Gallorömische Zeit
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ca. 300 v. Chr.
Die Parisii siedeln an der Seine
Ein gallischer Stamm, der als Parisii bekannt ist, errichtet entlang der Handelswege der Seine ein Netz von Siedlungen. Sein wichtigstes Oppidum entsteht dort, wo heute die Île de la Cité liegt, denn die Flussinseln bieten natürlichen Schutz und Kontrolle über den Verkehr auf dem Wasser. Über dem Strom liegt der Geruch von Holzrauch und nasser Eiche; aus diesem bescheidenen Kreis aus Rundhäusern wächst später Paris hervor.
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52 v. Chr.
Caesar erobert Lutetia
Titus Labienus, ein Feldherr Julius Caesars, besiegt die Parisii während des Gallischen Kriegs. Die Römer beginnen daraufhin, die Siedlung am Fluss in die gallorömische Stadt Lutetia umzuwandeln. Schon nach wenigen Jahrzehnten entstehen auf dem linken Seineufer Thermen, ein Forum und ein Amphitheater, während die unterworfenen gallischen Schiffer zusehen, wie sich ihre Welt grundlegend verändert.
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360 n. Chr.
Julian wird zum Kaiser ausgerufen
In Lutetia stationierte Truppen rufen ihren Befehlshaber Julian zum Kaiser aus. Die Stadt, die nun immer häufiger Paris genannt wird, rückt damit kurz ins Zentrum imperialer Machtkämpfe. Der Jubel der Soldaten hallt von den Befestigungen der Insel wider, während die Seine unbeirrt weiterfließt.
Merowingische und karolingische Epoche
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508
Chlodwig macht Paris zur Hauptstadt
Der fränkische König Chlodwig I. besiegt den letzten römischen Herrscher in Gallien und macht Paris zur Hauptstadt seines Reiches. Aus der provinziellen Römerstadt wird ein königlicher Machtort. Die Erinnerung an die heilige Genoveva, die Paris mit Gebet und politischem Geschick einst vor Gefahren bewahrte, verbindet sich nun mit der neuen fränkischen Ordnung.
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885–886
Die Wikinger belagern Paris
Fast ein Jahr lang blockieren Wikingerschiffe die Seine, während Graf Odo und die Pariser die Brücken und die Insel verteidigen. Von den Dächern werden kochendes Öl und Steine auf die Angreifer geschleudert. Die Stadt hält stand, und Odos Ruhm aus dieser Belagerung ebnet ihm später sogar den Weg auf den Thron der Westfranken.
Kapetingisches Mittelalter
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987
Hugo Capet wird gekrönt
Hugo Capet, Graf von Paris, wird zum König gewählt und begründet damit die Dynastie der Kapetinger, die Frankreich über Jahrhunderte prägen wird. Paris wird zum dauerhaften politischen Herz des Landes. Von diesem Moment an sind das Schicksal der Stadt und das des Königreichs untrennbar miteinander verbunden.
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1163
Der Bau von Notre-Dame beginnt
Bischof Maurice de Sully legt auf der Île de la Cité den Grundstein für Notre-Dame. Im Laufe des folgenden Jahrhunderts wächst hier eine Kathedrale im neuen gotischen Stil empor, deren Gewölbe sich scheinbar dem Himmel entgegenstrecken. Auf der Insel liegen das Schlagen der Meißel und der Geruch frischen Mörtels in der Luft, während Paris seinen Rang als Hauptstadt der mittelalterlichen Christenheit behauptet.
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1200
Die Universität von Paris wird anerkannt
König Philipp II. August verleiht der Universität von Paris die offizielle Anerkennung. Gelehrte aus ganz Europa strömen auf das linke Seineufer und machen es zum geistigen Motor des lateinischen Abendlands. Thomas von Aquin geht durch diese Straßen, während Studenten in engen Gassen debattieren und das Denken ihrer Zeit formen.
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1248
Die Sainte-Chapelle wird geweiht
König Ludwig IX. weiht die Sainte-Chapelle, die als Aufbewahrungsort für die Dornenkrone errichtet wurde. Im Obergeschoss verwandeln die Glasfenster das Licht in ein flüssig wirkendes Farbenspiel aus leuchtendem Blau und Rot und erzählen biblische Geschichten mit überwältigender Intensität. Bis heute zählt dieser Raum zu den eindrucksvollsten, die je gebaut wurden.
Spätmittelalterliche Krisen
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1358
Der Aufstand des Étienne Marcel
Der prévôt des marchands Étienne Marcel führt während der Wirren des Hundertjährigen Kriegs einen gewaltsamen Aufstand gegen die königliche Macht und bringt Paris zeitweise unter seine Kontrolle. Sein Versuch endet mit seiner Ermordung, doch die Erinnerung an den Widerstandsgeist der Pariser gegenüber der Krone bleibt über Jahrhunderte lebendig.
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1431
François Villon wird geboren
Der Dichter und Außenseiter François Villon wird in Paris geboren. Sein unruhiges Leben führt ihn zwischen Tavernen, Gefängnissen und den düsteren Gassen des linken Ufers hin und her. Mit der "Ballade des pendus" hat er die herbe Schönheit und die Brutalität des spätmittelalterlichen Paris dichterisch eingefangen wie kaum ein anderer.
Religionskriege
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1572
Die Bartholomäusnacht
Am 24. August färben sich die Straßen von Paris mit dem Blut Tausender Protestanten rot. Das vom Louvre ausgehende Massaker greift auf ganz Frankreich über und wird zu einem der dunkelsten Kapitel der Stadtgeschichte. Noch wochenlang scheint im Marais der Geruch von Schießpulver und Tod in der Luft zu hängen.
Goldenes Zeitalter der Bourbonen
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1607
Die Pont Neuf wird vollendet
Unter Heinrich IV. wird die Pont Neuf, heute die älteste erhaltene Brücke von Paris, endlich fertiggestellt. Anders als frühere Brücken ist sie nicht mit Häusern verbaut, sondern offen, luftig und mit halbrunden Ausbuchtungen versehen, von denen aus man auf den Fluss blickt. Die Pariser machen sie sofort zu ihrer eigenen Bühne des städtischen Lebens.
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1622
Molière wird geboren
Jean-Baptiste Poquelin, später unter dem Namen Molière berühmt, wird in Paris geboren. Nach Jahren auf Tournee durch die Provinz kehrt er in die Hauptstadt zurück und etabliert sein Theater am Palais-Royal. Seine scharfsinnigen Komödien halten der Pariser Gesellschaft einen Spiegel vor, der noch Jahrhunderte später trifft.
Revolution und Empire
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1789
Der Sturm auf die Bastille
Am 14. Juli stürmt eine Pariser Menschenmenge die Bastille, erbeutet Schießpulver und bringt die königliche Willkür symbolisch zu Fall. Das Ereignis entfacht die Französische Revolution. Die Steine der Festung werden bald abgetragen und als kleine Erinnerungsstücke der Revolution verkauft.
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1806
Der Arc de Triomphe wird in Auftrag gegeben
Napoleon ordnet den Bau des Arc de Triomphe an, um seine militärischen Siege zu feiern. Das monumentale Bauwerk wird erst drei Jahrzehnte später vollendet. Selbst nach dem Sturz des Kaisers bleibt es das symbolische Zentrum der großen Pariser Achse, an der heute das Grab des unbekannten Soldaten unter der ewigen Flamme liegt.
Haussmann und das moderne Paris
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1853
Haussmann beginnt den Umbau von Paris
Georges-Eugène Haussmann wird zum Präfekten ernannt und leitet die radikalste Umgestaltung einer europäischen Hauptstadt im 19. Jahrhundert ein. Innerhalb von siebzehn Jahren lässt er Tausende mittelalterliche Gebäude abreißen, schafft 64 Kilometer neue Boulevards und formt damit jenes Paris, das wir heute noch erkennen.
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1871
Pariser Kommune und Blutige Woche
Nach der Belagerung im Deutsch-Französischen Krieg übernehmen Radikale die Macht in Paris und rufen die Kommune aus. Die brutale Rückeroberung durch die Regierung fordert im Mai rund 20.000 Tote. Die Tuilerien und das Hôtel de Ville gehen in Flammen auf, und die Narben dieser Tage reichen politisch wie städtebaulich weit in die Zukunft.
Belle Époque
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1889
Der Eiffelturm erhebt sich
Für die Weltausstellung wird Gustave Eiffels eiserner Turm in etwas mehr als zwei Jahren errichtet. Mit 324 Metern ist er damals das höchste Bauwerk der Erde. Zunächst stößt er in Paris auf heftige Ablehnung, doch schon wenige Jahrzehnte später ist seine filigrane Silhouette aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken.
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1910
Das große Seine-Hochwasser
Die Seine steigt 8,62 Meter über ihren Normalstand und setzt weite Teile der Stadt unter Wasser. Boote fahren durch die Straßen des Marais und von Saint-Germain, während die Métro vollläuft. Die Katastrophe zeigt zugleich die Verwundbarkeit der Stadt und die bemerkenswerte Widerstandskraft ihrer Bewohner.
Weltkriege und Besatzung
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1944
Paris wird befreit
Am 25. August wird Paris nach vier Jahren deutscher Besatzung von alliierten und freien französischen Truppen befreit. Menschenmengen jubeln, als die Trikolore wieder über dem Eiffelturm weht. Charles de Gaulle zieht über die Champs-Élysées, während die Wunden der Stadt noch frisch sind, ihr Geist aber ungebrochen bleibt.
Nachkriegszeit
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1968
Der Aufstand vom Mai 68
Im Quartier Latin errichten Studenten Barrikaden und stoßen damit eine landesweite Bewegung an, die die Regierung beinahe zu Fall bringt. Wochenlang liegt der Geruch von Tränengas und revolutionärer Hoffnung über der Stadt. Die Ereignisse verändern die französische Gesellschaft und die politische Kultur von Paris dauerhaft.
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1989
Die Louvre-Pyramide wird eröffnet
Im Innenhof Cour Napoléon des Louvre wird die umstrittene Glaspyramide von I. M. Pei eröffnet. Traditionalisten sprechen von einer Entweihung, doch Millionen Besucher belehren sie rasch eines Besseren. Das transparente Bauwerk wird zum Sinnbild für die Fähigkeit von Paris, mit sich selbst zu ringen und dabei voranzugehen.
Paris im 21. Jahrhundert
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2019
Notre-Dame brennt
Am 15. April gerät der mittelalterliche Dachstuhl von Notre-Dame in Brand. Der Spitzturm stürzt in einem Funkenregen ein, der in der ganzen Stadt zu sehen ist. Millionen Menschen verfolgen fassungslos, wie acht Jahrhunderte Geschichte in Flammen zu vergehen scheinen, während die steinernen Mauern standhalten.
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2024
Notre-Dame öffnet wieder
Nach fünf Jahren Arbeit und dem Einsatz Tausender Handwerker öffnet Notre-Dame am 8. Dezember erneut ihre Türen. Die restaurierte Kathedrale glänzt mit neuem Eichenholz und frischem Blei. Ihre Wiederauferstehung wird zu einem der bewegendsten kulturellen Ereignisse des jungen Jahrhunderts.