Einleitung

Die Synagoge De La Paix in Straßburg ist ein tiefgreifendes Symbol für Widerstandsfähigkeit, Erneuerung und reiches jüdisches Erbe in einer der kulturell vielfältigsten Städte Frankreichs. Die Synagoge befindet sich in der Nähe des Parc du Contades im Straßburger Stadtteil Neustadt und ist nicht nur das geistige Zentrum der örtlichen jüdischen Gemeinde, sondern auch ein Wahrzeichen architektonischer Innovation und historischer Erinnerung. Ihre Ursprünge reichen bis zur tragischen Zerstörung der ursprünglichen Grande Synagoge am Quai Kléber im Jahr 1940 zurück, die während des Zweiten Weltkriegs von den Nazis in Brand gesetzt wurde. Die heutige Synagoge, die 1958 eingeweiht und von Claude Meyer-Lévy entworfen wurde, stellt sowohl einen Bruch mit vergangenen Architekturstilen als auch ein starkes Symbol für Frieden und Kontinuität dar. Mit ihrer Betonkonstruktion im modernen Stil, verziert mit kunstvollen Schmiedeeisenarbeiten und künstlerischen Beiträgen wie dem Wandteppich von Jean Lurçat, verbindet sie Tradition und Moderne und ehrt gleichzeitig die jüdische kulturelle Identität.

Über ihre architektonische Bedeutung hinaus fungiert die Synagoge De La Paix als lebendiges Zentrum für religiöses Leben, Gemeindebildung und kulturelle Programmgestaltung. Sie beherbergt aschkenasische und sephardische Oratorien, ein Kulturzentrum und sogar einen jüdischen Radiosender. Besucher können heute ihren Gedenkgarten besuchen, der der Holocaust-Opfer gedenkt, an Führungen teilnehmen und sich mit dem breiteren jüdischen Erbe Straßburgs und des Elsass auseinandersetzen. Dieser umfassende Leitfaden behandelt alles, von den Besuchszeiten und Ticketpreisen der Synagoge De La Paix bis hin zu Barrierefreiheit und nahegelegenen Straßburger historischen Stätten, und bietet eine detaillierte Roadmap für Reisende, Geschichtsinteressierte und Kulturliebhaber gleichermaßen. Ob Sie sich von ihren künstlerischen Merkmalen, ihrem historischen Erbe oder ihrer fortlaufenden Gemeinschaftsarbeit angezogen fühlen, die Synagoge De La Paix bietet ein zutiefst bedeutungsvolles Erlebnis im Herzen des jüdischen Erbes Straßburgs.


Historischer Hintergrund

Frühe jüdische Präsenz in Straßburg

Das jüdische Leben in Straßburg lässt sich bis ins 12. Jahrhundert zurückverfolgen, und die Gemeinschaft hat Perioden des Wohlstands, der Verfolgung und der Erneuerung durchlebt. Das späte 19. Jahrhundert, nach dem Deutsch-Französischen Krieg, sah einen bedeutenden Zustrom jüdischer Familien, der die Präsenz der Gemeinschaft stärkte und zum Bau wichtiger gemeinschaftlicher Einrichtungen führte.

Die Grande Synagoge: Quai Kléber (1898–1940)

Die erste große Synagoge am Quai Kléber wurde 1898 eingeweiht und von Ludwig Levy im neoromanischen Stil entworfen. Sie war ein architektonisches Juwel und das Herz des jüdischen religiösen Lebens in der Stadt, mit Platz für bis zu 1.600 Gläubige.

Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und Nachkriegszeit

1940 zündeten die Nazis die Synagoge am Quai Kléber an, die später abgerissen wurde, was die verheerenden Auswirkungen des Holocaust auf die Straßburger jüdische Gemeinde symbolisierte. Nach der Befreiung konzentrierten sich die Bemühungen unter der Leitung des Oberrabbiners Abraham Deutsch auf den Wiederaufbau, was zur Gründung der Synagoge De La Paix führte.


Bau und Merkmale der Synagoge De La Paix

Der Bau der Synagoge De La Paix begann 1954 und gipfelte in ihrer Einweihung am 23. März 1958. Der modernistische Entwurf des Architekten Claude Meyer-Lévy markierte eine Abkehr von den verzierten Stilen der Vergangenheit und zeichnete sich durch Stahlbeton, einen Grundriss im Basilika-Stil und eine Fassade aus, die mit Davidsternen geschmückt ist. Der Meister-Schmied Gilbert Poillerat trug die unverwechselbare Schmiedeeisenarbeit der Synagoge bei, während ein Parochet-Wandteppich von Jean Lurçat aus Aubusson den Heiligen Aron schmückt.


Architektonische und künstlerische Höhepunkte

  • Fassade und Schmiedeeisenarbeiten: Die Vorderseite des Gebäudes weist ein geometrisches Gitter aus Davidsternen und hebräische Inschriften auf, die die zwölf Stämme Israels darstellen.
  • Innenraum des Sanktuariums: Das von natürlichem Licht durchflutete Sanktuarium bietet Platz für über 1.000 Gläubige und ist mit liturgischen Einrichtungsgegenständen im Stil der Moderne und Buntglasfenstern von Max Ingrand versehen.
  • Künstlerische Details: Der Parochet-Wandteppich und die Schmiedeeisenarbeiten zeugen von der Verschmelzung von Tradition und Moderne.
  • Gedenkgarten: Ein ergreifender Außenbereich mit einem Bronze-Modell der zerstörten Synagoge am Quai Kléber und einer Wand mit den Namen der Holocaust-Opfer.

Gemeinschaftliche Rolle und Erweiterung

Die Synagoge dient als Sitz des Oberrabbinats des Bas-Rhin mit aschkenasischen und sephardischen Oratorien, einem Gemeindezentrum, Bildungseinrichtungen und dem jüdischen Radiosender „Radio Judaïca“. Jüngste Erweiterungen umfassen das Kulturzentrum Grand-Rabbin-Max-Warschawski und Räumlichkeiten für Jugendaktivitäten, die das anhaltende Wachstum der Gemeinschaft widerspiegeln.


Besucherinformationen

Öffnungszeiten und Tickets

  • Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10:00–17:00 Uhr. Montags, am Sabbat (Freitagabend bis Samstagabend) und an großen jüdischen Feiertagen geschlossen.
  • Tickets: Der allgemeine Eintritt ist frei; Spenden sind erwünscht. Führungen (empfehlenswert für ein tieferes Erlebnis) kosten in der Regel 5 €, Selbstführungen 3 €. Eine Vorabreservierung ist für Gruppen und Führungen ratsam.
  • Kontakt: Besuchen Sie die offizielle Website der jüdischen Gemeinde Straßburg für die aktuellsten Details.

Barrierefreiheit

Das Gebäude ist rollstuhlgerecht, mit Rampen und angepassten Eingängen. Rollstuhlgerechte Toiletten und Unterstützung für Besucher mit eingeschränkter Mobilität sind auf Anfrage erhältlich.

Anreise

  • Adresse: Rue du Grand Rabbin René Hirschler 1a, in der Nähe des Parc du Contades.
  • Öffentliche Verkehrsmittel: Erreichbar mit den Straßenbahnlinien B und E (Haltestelle: „Parc du Contades“) und dem Busverkehr.
  • Parkplätze: Öffentliche Parkplätze sind in der Nähe vorhanden.
  • Nähe: Ein kurzer Spaziergang vom Place de la République und dem Stadtzentrum von Straßburg.

Nahegelegene Sehenswürdigkeiten

  • Mittelalterliche Mikwe: Das älteste erhaltene jüdische Architekturdenkmal der Stadt aus dem 12. Jahrhundert.
  • Musée Alsacien: Zeigt jüdische Kultgegenstände und regionale Kulturgeschichte.
  • Straßburger Münster, Petite France und das Europäische Parlament: Alle sind von der Synagoge aus leicht erreichbar.

Führungen und virtuelle Besuche

Geführte Touren sind auf Französisch, Englisch und manchmal auch auf Deutsch verfügbar und werden von sachkundigem Personal oder Gemeindemitgliedern geleitet. Virtuelle Touren und Multimedia-Präsentationen werden für Besucher aus der Ferne online angeboten.


Gedenken und heutige Bedeutung

Der Gedenkgarten der Synagoge, der 2020 eingeweiht wurde, ist dem Andenken der zerstörten Synagoge am Quai Kléber und über 2.500 Holocaust-Opfern aus dem Bas-Rhin gewidmet. Jährliche Zeremonien und Bildungsprogramme fördern Erinnerung und interreligiösen Dialog und bekräftigen die Rolle der Synagoge bei der Förderung von Einheit und Frieden.


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F: Wie sind die Öffnungszeiten der Synagoge De La Paix? A: Dienstag bis Sonntag, 10:00–17:00 Uhr. Montags, am Sabbat und an jüdischen Feiertagen geschlossen.

F: Gibt es Eintrittsgebühren oder Tickets? A: Der allgemeine Eintritt ist frei. Führungen kosten 5 €; Selbstbesichtigungen 3 €. Spenden sind erwünscht.

F: Ist die Synagoge für Besucher mit Behinderungen zugänglich? A: Ja, mit Rampen, angepassten Eingängen und barrierefreien Toiletten.

F: Sind Führungen verfügbar? A: Ja, in mehreren Sprachen nach vorheriger Absprache.

F: Darf ich drinnen fotografieren? A: Fotografieren ist in öffentlichen Bereichen gestattet, außer während Gottesdiensten oder privaten Veranstaltungen.

F: Welche Sicherheitsmaßnahmen gibt es? A: Es ist mit einer Sicherheitskontrolle zu rechnen, und es kann zu Taschenkontrollen kommen; Ausweiskontrollen können erforderlich sein.


Vorgeschlagene visuelle Elemente

  • Außenansicht: „Synagoge De La Paix Straßburg Fassade mit Schmiedeeisenarbeit des Davidsterns“
  • Innenraum: „Innenraum der Synagoge De La Paix mit dem Heiligen Aron und dem Jean-Lurçat-Wandteppich“
  • Gedenkgarten: „Gedenkgarten mit Bronze-Modell der Synagoge am Quai Kléber“
  • Karte: „Karte mit der Synagoge De La Paix und nahegelegenen historischen Stätten Straßburgs“

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