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Einleitung
Der Stolperstein für Christian Daniel Nussbaum in Karlsruhe ist ein bewegendes Denkmal für die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung und bietet Besuchern die einzigartige Gelegenheit, sich direkt mit der schwierigen Geschichte der Stadt und Europas auseinanderzusetzen. Stolpersteine sind kleine Messingplatten, die in Gehwege eingelassen werden, um an den letzten frei gewählten Wohnort von Opfern des NS-Regimes zu erinnern. Das von dem Künstler Gunter Demnig in den frühen 1990er Jahren ins Leben gerufene Projekt ist heute das größte dezentrale Denkmal der Welt mit über 107.000 verlegten Steinen in fast 1.900 Kommunen in 30 Ländern (stolpersteine.eu).
Christian Daniel Nussbaum, geboren 1888 in Straßburg, war ein sozialdemokratischer Politiker und Landtagsabgeordneter in Baden. Seine Verfolgung, Institutionalisierung und sein mysteriöser Tod in der Heil- und Pflegeanstalt Wiesloch sind beispielhaft für die besonders brutale Unterdrückung politischer Gegner im Dritten Reich (Stolpersteine in Freiburg; Stadtwiki Karlsruhe).
Der Stolperstein für Nussbaum, der ursprünglich 2013 verlegt und nach erheblichen Kontroversen 2025 wieder eingesetzt wurde, symbolisiert das gesellschaftliche Engagement, sich mit komplexen Geschichtsereignissen auseinanderzusetzen und alle Opfer totalitärer Gewalt zu ehren (Wikipedia: Christian Nußbaum). Das Denkmal ist jederzeit zugänglich und kostenlos und lädt zur persönlichen Reflexion ein und fördert den fortlaufenden öffentlichen Dialog über die Bedeutung von Erinnerung.
Historischer Hintergrund von Christian Daniel Nussbaum
Christian Daniel Nussbaum wurde am 9. Juli 1888 in Straßburg geboren. Als aktives Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) war er von 1929 bis 1933 Abgeordneter im Landtag von Baden. Nussbaum war mit Emma Nussbaum (geb. Eberle) verheiratet, die Jüdin war, identifizierte sich selbst aber nicht als jüdisch (Stolpersteine in Freiburg). Sein politisches Engagement machte ihn zu einem Ziel während der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten.
Am 17. März 1933 erschoss Nussbaum, nachdem man ihm mit "Schutzhaft" drohte, zwei Polizisten. Die Nationalsozialisten nutzten dieses Ereignis, um die Unterdrückung der Arbeiterbewegung in Baden zu verschärfen. Nussbaum wurde für geistig unzurechnungsfähig erklärt, institutionalisiert und starb am 25. Juni 1939 in der Heil- und Pflegeanstalt Wiesloch. Während offizielle Aufzeichnungen eine Krankheit als Todesursache angeben, deuten neuere Forschungen und Familienerzählungen darauf hin, dass er wahrscheinlich durch Zwangseinnahme von Medikamenten ermordet wurde – ein Beispiel für den Missbrauch psychiatrischer Einrichtungen zur politischen Verfolgung durch die Nationalsozialisten (Wikipedia: Christian Nußbaum; Stadtwiki Karlsruhe).
Das Stolperstein-Projekt: Ursprünge und Bedeutung
Das von Gunter Demnig 1992 initiierte Stolperstein-Projekt hat zum Ziel, den Namen und die Würde von Opfern des Nationalsozialismus wiederherzustellen, indem ihre Erinnerung in den Alltag integriert wird (stolpersteine.eu). Jeder Stolperstein ist eine 10 x 10 cm große Messingplatte, die mit den Daten des Opfers graviert und in den Gehweg vor dessen letztem selbstgewählten Wohnort eingelassen wird. Das Motto des Projekts, „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, unterstreicht den persönlichen Ansatz.
Das Projekt ist zu einem kollaborativen, partizipativen Mahnmal geworden, an dem Familien, Lokalhistoriker, zivile Organisationen und Kommunen beteiligt sind. Seine dezentrale Natur sorgt dafür, dass die Erinnerung sich ständig weiterentwickelt und in den am stärksten betroffenen Gemeinschaften verwurzelt ist.
Der Stolperstein für Nussbaum: Standort und Geschichte
Der Stolperstein für Christian Daniel Nussbaum wurde erstmals am 10. November 2013 in Karlsruhe an seiner letzten selbstgewählten Adresse verlegt. Im Jahr 2017 entfernten Stadtbeamte den Stein inmitten einer Kontroverse über seine Inschrift, die seine Tötung von Polizisten erwähnte. Künstler Gunter Demnig und lokale Befürworter argumentierten erfolgreich für die Beibehaltung des ursprünglichen Wortlauts, und der Stolperstein wurde im April 2025 wieder angebracht (Wikipedia: Christian Nußbaum; Stadtwiki Karlsruhe). Das Denkmal erinnert damit nicht nur an Nussbaums Leben und Schicksal, sondern verkörpert auch die fortwährende Auseinandersetzung mit der historischen Erinnerung.
Informationen für Besucher
Standort, Öffnungszeiten und Tickets
- Wo: Der Stolperstein ist im Gehweg vor Nussbaums letzter frei gewählter Wohnadresse in Karlsruhe eingelassen. Für die genaue Adresse konsultieren Sie die Karlsruhe Stolpersteine Projektseite oder lokale Karten.
- Öffnungszeiten: Das Denkmal ist im Freien und das ganze Jahr über jederzeit zugänglich.
- Tickets: Der Besuch ist kostenlos.
Beste Besuchszeiten
Obwohl jederzeit zugänglich, kann ein Besuch an bedeutenden Daten – wie dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust (27. Januar), dem Jahrestag von Nussbaums Tod (25. Juni) oder während lokaler Stolperstein-Reinigungsevents – das Erlebnis bereichern (Stadtwiki Karlsruhe).
Verhaltensregeln für Besucher
- Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um am Denkmal zu lesen und nachzudenken.
- Es ist üblich, das Messing leicht zu polieren oder einen kleinen Stein oder eine Blume als Zeichen der Erinnerung abzulegen.
- Respektieren Sie die Privatsphäre der Anwohner und blockieren Sie keine Eingänge.
- Melden Sie etwaige Schäden oder Vandalismus den Stolperstein Projektkoordinatoren.
Sehenswürdigkeiten in der Nähe und Reisetipps
Das Karlsruher Stadtzentrum bietet weitere historische Attraktionen, darunter das Karlsruher Schloss, den Botanischen Garten und Museen mit Fokus auf Regional- und Holocaust-Geschichte. Die Stadt ist fußgängerfreundlich und gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Geführte Stadtrundgänge – manchmal speziell auf Stolpersteine ausgerichtet – werden von lokalen Organisationen angeboten (Karlsruhe Kulturdenkmale).
Kultureller und historischer Kontext
Der Stolperstein für Christian Daniel Nussbaum verkörpert den Kampf, Opfer zu erinnern und zu ehren, deren Geschichten einfache Narrative herausfordern. Sein Leben und Schicksal beleuchten die breitere Verfolgung politischer Gegner unter dem Nationalsozialismus und den Missbrauch psychiatrischer Einrichtungen. Die wechselvolle Geschichte des Denkmals und seine Wiederaufstellung spiegeln die laufenden Debatten darüber wider, wie die komplexen Vergangenheiten am besten im Gedächtnis gehalten werden (Wikipedia: Christian Nußbaum).
Gesellschaftliches Engagement und Erinnerungsrituale
Lokale Schulen, zivile Gruppen und Familien spielen eine entscheidende Rolle bei der Erforschung von Biografien, der Spende von Steinen und der Teilnahme an Verlegezeremonien. Jährliche Reinigungsevents und Gedenkfeiern fördern die kollektive Verantwortung und halten die Erinnerung an Opfer lebendig (bnn.de). Besucher sind herzlich eingeladen, an diesen Ritualen als Zeichen der Solidarität teilzunehmen.
Pädagogische und soziale Auswirkung
Stolpersteine werden weit verbreitet als pädagogische Werkzeuge eingesetzt und in Schulcurricula und Gemeinschaftsprojekte integriert. Ihre Präsenz im alltäglichen städtischen Raum fördert ständige Reflexion und intergenerationellen Dialog über den Holocaust, die Gefahren der Intoleranz und den Wert der Menschenrechte (stolpersteine.eu).
Herausforderungen und Kontroversen
Trotz ihrer breiten Akzeptanz haben Stolpersteine Debatten ausgelöst. Einige Kritiker argumentieren, die Platzierung auf Fußbodenniveau sei respektlos; andere bezweifeln die Angemessenheit solch kleinräumiger Gedenkstätten. Die Kontroverse um den Stolperstein von Christian Daniel Nussbaum – insbesondere im Hinblick auf die Formulierung und Interpretation seiner Handlungen – spiegelt die breiteren Komplexitäten des öffentlichen Gedenkens wider (tracesofwar.com).
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wo befindet sich der Stolperstein für Christian Daniel Nussbaum? Er ist vor seinem letzten frei gewählten Wohnort in Karlsruhe platziert. Für die genaue Adresse siehe lokale Karten oder die Karlsruhe Stolpersteine Seite.
Gibt es festgelegte Besuchszeiten oder sind Tickets erforderlich? Nein. Das Denkmal ist im Freien und jederzeit kostenlos zugänglich.
Sind Führungen verfügbar? Ja, es gibt gelegentlich Führungen und Bildungsrundgänge, die Stolpersteine einschließen. Informieren Sie sich auf der Stolpersteine Karlsruhe Webseite oder bei den Touristeninformationen.
Darf ich Fotos machen? Fotografieren ist erlaubt. Bitte seien Sie respektvoll und stören Sie keine Anwohner.
Wie kann ich an einer Gedenkveranstaltung teilnehmen? Viele Gemeinden organisieren jährliche Reinigungs- und Gedenkveranstaltungen; Informationen sind über lokale Stolpersteinorganisationen verfügbar.
Hören Sie die ganze Geschichte in der App
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