Die Schia-Moschee, Tiflis

Einleitung

Eingebettet in das historische Viertel Abanotubani in Tiflis, steht die Jumah-Moschee – allgemein als Shia-Moschee oder Große Moschee von Tiflis bezeichnet – als Zeugnis jahrhundertelanger religiöser Koexistenz und architektonischer Entwicklung. Die Moschee ist einzigartig für ihre gemeinsame Nutzung durch sunnitische und schiitische muslimische Gemeinden und verkörpert die multikulturelle Harmonie und Widerstandsfähigkeit, die die Hauptstadt Georgiens auszeichnen. Dieser Leitfaden bietet tiefgehende historische Hintergründe, architektonische Höhepunkte, praktische Besuchsinformationen und Reisetipps für alle, die diesen ikonischen Ort besuchen möchten.


Frühe muslimische Präsenz in Tiflis

Die islamische Geschichte in Tiflis reicht bis ins frühe achte Jahrhundert zurück, als arabische Truppen in der Stadt Fuß fassten. Im Laufe der Zeit diversifizierte sich die muslimische Präsenz, wobei sowohl sunnitische als auch schiitische Bevölkerungsgruppen religiöse und kulturelle Institutionen bauten. Moscheen wurden zu einem integralen Bestandteil der Stadtlandschaft und spiegelten Tiflis' Position am Kreuzweg von Imperien und Glaubensrichtungen wider (Atinati; Georgia Travel).

Bau und Vermächtnis der Shia-Moschee

Eine der bedeutendsten Moscheen war die ursprüngliche Shia-Moschee, die unter der Schirmherrschaft von Schah Ismail I. von Persien während seiner Besatzung (1522–1524) erbaut wurde. Bekannt für ihre glasierten Kacheln und ihre beeindruckende Größe, wurde diese Moschee zu einem spirituellen und architektonischen Wahrzeichen, das den Einfluss des Safawidenreichs und die anhaltende Präsenz des schiitischen Islams im Kaukasus symbolisierte (Atinati; Georgia Travel; New Statesman).

Osmanische und persische Einflüsse

Im 18. Jahrhundert schwankte Tiflis zwischen osmanischer und persischer Herrschaft. Die Osmanen errichteten während ihrer Herrschaft (1723–1735) eine sunnitische Moschee, die jedoch in den 1740er Jahren von den Persern zerstört wurde. Diese Verschiebungen spiegelten anhaltende konfessionelle und imperiale Rivalitäten wider und hinterließen bleibende Spuren in der religiösen Architektur von Tiflis (Atinati; Advantour).

Wiederaufbau und Entwicklung im 19. Jahrhundert

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die sunnitische Moschee unter der Leitung des Architekten Giovanni Scudieri neu erbaut und verband neugotische mit islamischen Motiven. Das heutige Erscheinungsbild der Moschee, das in den 1890er Jahren mit Unterstützung des Philanthropen Zeynalabdin Taghiyev entstand, zeichnet sich durch eine rotbraune Ziegelfassade, eine schachbrettartig gemusterte Kuppel und ihr ikonisches achteckiges Minarett aus. Dieses Design harmoniert mit der historischen Architektur von Tiflis und zelebriert gleichzeitig die islamische Kunst (Advantour; Georgian Holidays).

Abriss und moderne gemeinsame Nutzung

Ein Wendepunkt kam im Jahr 1950, als die ursprüngliche Shia-Moschee beim Bau der Metekhi-Brücke abgerissen wurde. In einer bemerkenswerten Geste luden die sunnitischen Gläubigen die schiitischen Gläubigen ein, sich ihnen in der Jumah-Moschee anzuschließen. Seitdem wird dieser Ort von beiden Gemeinden gemeinsam genutzt, was ihn zu einem globalen Symbol religiöser Toleranz und Einheit macht (Atlas Obscura; Georgia Travel; Georgian Holidays).

Besuchszeiten und Ticketinformationen

  • Öffnungszeiten: Täglich, typischerweise von 9:00 bis 23:00 Uhr (Travejar).
  • Eintritt: Kostenlos für alle Besucher; Spenden sind willkommen.
  • Führungen: Sie werden nicht offiziell angeboten, aber lokale Anbieter nehmen die Moschee in Stadtrundgänge auf und bieten historischen Kontext (Travejar).
  • Beste Zeiten: Vermeiden Sie Freitagsgebete und religiöse Feiertage aufgrund großer Menschenansammlungen.

Barrierefreiheit und Etikette

Anreise

  • Lage: Botanische Straße 32, Viertel Abanotubani, nahe der Festung Narikala und dem Botanischen Garten von Tiflis.
  • Anfahrt: Leicht erreichbar mit der Metro (Station Avlabari), dem Bus, Taxi oder zu Fuß vom alten Stadtkern aus.

Barrierefreiheit

  • Die Anlagen der Moschee verfügen über gepflasterte Wege; der Zugang ins Innere kann aufgrund der traditionellen Architektur für Rollstuhlfahrer eingeschränkt sein.

Kleiderordnung und Etikette

  • Frauen: Bescheidene Kleidung, die Arme und Beine bedeckt; Bedeckung des Haares (Schal) erforderlich (Blue Mosque Guide; Mad Traveller).
  • Männer: Lange Hosen und Hemden mit Ärmeln tragen; keine Shorts oder Tanktops.
  • Schuhe: Vor Betreten der Gebetsbereiche ausziehen.
  • Verhalten: Ruhe bewahren, besonders während der Gebete; um Erlaubnis fragen, bevor drinnen fotografiert wird; Hauptsaal während der Gottesdienste meiden (The Invisible Tourist).

Architektonische Merkmale

Außenseite

  • Charakteristisches Ziegelmauerwerk mit geometrischen Mustern, Spitzbogentor und hohen Spitzbogenfenstern.
  • Das achteckige Minarett, gekrönt von einer zwiebelförmigen Kuppel, ist ein Wahrzeichen der Stadt (Atlas Obscura; Caucasus Edition).

Innenseite

  • Geräumiger Gebetssaal mit traditionellen Teppichen und dezenten Wandfarben.
  • Mihrab mit kalligraphischer Kachelarbeit; schlanke Säulen stützen das Dach.
  • Die Dekoration umfasst Koran-Kalligraphie und Buntglasfenster, die persische und georgische Stile mischen (Georgia Travel; Culture Trip).

Restaurierung

  • Umfangreiche Restaurierungen im Jahr 1998 und laufende Bemühungen konzentrieren sich auf die Erhaltung des Mauerwerks, der Kalligraphie und der Buntglasfenster (UNESCO).

Nahegelegene Sehenswürdigkeiten

  • Festung Narikala: Bietet atemberaubende Ausblicke auf die Stadt.
  • Schwefelbäder: Historische Badehäuser, die die multikulturelle Geschichte von Tiflis widerspiegeln.
  • Botanischer Garten von Tiflis: Ideal für einen ruhigen Spaziergang.
  • Altstadt: Erkunden Sie verwinkelte Gassen und das multireligiöse Erbe von Tiflis.
  • Andere religiöse Stätten: Die armenische Kathedrale des Heiligen Georg, die Große Synagoge und zahlreiche orthodoxe Kirchen unterstreichen die Vielfalt von Tiflis (Advantour).

Gemeinschaftliches Engagement und zeitgenössische Relevanz

  • Die Moschee ist ein lebendiges Gemeindezentrum, das tägliche Gebete, islamische Feste wie Eid und interreligiöse Veranstaltungen beherbergt (WellMed Charitable Foundation TripKit).
  • Sie symbolisiert friedliche Koexistenz, wobei sowohl sunnitische als auch schiitische Gläubige einen gemeinsamen Gebetsraum ohne Trennung nutzen (Eurasianet).

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F: Was sind die Öffnungszeiten der Moschee? A: Im Allgemeinen täglich von 9:00 bis 23:00 Uhr; Freitagsgebetszeiten meiden.

F: Gibt es einen Eintrittspreis? A: Nein, der Eintritt ist frei; Spenden werden geschätzt.

F: Sind Führungen verfügbar? A: Nicht offiziell, aber viele lokale Touren beinhalten die Moschee.

F: Ist die Moschee rollstuhlgerecht? A: Außenbereiche sind zugänglich; der Zugang ins Innere kann aufgrund von Stufen und engen Durchgängen eingeschränkt sein.

F: Wie lautet die Kleiderordnung? A: Bescheidene Kleidung ist erforderlich; Frauen sollten ihr Haar bedecken, Männer lange Hosen und Ärmel tragen.

F: Darf ich im Inneren fotografieren? A: Ja, aber bitte um Erlaubnis fragen und Blitz oder Fotografieren während der Gebete vermeiden.

Visuelle und interaktive Ressourcen

  • Bildvorschlag: Das ikonische achteckige Minarett der Jumah-Moschee im historischen Viertel Abanotubani von Tiflis (Alt-Text: "Jumah Moschee achteckiges Minarett Tiflis").
  • Interaktive Karte: Hervorhebung der Moschee, der Festung Narikala und nahegelegener Attraktionen.
  • Fotogalerie: Präsentiert die Fassade der Moschee, den Gebetssaal, das Mauerwerk und die Buntglasfenster mit beschreibendem Alt-Text.
  • Virtuelle Touren: Zugänglich über offizielle Tourismus-Websites.

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