Einleitung
Auf dem historischen Butte Montmartre und neben der Église Saint-Pierre de Montmartre gelegen, ist der Cimetière du Calvaire der älteste und kleinste Friedhof von Paris. Mit einer Geschichte, die bis ins 6. Jahrhundert zurückreicht, bietet er ein seltenes Fenster in die religiöse, aristokratische und kulturelle Vergangenheit der Stadt. Obwohl seine geringe Größe – nur 600 Quadratmeter und 85 Grabstätten – leicht zu übersehen ist, ist seine Bedeutung für das Pariser Erbe tiefgreifend. Dieser detaillierte Leitfaden behandelt die Ursprünge des Friedhofs, seine Architektur, Besuchszeiten, Ticketpreise, Zugang, bemerkenswerte Bestattungen und praktische Tipps, um Ihren Besuch an dieser bemerkenswerten verborgenen Perle optimal zu gestalten.
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View of Cimetière du Calvaire cemetery on All Saints Day 2023 in Montmartre, Paris showing autumn colors and gravestones commemorating the dead
View of Cimetière du Calvaire cemetery adorned with flowers and candles on All Saints Day 2023 at Montmartre in Paris
View of the Cimetière du Calvaire cemetery in Montmartre, Paris, decorated for All-Saints Day 2023 with colorful flowers and autumnal ambiance
Scenic view of Cimetière du Calvaire in Montmartre Paris during All-Saints Day 2023 showing graves, flowers, and autumn foliage
Vintage postcard image showing the Cimetiere du Calvaire de Montmartre cemetery as it appeared in 1930, featuring tombstones and trees under a clear sky.
Historischer Überblick
Ursprünge und frühe Geschichte: Offiziell im Jahr 1688 durch eine Landschenkung von Marie-Anne d’Harcourt, Äbtissin der Benediktinerabtei von Montmartre, gegründet, diente das Gelände bereits seit Merowingerzeiten als Begräbnisstätte, mit Hinweisen auf eine Nekropole aus dem 6. Jahrhundert (montmartre.io). Ursprünglich der Religionsgemeinschaft und den Dorfbewohnern vorbehalten, wuchs der Friedhof mit der Entwicklung von Montmartre vom ländlichen Dorf zum geschäftigen Viertel.
Religiöse Verbindungen: Die engen Beziehungen des Friedhofs zur Église Saint-Pierre de Montmartre und zur Abtei von Montmartre unterstreichen seine spirituelle und historische Bedeutung. „Calvaire“ bezieht sich auf Kalvarienberg, den Hügel, auf dem Jesus gekreuzigt wurde, was seine Rolle als heiliger Ruhestätte für Geistliche und prominente Einheimische widerspiegelt (Paris.fr).
Die Französische Revolution und Friedhofsschließungen
Während der Französischen Revolution wurden kirchliche Besitztümer – einschließlich des Friedhofs – verstaatlicht. Die Abtei wurde zerstört, Beisetzungen eingestellt und der Friedhof verfiel (solosophie.com). Die Kontrolle ging 1791 auf die Gemeinde Montmartre über, und der Friedhof blieb während der Revolutionszeit geschlossen.
Wiedereröffnung im 19. Jahrhundert und heutiger Status
Wiedereröffnung und endgültige Schließung: Der Friedhof wurde 1801 als einzige Begräbnisstätte von Montmartre wiedereröffnet und wurde bald zur letzten Ruhestätte für prominente lokale und aristokratische Familien. Bereits 1823 schloss er wegen Platzmangels neue Bestattungen aus, mit Ausnahme bestehender ewiger Konzessionen. Die letztbekannte Beisetzung fand 2010 mit Jean Varenne statt (fr.wikipedia.org).
Heutiger Zugang und Erhalt: Heute bleibt der Cimetière du Calvaire eine private Nekropole mit eingeschränktem öffentlichen Zugang, der hauptsächlich den Nachkommen der dort Bestatteten vorbehalten ist. Erhaltungsbemühungen halten die Stätte intakt und machen sie zu einem seltenen Relikt des Pariser Lebens vor der Revolution (Officiel des spectacles).
Architektonische und künstlerische Merkmale
Anlage und Atmosphäre: Umgeben von Steinmauern und durch ein markantes Bronzetor des Bildhauers Tommaso Gismondi (1980) zugänglich, sind die ruhigen Anlagen des Friedhofs von alten Bäumen beschattet und weisen ein monumentales Kalvarienkreuz (Kruzifix) auf, von dem er seinen Namen hat (dreameratheart.org). Die Gräber reichen von einfachen Grabsteinen bis hin zu aufwendigen Mausoleen mit neoklassizistischen und religiösen Motiven, die den künstlerischen Geschmack des 18. und 19. Jahrhunderts widerspiegeln (Atlas Obscura).
Besuchsinformationen: Öffnungszeiten, Tickets, Barrierefreiheit
Öffentlicher Zugang: Aufgrund seiner geringen Größe und Zerbrechlichkeit ist der Friedhof generell nur an folgenden Tagen für die Öffentlichkeit zugänglich:
- Allerheiligen (La Toussaint): 1. November
- Europäische Tage des Kulturerbes (Journées Européennes du Patrimoine): Drittes Wochenende im September (Sortir à Paris)
Besuchszeiten: Typischerweise von 10:00 bis 17:00 Uhr an den Tagen der offenen Tür. Bestätigen Sie dies immer über die offizielle Website der Stadt Paris oder lokale Touristenressourcen, bevor Sie Ihren Besuch planen.
Eintritt und Tickets: Der Eintritt ist an den Tagen der offenen Tür kostenlos. Für den allgemeinen Eintritt sind keine Vorabtickets erforderlich, aber geführte Touren (sofern angeboten) können aufgrund begrenzter Kapazitäten eine Vorabreservierung erfordern (Officiel des spectacles).
Barrierefreiheit: Der Friedhof liegt an den steilen Hängen von Montmartre mit schmalen, unebenen Wegen. Die Barrierefreiheit für Menschen mit eingeschränkter Mobilität ist begrenzt. Bequeme Schuhe werden empfohlen.
Bemerkenswerte Bestattungen und historische Persönlichkeiten
Trotz seiner geringen Größe ist der Cimetière du Calvaire die letzte Ruhestätte mehrerer historisch bedeutsamer Persönlichkeiten, darunter:
- Louis Antoine de Bougainville: Entdecker und Admiral, der erste Franzose, der die Welt umsegelte (sein Herz ruht hier; seine sterblichen Überreste befinden sich im Panthéon) (Montmartre-Guide.com).
- Debray-Familie: Müller der Moulin de la Galette, zentral für die Bohème-Identität von Montmartre.
- Félix Desportes: Erster Bürgermeister von Montmartre.
- Familie Lecuyer: Anerkannt als die älteste Linie von Montmartre.
- Familie Laborde: Einflussreich im französischen Finanzwesen und in der Politik des 18. und 19. Jahrhunderts.
- Gemeinschaftsgrab für Soldaten (1814): Überreste aus der Schlacht von Paris während der Napoleonischen Kriege.
Die Epitaphe und Monumente des Friedhofs bieten eine greifbare Verbindung zur komplexen sozialen und politischen Geschichte von Montmartre (Atlas Obscura).
Reisetipps und nahegelegene Attraktionen
Anreise:
- Metro: Abbesses (Linie 12) und Anvers (Linie 2), gefolgt von einem kurzen bergan gelegenen Spaziergang.
- Standseilbahn: Für leichteren Zugang, insbesondere für Personen mit Mobilitätsproblemen, nutzen Sie die Standseilbahn von Montmartre (Plug-Inn).
- Bus: Die Linie 30 hält in der Nähe der Sacré-Cœur-Basilika.
- Zu Fuß: Der Friedhof ist fünf Gehminuten von der Place du Tertre entfernt.
Kombinieren Sie mit lokalen Sehenswürdigkeiten:
- Église Saint-Pierre de Montmartre: Die älteste Kirche von Paris, neben dem Friedhof.
- Sacré-Cœur-Basilika: Die ikonische weißkuppelige Basilika mit Panoramablick auf die Stadt.
- Place du Tertre: Montmartres lebhafter Künstlerplatz.
- Montmartre Museum & Espace Dalí: Erkunden Sie die lokale Kunstgeschichte (Plug-Inn).
Besucheretikette und FAQs
Respektvolles Verhalten: Behalten Sie ein ruhiges, respektvolles Auftreten bei. Fotografieren ist während der Tage der offenen Tür gestattet, sollte aber diskret und niemals aufdringlich sein – vermeiden Sie es, private Grabstätten ohne Erlaubnis zu fotografieren.
Einrichtungen: Vor Ort gibt es keine öffentlichen Toiletten oder Annehmlichkeiten. Besuche dauern in der Regel 20–30 Minuten.
Häufig gestellte Fragen:
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Wann ist der Friedhof geöffnet? Nur an Allerheiligen (1. November) und den Europäischen Tagen des Kulturerbes (Mitte September); die Öffnungszeiten können variieren.
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Gibt es Eintrittsgebühren oder benötigte Tickets? Der Eintritt ist an den Tagen der offenen Tür kostenlos; keine Tickets erforderlich, es sei denn, Sie nehmen an einer Führung teil.
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Ist der Friedhof für Menschen mit Behinderungen zugänglich? Aufgrund des unebenen Geländes ist die Zugänglichkeit eingeschränkt.
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Sind Führungen verfügbar? Gelegentlich ja – insbesondere an den Tagen des Kulturerbes oder an Allerheiligen. Eine Vorabreservierung wird empfohlen (Officiel des spectacles).
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