Einleitung
Die St. Martinskirche (Église Saint-Martin) ist ein krönendes Juwel im historischen Herzen von Colmar, Frankreich. Dieses monumentale gotische Bauwerk verkörpert jahrhundertelanges elsässisches religiöses, künstlerisches und bürgerliches Leben. Mit Ursprüngen, die bis ins 10. Jahrhundert zurückreichen, und einer heutigen Struktur, die hauptsächlich zwischen 1235 und 1365 fertiggestellt wurde, bietet die St. Martinskirche den Besuchern eine eindringliche Reise durch die mittelalterliche und neuere Geschichte. Ihr hoch aufragender Turm, die lebendigen Glasmalereien und ihre fortwährende Gemeinschaftsrolle machen sie zu einem Muss für jeden, der das Elsass erkundet (Colmar Tourismus; SpottingHistory).
Fotogalerie
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Black and white historic photograph taken by Adolphe Braun depicting the landscapes and architectural views of Alsace, France, from the period 1800-1869.
An early photograph of the Alsace region in France, showcasing its characteristic landscapes and architectural views from the period 1800-1869. Captured by Adolphe Braun, this image is part of the Alsace1 documentary collection, highlighting the cultural and natural beauty of Alsace.
Historischer Überblick: Gründungen und Bau
Frühe Ursprünge
Archäologische Funde haben gezeigt, dass der Standort der St. Martinskirche mindestens seit der Karolingerzeit (ca. 1000 n. Chr.) ein Ort der Anbetung war. Nach einem Brand im Jahr 1106 entstand eine romanische Kirche, deren Überreste unter dem heutigen Gebäude erhalten sind (SpottingHistory). Der Bau der gotischen Kirche begann im Jahr 1235, angetrieben durch den wachsenden Status und die Bevölkerung von Colmar. Eine päpstliche Bulle von Gregor IX. genehmigte ihre Entwicklung, und Meister Humbret diente als früher Architekt (Saint-Martin de Tours).
Mittelalterliche und spätere Ergänzungen
Der Kernbau – das Langhaus, der Chor und der Chorumgang – wurde bis 1365 fertiggestellt. Die Kirche wurde als Kollegiatstift (verwaltet von Kanonikern) konzipiert, was sie zu einer zentralen religiösen und bürgerlichen Institution machte. Ein Brand im Jahr 1572 zerstörte einen der geplanten Zwillingstürme; der erhaltene Nordturm wurde 1575 mit einer Renaissance-Laterne gekrönt, die der Kirche ihre einzigartige Silhouette verleiht (Saint-Martin de Tours).
Architektonische Merkmale und künstlerische Highlights
Äußere Architektur
Die St. Martinskirche ist aus warmfarbigem Vogesensandstein erbaut, mit einer monumentalen Westfassade und einem einzelnen 71 Meter hohen Glockenturm. Das farbige Ziegeldach und die skulptierten Tympana verleihen Lebendigkeit und Detailreichtum, während mehrere Portale (einige nun zugemauert) wechselnde architektonische Trends widerspiegeln. Die beeindruckende Solidität der Fassade steht im Kontrast zur lichtdurchfluteten Apsis und dem Chorumgang (SpottingHistory).
Hinweis: Zwei „Judensäue“-Skulpturen an der Außenseite werden heute in pädagogischen Kontexten als Erinnerung an die komplexe religiöse Geschichte des Elsass interpretiert (Wikipedia).
Innere Aufteilung
Das Langhaus mit fünf Jochen und einem Narthex führt zu einem seltenen Chorumgang – für elsässische Kirchen ungewöhnlich – der von Kapellen umgeben ist. Das Innere beherbergt Grabdenkmäler, mittelalterliche Altäre und einen bemerkenswerten Hochaltar.
Künstlerische Highlights
- Glasmalereien: Erhaltene Fenster aus dem 13. und 14. Jahrhundert stellen biblische Szenen und Heilige dar. Ein seltenes Fenster mit einem bärtigen Christus aus dem 13. Jahrhundert ist ein besonderes Highlight (SpottingHistory).
- „Madonna vom Rosenstock“: Eine polychrome Statue aus dem 15. Jahrhundert, die als Sinnbild regionaler Andachtskunst gilt.
- Orgelgehäuse: Das überschwängliche Barock-Orgelgehäuse (1755, von Silbermann) ist ein elsässisches Meisterwerk. Die heutige Orgel wurde 1980 installiert.
- Thematische Skulpturen: Motive der Nächstenliebe, insbesondere die Teilung seines Mantels durch den Heiligen Martin, finden sich in Schlusssteinen und Reliquien (Saint-Martin de Tours).
Die bürgerliche und religiöse Rolle der Kirche
Die St. Martinskirche war entscheidend für das bürgerliche und religiöse Leben Colmars. Als Kollegiatstift übte sie Einfluss auf die lokale Regierung und Wohltätigkeit aus. Die Kirche blieb während der Reformation eine katholische Bastion und symbolisierte Kontinuität inmitten des Wandels (Sacred Destinations). Kurzzeitig, während der Französischen Revolution, wurde sie zur Kathedrale erhoben (1792–1801), was ihre bürgerliche Bedeutung unterstreicht (visit.alsace).
Restaurierung und Erhaltung
Historische Restaurierungen
Umfangreiche Restaurierungskampagnen im 19. und 20. Jahrhundert reparierten Kriegsschäden, stabilisierten das Mauerwerk und restaurierten Glasmalereien und Dächer (Colmar.fr). Die Kirche wurde 1840 als Monument Historique eingestuft.
Laufende und zukünftige Arbeiten
Ein umfassendes Restaurierungsprojekt (2024–2030) ist im Gange, für das 18,5 Millionen Euro für Steinaustausch, Skulpturenrestaurierung, Dachreparaturen und Konservierung von Glasmalereien bereitgestellt wurden. Moderne Techniken wie Laserreinigung und Mikroabrasion werden zur Gewährleistung einer langfristigen Erhaltung eingesetzt (Colmar.fr).
Besuchsinformationen
Öffnungszeiten
- Reguläre Öffnungszeiten: Täglich von 8:00 bis 18:00 Uhr geöffnet (einige Quellen geben 9:00–18:00 Uhr an; aktuelle Zeiten erfahren Sie auf den offiziellen Verzeichnissen).
- Abweichungen: Die Zeiten können an Sonntagen, Feiertagen oder aufgrund von Restaurierungsarbeiten variieren (Colmar Tourismus).
Tickets & Führungen
- Eintritt: Frei.
- Führungen: Gegen eine geringe Gebühr verfügbar, buchbar über das Tourismusbüro Colmar oder vor Ort. Audioguides werden in mehreren Sprachen angeboten.
Barrierefreiheit
- Rollstuhlgerechtigkeit: Rampen und Seiteneingänge sind verfügbar. Einige Kapellen haben kleine Stufen; der Glockenturm ist für Besucher geschlossen.
- Einrichtungen: Rollstuhlgerechte Toiletten sind in der Nähe in der Altstadt verfügbar.
Reisetipps
- Beste Zeiten: Früher Morgen oder später Nachmittag bieten eine ruhigere Atmosphäre. Stoßzeiten sind mittags und während Festivals.
- Fotografie: Ohne Blitz erlaubt, außer während Gottesdiensten. Beachten Sie religiöse Zeremonien und Gemeindemitglieder.
Sonderveranstaltungen und kulturelles Leben
- Martinstag (November): Jährliche Feiern mit Prozessionen, Musik und Gemeindetreffen.
- Konzerte & Vorträge: Regelmäßige Orgel- und Chorkonzerte nutzen die bemerkenswerte Akustik der Kirche (Sacred Destinations).
- Weihnachtsmarkt: Der Platz vor der Kirche beherbergt festliche Märkte während der Adventszeit (worldcitytrail.com).
Nahegelegene Attraktionen
- Musée Unterlinden: Heimat des Isenheimer Altars und anderer bedeutender Kunstwerke.
- Klein-Venedig: Malerische Kanäle und Fachwerkhäuser.
- Pfister-Haus und Spielzeugmuseum: Weitere Einblicke in das Erbe Colmars.
Restaurants, Cafés und lokale Geschäfte umgeben die Kirche und machen sie zu einem idealen Ausgangspunkt für die Erkundung der Altstadt (francethisway.com).
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F: Was sind die Öffnungszeiten der St. Martinskirche? A: Im Allgemeinen täglich von 8:00 bis 18:00 Uhr, aber die Zeiten können variieren. Aktuelle Informationen finden Sie auf Colmar Tourismus.
F: Gibt es Eintrittsgebühren? A: Nein, der Eintritt ist frei. Führungen können eine geringe Gebühr kosten.
F: Sind Führungen und Audioguides verfügbar? A: Ja, in mehreren Sprachen. Eine Buchung im Voraus wird während der Hauptsaison empfohlen.
F: Ist die Kirche für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich? A: Ja, aber einige Bereiche sind aufgrund der historischen Struktur möglicherweise schwer zugänglich.
F: Darf ich drinnen fotografieren? A: Ja, aber nur ohne Blitz und nicht während der Gottesdienste.
F: Gibt es Sonderveranstaltungen? A: Ja, besonders der Martinstag, Orgelkonzerte und Weihnachtsfeierlichkeiten.
Visuelles Material und weitere Ressourcen


- Interaktive Karte der Colmarer Altstadt
- Offizielle Website der St. Martinskirche
- Colmar Tourismusbüro
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