Zeittafel und institutionelle Entwicklung
Gründung und frühe Entwicklung (1861–1900)
Das Museum wurde 1861 von der Gesellschaft der Afrikamissionen (Société des Missions Africaines) gegründet, um westafrikanische Kulturen zu dokumentieren und das Verständnis dafür zu fördern. Melchior de Marion Brésillac, sein Gründer, sah eine Sammlung vor, die das reiche kulturelle Erbe afrikanischer Gesellschaften widerspiegeln sollte. Sein Nachfolger, Augustin Planque, erweiterte die Sammlung, indem er Missionare ermutigte, Artefakte zu sammeln, die das tägliche, soziale und religiöse Leben in Westafrika, insbesondere aus dem Golf von Guinea, repräsentieren.
Wachstum der Sammlung und institutionelle Rolle
Bis zum frühen 20. Jahrhundert war die Sammlung des Museums auf über 2.100 Objekte angewachsen, darunter Fischereigeräte, Textilien, Musikinstrumente, königliche Insignien, Ritualmasken und mehr. Diese Gegenstände spiegelten sowohl traditionelle afrikanische Praktiken als auch den Einfluss der katholischen Anbetung wider und schufen eine umfassende ethnografische und anthropologische Aufzeichnung. Das Museum wurde zu einer Bildungseinrichtung und bot Gelehrten, Studenten und der Öffentlichkeit thematische Galerien – Alltagsleben, soziales Leben und religiöses Leben.
Architektonische und räumliche Entwicklung
In der 150, Cours Gambetta, gelegen, wurde das Museum im späten 20. Jahrhundert umfassend renoviert und 2001 wiedereröffnet. Die modernisierte 750 Quadratmeter große Fläche verbesserte die Ausstellungsbereiche und die Artefaktkonservierung nach zeitgemäßen museologischen Standards.
Wandel in Management und Mission (1998–2017)
Ab 1998 betonte das Museum Zugänglichkeit und bürgerschaftliches Engagement. Im Jahr 2012 wechselte die Verwaltung von der Gesellschaft der Afrikamissionen zur weltlichen Associação du Musée Africain de Lyon. Dies spiegelte breitere französische Trends in Richtung inklusives Museum-Management wider. Das Museum veranstaltete temporäre Ausstellungen, Bildungsprogramme und Veranstaltungen, unterstützt von einer spezialisierten Bibliothek für Forscher der Afrikastudien.
Schließung und Vermächtnis (2017–Heute)
Das Museum schloss am 27. November 2017 aufgrund finanzieller und institutioneller Herausforderungen. Sein Erbe lebt jedoch durch das Carrefour des Cultures Africaines weiter, das weiterhin Zugang zu seiner Bibliothek bietet und als lebendiges Zentrum für afrikanisches Kulturerbe dient. Die Sammlung wird für Forschung und mögliche zukünftige Ausstellungen aufbewahrt, und die kulturelle Landschaft Lyons wird durch die historische Rolle des Museums bereichert.
Besuch des Afrikanischen Museums von Lyon und seiner Nachfolger
Aktuelle Besuchsinformationen
- Status des Afrikanischen Museums von Lyon Seit 2017 dauerhaft geschlossen.
- Nachfolge-Institution Das Carrefour des Cultures Africaines, das sich am selben Standort befindet, bietet Zugang zur Bibliothek und veranstaltet afrikanische Kulturevents.
Carrefour des Cultures Africaines
- Öffnungszeiten Dienstag bis Samstag, 10:00 – 18:00 Uhr
- Eintritt Kostenlos
- Barrierefreiheit Das Gebäude ist für Besucher mit eingeschränkter Mobilität zugänglich.
- Standort 150, Cours Gambetta, Lyon, gut erreichbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
- Kontakt Besuchen Sie die offizielle Website des Zentrums für aktuelle Stundenpläne und Veranstaltungsprogramme.
Führungen und Bildungsprogramme
Während das Museum keine Führungen mehr anbietet, veranstaltet das Carrefour des Cultures Africaines weiterhin Kulturevents, Workshops und Bildungsprogramme.
Umgebung Attraktionen
- Musée des Confluences Ein wichtiges naturwissenschaftliches und anthropologisches Museum mit bedeutenden afrikanischen Sammlungen (Musée des Confluences).
- Musée des Beaux-Arts de Lyon Enthält afrikanische und antike Sammlungen (Musée des Beaux-Arts).
- Altstadt von Lyon (Vieux Lyon) und Basilika Notre-Dame de Fourvière UNESCO-Weltkulturerbestätten (UNESCO).
Das Afrikanische Museum von Lyon im Kontext
Repräsentation und kulturelle Bedeutung
Die umfangreiche Sammlung des Museums zeigte die Vielfalt westafrikanischer Gesellschaften mit Artefakten, die von Haushaltsutensilien und landwirtschaftlichen Geräten bis hin zu zeremoniellen Masken, Musikinstrumenten und spirituellen Objekten reichten. Die Ausstellungen waren in drei thematische Galerien unterteilt:
- Alltagsleben Werkzeuge, Textilien und Haushaltsgegenstände, die die tägliche Realität widerspiegeln.
- Soziales Leben Masken, Musikinstrumente, Insignien und Symbole der Autorität.
- Religiöses Leben Ritualobjekte, Fetische, Ahnfiguren und Schreinmodelle.
Bildungsauftrag und bürgerschaftliches Engagement
Im Laufe seiner Geschichte engagierte sich das Museum aktiv mit Schulen, Forschern und der afrikanischen Diaspora Lyons durch Workshops, Vorträge und temporäre Ausstellungen. Es stellte Stereotypen in Frage und förderte ein differenziertes Verständnis afrikanischer Kulturen (France-Voyage).
Übergang zum Carrefour des Cultures Africaines
Die Umwandlung des Museums in ein Kulturzentrum spiegelte globale Trends in der Museumsethik wider und priorisierte Zusammenarbeit, Zugänglichkeit und bürgerschaftliches Engagement. Das Carrefour des Cultures Africaines bietet kostenlosen Zugang zu einer afrikanischen Bibliothek und dient als Plattform für kulturellen Dialog und Veranstaltungen (France-Voyage).
Thematischer Einfluss
- Restitution & Entkolonialisierung Die Transformation des Museums steht im Einklang mit internationalen Forderungen nach der Restitution afrikanischen Kulturerbes (AEDIC).
- Diaspora-Engagement Es bleibt ein Zentrum für die afrikanischen Gemeinden Lyons und fördert interkulturellen Dialog (France-Voyage).
- Urbane und globale Bedeutung Die Institution unterstreicht die kosmopolitische Identität Lyons und spiegelt globale Verschiebungen hin zu partizipativen, ethisch bewussten Museumspraktiken wider (UNESCO).
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
F: Ist das Afrikanische Museum von Lyon für Besucher geöffnet? A: Nein, das Museum wurde 2017 dauerhaft geschlossen. Sein Nachfolger, das Carrefour des Cultures Africaines, ist dienstags bis samstags von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet.
F: Werden Tickets benötigt? A: Der Eintritt zum Carrefour des Cultures Africaines ist kostenlos.
F: Ist das Gelände für Menschen mit Behinderungen zugänglich? A: Ja, das Gebäude ist für Besucher mit eingeschränkter Mobilität zugänglich.
F: Wo kann ich afrikanische Kunst in Lyon sehen? A: Besuchen Sie das Musée des Confluences und das Musée des Beaux-Arts de Lyon für afrikanische Sammlungen.
F: Gibt es geführte Touren? A: Das Museum bietet keine geführten Touren mehr an, aber das Carrefour des Cultures Africaines veranstaltet Kulturevents und Workshops.
F: Kann ich das ehemalige Museumsgebäude besuchen? A: Das Gebäude in der 150, Cours Gambetta beherbergt nun das Carrefour des Cultures Africaines und ist für den Bibliothekszugang und Veranstaltungen öffentlich zugänglich.