Georgisches Nationales Handschriftenzentrum

Tiflis, Georgien

Georgisches Nationales Handschriftenzentrum

Einleitung

Im pulsierenden Herzen von Tiflis gelegen, ist das Georgische Nationale Handschriftenzentrum (GNCC) – offiziell das Nationale Handschriftenzentrum Korneli Kekelidse – Georgiens erste Institution für die Erhaltung und Feier des literarischen und dokumentarischen Erbes der Nation. Gegründet 1958 zu Ehren des renommierten Philologen Korneli Kekelidse, bewahrt das Zentrum eine erstklassige Sammlung von Handschriften und Archivdokumenten auf, die teilweise bis ins 5. Jahrhundert n. Chr. zurückreichen. Das GNCC dient als Brücke zwischen Ost und West und ist nicht nur ein Depot von über 170.000 unschätzbaren Objekten – darunter georgische, orientalische und seltene gedruckte Texte –, sondern auch ein Zentrum für Wissenschaft, Restaurierung und digitale Innovation.

Dieser umfassende Leitfaden beschreibt die Ursprünge des Zentrums, seine Sammlungen, seine wissenschaftliche Bedeutung, Besucherinformationen (Öffnungszeiten, Tickets, Führungen und Barrierefreiheit) sowie Tipps zur Maximierung Ihres Erlebnisses. Für offizielle Aktualisierungen und den virtuellen Zugang zu digitalen Sammlungen beachten Sie die Website des Georgischen Nationalen Handschriftenzentrums und das UNESCO-Register „Memory of the World“.


Ursprünge und Gründung

Das 1958 gegründete GNCC ehrt Korneli Kekelidze, dessen Pionierforschung die Grundlage für die moderne georgische Handschriftenforschung bildete. Das Zentrum wurde gegründet, um Handschriften aus Kirchen, Klöstern und Privatsammlungen in ganz Georgien und im Kaukasus zu sammeln, zu schützen und systematisch zu untersuchen – eine Anstrengung, die in der Sowjetzeit einen Wendepunkt in der Kulturerhaltung darstellte (Offizielle Geschichte des GNCC).


Sammlungen und historische Schätze

Die Bestände des GNCC umfassen mehr als 170.000 Objekte, darunter:

  • Georgische Handschriften: Über 15.000 Exemplare aus dem 5. bis 19. Jahrhundert.
  • Orientalische Handschriften: Über 1.500 Texte in Arabisch, Persisch, Türkisch, Armenisch und weiteren Sprachen.
  • Griechische, lateinische und slawische Texte: Zeugnisse Georgiens interkultureller Verbindungen.
  • Archivdokumente: Über 30.000 Bestände, darunter königliche Erlasse, diplomatische Korrespondenz und persönliche Papiere.
  • Seltene gedruckte Bücher: 20.000 Bände, darunter die ersten georgischen Drucke.

Bemerkenswerte Schätze sind:

  • Adysch-Evangelien (897 n. Chr.): Unter den ältesten georgischen Handschriften, berühmt für ihre Kalligrafie und Illumination.
  • Wani-Evangelien (12. Jahrhundert): Ein Meisterwerk mittelalterlicher georgischer Kunst.
  • Werke von Schota Rustaweli: Mehrere Versionen des georgischen Nationalepos „Der Recke im Tigerfell“ mit einzigartigen Kommentaren.

Thematische Sammlungen beleuchten regionale Themen, wie Abchasien, und umfassen Handschriften in Griechisch, Armenisch, Arabisch, Persisch und Syrisch (UNESCO Memory of the World), (Quelle).


Wissenschaftlicher Einfluss und nationale Identität

Das GNCC ist ein zentraler Akteur in der georgischen Philologie, Paläografie und Kodikologie. Durch die Erstellung kritischer wissenschaftlicher Ausgaben, Wörterbücher und Monografien hat es eine wesentliche Rolle bei der Rekonstruktion und Förderung des georgischen Alphabets gespielt, eines der nur 14 weltweit einzigartigen Schriftsysteme (UNESCO Immaterielles Kulturerbe). Die Arbeit des Zentrums hat die nationale Identität im Laufe der wechselvollen Geschichte Georgiens bewahrt und belebt bis heute das kulturelle Bewusstsein.


Konservierung und Digitalisierung

Die Konservierung steht im Mittelpunkt der Mission des GNCC. Das Zentrum betreibt fortschrittliche Konservierungslabore und setzt sowohl traditionelle als auch moderne Restaurierungstechniken ein, mit Unterstützung von UNESCO und dem Internationalen Archivrat (UNESCO-Projekt). Umfangreiche Digitalisierungsinitiativen haben Tausende von Handschriften über die digitale Bibliothek des GNCC zugänglich gemacht, wodurch Originale geschützt und der Zugang für Forscher und die Öffentlichkeit weltweit demokratisiert wird.


Internationale Anerkennung und Zusammenarbeit

Die globale Bedeutung des GNCC wird durch die Aufnahme seiner Handschriften in das UNESCO-Register „Memory of the World“ bestätigt. Das Zentrum arbeitet mit renommierten Institutionen, darunter die British Library und die Vatikanische Bibliothek, an Forschungsprojekten, Ausstellungen und Konservierungsprojekten (Zusammenarbeit mit der British Library). Regelmäßige internationale Konferenzen, wie die jährliche International Spring School, fördern den wissenschaftlichen Austausch und die Bekanntmachung des Handschriftenerbes Georgiens (Quelle).


Besucherinformationen: Öffnungszeiten, Tickets und Barrierefreiheit

Standort: M. Aleksidse-Straße 1, Zentrales Tiflis – gut erreichbar mit der Metro (Station Technische Universität), Stadtbussen oder Taxi.

  • Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag, 10:00 bis 18:00 Uhr; Sonntags, montags und an Feiertagen geschlossen (Besucherinformationen des GNCC).
  • Tickets: Der allgemeine Eintritt kostet 5 GEL; kostenlos für Studenten, Senioren und Kinder unter 12 Jahren. Kinder unter 7 Jahren haben in der Regel freien Eintritt; Ermäßigungen für Gruppen verfügbar. Für einige Sonderausstellungen können zusätzliche Gebühren anfallen (Öffnungszeiten von Museen).
  • Führungen: Verfügbar auf Georgisch, Englisch und Russisch; Vorabbuchung empfohlen. Eine geringe Gebühr kann anfallen.
  • Barrierefreiheit: Vollständig rollstuhlgerecht mit Rampen, Aufzügen und barrierefreien Toiletten.
  • Einrichtungen: Garderoben, Toiletten, Verkaufsautomaten und ein Buchladen; kein Café vor Ort, aber viele nahegelegene Optionen.

Ausstellungen, Sonderveranstaltungen und Bildungsprogramme

Das GNCC präsentiert permanente und wechselnde Ausstellungen, wie zum Beispiel:

  • Die Schatzkammer georgischer Handschriften: Präsentation wichtiger Exponate wie der Adysch- und Wani-Evangelien.
  • Internationale Handschriften: Hervorhebung des multikulturellen Erbes Georgiens.
  • Thematische Ausstellungen: Konzentration auf Themen wie die Geschichte der georgischen Schrift oder Regionalstudien.

Geführte Touren, Workshops (z. B. Kalligrafie, Handschriftenrestaurierung) und Bildungsprogramme werden für alle Altersgruppen angeboten. Das Zentrum organisiert auch Vorträge, Konferenzen und Sonderveranstaltungen in Zusammenarbeit mit kulturellen und akademischen Partnern (Quelle).


Praktische Besuchertipps und Einrichtungen

  • Vorausschauend planen: Prüfen Sie die offizielle Website auf aktuelle Informationen zu Öffnungszeiten, Tickets und Schließungen.
  • Früh ankommen: Besonders während Sonderausstellungen oder an Wochenenden.
  • Bequem kleiden: Tiflis zählt hügelig; tragen Sie bequeme Schuhe.
  • Fotografie: In den meisten öffentlichen Bereichen erlaubt (kein Blitzlicht oder Stativ); Beschilderung auf Einschränkungen beachten.
  • Sprache: Die meisten Mitarbeiter sprechen Englisch und Russisch; alle Ausstellungen sind zweisprachig.
  • Besuche kombinieren: Das GNCC liegt in der Nähe der Staatlichen Universität Tiflis, des Heldenplatzes und anderer wichtiger Sehenswürdigkeiten.
  • Etikette: Bewahren Sie Ruhe und Respekt; Essen und Trinken in Ausstellungsbereichen nicht gestattet.

Nahegelegene Attraktionen in Tiflis

Maximieren Sie Ihren Besuch, indem Sie erkunden:

  • Altstadt von Tiflis: Kopfsteinpflasterstraßen, traditionelle Architektur, Cafés.
  • Narikala-Festung: Panoramablick auf die Stadt.
  • Georgisches Nationalmuseum: Archäologische und ethnografische Sammlungen.
  • Heilige Dreifaltigkeits-Kathedrale und Metekhi-Kirche: Bedeutende religiöse Wahrzeichen.

(Tiflis-Reisetipps)


Häufig gestellte Fragen (FAQs)

F: Was sind die Öffnungszeiten des GNCC? A: Dienstag–Samstag, 10:00–18:00 Uhr; Sonntags, montags und an Feiertagen geschlossen.

F: Wie viel kosten die Tickets? A: Allgemeiner Eintritt 5 GEL; kostenlos für Studenten, Senioren und Kinder unter 12 Jahren. Zusätzliche Gebühren für Sonderausstellungen.

F: Sind Führungen verfügbar? A: Ja, auf Georgisch, Englisch und Russisch; Vorabbuchung erforderlich.

F: Ist das Zentrum barrierefrei? A: Vollständig rollstuhlgerecht mit Rampen und Aufzügen.

F: Darf ich Exponate fotografieren? A: Ja, in den meisten Bereichen, jedoch ohne Blitzlicht oder Stativ.

F: Wie komme ich vom Flughafen dorthin? A: Etwa 20 Minuten Fahrt mit dem Taxi oder öffentlichen Verkehrsmitteln ins Stadtzentrum.

F: Kann ich Handschriften online abrufen? A: Ja, über das digitale Portal des GNCC.


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