Paris.

48° N · 2° E France

Wer in Paris zum ersten Mal um eine Ecke biegt und den Duft von warmer Butter, feuchtem Stein und einem Hauch alter Gauloises in der Luft wahrnimmt, versteht sofort, warum diese Stadt selbst abgeklärte Reisende noch um den Finger wickelt. Paris begnügt sich nicht damit, schön zu sein; es ist verdichtet, eigenwillig und unbeirrbar es selbst, eine Stadt, in der innerhalb weniger Häuserblocks eine Kapelle aus dem 13. Jahrhundert, ein Café mit Revolutionsgeschichte und eine Naturweinbar mit koreanischem Fried Chicken ganz selbstverständlich nebeneinander existieren.

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Paris, France
Paris · France
18
Attraktionen
4-5 Tage
days suggested
Frühling (April-Mai)
best season
DE · EN
narration

01 An einleitung

synthesized from 240+ sources ·

PWer in Paris zum ersten Mal um eine Ecke biegt und den Duft von warmer Butter, feuchtem Stein und einem Hauch alter Gauloises in der Luft wahrnimmt, versteht sofort, warum diese Stadt selbst abgeklärte Reisende noch um den Finger wickelt. Paris begnügt sich nicht damit, schön zu sein; es ist verdichtet, eigenwillig und unbeirrbar es selbst, eine Stadt, in der innerhalb weniger Häuserblocks eine Kapelle aus dem 13. Jahrhundert, ein Café mit Revolutionsgeschichte und eine Naturweinbar mit koreanischem Fried Chicken ganz selbstverständlich nebeneinander existieren.

Am meisten überrascht, wie sinnlich und greifbar Paris wirkt. Da ist das Echo der eigenen Schritte unter den Glasdächern der Passagen, der leicht metallische Geruch der Seine in der Nacht, die plötzliche Stille in der Sainte-Chapelle, wenn das Nachmittagslicht durch die mittelalterlichen Glasfenster bricht. Paris belohnt alle, die langsam genug gehen, um die feinen Dinge zu sehen: die fast theatralische Achse von Louvre, Tuilerien und Arc de Triomphe oder das besondere Licht, das über den neu gestalteten Garten der restaurierten BnF Richelieu fällt.

Zugleich ist dies eine Stadt, die in den vergangenen Jahren still und doch spürbar viele ihrer Schätze zurückgewonnen hat. Notre-Dame empfängt seit dem 8. Dezember 2024 wieder Besucher, das Grand Palais ist in voller Größe und Funktion zurück, und die Bourse de Commerce zeigt in ihrer Rotunde aus dem 18. Jahrhundert weiterhin einige der ambitioniertesten Ausstellungen für Gegenwartskunst in Europa. Das eigentliche Paris liegt jedoch oft dort, wo man es leicht übersieht: entlang der Coulée verte, in der weiten Ruhe des Parc de Belleville oder in den Nebenstraßen von Ménilmontant, wo sich Reste des alten Arbeiterparis hartnäckig gegen jede Postkartenkulisse behaupten.

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02 Why Paris.

What makes this place worth slowing down for.

Geschichtsschichten der Stadt

Notre-Dame ist seit dem 8. Dezember 2024 wieder geöffnet und zieht Besucher erneut ins historische Herz der Stadt. Wer auf dem Parvis am Point Zéro steht, spürt, wie eng sich hier die Geschichte von Paris bündelt. Dazu kommen die überdachten Passagen wie die Galerie Vivienne oder die Passage Jouffroy, in denen sich die elegante Glas-und-Eisen-Architektur des 19. Jahrhunderts bis heute fast unbemerkt vom großen Besucherstrom erhalten hat.

Lebendige Kunstgeschichte

Louvre, Musée d’Orsay und die Seerosen-Säle der Orangerie gehören weiterhin zum Pflichtprogramm, doch Paris lebt auch von seinen klügeren Entdeckungen. Besonders spannend ist die Bourse de Commerce – Pinault Collection, wo Tadao Andos strenger Beton auf eine Rotunde des 18. Jahrhunderts trifft. Wer ohne Zeitdruck schauen möchte, findet in den kostenlosen Dauerausstellungen von Carnavalet, Petit Palais und dem Musée de la Vie Romantique, das im Februar 2026 wiedereröffnet wurde, ideale Rückzugsorte.

Das unerwartet grüne Paris

Jenseits von Tuilerien und Jardin du Luxembourg zeigt sich Paris überraschend grün. Vom Belvédère des Parc de Belleville reicht der Blick weit über die Dächer der Stadt, während die Coulée Verte René-Dumont Besucher auf einem bepflanzten Viadukt durch ruhige Wohnviertel führt. Auch das botanische Paris lohnt einen Umweg: die Rosengärten von Bagatelle und die historischen Gewächshäuser der Serres d’Auteuil eröffnen eine stille, fast verborgene Seite der Metropole.

Tische der Viertel

Der Marché des Enfants Rouges versorgt die Stadt seit 1615 und ist bis heute einer der lebendigsten Orte, um Paris beim Essen zuzusehen. An den kleinen Theken sitzt man dicht beisammen und mitten im Alltag. Von den kosmopolitischen Küchen rund um Faubourg Saint-Denis bis zu den klassischen Brasserien in den ruhigeren Vierteln zeigt sich hier eine Stadt, die besonders dann überzeugt, wenn man dort isst, wo auch die Pariser essen.


03 Sehenswürdigkeiten.

Not every monument, just the ones we'd walk you past ourselves.

Haus Des Tempels
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Haus Des Tempels

Die Maison du Temple (Tempelhaus), eingebettet im Herzen des historischen Marais-Viertels von Paris, ist ein Zeugnis der vielschichtigen mittelalterlichen…

Brunnen Der Meere
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Brunnen Der Meere

Für weitere Erkundungen siehe Quellen wie Culture Themes, Wikipedia und C'est en France.

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Erbaut als Bahnhof für die Weltausstellung 1900, verwandelt das Orsay die Pracht aus Eisen und Glas in einen der eindrucksvollsten Spaziergänge durch Kunst, Architektur und Moderne in Paris.

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Das Musée National des Arts et Traditions Populaires (MNATP) im Herzen von Marseille, das nun in das Musée des Civilisations de l’Europe et de la Méditerranée…

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Das Atelier de Paris ist ein dynamisches und einflussreiches Zentrum für zeitgenössischen Tanz und choreografische Künste im Herzen von Paris. 1999 gegründet…

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Paris hat sich als globales Zentrum der Komik etabliert und verbindet eine traditionsreiche Geschichte mit einer florierenden zeitgenössischen Szene.

07 Place

Denkmal Für Marschall Leclerc

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All 23 places in Paris

04 Neighborhoods.

Where to wander, by quarter — each with its own rhythm.

01

Le Marais

Einst das aristokratische Viertel der Stadtpalais des 17. Jahrhunderts, verbindet das Marais heute historische Hôtels particuliers mit einer der lebendigsten Mischungen aus Mode, Galerien und jüdisch-orientalischer Esskultur in Paris. In der Rue des Rosiers gehört Falafel weiterhin zu den großen Klassikern, während die Place des Vosges unter ihren Arkaden eines der geschlossensten und schönsten Platzensembles Europas zeigt.

02

Saint-Germain-des-Prés

Das alte intellektuelle Herz der linken Seine-Seite trägt noch immer den Nachhall von Sartre und de Beauvoir auf seinen Caféterrassen, ist inzwischen aber vor allem ein Viertel geworden, in dem man wunderbar ziellos flanieren kann. Zwischen klassischen Straßenbildern und eleganten Fassaden warten stille Entdeckungen wie der Médici-Brunnen im Jardin du Luxembourg, und nicht weit entfernt leuchtet die Sainte-Chapelle mit ihren Glasfenstern wie ein aufgeschlagenes Schmuckkästchen.

03

Canal Saint-Martin & the 10th

Hier zeigt sich das gegenwärtige Paris von seiner entspannten, urbanen Seite. Am Kanal sitzen Einheimische mit Picknick und Wein auf den Schleusenrändern, während rundherum Neo-Bistros, Spezialitätenkaffee, kleine Boutiquen und Bars bis spät in die Nacht für jene mühelose Energie sorgen, die das Viertel so anziehend macht.

04

Belleville & Ménilmontant

In den hügeligen Straßen des 20. Arrondissements erlebt man ein Paris, das zugleich bodenständig, gemischt und künstlerisch wirkt. Vom Parc de Belleville eröffnet sich einer der schönsten Ausblicke über die Stadt, und an vielen Wänden breitet sich Street Art über ganze Häuserzüge aus. Kaum irgendwo fühlt sich Paris unmittelbarer, vielfältiger und weniger geschniegelt an.

05

Montmartre

Jenseits der Besuchermassen rund um Sacré-Cœur lebt in Montmartre noch immer etwas von jenem dörflichen, künstlerischen Geist fort, der einst Maler und Dichter anzog. Schiefe Gassen, kleine Plätze und unerwartete Treppenaufgänge bewahren diese besondere Atmosphäre, doch die eigentliche Entdeckung liegt oft im weichen Abendlicht auf den alten Putzfassaden.

06

South Pigalle & the 9th

Das frühere Verrufene hat SoPi längst hinter sich gelassen; heute gehört das Viertel zu den stilbewusstesten Adressen für Essen, Ausgehen und modernes Stadtleben. In der Rue des Martyrs reiht sich eine hervorragende Bäckerei an die nächste, dazu kommen Naturweinbars und Cocktailadressen wie Danico. Ideal für Tage, die mit Kaffee beginnen und ganz selbstverständlich bei Apéro und Abendessen enden.

07

Les Halles & Montorgueil

Das einstige Marktviertel, das Paris über Jahrhunderte versorgte, pulsiert noch immer vor kulinarischer Erinnerung. Die Fußgängerstraße Montorgueil gehört zu den genussvollsten Spaziergängen der Stadt, gesäumt von Käseläden, Bäckereien und traditionsreichen Brasserien wie Au Pied de Cochon, wo praktisch nie endgültig Feierabend ist.

08

The Covered Passages

Diese glasüberdachten Passagen des 19. Jahrhunderts zwischen Grands Boulevards und Palais-Royal bilden fast eine eigene kleine Stadt in der Stadt. Galerie Vivienne, Passage Jouffroy und die weniger bekannte Passage Verdeau eröffnen eine Welt aus Antiquitätenläden, Buchhandlungen und stillen Cafés, die sich erstaunlich weit entfernt vom Rhythmus des 21. Jahrhunderts anfühlt.

Historische Zeitleiste

Von Lutetia zur Stadt des Lichts

Zweitausend Jahre voller Eroberungen, Schöpfungskraft und Neuerfindung an den Ufern der Seine

Gallorömische Zeit
ca. 300 v. Chr.

Die Parisii siedeln an der Seine

Ein gallischer Stamm, der als Parisii bekannt ist, errichtet entlang der Handelswege der Seine ein Netz von Siedlungen. Sein wichtigstes Oppidum entsteht dort, wo heute die Île de la Cité liegt, denn die Flussinseln bieten natürlichen Schutz und Kontrolle über den Verkehr auf dem Wasser. Über dem Strom liegt der Geruch von Holzrauch und nasser Eiche; aus diesem bescheidenen Kreis aus Rundhäusern wächst später Paris hervor.

52 v. Chr.

Caesar erobert Lutetia

Titus Labienus, ein Feldherr Julius Caesars, besiegt die Parisii während des Gallischen Kriegs. Die Römer beginnen daraufhin, die Siedlung am Fluss in die gallorömische Stadt Lutetia umzuwandeln. Schon nach wenigen Jahrzehnten entstehen auf dem linken Seineufer Thermen, ein Forum und ein Amphitheater, während die unterworfenen gallischen Schiffer zusehen, wie sich ihre Welt grundlegend verändert.

360 n. Chr.

Julian wird zum Kaiser ausgerufen

In Lutetia stationierte Truppen rufen ihren Befehlshaber Julian zum Kaiser aus. Die Stadt, die nun immer häufiger Paris genannt wird, rückt damit kurz ins Zentrum imperialer Machtkämpfe. Der Jubel der Soldaten hallt von den Befestigungen der Insel wider, während die Seine unbeirrt weiterfließt.

Merowingische und karolingische Epoche
508

Chlodwig macht Paris zur Hauptstadt

Der fränkische König Chlodwig I. besiegt den letzten römischen Herrscher in Gallien und macht Paris zur Hauptstadt seines Reiches. Aus der provinziellen Römerstadt wird ein königlicher Machtort. Die Erinnerung an die heilige Genoveva, die Paris mit Gebet und politischem Geschick einst vor Gefahren bewahrte, verbindet sich nun mit der neuen fränkischen Ordnung.

885–886

Die Wikinger belagern Paris

Fast ein Jahr lang blockieren Wikingerschiffe die Seine, während Graf Odo und die Pariser die Brücken und die Insel verteidigen. Von den Dächern werden kochendes Öl und Steine auf die Angreifer geschleudert. Die Stadt hält stand, und Odos Ruhm aus dieser Belagerung ebnet ihm später sogar den Weg auf den Thron der Westfranken.

Kapetingisches Mittelalter
987

Hugo Capet wird gekrönt

Hugo Capet, Graf von Paris, wird zum König gewählt und begründet damit die Dynastie der Kapetinger, die Frankreich über Jahrhunderte prägen wird. Paris wird zum dauerhaften politischen Herz des Landes. Von diesem Moment an sind das Schicksal der Stadt und das des Königreichs untrennbar miteinander verbunden.

1163

Der Bau von Notre-Dame beginnt

Bischof Maurice de Sully legt auf der Île de la Cité den Grundstein für Notre-Dame. Im Laufe des folgenden Jahrhunderts wächst hier eine Kathedrale im neuen gotischen Stil empor, deren Gewölbe sich scheinbar dem Himmel entgegenstrecken. Auf der Insel liegen das Schlagen der Meißel und der Geruch frischen Mörtels in der Luft, während Paris seinen Rang als Hauptstadt der mittelalterlichen Christenheit behauptet.

1200

Die Universität von Paris wird anerkannt

König Philipp II. August verleiht der Universität von Paris die offizielle Anerkennung. Gelehrte aus ganz Europa strömen auf das linke Seineufer und machen es zum geistigen Motor des lateinischen Abendlands. Thomas von Aquin geht durch diese Straßen, während Studenten in engen Gassen debattieren und das Denken ihrer Zeit formen.

1248

Die Sainte-Chapelle wird geweiht

König Ludwig IX. weiht die Sainte-Chapelle, die als Aufbewahrungsort für die Dornenkrone errichtet wurde. Im Obergeschoss verwandeln die Glasfenster das Licht in ein flüssig wirkendes Farbenspiel aus leuchtendem Blau und Rot und erzählen biblische Geschichten mit überwältigender Intensität. Bis heute zählt dieser Raum zu den eindrucksvollsten, die je gebaut wurden.

Spätmittelalterliche Krisen
1358

Der Aufstand des Étienne Marcel

Der prévôt des marchands Étienne Marcel führt während der Wirren des Hundertjährigen Kriegs einen gewaltsamen Aufstand gegen die königliche Macht und bringt Paris zeitweise unter seine Kontrolle. Sein Versuch endet mit seiner Ermordung, doch die Erinnerung an den Widerstandsgeist der Pariser gegenüber der Krone bleibt über Jahrhunderte lebendig.

1431

François Villon wird geboren

Der Dichter und Außenseiter François Villon wird in Paris geboren. Sein unruhiges Leben führt ihn zwischen Tavernen, Gefängnissen und den düsteren Gassen des linken Ufers hin und her. Mit der "Ballade des pendus" hat er die herbe Schönheit und die Brutalität des spätmittelalterlichen Paris dichterisch eingefangen wie kaum ein anderer.

Religionskriege
1572

Die Bartholomäusnacht

Am 24. August färben sich die Straßen von Paris mit dem Blut Tausender Protestanten rot. Das vom Louvre ausgehende Massaker greift auf ganz Frankreich über und wird zu einem der dunkelsten Kapitel der Stadtgeschichte. Noch wochenlang scheint im Marais der Geruch von Schießpulver und Tod in der Luft zu hängen.

Goldenes Zeitalter der Bourbonen
1607

Die Pont Neuf wird vollendet

Unter Heinrich IV. wird die Pont Neuf, heute die älteste erhaltene Brücke von Paris, endlich fertiggestellt. Anders als frühere Brücken ist sie nicht mit Häusern verbaut, sondern offen, luftig und mit halbrunden Ausbuchtungen versehen, von denen aus man auf den Fluss blickt. Die Pariser machen sie sofort zu ihrer eigenen Bühne des städtischen Lebens.

1622

Molière wird geboren

Jean-Baptiste Poquelin, später unter dem Namen Molière berühmt, wird in Paris geboren. Nach Jahren auf Tournee durch die Provinz kehrt er in die Hauptstadt zurück und etabliert sein Theater am Palais-Royal. Seine scharfsinnigen Komödien halten der Pariser Gesellschaft einen Spiegel vor, der noch Jahrhunderte später trifft.

Revolution und Empire
1789

Der Sturm auf die Bastille

Am 14. Juli stürmt eine Pariser Menschenmenge die Bastille, erbeutet Schießpulver und bringt die königliche Willkür symbolisch zu Fall. Das Ereignis entfacht die Französische Revolution. Die Steine der Festung werden bald abgetragen und als kleine Erinnerungsstücke der Revolution verkauft.

1806

Der Arc de Triomphe wird in Auftrag gegeben

Napoleon ordnet den Bau des Arc de Triomphe an, um seine militärischen Siege zu feiern. Das monumentale Bauwerk wird erst drei Jahrzehnte später vollendet. Selbst nach dem Sturz des Kaisers bleibt es das symbolische Zentrum der großen Pariser Achse, an der heute das Grab des unbekannten Soldaten unter der ewigen Flamme liegt.

Haussmann und das moderne Paris
1853

Haussmann beginnt den Umbau von Paris

Georges-Eugène Haussmann wird zum Präfekten ernannt und leitet die radikalste Umgestaltung einer europäischen Hauptstadt im 19. Jahrhundert ein. Innerhalb von siebzehn Jahren lässt er Tausende mittelalterliche Gebäude abreißen, schafft 64 Kilometer neue Boulevards und formt damit jenes Paris, das wir heute noch erkennen.

1871

Pariser Kommune und Blutige Woche

Nach der Belagerung im Deutsch-Französischen Krieg übernehmen Radikale die Macht in Paris und rufen die Kommune aus. Die brutale Rückeroberung durch die Regierung fordert im Mai rund 20.000 Tote. Die Tuilerien und das Hôtel de Ville gehen in Flammen auf, und die Narben dieser Tage reichen politisch wie städtebaulich weit in die Zukunft.

Belle Époque
1889

Der Eiffelturm erhebt sich

Für die Weltausstellung wird Gustave Eiffels eiserner Turm in etwas mehr als zwei Jahren errichtet. Mit 324 Metern ist er damals das höchste Bauwerk der Erde. Zunächst stößt er in Paris auf heftige Ablehnung, doch schon wenige Jahrzehnte später ist seine filigrane Silhouette aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken.

1910

Das große Seine-Hochwasser

Die Seine steigt 8,62 Meter über ihren Normalstand und setzt weite Teile der Stadt unter Wasser. Boote fahren durch die Straßen des Marais und von Saint-Germain, während die Métro vollläuft. Die Katastrophe zeigt zugleich die Verwundbarkeit der Stadt und die bemerkenswerte Widerstandskraft ihrer Bewohner.

Weltkriege und Besatzung
1944

Paris wird befreit

Am 25. August wird Paris nach vier Jahren deutscher Besatzung von alliierten und freien französischen Truppen befreit. Menschenmengen jubeln, als die Trikolore wieder über dem Eiffelturm weht. Charles de Gaulle zieht über die Champs-Élysées, während die Wunden der Stadt noch frisch sind, ihr Geist aber ungebrochen bleibt.

Nachkriegszeit
1968

Der Aufstand vom Mai 68

Im Quartier Latin errichten Studenten Barrikaden und stoßen damit eine landesweite Bewegung an, die die Regierung beinahe zu Fall bringt. Wochenlang liegt der Geruch von Tränengas und revolutionärer Hoffnung über der Stadt. Die Ereignisse verändern die französische Gesellschaft und die politische Kultur von Paris dauerhaft.

1989

Die Louvre-Pyramide wird eröffnet

Im Innenhof Cour Napoléon des Louvre wird die umstrittene Glaspyramide von I. M. Pei eröffnet. Traditionalisten sprechen von einer Entweihung, doch Millionen Besucher belehren sie rasch eines Besseren. Das transparente Bauwerk wird zum Sinnbild für die Fähigkeit von Paris, mit sich selbst zu ringen und dabei voranzugehen.

Paris im 21. Jahrhundert
2019

Notre-Dame brennt

Am 15. April gerät der mittelalterliche Dachstuhl von Notre-Dame in Brand. Der Spitzturm stürzt in einem Funkenregen ein, der in der ganzen Stadt zu sehen ist. Millionen Menschen verfolgen fassungslos, wie acht Jahrhunderte Geschichte in Flammen zu vergehen scheinen, während die steinernen Mauern standhalten.

2024

Notre-Dame öffnet wieder

Nach fünf Jahren Arbeit und dem Einsatz Tausender Handwerker öffnet Notre-Dame am 8. Dezember erneut ihre Türen. Die restaurierte Kathedrale glänzt mit neuem Eichenholz und frischem Blei. Ihre Wiederauferstehung wird zu einem der bewegendsten kulturellen Ereignisse des jungen Jahrhunderts.

Gegenwart

06 Who lived here.

The people who shaped the city — and were shaped by it.

Romancier und Dichter 1802–1885

Victor Hugo

Lebte hier 1832–1848

Victor Hugo schrieb große Teile von "Les Misérables" in seiner Wohnung an der Place des Vosges Nr. 6, die heute als Museum zu besichtigen ist. Er setzte sich leidenschaftlich für den Erhalt des mittelalterlichen Paris ein und stemmte sich gegen die radikalen Umbrüche seiner Zeit. Wahrscheinlich hätte ihn die Wiedereröffnung von Notre-Dame im Dezember 2024 tief bewegt, bevor er weiter zum Panthéon gegangen wäre, wo er heute unter den großen Gestalten Frankreichs ruht.

Maler und Bildhauer 1881–1973

Pablo Picasso

Lebte und arbeitete hier von 1904 bis in die 1960er

Der junge Spanier fand seine künstlerische Stimme im zugigen Atelierhaus Bateau-Lavoir auf dem Montmartre, wo der Kubismus Form annahm. Später arbeitete er in der rue des Grands-Augustins, wo auch "Guernica" entstand. Das Paris, das ihn prägte, bewahrt heute im Musée Picasso-Paris die bedeutendste Sammlung seines Werks.

Schriftsteller 1871–1922

Marcel Proust

Hier geboren und gestorben

Marcel Proust verbrachte Jahre in seinem mit Kork ausgekleideten Zimmer am Boulevard Haussmann 102 und schrieb dort gegen die Vergänglichkeit an, während er das Paris seiner Jugend literarisch neu erschuf. Das rekonstruierte Zimmer ist heute im Musée Carnavalet zu sehen. Vermutlich hätte ihn das veränderte Stadtbild gleichermaßen verstört und fasziniert, zumal viele Pariser Rituale bis heute erstaunlich unberührt geblieben sind.

Sängerin 1915–1963

Édith Piaf

Hier geboren und aufgewachsen

Édith Piaf, der kleine Spatz von Paris, wurde in Belleville geboren; an der rue de Belleville 72 erinnert noch heute eine Tafel daran. Ihre Stimme formte sich in den raueren Cabarets der Stadt, lange bevor sie weltberühmt wurde. Ihr Grab auf dem Père-Lachaise ist bis heute ein Ziel für alle, die wissen, dass Paris nicht nur von Glanz, sondern auch von Melancholie lebt.

Physikerin und Chemikerin 1867–1934

Marie Curie

Arbeitete und lehrte hier

Marie Curie entwickelte ihre bahnbrechende Forschung zur Radioaktivität an der Universität von Paris und am Institut du Radium. Ihre Laborhefte sind bis heute radioaktiv. Vermutlich hätte es sie gefreut zu sehen, dass ihr Vermächtnis in einem Museum weiterlebt und sie gemeinsam mit ihrem Mann im Panthéon geehrt wird.

08 Wo essen.

Where locals actually book dinner — not the tourist menus.

Le Double Fond Le Double Fond
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Le Double Fond

4.8 View
Le temps des cerises Le temps des cerises
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Le temps des cerises

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Hôtel de JoBo Hôtel de JoBo
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Jules & Jim Jules & Jim
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Jules & Jim

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09 Insider tips.

Small things that change how the city treats you.

Im Frühling reisen

April und Mai sind in Paris besonders angenehm: milde Temperaturen, blühende Kastanien an der Seine und deutlich weniger Andrang als in den Sommermonaten. Eintrittszeiten für Museen und große Sehenswürdigkeiten sollte man dennoch früh reservieren, denn Notre-Dame zieht seit der Wiedereröffnung im Dezember 2024 wieder viele Besucher an.

Zuerst Bonjour sagen

Wer ein Café, ein Geschäft oder ein Restaurant betritt, sollte immer zuerst mit einem freundlichen "bonjour" grüßen. Diese kleine Geste gehört in Paris unverändert zum guten Ton und beeinflusst oft auch, wie zugewandt der Service ausfällt.

Navigo Liberté+ nutzen

Am praktischsten ist eine Navigo-Easy-Karte für 2 Euro, auf die man Liberté+ lädt. Damit fährt man im Alltag flexibel und kommt meist günstiger weg als mit einzelnen Metro-Tickets zu je 2,55 Euro; die Tageskosten sind dabei auf 12,30 Euro gedeckelt, Flughafentransfers ausgenommen.

Essen wie die Pariser

Die Hauptmahlzeit lohnt sich mittags, wenn viele Bistros preiswerte Menüs anbieten. Die Restaurants an den Champs-Élysées kann man meist getrost auslassen; deutlich spannender isst man im 11. Arrondissement oder entspannt zwischen Marktständen im Marché des Enfants Rouges.

Kostenlose Museen

Viele städtische Museen in Paris zeigen ihre Dauerausstellungen kostenlos, darunter das Musée Carnavalet, das Petit Palais und das Maison de Victor Hugo. Ausnahmen sind etwa die Katakomben und das Palais Galliera, dort bleibt der Eintritt kostenpflichtig.

Durch die Passagen schlendern

Besonders stimmungsvoll sind die überdachten Passagen des 19. Jahrhunderts, etwa die Galerie Vivienne oder die Passage des Panoramas. Unter ihren Glasdächern entdeckt man ein ruhigeres, beinahe zeitloses Paris abseits der großen Boulevards.

10 Watch.

A few films to set the scene before you go.

Paris, France 🇫🇷 | 4K Drone Footage (With Subtitles)
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12 Häufig gefragt

Lohnt sich eine Reise nach Paris?

Ja, Paris lohnt sich unbedingt, vor allem wenn man sich nicht nur an die klassische Postkartenkulisse hält. Die Dichte an Geschichte, Alltagskultur und guter Küche überrascht selbst Reisende, die schon oft hier waren. Am besten versucht man nicht, alles abzuhaken, sondern nimmt sich lieber ein Viertel wirklich gründlich vor.

Wie viele Tage sollte man für Paris einplanen?

Vier bis fünf Tage sind ideal, um die großen Sehenswürdigkeiten zu sehen und zugleich mindestens zwei Stadtviertel richtig kennenzulernen. Drei Tage reichen für einen konzentrierten Kurztrip, wirken aber schnell gedrängt. Mit einer Woche findet man leichter in den Rhythmus aus Cafébesuchen, Märkten und Spaziergängen.

Wie kommt man vom Flughafen CDG nach Paris?

Vom Flughafen Charles de Gaulle fährt man am einfachsten mit der RER B ins Zentrum; das Ticket Paris Region <> Airports kostet 14 Euro. Der RoissyBus wurde im März 2026 eingestellt und durch die Buslinie 9517 ersetzt. Offizielle Taxis fahren zu Festpreisen: 56 Euro ans rechte Seineufer und 65 Euro ans linke.

Ist Paris für Touristen sicher?

Paris gilt insgesamt als gut bereisbar, doch Taschendiebstahl ist in vollen Touristenzonen wie am Louvre, rund um Sacré-Cœur oder in der Metro weiterhin ein Thema. Normale Großstadtvorsicht genügt in der Regel: Wertsachen nah am Körper tragen und in Gedränge aufmerksam bleiben. Positiv ist, dass der "Code de la rue" Fußgängern im Stadtverkehr einen hohen Stellenwert einräumt.

Wann ist die beste Zeit für Paris?

Am angenehmsten sind der Frühling mit April und Mai sowie der Frühherbst von September bis Oktober. Dann stimmen Licht, Temperaturen und Besucherandrang meist am besten. Im Sommer locken zwar Veranstaltungen wie Paris Plages an der Seine, zugleich ist dann aber Hochsaison; Juli und August meidet man besser, wenn man es ruhiger mag.

Ready to book?

13Before you go

Praktische Informationen

Flight

Anreise

Paris wird vor allem über Charles de Gaulle (CDG) und Orly (ORY) erreicht; Beauvais spielt vor allem für einige Billigfluglinien eine Nebenrolle außerhalb der Stadt. Vom CDG fährt die RER B ins Zentrum, das Flughafenticket der Region kostet seit dem 1. Januar 2026 14 €. Alternativ gibt es Taxis mit Festpreisen von 56 € bzw. 65 € je nach rechtem oder linkem Seineufer. Von Orly ist die Métro-Linie 14 heute die wichtigste Verbindung und bringt Reisende in etwa 25 Minuten bis Châtelet. Wichtige Fernbahnhöfe sind Gare du Nord, Gare de Lyon, Gare Montparnasse und Gare de l’Est; der Orlybus wurde am 3. März 2025 eingestellt.

Directions transit

Unterwegs in der Stadt

Die Métro ist in Paris das Rückgrat des Alltags, ergänzt durch RER, Busse und Straßenbahnen für längere oder äußere Strecken. Ein Einzelticket für Métro, Zug und RER kostet 2026 2,55 €, für Bus und Tram 2,05 €. Für Besucher sind außerdem Navigo Easy oder Liberté+ praktisch. Wer die Stadt entspannt an der Oberfläche erleben will, nutzt Busse, Leihräder oder die Wege entlang von Seine und Kanälen. Das Vélib’-Netz macht auch landschaftlich schöne Strecken gut erreichbar.

Thermostat

Klima & beste Reisezeit

Paris hat ein mildes, aber wechselhaftes Klima, deshalb gehört Regenschutz zu jeder Jahreszeit ins Gepäck. Besonders angenehm sind meist das späte Frühjahr von April bis Juni und der Herbst von September bis Oktober, wenn Licht, Temperaturen und Spaziergänge gut zusammenpassen. Der Sommer bringt lange Tage, viele Veranstaltungen und mitunter Hitzewellen, während der Winter kühler, dunkler und atmosphärisch stärker auf Museen, Cafés und Innenräume ausgerichtet ist.

Shield

Sicherheit

Das wichtigste Risiko für Besucher bleibt Kleinkriminalität, vor allem Taschendiebstahl in vollen Métro-Zügen, an großen Bahnhöfen und rund um die bekanntesten Sehenswürdigkeiten. Taschen sollten eng am Körper getragen werden; von Straßenspielen, Unterschriftensammlungen und inoffiziellen Ticketverkäufern lässt man besser die Finger. Tickets kauft man am besten nur über offizielle Automaten, Schalter oder Apps. Im Notfall gilt europaweit die 112, in Frankreich zusätzlich die 17 für die Polizei; im öffentlichen Verkehr helfen 3117 oder die SMS an 31177.

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23 Orte zu entdecken

Haus Des Tempels
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Brunnen Der Meere
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Musée D'Orsay
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Musée National Des Arts Et Traditions Populaires

Atelier De Paris
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Comedy Club

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Die Maschine Der Roten Mühle

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Grab Von Pierre Larousse

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Hauptquartier Der Fondation Charles De Gaulle

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Les Rendez-Vous D'Ailleurs

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Salle Cortot
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Thomas Paine