen wie das Hotel Der Blaue Reiter in Betracht ziehen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F: Benötige ich ein Ticket, um den Stolperstein für Gertrud Kuttner zu besuchen? A: Nein, die Gedenkstätte ist kostenlos und jederzeit öffentlich zugänglich.
F: Ist die Gedenkstätte rollstuhlgerecht? A: Ja, sie befindet sich auf einem flachen Gehweg, der für Mobilitätshilfen geeignet ist.
F: Kann ich an einer Führung teilnehmen? A: Ja, informieren Sie sich beim Karlsruhe Tourismusbüro über verfügbare Touren, die sich auf Stolpersteine und jüdische Geschichte konzentrieren.
F: Gibt es in der Nähe weitere verwandte Gedenkstätten? A: Ja, darunter weitere Stolpersteine, der jüdische Friedhof und das Karlsruher Schloss.
F: Wie kann ich an Gedenkveranstaltungen teilnehmen? A: Nehmen Sie an gemeinschaftlichen Reinigungsaktionen teil oder besuchen Sie Zeremonien an Gedenktagen.
Visuelles Material und Karten

Interaktive Karte: Standorte von Stolpersteinen in Karlsruhe
Hören Sie die ganze Geschichte in der App
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