Ursprung und Gründungs vision
François und Jacqueline Sommer, beides begeisterte Naturschützer und leidenschaftliche Sammler, gründeten das Museum im Jahr 1964. Ihre Vision war es nicht nur, die Jagd als Tradition zu feiern, sondern auch eine kritische Reflexion über die ethischen und ökologischen Auswirkungen menschlicher Interaktionen mit Tieren zu fördern. Die Mission des Museums ist es bis heute, den Dialog über Naturschutz, nachhaltige Praktiken und die kulturelle Bedeutung der Jagd in der europäischen Geschichte zu fördern (Offizielle Website des Musée de la Chasse et de la Nature).
Architektonisches Erbe: Hôtel de Guénégaud & Hôtel de Mongelas
Die beiden angrenzenden Herrenhäuser des Museums sind herausragende Beispiele für Pariser Architekturgeschichte. Das Hôtel de Guénégaud, entworfen von François Mansart Mitte des 17. Jahrhunderts, verkörpert im französischen klassischen Stil mit seinen harmonischen Proportionen und seiner raffinierten Dekoration. Das integrierte Hôtel de Mongelas aus dem 18. Jahrhundert fügt seine eigenen stilistischen Details hinzu, was zu einem visuell reichen und kohärenten Ensemble führt. Diese eleganten Räumlichkeiten bieten eine atmosphärische und eindringliche Kulisse für die Sammlungen des Museums (Atlas Obscura).
Im Inneren ist das Design vom Konzept eines "Kuriositätenkabinetts" inspiriert, mit holzgetäfelten Räumen, Marmorkaminen und speziell angefertigten Schränken, die kuriose Objekte und poetische Huldigungen an die Natur verbergen. Die Mischung aus historischer Architektur und zeitgenössischen Installationen schafft eine Umgebung, die sowohl intellektuell anregend als auch visuell bezaubernd ist (Paris.fr).
Entwicklung der Sammlungen
Die Sammlungen des Museums haben sich vom privaten Schatz der Sommers zu einer eklektischen, zum Nachdenken anregenden Ansammlung von über 6.000 Objekten entwickelt. Zu den Höhepunkten gehören:
- Waffen und Jagdwerkzeuge Prunkvoll verzierte Feuerwaffen, Armbrüste, Pulverflaschen und gravierte Hundepfeifen, einige bis ins 16. Jahrhundert zurückdatierend und historischen Persönlichkeiten wie Ludwig XIII. und Napoleon I. gehörend.
- Präparate und Trophäen Montierte Köpfe von Hirschen, Wildschweinen und exotischen Tieren, ausgestellt in Settings, die zur Reflexion über Ethik und Ästhetik der Jagd anregen.
- Bildende und Angewandte Kunst Gemälde, Wandteppiche, Keramik, Schmuck und Möbel mit Jagdmotiven, darunter Werke von Lucas Cranach dem Älteren und François Desportes.
- Kuriositäten und Zeitgenössische Kunst Verspielte Installationen, wie ein auf einem Stuhl eingerollter Fuchs, ein Einhornfilm und animatronische Stücke wie "Le Souillot", ein sprechender weißer Wildschweinkopf, der Besucher anspricht (en.wikipedia.org).
Thematische Bedeutung: Mensch, Tier und Natur
Die Räume des Museums sind thematisch kuratiert – das Hundezimmer, das Trophäenzimmer und andere –, die jeweils einen Aspekt der Mensch-Tier-Beziehung beleuchten. Mittelalterliche Wandteppiche und Renaissance-Gemälde offenbaren die symbolische Kraft, die Tieren in der europäischen Kultur zugeschrieben wird, während zeitgenössische Interventionen von Künstlern wie Jan Fabre und Mark Dion die Besucher dazu anregen, moderne Debatten über Ökologie und Ethik zu berücksichtigen (academiedesbeauxarts.fr).
Besucherinformationen
Öffnungszeiten
- Dienstag bis Sonntag 11:00 - 18:00 Uhr
- Nachtöffnung mittwochs bis 21:30 Uhr
- Geschlossen Montags und an Feiertagen
Tickets
- Vollpreis 12 €
- Ermäßigt 10 € (Studenten, Senioren)
- Kostenlos Kinder unter 18 Jahren und alle Besucher am ersten Sonntag im Monat
Tickets können online über die offizielle Website oder im Museum erworben werden. Eine frühzeitige Buchung wird besonders in Stoßzeiten empfohlen.
Führungen
Führungen werden in mehreren Sprachen angeboten und bieten tiefere Einblicke in die Sammlungen und Themen. Eine Vorabreservierung wird empfohlen.
Barrierefreiheit
Das Museum ist mit Aufzügen und angepassten Sanitäranlagen ausgestattet, was es für Besucher mit eingeschränkter Mobilität zugänglich macht. Bei besonderen Bedürfnissen wird empfohlen, das Museum im Voraus zu kontaktieren.
Standort und Transport
- Adresse 60–62 rue des Archives, 75003 Paris, Marais-Viertel
- Metro Saint-Paul (Linie 1), Arts et Métiers (Linie 3), Chemin Vert (Linie 8)
- Nahegelegene Stationen Rambuteau (Linie 11), Hôtel de Ville (Linien 1 und 11)
Sonderausstellungen
Das Museum veranstaltet jährlich mehrere Sonderausstellungen, die zeitgenössische Perspektiven auf Jagd, Natur und Kunst integrieren.
- S’éclairer sans Fin: Edi Dubien (Bis 17. August 2025): Eine Installation, die die Verbindung zwischen Licht, Tieren und menschlicher Vorstellungskraft erforscht (Sortir à Paris).
- Das Mittelalter im 19. Jahrhundert (7. Oktober 2025 – 11. Januar 2026): Ein Blick darauf, wie das 19. Jahrhundert mittelalterliche Jagdikonografie neu interpretierte (Paris Update).
- Beschwört die Chimären: Mittelalterliches Erbe in der Zeitgenössischen Kunst (Bis 20. Juli 2025): Zeitgenössische Künstler interpretieren Mythos, mittelalterliche Bestien und die Grenze zwischen Realität und Fantasie neu (Paris Update).
Sonderausstellungen sind in die Dauersammlung integriert, was Besucher dazu anregt, neue Verbindungen über Zeiten und Stile hinweg zu entdecken.
Besuchererlebnis und praktische Tipps
- Besuchsdauer Die meisten Besucher verbringen 1–2 Stunden mit der Erkundung des Museums.
- Fotografie Nicht-Blitz-Fotografie ist generell gestattet, aber prüfen Sie die regeln für einzelne Ausstellungen.
- Einrichtungen Das Museum verfügt über eine Buchhandlung und ein Café, die für alle Besucher zugänglich sind.
- Familienfreundlich Interaktive Ausstellungen, animatronische Tiere und Bildungsmaterialien machen das Museum für Kinder und Erwachsene gleichermaßen ansprechend.
- Sonderveranstaltungen Regelmäßig finden Vorträge, Workshops und Künstlersgespräche statt – siehe den offiziellen Kalender für Details.
Nahegelegene Attraktionen
Im Marais-Viertel gelegen, ist das Museum nur wenige Gehminuten entfernt von:
- Place des Vosges
- Musée Carnavalet
- Musée Picasso
- Centre Pompidou
Die mittelalterlichen Straßen des Viertels und seine lebhaften Cafés tragen zum kulturellen Erlebnis bei (Atlas Obscura, Paris Adele).
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F: Was sind die Öffnungszeiten des Museums? A: Dienstag bis Sonntag, 11:00 bis 18:00 Uhr, mit verlängerten Öffnungszeiten mittwochs bis 21:30 Uhr. Montags und an Feiertagen geschlossen.
F: Wie viel kosten Tickets? A: Standardeintritt 12 €, ermäßigt 10 €, kostenlos für Kinder unter 18 Jahren oder am ersten Sonntag im Monat.
F: Ist das Museum zugänglich? A: Ja, mit Aufzügen und angepassten Sanitäranlagen, aber einige historische Bereiche können eingeschränkte Zugänglichkeit aufweisen.
F: Gibt es Führungen? A: Ja, an ausgewählten Tagen und in mehreren Sprachen; eine Vorabreservierung wird empfohlen.
F: Kann ich drinnen fotografieren? A: Ja, nicht-Blitz-Fotografie ist in den meisten Bereichen erlaubt.
F: Was ist die nächste Metro-Station? A: Saint-Paul (Linie 1), Arts et Métiers (Linie 3) oder Chemin Vert (Linie 8).