Einleitung

In der historischen Stadt Le Mans gelegen, dienen die Departementsarchive der Sarthe als lebenswichtiges Bewahrungszentrum für über ein Jahrtausend regionales Dokumentenerbes. Diese Institution wurde während der tiefgreifenden Reformen der Französischen Revolution gegründet, um eine riesige Auswahl historischer Aufzeichnungen zu zentralisieren, zu schützen und zugänglich zu machen, die von mittelalterlichen Pfarrregistern und notariellen Urkunden bis hin zu modernen Personenstandsunterlagen reichen. Heute schützen die Archive nicht nur wesentliche Aufzeichnungen, die die soziale, politische und kulturelle Entwicklung der Sarthe widerspiegeln, sondern sind auch ein Zentrum für Genealogen, Historiker, Studenten und Kulturbegeisterte, die die Vergangenheit der Region erkunden möchten.

Das Departementsarchiv der Sarthe in der Rue Christian Pineau 9, Le Mans, umfasste und nutzt eine zweckbestimmte, moderne Einrichtung, um die Digitalisierung zu nutzen und den Online-Zugriff auf einen erheblichen Teil seiner Sammlungen zu ermöglichen. Besucher und Forscher können jahrhundertealte Pfarrregister, Katasterkarten, Militärdienstverzeichnisse und private Familienpapiere erkunden. Die Archive bieten auch eine Reihe von Dienstleistungen an, darunter Lesesäle, fachkundige Mitarbeiterunterstützung, Führungen, Bildungsworkshops und vollständige Barrierefreiheitsvorkehrungen.

Ob Sie Ihre Ahnenlinie verfolgen, akademische Forschung betreiben oder einfach nur eine Leidenschaft für das Erbe der Sarthe haben, dieser Leitfaden stattet Sie mit wesentlichen Informationen über die Geschichte der Archive, die Sammlungen, die Besuchszeiten, die Eintrittsregelungen und Tipps zur Maximierung Ihres Forschungserlebnisses aus (archives.sarthe.fr, FranceArchives, Wikipedia).


Ursprünge und Gründung

Die Departementsarchive der Sarthe wurden im Zuge der Französischen Revolution als Teil einer landesweiten Initiative zur Reorganisation und zum Schutz der dokumentarischen Beweise der neu gegründeten Departements gegründet. Das Gesetz vom 5. Brumaire, Jahr V (26. Oktober 1796), legte die Schaffung von Departementsarchiven fest, um Dokumente zu zentralisieren, die von den neuenministrazioneellen Kördern sowie den aus dem Ancien Régime übernommenen Dokumenten hergestellt wurden (FamilySearch; archives.sarthe.fr).

Anfänglich wurden die Archive an verschiedenen Orten in Le Mans untergebracht, was den sich entwickelnden Bedürfnissen der Region Rechnung trug, als die Sammlungen wuchsen und die Erhaltungsstandards fortschritten (Wikipedia).


Entwicklung der Archive

19. Jahrhundert: Institutionalisierung und Wachstum

Im Laufe des 19. Jahrhunderts durchliefen die Archive erhebliche Erweiterungen und Professionalisierung. Die ersten Archivare wurden ernannt, und die Bestände wuchsen, um nicht nur administrative Aufzeichnungen, sondern auch gerichtliche, fiskalische und kirchliche Dokumente aus dem Mittelalter aufzunehmen. Wichtige Werke wie Julien Pesches „Dictionnaire topographique, historique et statistique de la Sarthe“ (1829) hoben die Archive als wesentliche Ressource für Historiker und Genealogen hervor (Lexilogos).

20. bis 21. Jahrhundert: Modernisierung und Digitalisierung

Das 20. Jahrhundert brachte Fortschritte in der Katalogisierung und Konservierung. Die beiden Weltkriege unterstrichen die Bedeutung des Schutzes des Kulturerbes, und im Jahr 2002 zogen die Archive in ein neues, hochmodernes Gebäude in die Rue Christian Pineau 9. Diese Einrichtung bietet 53.000 lineare Meter Lagerplatz, klimatisierte Depots und Räume für Forschung und Ausstellungen (Wikipedia; archives.sarthe.fr).

Im 21. Jahrhundert ist die Digitalisierung zentral geworden, mit umfangreichen Online-Sammlungen, die den globalen Zugang unterstützen und die archivarische Forschung demokratisieren (archives.sarthe.fr).


Sammlungen und Bestände

Die Archive bewahren eine bemerkenswerte Auswahl an Dokumenten auf:

  • Aufzeichnungen des Ancien Régime: Gerichtliche, fiskalische und kirchliche Dokumente vom Mittelalter bis 1790, einschließlich Pfarrregistern.
  • Personenstands- und Revolutionsunterlagen: Geburten, Heiraten und Todesfälle ab 1792, Volkszählungsunterlagen und Militärdienstverzeichnisse.
  • Notarielle Archive: Testamente, Verträge und andere Rechtsdokumente, die für die genealogische Forschung unerlässlich sind.
  • Karten und Pläne: Katastervermessungen, napoleonische Grundbücher und historische Karten wie die Cassini-Sammlung (Lexilogos).
  • Private Sammlungen und besondere Bestände: Familienpapiere, Unternehmensarchive und persönliche Korrespondenz sowie Fotografien, Poster und Kupferstiche.

Zu den bemerkenswertesten Beständen gehören mittelalterliche Urkunden, Dokumente aus der Plantagenet-Ära und seltene Karten aus dem 17. bis 18. Jahrhundert (Lexilogos).


Besucherinformationen

Standort und Anfahrt

  • Adresse: Rue Christian Pineau 9, 72100 Le Mans, Frankreich
  • Öffentliche Verkehrsmittel: Erreichbar über den TGV-Bahnhof Le Mans und lokale Buslinien. Parkplätze stehen in der Nähe zur Verfügung.

Besuchszeiten

  • Standardzeiten: Montag bis Freitag, 9:00 bis 17:00 Uhr
  • Geschlossen: Wochenenden und Feiertage
  • Hinweis: Überprüfen Sie immer die offizielle Website auf Aktualisierungen, insbesondere während Feiertagen oder Sonderveranstaltungen.

Eintritt und Registrierung

  • Eintritt: Kostenlos
  • Registrierung: Legen Sie einen gültigen Lichtbildausweis vor, um eine kostenlose Leseausweis zu erhalten, der für den Lesesaal erforderlich ist.
  • Persönliche Gegenstände: Müssen in Schließfächern aufbewahrt werden; nur Bleistifte, Laptops und Notizblöcke sind in den Forschungsbereichen erlaubt.

Forschungs- und Bildungsaktivitäten

Lesesäle

Geräumige, gut beleuchtete Lesesäle mit einzelnen Schreibtischen, Steckdosen und WLAN sind verfügbar. Archivmitarbeiter unterstützen bei Dokumentenanfragen, Forschungsberatung und technischem Support.

Digitale Ressourcen

Ein erheblicher Teil der Sammlung ist digitalisiert und über Terminals vor Ort und ein Online-Portal zugänglich. Besucher sollten vor ihrem Besuch den Online-Katalog konsultieren, um Materialien zu reservieren oder Recherchen zu planen.

Reproduktion und Fotografie

Die digitale Selbstbedienungsfotografie (ohne Blitz oder Stative) ist für Forschungszwecke gestattet. Hochwertige Reproduktionen für Veröffentlichungen erfordern eine Anfrage und können mit einer Gebühr verbunden sein.

Workshops, Führungen und Veranstaltungen

Die Archive bieten Workshops, Ausstellungen und Führungen für Schulen, Universitäten und die Öffentlichkeit an. Einzelheiten zu Veranstaltungen finden Sie auf der Veranstaltungsseite der Archive.


Genealogische und historische Forschung

Wichtige Arten von Aufzeichnungen

  • Pfarr- und Personenstandsregister: Umfassen Geburten, Heiraten und Todesfälle ab dem 16. Jahrhundert. Doppelregister ab 1736 und systematische Personenstandserfassung ab 1792 (FranceArchives).
  • Notarielle Unterlagen: Testamente, Verträge und Grundstücksurkunden.
  • Volkszählungs-, Militär- und Verwaltungsunterlagen: Bieten Kontext zu Berufen und sozialem Status von Personen.

Tipps für die Forschung

  • Gemeinde identifizieren: Aufzeichnungen sind nach Gemeinden gegliedert, und die Kenntnis historischer und aktueller Namen ist unerlässlich.
  • Terminologie verstehen: Beachten Sie den französischen Revolutionskalender und die archivarische Terminologie für Dokumente aus der Revolutionszeit.
  • Im Voraus vorbereiten: Nutzen Sie den Online-Katalog und bringen Sie die notwendige Dokumentation mit.
  • Mitarbeiterhilfe suchen: Archivmitarbeiter können bei Paläographie und der Lokalisierung komplexer Aufzeichnungen helfen.
  • Datenschutzregeln: Aufzeichnungen, die älter als 100 Jahre sind, sind frei zugänglich; aktuellere Aufzeichnungen erfordern Anfragen bei den lokalen Stadtverwaltungen.

Online-Ressourcen


Barrierefreiheit und Einrichtungen

Die Archive sind vollständig rollstuhlgerecht, mit Rampen, Aufzügen, angepassten Toiletten und geschultem Personal zur Unterstützung von Besuchern mit Behinderungen. Assistenzhunde sind willkommen.

Die Annehmlichkeiten vor Ort umfassen sichere Schließfächer, Toiletten, Verkaufsautomaten und kostenloses WLAN. Es gibt keine Cafeteria, aber Cafés und Restaurants sind zu Fuß erreichbar.


FAQ

Benötige ich eine Eintrittskarte? Nein, der Eintritt ist kostenlos; eine Registrierung mit gültigem Lichtbildausweis ist erforderlich.

Sind die Archive barrierefrei? Ja, die Einrichtung ist vollständig barrierefrei.

Kann ich Fotos machen? Ja, für den persönlichen Gebrauch und ohne Blitz; einige Einschränkungen gelten.

Gibt es Führungen? Ja, informieren Sie sich auf der Veranstaltungsseite oder kontaktieren Sie die Archive.

Kann ich Dokumente online einsehen? Viele Aufzeichnungen, die älter als 100 Jahre sind, sind digitalisiert und über das Online-Portal zugänglich.


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Kontaktinformationen

  • Departementsarchive der Sarthe

  • Stadtarchive von Le Mans

    • Adresse: Rue Gambetta 102, 72000 Le Mans, Frankreich
    • Telefon: +33 2 43 47 49 03
    • E-Mail: [email protected]

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